Hanse 370e - Genesis V

 

Schiffsordnung

  1. Betrachte das Schiff und vor allem den Salon als Dein eigenes Wohnzimmer.
    Benimm dich darin, so wie du Dich auch zu Hause aufführen würdest.
    Vermeide insbesondere das Sitzen mit einer nassen Badehose auf den Polstern.
    Wird Seewasser auf die Polster gebracht, so werden sie nie mehr trocken. Lose Sachen sollten immer aufgeräumt werden. Wor allem spitze Gegenstände (Kartenzirkel!) können
    zur großen Gefahr werden, wenn Sie im Seegang durch die Gegend fliegen.
  2. Denke daran, daß die Yacht nach Beendigung der Reise an den Vercharterer mit vollständiger Ausrüstung zurückgegeben werden muß. Wenn Du zwischenzeitlich irgendwelche Sicherheitsgurte oder Rettungswesten verschlampt hast, so ist das nicht nur eine Frage von mehreren hundert Euro, sondern auch deswegen ein Problem, weil sie am Ankunftsort unter Umständen gar nicht erhältlich sind.
  3. Denke daran, daß der Sikpper das allergrößte Interesse daran hat, die Yacht und die Mannschaft heil heimzubringen. Unterstütze ihn dabei. Unternimm nichts ohne die ausdrückliche Zustimmung des Skippers. Insbesondere vermeide es unbedingt, zu Fotozwecken oder ähnlichem in den Mast zu steigen oder andere Risiken einzugehen. Denke bei jeder Bewegung an Bord daran, daß Unfälle, die zu Hause zwar unangenehm, aber noch kein Ungück sind, auf hoher See, weitab von jeder medizinischen Versorgung, zur Katastrophe werden können.
  4. Die Navigationsecke ist ausschließlich dem Navigator oder dem Skipper vorbehalten. Sie ist kein Platz, um in Ruhe zu lesen oder Tagebuch zu führen. Es ist untersagt, aus der Navigationsecke irgendwelche Schreibutensilien, Dreiecke oder gar den Kartenzirkel zu entnehmen.
  5. Die Chance, einen über Bord Gegangenen zu retten, sind minimal. Ebenso wie der Bergsteiger, der unter keinen Umständen abstürzen darf, darf der Seemann nie über Bord fallen. Zögere nicht, auch bei spiegelglatter See und Flaute den Sicherheitsgurt anzulegen, auch wenn Deine Manschaftskameraden unter Umständen so dumm sind, dies zu belächeln. Die meisten tödlichen Unglücksfälle bei "Mann über Bord" sind in Situationen entstanden, in denen niemand davon ausgegangen ist, daß bei diesem Wetter jemand über Bord fallen könnte.
    Nach Alkoholgenuß kann es tödlich sein, daß Cockpit zu verlassen. Hat ein Mannschafts-mitglied auch nur ein Glas Bier getrunken, so ist es für ihn einfach tabu, aufs Vorschiff zu gegen oder auch nur zu den Wanten. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß man nach dem Genuß von Alkohol, in der Nacht oder bei hartem Wetter die Toilette unter Deck benutzt – und zwar im Sitzen -, statt sich an die Reling zu stellen (gilt nur für männliche Mitsegler!).
  6. Auf keinen Fall sollte die von vornherheim vom Skipper aufgestellte Diensteinteilung irgendwie abgeändert werden. Schon deshalb scheidet der Tausch einer Wache unter mehreren Manschaftsmitlgiedern ohne Zustimmung durch den Skipper aus.
  7. Denke daran, daß es unter Umständen in der Nacht wichtig ist, blind die Winschkurbel,
    die Taschenlampe, den Sicherheitsgurt oder ähnliches zu finden. Wenn dann in den Schwalbennestern Pfeifen, Feuerzeuge, Lektüre oder ähnliches lagert, kann dies zu
    erheblichen Sicherheitsrisiken führen. Denke in diesem Zusammenhang an den Satz von Moitessier: "Es sind Schiffe gesunken, weil die Streichholzschachtel verlegt worden war."
  8. Der Kühlschrank darf auf See nur vom Skipper geöffnet werden. Getränkewünsche sind rechtzeitig anzugeben.
  9. Werkzeuge, die den dafür vorgesehenen Behältnissen enttnommen werden, sind unbedingt anschließend zurückzulegen.
  10. Das Rauchen unter Deck ist untersagt. Feuer an Bord bedeutet absolute Todesgefahr.
  11. Ohne jede Angabe von Gründen ist der Skipper berechtigt, jederzeit den Alkoholgenuß generell zu verbieten.
  12. Gäste können und sollen im Hafen an Bord eingeladen werden. Doch ist es notwendig, den Skipper davon zu verständigen.