Hanse 370e - Genesis V

Klar Schiff,
Genesis wird ausgewintert

An einem Freitag, den 13. klappte das gefährlichste am Segeln, nämlich die Auto Anfahrt,  ohne Stau und gefährlichen Verkehr. Um 12:15 Uhr fällt die Autotür nach weniger als fünf Stunden ins Schloß und ich genehmige mir vor dem Realmarkt an der BAB Ausfahrt in Rostock Hafen ein Matjesbrötchen. Die Einkäufe für nur eine Person sind schnell erledigt und um 13:13 Uhr entere ich Genesis. Es liegen  besser kleben nur drei Möwensch.... auf dem Teak, die schnell abgespült sind. Im Schiffsinneren ist es nach fast 3 monatiger Abwesenheit klingeltrocken. Es haben sich mehrere Staubwülbe gebildet!!! Irre was zwei Luftentfeuchter und eine Permanentlüftung durch die Luken unter der Kuchenbude leisten. Die Luftentfeuchter bestehen aus jeweils einem 10 l Eimer auf dem ich je einen Durchschlag aus der Küchenabteilung vom Baumarkt aufgesetzt habe. Insgesamt hat Peer, der das Schiff über den Winter beaufsichtigte, 5 Kg von dem Entfeuchter(salz?) verbraucht. 

Aus lauter Vorfreude vergesse ich vor dem Auffüllen des Wassertanks die Ventile zu öffnen und die restliche Antifrostflüssigkeit vom Januar abzulassen. Welch eine Überraschung als beim ersten Aufdrehen nur blaues Wasser aus dem Kran läuft.  ist heute nicht Freitag der Dreizehnte? Ergo spülen, spülen und nochmals mit klarem Wasser spülen. Jede Wasserspülung ist per 40 l Kannister vom Sanitärgebäude heranzuschleppen. Diesen Fehler begehe ich nicht nochmals und meinen zukünftigen Wasserverbrauch werde ich ebenfalls drastisch einschränken. Wer einmal sein Brauchwasser selbst getragen hat, weiß was ich meine.  Beim Zähneputzen, Händewaschen, Geschirr vorspülen usw. werde ich nie wieder den Wasserhahn permanent  geöffnet lassen.

Mit der Dieselheizung / Ostseesonne heize ich dem Schiff ein und baue unterdessen Blöcke für die Barberholer und eine Holepunkt-Trimmleine auf Deck an. Ganz allein bin ich nicht am Steg. Eine Moody 45 legt mit drei Seglern an. Auf dem Schiff läßt es sich selbst bei der Kälte im Deckssalon aushalten. Die Kollegen haben kräftig geheizt und das Schiff vom Innensteuerstand geführt. Nur zum Trimmen und Anlegen mußte der Salon verlassen werden. So läßt sich die Saison vorzüglich in unseren Breiten verlängern.
Für heute reicht es mir. Ich habe schließlich Freizeit. Am Samstagmorgen hat sich Peer für 09:00 Uhr angekündigt. Er hat meine Segel vom Segelmacher geholt und neben den Segeln der "Tutima" und "Utsider"  gelagert. Wie viele Segel die Ragttasegler nutzen...   

Wir holen heute Morgen gemeinsam die eingelagerten Segel aus dem Geschäft von Ebert-Yachting auf dem Gelände der  Hohen Düne. Der Laderaum vom Caravan ist jetzt komplett voller Segel. Für die langen Latten der Lazy Jacks/Maindrop und vom Groß ist kein Platz mehr. Diese nimmt Peer auf die leichte Schulter und folgt mir per pedes zum Steg. Wir sind so beschäftgigt, dass ich diesmal keine Fotos mache. Während ich das Vorsegel anschlage und hochziehe bereitet Peer das Großsegel auf dem Steg vor. Er hat einen tollen Trick während seiner Praktika-Zeit bei der Hanse Werft gelernt:
Man lege das Großsegel vom Unterliek an aufgefaltet wie sonst auf dem Baum in die Lazyjacks, lasse die Schlitten für die Rutscher vorne herausschauen, schließe den Reißverschluß und nur für diesen einen Moment wird ein zweiter Mann/Frau gebraucht, um den gefüllten Sack von Vorne in die Nut einzuziehen und dann auf den Baum zu legen. Fixieren auf dem Baum und Anschlagen am Kopfbrett. Schon kann der zweite Helfer entlassen werden. So rationalisiert also die Hanse Werft  die Arbeitsabläufe... Ein Vorteil für uns, seit Eintreffen auf dem Steg hat das gesamte Segelsetzen, Einscheren der Reffs usw. keine 30 Minuten gedauert. Selbst der Palstek klappte nach der Winterpause auf Anhieb und das noch über Kopf, um die Reffleinen um den Baum zu binden.

ff kommt bald