Von Wedel nach Brest mit Peter von Seestermühe 1

20. Juli 2016

Wedel – Cowes, Isle of Wight, 524 SM nonstop, 17.-21.09.2016

Samstag, 17.09.2016
Der Weckruf ertönt um 05:30 Uhr. Frühstück im Vorbeilaufen und auf zum Flughafen nach Nürnberg. Der Flieger hebt pünktlich um 08:35 Uhr ab und landet eine Stunde später in Hamburg. Mit der S-Bahn geht es nach Wedel und an der Endstation per Taxi zum Schiff im Sportboothafen.
Vom Taxi sieht man bereits den langen Spargel von Mast. 3 Salinge und je 2 Backstagen pro Seite am Hauptmast. Der Besanmast hat ebenfalls ein Backstag. Christoph treffe ich am Steg und bekomme gleich die erste Anweisung – wie ich mit meiner Rolltasche an Bord gehen kann, ohne das Teak mit dem Rahmen zu berühren.

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Die heute eingeteilte Backschaft kocht bereits Tee und Kaffee und nachdem die Kojen verteilt sind, geht das Auspacken los. Neben Skipper und Eigner Christoph sind Für die Steuerbordwache Hanneke mit Matthias und Rudi, für die Backbordwache Bootsmann Tom, mit Axel, Jürgen und ich an Bord. Die Sachen sind in den Schwalbennestern unter und über der Koje schnell verstaut. Ich liege in der unteren Koje in Mastfußhöhe und habe die offene Segellast im Vorschiff an meinem Fußende. Hier habe ich zumindest frische Luft; denn es gibt hier einen zweiten Niedergang.

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Wir haben heute das große Los gezogen. Wind aus Ost bzw. Dreher aus NO 3-4. Ideal um mit dem Ebbstrom die Elbe abwärts zu segeln. Es geht auch gleich nach der kurzen Einweisung los. Um 14:10 Uhr sind die Segel oben. Genua 2, Klüver, Groß und Besan.

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Christoph macht für alle ?Peter? Neulinge eine Sicherheitseinweisung durchs Schiff und über Deck. Das ganze dauert fast zwei Stunden. Ich habe viel für meine eigene Sicherheitseinweisung auf der genesis gelernt.
Mittlerweile haben wir den Krautsand passiert und der Wind nimmt zu. Zeit für ein erstes Reff gegen 17:30 Uhr. FdW 6-8 Kn; FüG bis zu 10-12 Knoten Dank dem Ebbstrom.
Das Münchner Manöver wird demonstriert und nicht wegen des heute in München beginnenden Oktoberfestes; es heiß halt so. Es waren Sportstudenten der TU München, die dieses Manöver entwickelt haben.

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Auf der Elbe ist wenig Verkehr. Wir werden in den drei Stunden nur 2x von Dickschiffen überholt. Es sind allerdings viele Sportboote unterwegs, die das tolle Wetter und den idealen Wind nutzen, um elbabwärts zu segeln. Um 18:30 beginnt die Backschaft mit der Vorbereitung. Schnippeln, schneiden, verkleinern. Champignons mit Zwiebeln, Tomaten, Möhren und Sugo an Hackfleisch mit Nudeln. Christoph verteilt die Aufgaben und zeigt seine Messerkünste beim Zwiebelschneiden. Es waren in der Vergangenheit öfters Köche an Bord, die Ihre praktischen Tipps weitergegeben haben.

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Ab Cuxhaven sind Wind und Kurs wieder optimal. Das Reff wird ausgeschüttelt. Auf dem Peter wird der Klüver auf dem vorderen Stag gefahren. Zum Ausbaumen nach Luv kommt der erste Spibaum, bzw. Klüverbaum zum Einsatz. Auch hier wieder alle Leinen, Stagen und Fallen anders als mir von der genesis bekannt. Kaum aus der Elbmündung heraus, können wir südlich der grünen Fahrwasserseite West anlegen. Während unserer Wache sehen wir noch die Ansteuerung von Bremerhaven. Um 24:00 Uhr ist Wachwechsel. Wir fahren das 6:6:4:4:4 System.
20:00-24:00 Uhr, 0:00-04:00 Uhr, 04:00-08:00 Uhr und die folgenden Schichten, Backbord- und Steuerbordwache, jeweils mit 6 Stunden. Backschaft ist für 07:30; 13:00 und 19:30 Uhr vorgesehen. So soll es reihum mit den 2 Wachmannschaften gehen.

Sonntag, 18.09.2016
Während wir uns um Mitternacht in die Koje verholen, lassen wir die Wesermündung und Norderney an Backbord liegen. Bei der Schaukelfahrt, zwischen Halbwind und Raumschot bei 2-3m Welle mache ich unfreundliche Bekanntschaften mit den Kojenbretter. Ich kann mich zwar einkeilen, habe dann aber wenig Puffer und Dämpfung zur Bordwand hin. Kurzum, das war nicht erholsam. Mal sehen wie es bei weniger Wellengang in der Koje zum Aushalten und vor allem Schlafen ist.

Wenn es nach dem Skipper geht, würde er am Liebsten auf See bleiben und (gar) nicht an Land gehen. Dann sind wir nach 2 Tagen eingespielt und kennen unsere Rollen in der jeweiligen Schicht. Wenn die halbe Mannschaft in der Koje liegt, gibt es doppelt so viel Platz im Salon und unter Deck, als wenn wir im Hafen liegen und alle sind im Frei. Nur zu den Mahlzeiten sehen wir die andere Wache länger als bei der kurzen Übergabe.
In unserer 04:00 Uhr Wache passieren wir Borkum und sehen schon die holländischen Inseln über der Kimm. Ein schöner Sonnenaufgang begleitet unsere Morgentoilette.

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Geduscht wird mit der Pütz voller Meerwasser an der Reling. Christoph macht die Eimerdusche vor und Tom folgt. Mit verdünnten Spüli kann mit Salzwasser eine ordentliche Wäsche erreicht werden. Ich tauche in meiner Koje ab und suche frische Unterwäsche. Bis zum Frühstück mit Sonntagsei (es sind 120 Stück an Bord) bin ich erfolglos bei der Suche und der Eimerdusche. Wo ist die Tüte mit den U- und Badehosen? Das ist mir jetzt auch egal, also Waschlappenpflege und ab in die Koje. Irgendwo müssen die Sachen ja sein. Juhu bis 14:00 Uhr ist Wachfrei!

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Die Vorbereitungen zum Lunch und die Wenden vor dem Wind holen mich schon vor 12:00 Uhr aus der Koje. Diesmal habe ich besser und tiefer geschlafen. Ein erneutes Suchen nach der Wäsche verläuft erfolglos. Ich spanne Christoph mit ein; denn er kennt die ?geheimen? Ecken unter der Koje und in der Segellast. Da ist bestimmt der Klabautermann auf dem Schiff und hat meine Unterhosen versteckt. Naja, dann wird halt täglich die eine Hose gewaschen und die kurze Schlafanzughose im Wechsel getragen und gewaschen.
Mit unserem Wachbeginn stehen wir in Höhe des Westgatt von Terschelling.

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Die Tonne TE 1 passieren wir um 16:30 Uhr. Jetzt geht der Spi hoch. Der Besan ist in unserer Freiwache gesetzt worden. Mit Spi, Groß und Besan laufen wir jetzt 215° mit 8-9 Knoten Fahrt durchs Wasser.

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Ein herrlicher Sonnenuntergang begleitet das Ende unserer Wache. Heute haben wir beides gehabt: Auf- und Untergang in der Wache. Als wir Texel an Backbord in Höhe von De Koop passieren, ist Abendbrot angesagt und das Ende unserer Wache.

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Die Backschaft zaubert aus Bandnudeln mit Schinkensahne eine herzhafte Variante, die allen schmeckt. Anschließend kläre ich mit Didi den Verbleib des Wäschebeutels. Sie kann Ihn bei der ersten Suche nicht finden. Ergo nochmals alles zum zweiten Mal umdrehen. Wenn ich schon bei der Suche nicht erfolgreich bin, dann wenigsten beim Schlafen. Der Tag endet mit dem Weckruf um 23:45 Uhr und frisch gekochten Tee zum Wachbeginn für 0:00 Uhr.


Montag, 19.09.2016

Es ist 02:00 Uhr und immer noch fair winds für den Peter. Die Nacht hindurch konnte der Spi stehen bleiben. Wir passieren die Lücke zwischen den Windparks 07 und Egmont und halten auf das Fahrwasser, das nach Amsterdam führt, zu. Zwei Stunden später kann ich wieder in die ersehnte Koje. Diesmal schlafe ich sofort ein. Der Rhythmus der Schiffsbewegung wirkt wie ein Schlafmittel.
Heute gibt es nach dem Aufstehen um 07:30 Uhr die Relingsdusche. Brrh, ein Eimer voll Meerwasser über den Kopf auskippen, hört sich schlimmer an, als es ist. Das Wasser ist gefühlte 20° C warm. Meine Seife schäumt schlecht bis gar nicht; mit Spülmittel geht es besser. Das Rei aus der Tube; schäumt sogar im Salzwasser. Jetzt kann die Wechselhose gereinigt werden.

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Wir lassen Den Haag ebenfalls an Backbord liegen und gehen nicht in den Yachthafen von Scheeveningen. Zeebrugge ist nun angesagt. Also werden es belgische Unterhosen und keine holländischen. Die fair winds verlassen uns nun nach über 36 Stunden und 294 Seemeilen Fahrt durchs Wasser. Über Grund haben wir den Track nicht laufen lassen. Die Dieselgenua verrichtet nun Ihren Dienst . Skipper und Bootsmann nutzen die Gelegenheit für Takelarbeiten und Reparaturen am Baumbeschlag. Ein Schraubenkopf ist abgebrochen und das Gewinde ist herauszubohren, ein Sitzbrett für den Salon wird zugeschnitten und weiter verarbeitet.
Didi schickt mir eine What´s App. Der Beutel mit der Unterwäsche liegt im Seesack. Ich hatte vor, mit dem Sack zu vereisen und diesen vorgepackt. Nur konnte ich mit aufgeschnalltem Seesack keine Treppe gehen und habe den Inhalt in eine rollbare Segeltasche umgepackt. Dabei habe ich den Beutel wohl übersehen. Die frohe Kunde, das es an Bord der Peter von Seestermühe nicht spuckt und kein Klabautermann an Bord ist, verbreite ich nach Erhalt der Mitteilung. In unserer Wache pflügen wir durch das Ankerfeld, der auf Reede liegenden Frachter vor Rotterdam auf dem Zwangsweg für Kleinboote.

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Ich bin zwar nicht der Tagessmutje, aber meine Ideen sind gefragt. Es soll Pellkartoffeln mit Quark zum Mittagessen geben. Vorschlag für Quark I: Gewürzgurken, Gurkenwasser und Zwiebeln; Quark II: Paprikapulver, Paprika und restliche Zwiebeln und einen Schuss Öl. Und wenn das nicht reicht, gibt es noch Olio mit Salz zum Mantschen. Von den 40 Kartoffeln bleiben nur 2 über?
Zum Ende meiner Freiwache kommt wieder Wind aus Nord auf. Es wird alles an Tüchern gesetzt, was an die Fallen geht. Spi, Groß, Besan und Besanstagsegel machen zusammen geschätzte 320m² Segelfläche, die uns an Steuerbord an Zeebrugge vorbei schieben. Christoph trifft um 17:00 Uhr die Entscheidung auf See zu bleiben und den Wind nutzen, um weiter Strecke und West zu machen. Also kommen keine neuen Unterhosen aus Belgien an Bord. Französische sind sicher besser im Design.

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Während der Wache von 20.00 ? 24:00 Uhr passieren wir die Reede und Ansteuerung von Ostende. Es ist 21:30 Uhr; 358 Seemeilen sind geloggt. Der Nachtkrimi beginnt. Ca. 30 Pötte liegen vor uns vor Anker, dazwischen das Lotsenversatzboot, ein fischender Trawler, ein- und auslaufende Fähren, der Lotse selbst und 3 Frachter gehen achteraus durch und 4 kreuzen uns vor dem Bug. Spannender als jeder Tatort ist hier die Nachtnavigation. Unter Spi und Besanstagsegel ist unser Raum zum Ausweichen stark eingeschränkt. Alex und später auch ich haben feuchte Hände beim Rudergehen. Wir verlassen den Schauplatz ohne Motoreinsatz und Segelmanöver in Richtung Calais, das in der Kimm bereits den Nachthimmel erleuchtet.

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Gegen 00:15 Uhr ziehen wir die Vorhänge = Badetücher vor unseren Kojen zu und fallen schnell in den erholsamen Schlaf.

Dienstag, 20.09.2016
Ausgeschlafen ist zu viel gesagt, aber entspannt komme ich aus den Laken. Die Segel stehen alle noch. Der Wind ist ein Geschenk von Rasmus. Er sendet uns so moderate fair winds, obwohl wir keinen Schluck aus der Pulle bisher geopfert haben. Überhaupt,- es gibt so lange der Peter sich bewegt-, keinen Tropfen Alkohol.

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Während der Freiwache haben wir Dunkerque passiert und bei 382 Sm ist die Logge auf 0 gesetzt worden. Noch bleiben wir auf der französischen Seite des Hauptfahrwassers. Gewechselt wird die Straße von Dover erst nach dem Frühstück. In der Annahme heute auf dem Plan zur Backschaft eingeteilt zu sein, bereite ich Rührei, Kaffee und Tee zu. Tom freut sich, dass ich seinen Job mache. Er nimmt am Heckkorb eine Eimerdusche und Hanneke deckt bereits den Tisch. Ich sehe zu, an die Reihe mit der Meerwasserdusche zu kommen. Die Wäsche kommt an die Reling zum Trocknen.

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Gegen 09:30 Uhr dreht jemand den Wind ab und Christoph den Schlüssel vom Motor um. Es geht an der Engstelle zwischen Calais und Dover auf die englische Seite. Eine halbe Stunde später ist wieder Ruhe im Schiff. Der Wind streicht mit 3 Beaufort aus NNW entlang der Küste. Wir segeln unter Genua, Groß und Besan parallel zur englischen Küste mit über 11 Knoten Knoten über Grund. Der Strom schiebt mit 2 Knoten mit (FdW 9 Kn). Ich kann am Laptop zwar den Bildschirmwinkel der Schräglage nach einstellen, nur mit der Tastatur klappt es im Moment nicht.

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Heute Mittag gibt es Pfannkuchen mit Speck und anschließend einen mit Apfelscheiben. Wir nehmen weiterhin mit Kurs Isle of Wight keinen Segelwechsel vor. Die schnelle Fahrt findet westlich von Dungeness in einem Winddreher mit nur 1-2 Beaufort ein Ende.

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Wir schleichen mit 3 Knoten durchs Wasser und 4,5 Knoten über Grund. Über dem Boulder Banks macht Christoph um 16:00 Uhr einen Vorschlag, der nicht abgelehnt wird:
Wer Motoren will, muss die Segel bergen. Wenn die Fahrt aus dem Schiff ist, gehen wir alle gemeinsam baden und fahren anschließend bei Kaffee und Kuchen in den Solent.
In Höhe von Newport kommt der Wind zurück. Die Segel gehen hoch und der Motor wird abgestellt. Wir überschreiten die 00:00.000 Linie um 19:09 UTC bzw. 21:19 BZ (Bordzeit) und sind nun westlich von Greenwich. Um Mitternacht ist unsere Wache zu Ende und die Steuerbordwache zieht auf.

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Mittwoch, 21.09.2016

Das einschlummernde Brummen vom Diesel hört um 03:30 Uhr auf. Unsere Backbordwache beginnt um 04:00 Uhr. Wir gehen eine halbe Stunde später durch das Nadelöhr beim Tonnenpaar Boulder Street.

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Nach 524 SM legen wir um 07:15 Uhr die Festmacher um die Pöller. Wir liegen längsseits am Schwimmsteg der Shepard Marina in Cowes West auf der Isle of Wight. Abgesehen von 84 SM unter Motor sind wir 440 SM gesegelt. Vom Spinnaker sind wir mehr als 50 Stunden angetrieben worden.

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Nach dem Frühstück lasse ich mich überreden die Backschaft für den restlichen Törn zu übernehmen. Mein Kochtalent hat die anderen anscheinend überzeugt. Ich stimme zu; denn nun bin ich von der Wache erlöst.
Christoph trägt uns Freizeit auf. Auslaufen ist mit der Tide erst für morgen Nachmittag geplant. So können wir uns nach fast 90 Stunden die gewachsenen Seebeine an Land vertreten.

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Nachdem ich alleine an Bord bin, sichte ich die Vorräte und erstelle eine erste Einkaufsliste für heute und morgen. Gemeinsam mit Axel, der als erster zurückkommt, gehe ich Einkaufen. Die gewünschten Zutaten finden wir bei Sainsbbury´s und am Ende der High Street liegt der Fischladen. Es landen knapp 2 KG Schellfisch in der Einkaufstasche. Muscheln gibt es leider keine. Ich soll es morgen früh nochmals versuchen, rät mir die Verkäuferin.
In Cowes reihen sich die Segelbekleidungsläden aneinander. Sogar ein Geschäft mit gebrauchten Artikeln findet sich in der High Street. Hier im Mekka des Segelsportes kann jeder Yachtie glücklich werden. Wie gut, dass ich mit dem Flieger heimwärts gehe. Wäre ich mit dem Auto hier, würde mich der Kaufrausch ergreifen. Bei so vielen Segelsportläden gibt es kein Geschäft für die Kleidung darunter. Also ist weiteres Unterhosen waschen angesagt.

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Heute gibt es Fisch mit Senfbutter und Kartoffeln. Dem positiven Echo nach sind alle mit dem Smutje zufrieden. Nach der Backschaft mit Rudi geht es zum Absacker downtown. Christoph hat einen Segelfreund getroffen, den er dieses Jahr in Island kennen gelernt hat. Er bringt Ihn mit an Bord und von nun an ist die Bordsprache englisch. Er ist gut zu verstehen und erzählt von seinem Solarthermie Geschäftsmodell. Es wird Mitternacht bevor wir vom Zuspruch diverser Getränke zu Bett gehen.

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20. Juli 2016

Cowes – Jersey – Treguier; 175 Sm, 22. – 25.09.2016

Donnerstag, 22.09.2016
Heute ist Ausschlafen angesagt. Es gibt erst um 10:00 Uhr Frühstück und anschließend Freizeit bis zum Auslaufen. Geplante Startzeit ist für 15:00 Uhr angesagt. Ziel sind die Kanalinseln mit Fahrt an den Needles vorbei. Ich nutze den Freigang zum Shoppen. Bei der Fischerin werde ich nach dem gestrigen Fisch gefragt und ich erkläre Ihr das Rezept. Heute hat Sie wieder keine Muscheln. So kommen 2 Fischfilets für eine Suppe in den Einkaufskorb. Mit beginnenden Regen erreiche ich wieder den Hafen. Nach Zusage zur Backschaft prüfe ich die Vorräte, um mir Gedanken zum Speiseplan zu machen.

Um 15:30 Uhr legen wir ab. Christoph übergibt mir das Ruder. Ich soll an dem roten Tonnenstrich in den Solent steuern. Die Segel, Groß, Genua und Besan werden gesetzt. Wir haben WSW mit 3-4 Beaufort und es geht an die Kreuz durch den Solent über den River Medina. Wir segeln nach Sicht.

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Zwei Katamarane , gesponsert von Landrover, die für den Admiral Cup üben, kommen uns auf den Foilings fliegend entgegen. Die Segel sind bei der Raumschotfahrt dicht gesetzt?! So schnell sind die, dass der scheinbare Wind diese Segelstellung zulässt.

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Das Ruder kann ich um 18:00 Uhr abgeben. Wir segeln mittlerweile westlich der Needles.

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Um Mitternacht setzen wir Kurs auf Kap de la Hague. Ich verziehe mich in den Salon und scheibe den Speiseplan für die nächste Woche. Ich genieße meine Freiwache und gehe heute nicht zu Bett; sondern schlafe im 20 Minuten Rhythmus mit der Eieruhr. Auf Rücksicht auf die schlafenden Mitsegler nehme ich dann doch das Handy und lasse mich vom Vibrator wecken.

Freitag, 23.09.2016
Mein Speiseplan steht und um 02:25 Uhr haben wir ?Cross Channel?. Der Wind hat wie angesagt auf West gedreht und soll in den nächsten Stunden weiter rechts auf WNW bis NW drehen. Das ist wie geschaffen für unseren Kurs zu den Kanalinseln. Um 05:15 Uhr sind wir 10 Seemeilen südlich von Alderney.

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Dem Wind geht langsam die Puste aus und wir fahren unter Motor bei NW 0-1 in Richtung Jersey.

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In meiner selbst ernannten Wache mit 20 Minuten Rhythmus habe ich ein Brot gebacken und Pfannkuchen Teig angerührt. Das warme Brot und die Pfannkuchen finden rasch ihre Abnehmer beim Frühstück. Es ist bei der sternenklaren Nacht kühl geworden. Im Channel begegnet uns wenig Schiffsverkehr und zum perfekten Tidenzeitpunkt erreichen wir St. Helier auf Jersey. Unsere Tidenrechenkünstler haben tolle Arbeit geleistet. Um 11:30 Uhr sind wir nach 102 Segel- und 15 Motormeilen fest am Schwimmsteg im Innnenhafen. Das Hochwasser ist um 12:44 Uhr bei 9,3m und das Niedrigwasser um 07:06 Uhr bei 2,8m gewesen; 6,5m Tidenhub!

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In St. Helier werde ich fündig. 4 neue Slips kommen in die Kojenschaps. Jetzt muss ich erst in 4 Tagen wieder waschen.

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Für das Abendbrot finde ich in der Markthalle Fisch, Fenchel und Tomaten. Die Lebensmittelpreise sind hier gesalzen. Dafür ist der Gin preiswert. St. Helier ist nach der vielen frischen Luft stinkig, laut und überfüllt.

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Heute Abend gibt es den Fisch an Fenchelgemüse mit Honig überbacken und aus den restlichen Champignons kann eine Nudelsoße noch Geschmack entwickeln. Für morgen ist das Niedrigwasser 08:04 Uhr und Hochwasser um 13:48 Uhr angesagt. Wir verhohlen den Peter wegen der Tide an den Warteschlengel im Außenhafen, um ab 10:00 Uhr genügend Wasser unter dem Kiel zum Auslaufen zu haben. Im Innenhafen hätte uns die Tide bis 13:00 Uhr gefangen gehalten.
Wir gehen heute alle sehr spät in die Kojen. Auf dem Nachbarschiff wird bei guter, aber lauter Musik getanzt.

Samstag, 24.09.2016
Heute wird nasses Segeln vom Skipper angesagt. Es weht draußen bereits mit 6 Beaufort aus Süd. Wir laufen schon um 10:30 Uhr aus.

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Der erhobene Arm von Christoph und die Hand in der Drehbewegung zeigen an, dass wir weiter dichtholen sollen.

Das erste Reff ist im Groß eingebunden und zusätzlich mit dem Klüver geht es aus dem Hafen von St. Helier. Trotz der Ansage ist die wachhabende Mannschaft schlecht vorbereitet und bekommt bereits nach der Hafenausfahrt die erste Salzwasserdusche ab.

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An Kochen ist in diesem Wellengang und der Kränkung noch nicht zu denken. Ich verschiebe das Kartoffel schälen um eine Stunde und beginne erst um 13:00 Uhr mit den Vorbereitungen.

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Mattthias hilft mir sitzend auf dem Kajütboden die 40 Kartoffeln zu schälen. Es gibt eine Kartoffelsuppe mit Würstchen Einlage, die im Cockpit hungrige Abnehmer findet.

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Vor Grande passe können die Segel geborgen werden. Unter Motor geht es 1 ½ Stunden flussaufwärts nach Treguier. Während der Flussfahrt hält uns Christoph eine Standpauke zur Sicherheit auf See, die er mit einer Runde Bier für alle abschließt. Am Gastanleger sind wir um 19:00 Uhr fest vertäut. Insgesamt stehen heute 58 Seemeilen auf der Logge. Nach dem obligaten Anlegerschluck, Gin & Tonic, bereite ich das Abendessen vor. Es stehen Spaghetti Carbonara auf dem Speisezettel, die wir im warmen Salon einnehmen.

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Hochwasser

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Niedrigwasser
Bei der Neigung wird der Toilettengang zur Kletterpartie.

Sonntag, 25.09.2016
Die morgendliche Kletterpartie auf dem Weg zur Dusche bleibt uns nicht erspart. Haneke hat ihr Homeoffice bei freiem Wifi im Vorraum der Waschräume eingerichtet und arbeitet ihre Aufgaben und Emails ab. Mit frischen Baguettes bepackt geht es zum Frühstück zurück an Bord. Wir haben heute Freizeit und wer will kann zum Kirchgang antreten. Ich nutze die Freizeit zum Lesen, Bloggen, Putzen der Kombüse und Wäschewaschen. Eine Ortsbesichtigung samt Kirche von außen lasse ich mir nicht entgehen. Einen Supermarkt zum Einkaufen finde ich am Stadtrand. Er hat jetzt um 14.00 Uhr leider schon geschlossen. Eine Stunde früher und ich hätte mit Erfolg Einkaufen können. So stehe ich vor der Tür und notiere mir die Öffnungszeiten für morgen früh im Geiste.

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Christoph gibt die Routenplanung für Montag bekannt. Kurze, überschaubare Schläge, erst nach L´Aberwrash und am Dienstag oder Mittwoch auf die Lieblingsinsel vom Skipper in diesem Gebiet: Ile d´Ouuessant (Usant) und von dort am Donnerstag nach Brest. Wir nehmen den Vorschlag begeistert an.

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Der Start wird für Montag um 08:00 Uhr bei Hochwasser festgelegt. So fällt der morgige Einkauf aus. Was solls. Wir sind jetzt in der Bretagne und in jeden Hafen gibt es Restaurants und Bistros.
Heute ist schließlich Sonntag und der Braten (Tafelspitz) ist angesagt. Er passt nicht ins Rohr und so wird er im größten Topf auf den Flammen mit Rotweinschalotten und Rosinen geschmort.
Nach dem Essen gehen wir unsere Wege. Die einen spielen Karten im Salon, andere gehen vor dem Waschraum ins WiFi oder zum Absacker in das Hafenbristo. So endet der Sonntag für jeden auf seine (gewohnte) Weise. Fast hätte ich den heutigen Ho-Tag vergessen. Und so rettet ein Telefonat zu später Stunde die Situation Zuhause.

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20. Juli 2016

Treguier-L´Aberwratch-Ile d´Oussant-Brest; 163 SM, 26.-29.09.2016

Montag, 26.09.2016

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Wir brechen um 08:10 Uhr auf. Das Steuer habe ich von Christoph übernommen und mit der Karte auf der Bank und Axels Tonnenführung geht es zur Mündung. Mein Tonnenblick ist nur die Seezeichen aus der Ostsee gewohnt und so habe ich meinen Kurs einmal drastisch zu ändern; denn die kleine ?Grüne? an Steuerbord ist mit der Backbordseite zu passieren und keine Nebenfahrwassertonne. Mein Irrtum! Axels gute Augen leiten mich wieder ins tiefere Fahrwasser.

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Außerhalb des Fjordes geht es hoch an den Wind in Richtung Ile de Braz mit 255°. Das Groß, Klüver und Besan sind gesetzt. Mit Südwind um 4 geht es nordwestlich mit Landsicht und leichter Dünung voran. In Höhe des Fährhafens Roskof kommt die Fock hinzu und ich gebe das Steuer ab. Die Backschaft ruft.

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Nicht nur wegen meinem Tanz am Ofen verkleinert Christoph die Segelfläche. Wir müssen höher an den Wind und haben mittlerweile 5 Beaufort auf der Anzeige stehen. Um 14:00 Uhr haben wir die anliegende Insel ?Braz? in 1 Seemeile an Backbord und nun freien Seeraum in Richtung L´ Aberwrash.

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Absegeln 2016 26.08.- 30.08.2016 42 Sm

18. Juli 2016

Der Physiker 06.08.- 09.08.2016 60,6 Sm

17. Juli 2016

Rund Rügen – Bericht von Jörg

16. Juli 2016

Segeltörn mit der SY Genesis vom 25.06. bis 01.07.2016

Zum ersten Mal hatten wir selbst ein Boot gechartert, nachdem wir schon 6 Jahre regelmäßig sowohl auf der Ostsee, als auch auf dem Mittelmeer bei Kojencharter- und Ausbildungstörns Erfahrung gesammelt hatten.
Wir ? das sind Johanna und Jörg.
Die Crew komplettierte ein befreundetes Ehepaar: Arno und Gudrun, die schon ein paar Mal mit uns auf unserem kleinen Schiffchen auf dem Bostalsee gesegelt sind ? dies war ihr erster ?richtiger? Törn.
Peter Thumel hatte uns Ende April während eines Wochenendtörns ermöglicht, sowohl das Boot, als auch das Revier Greifswalder Bodden kennen zu lernen. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür!
Schon damals waren wir begeistert über die tollen Segeleigenschaften der Genesis.

Nach einer langen Anfahrt aus dem Saarland nach Greifswald am Freitag, 24.06. und gefühlten 8 Stunden in diversen Staus, waren wir froh, unsere Pension in Greifswald beziehen zu können.

1. Nach einem Bummel durch die Stadt und den notwendigen Proviant-Einkäufen für den Törn waren wir dann am Samstag gegen 13 Uhr am Hafen und konnten ? was uns sehr gefreut hat ? auch sofort an Bord.
Einweisung durch Matthias, alles an Bord verstauen, Sicherheitseinweisung der Crew, Wetterbericht und los sollte es gehen – doch dann waren wir auch schon ernüchtert und wurden ausgebremst:
Aus dem Ablegen am Samstag wurde nichts: Es waren Gewitter angekündigt und das erste zog auch schon auf.
Also beschlossen wir, es gemütlich angehen zu lassen und fuhren mit dem Auto nach Wieck um dort zu Abend zu essen. Der Entschluss war vernünftig ? es gewitterte heftig, und es wäre nicht das Richtige gewesen bei dem Wetter auszulaufen.

2. Am Sonntagmorgen zeigte sich kurz die Sonne, der Wind war mäßig und es konnte losgehen: Um 09.36 legten wir problemlos ab. Vor der Brücke in Wieck war um 10 Uhr noch nicht viel los und raus ging es auf den Greifswalder Bodden.

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Mittlerweile hatte der Wind aufgefrischt und wir segelten im 2. Reff gegen Norden in Richtung Pennemünde. Am frühen Nachmittag kam auch noch die Sonne raus!!
Wir liefen unter Motor durch den Knaakrücken und legten ohne größere Probleme in Pennemünde Nord längsseits der Pier an.

3. Am nächsten Tag war Stralsund unser Ziel.
Nach einem ausgiebigen Frühstück um 8 Uhr legten wir dann schließlich um 9.30 ab. Der Wind war günstig, so dass wir gleich schon in der Fahrrinne Segel setzten und raus ging es wieder auf den Bodden. Leider war die Windrichtung nicht optimal, so dass wir erst mal Richtung Nordwesten segelten und dann ein Stück unter Motor fahren mussten in Richtung Palmerort-Rinne. Kurz davor entschlossen wir uns doch noch zu segeln, auch wenn wir dann gegen den aus Südwesten mit ca. 4 Bft kommenden Wind ankreuzen mussten, was mit dem Segelboot aber richtig Spaß machte.
Im engen Fahrwasser angekommen, war das nicht das Richtige und unter Motor liefen wir dann in Richtung Stralsund. Wir waren recht früh an der Brücke und mussten fast eine Stunde warten. Die Zahl der Schiffe, die mit uns die Brücke um 17.30 durchfahren wollte, war noch moderat, so dass es nicht zu viel Gedränge gab….
Um 18.10 Uhr legten wir im Hafen Stralsund Nord an und nach dem obligatorischen Anleger-Bier wurde die Stadt besichtigt.

4. Da wir am dritten Tag einen recht kurzen Schlag bis Vitte geplant hatten, konnten wir es morgens gemütlich angehen lassen und nochmals die Stadt auf uns wirken lassen. Leider war uns der Wind auch an dem Tag nicht holt, so dass wir fast die ganze Zeit mit Wind von vorn unter Motor fahren mussten ? bei der engen Fahrrinne für uns als nicht so erfahrene Segler sowieso die bessere Wahl.
Abgesehen von ein paar Orientierungsschwierigkeiten an der Abzweigung Richtung Vitte, wo die in der Karte eingezeichneten Untiefentonnen leider in Wirklichkeit nicht vorhanden waren, kamen wir dann gut in Vitte-Langeort an.

5. Am Mittwoch hatten wir dann vor, das Cap Arkona zu umrunden und mindestens bis Glowe, vielleicht sogar bis Sassnitz zu kommen.
Trotzdem änderten wir unseren Rhythmus nicht sonderlich und liefen erst kurz nach 10 Uhr aus, nach ausführlichem Studium des Wetterberichts und wiederholter exakter Tagesplanung. Der Wind stand gut und wir konnten, nachdem wir die enge Fahrrinne zwischen Hiddensee und Rügen verlassen hatten, Segel setzen und mit achterlichem Wind aus Süd?Südost Richtung Norden laufen. Nicht sehr schnell ?bei ca. 6 kn Wind dümpelten wir vor uns hin, aber man kann es ja mal gemütlich angehen lassen ? mal sehen, was noch kommt. Zwischendurch gab es leichten Regen, was uns auch nicht störte. Wie erwartet frischte der Wind auf je näher wir uns dem Cap näherten und kaum hatten wir das Cap umrundet, hatten wir richtig Wind und Welle. Also banden wir das erste Reff ein und segelten bei Wind bis 17 kn recht schnell Richtung Kreidefelsen. Da wir gut voran kamen, beschlossen wir den perfekten Wind zu nutzen und weiter bis Sassnitz zu segeln. Kaum um die Kreidefelsen herum sahen wir dann von weitem ein Gewitter über Sassnitz liegen. Wir holten die Segel ein und fuhren langsam und abwartend Richtung Ansteuerungstonnen. Rechtzeitig verzog sich das Unwetter und wir konnten im Sassnitzer Stadthafen, der erstaunlich leer war, anlegen.
Abends ging es dann zu Fuß durch die Stadt, deren prächtige Villen wir bewunderten. Im Freien bei einem gemütlichen Essen und einem Glas Wein beendeten wir den lauen Sommerabend.

6. Am nächsten Tag hatten wir weniger Glück mit dem Wind…umlaufende Winde 3-4 waren gemeldet und zunächst blies der Wind mit ca. 10 kn genau aus der Richtung, in die wir wollten ? unser Ziel war Gager.
Wir machten uns nichts daraus und beschlossen zuversichtlich erst mal ein paar Schläge zu kreuzen, mal sehen, ob wir die Tonne Landtief A erreichen ? schließlich wollten wir ja segeln!

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Nach dreieinhalb Stunden immer hart am Wind und weiter auffrischendem Wind mit jetzt 20 kn stellte sich das Unternehmen als ?nicht zielführend? heraus ? wir holten schließlich die Segel ein und liefen unter Motor, so dass wir Gager um 19 Uhr erreichten und an Boje und Steg festmachen konnten.

7. Nach Frühstück und kleinem Spaziergang über den Hügel Richtung Südosten mit Blick auf den Bodden, beschlossen wir trotz Windböen abzulegen, denn wir wollten nicht allzu spät abends wieder in den Ausgangshafen zurückkehren. Leider hat uns beim Ablegen doch eine Böe getroffen, so dass wir nur unter Zuhilfenahme von Fendern und mit Mithilfe der Nachbarn aus der Box kamen. Na ja das war kein guter Ableger…
Wieder auf dem Bodden setzten wir Segel und mit guter Fahrt und frischem Wind aus West-Südwest Richtung peilten unser Ziel an. Ab Tonne Landtief gings dann unter Motor durch die Fahrrinne Richtung Greifswald, so dass wir eine halbe Stunde später wieder Segel setzen konnten und bei anfangs 13 kn Wind, später 18-20 kn Wind (1. Reff eingebunden) einen schönen letzten Segeltag hatten.
Ohne Probleme passierten wir die Zugbrücke in Wiek, legten an der Tankstelle an und konnten schließlich die Genesis um 17.40 Uhr am Heimathafen in der Box festmachen.
Insgesamt eine sehr spannende und schöne Erfahrung auf unserem ersten selbstverantworteten Törn!

Rückführungstörn aus DK von den Chartergästen

16. Juli 2016

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Die Stammkunden im Crewshirt der genesis

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Johannes lehrt,

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Elisabeth lernt,

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und Alexander steuert.

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Genesis von oben. Johannes hat seine Drohne fliegen lassen.

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Im Hafen von Vinga

Hej, hej,
letzte mail aus Schweden (und leider letztmals eigenes Internet) natürlich hat Johannes seine Drohne mit, mit der er seit seinem Geburtstag die Nachbarn erfreut, wenn sie Luftaufnahmen Ihrer Häuser mögen, (und andere weniger erfreut).
Rostock-Idee: lieb mitgedacht, aber leider ohne die Basisinformation: Wir sind am Samstag längst woanders, weil mein Bruder ? ein Amerikaner ? ganz Deutschland in 14 Tagen macht? Wir treffen ihn am Montag mittag, geplant ist am Dienstag (sofern das Wetter schön ist) ein “day ?sailing” rein-raus für seine Kids (haben wir eigentlich diese 7. Schwimmweste an Bord? – sonst ist es auch kein Problem, ich hab die Regattawesten der Kinder mit, das reicht für meine auch mal für so ein day-sailing, by the way ? übrigens sind die neuen Compass-Westen prima ! ). Am Mittwoch fährt er weiter über Kassel zu unserer Tante und am Donnerstag fliegt er zurück. Er wohnt auch nicht an Bord, sondern hat sich in Rostock ein Hotel gebucht.
Unser derzeitiger Törnplan sieht vor, daß wir Mi-Do-Fr gemütlich nach Greifswald zurücksegeln, und dann endlich mal wieder Freitag abend in “unserem Restaurant” (neben der Kooperative) Fisch essen. (hast Du zufällig die Nummer zum Reservieren?)
Die Idee , das Schiff woanders zu übergeben könnte höchstens dann interessant werden, wenn scharfer Ostwind herrscht und wir das Schiff partout nicht nach Hause kriegen. Ansonsten möchte Elisabeth nach Möglichkeit eine entspannte Übergabe und v.a. die Endreinigung der Truppe von Wunderlich überlassen.
Didi sei gesagt, daß die Schären rund um Göteborg traumschön sind, wir können Euch das Schiff ja da auch hinbringen. Vielleicht findet man eine dritte Crew, die es nach Euch zurücksegelt. Empfehlen können wir auch die Spezialität der Gegend: Hummerlangustinos direkt vom Kutter, das Kilo zu 20 Euro. Hier haben die Zangen aus Deinem hervorragenden Werkzeugkasten eine ganz neue Funktion bekommen: als Essbesteck für Langustino-Zangen!
Wir lagen letzte Nacht an einer Boje des SXK im Naturhafen vor der Insel Malö: phänomenal. Heute hatten wir den perfekten Segeltag: in einem Rutsch 77, 6 sm von Malö nach Höganäs in den Sund, Durchschnitts-Geschwindigkeit 6,8 Knoten ! Besegelung: anfangs Vollzeug, anschließend einfach gerefftes Groß und leicht gereffte Genau, anschließend Genau wieder ausgerefft. Durchgängig West 3-4. Welle anfangs sehr unangenehm hoch, später unproblematisch.
Morgen wird?s schwieriger, mit den angesagten Südwinden fahren wir vielleicht nach Ven oder Flagfortet. Wahrscheinlich Motortag.
Donnerstag soll es wieder guten Wind geben, mal schauen.
In Malö habe ich in glaskarem Wasser auch das Schiff abgetaucht, alles in Ordnung, aber am Ruder gibt es eine Stelle, die sich auflöst, oder von Muscheln angefressen ist, o.ä., ca 4 cm lang. Ich vermute, es ist eine alte Reparaturstelle.
Ansonsten funktioniert absolut alles am Schiff tadellos.
Und Johannes hat die Idee, wieder mal ein Herbstsegeln mit Dir zu machen, aber ob das diesmal zeitlich klappt, der soll ja angeblich in Stuttgart mit dem Studium beginnen?. na ja, schaun wir mal.
bis dahin lg Matthias und Crew

Hej Genesis Crew,
hat Johannes eine Drohne mit an Bord oder wie zaubert er die Luftaufnahmen in die Kamera?
Er reitet doch nicht auf einem Besenstiel durch die Lüfte oder läßt die Kamera an einem Ballon oder Drachen steigen?
Winsch: So lassen, wie gehabt; sonst gibt es viel Kleinkram zum Einsammeln mit anschließendem Puzzle.
Rostock:
Kommt Dein Bruder mit seinen Kids an Bord?
Wie lange plant ihr hier zu bleiben?
Idee…..
Ich komme am Samstagnachmittag oder abends, 06.08.16, von Berlin aus nach Greifswald.
Ich könnte aber auch viel früher losfahren, Deinen Bus in Greifswald abholen…
und gegen 11.00 Uhr im Stadthafen von Rostock an der Warnow sein und genesis hier übernehmen.
Das wäre dann der genesis rundumsorglos Service 2016.
2017 steht ja noch in den Sternen.
Didi würde nach heutigen Stand so einen Übergabetörn nicht mehr machen…….
In einer Woche kann ich genesis aber auch alleine nach Kopenhagen, Helsingborg und weiter nach Norden bringen oder Euch in Danzig abholen…….
Euch ein sonniges Schwedenhoch und fair winds, Peter

Hej, hej,
es ist ein Traum ? wirklich ? gestern abend mit Vollmond, dachte ich mir, das Paradies sieht auch nicht viel anders aus: Auf der Genesis im wunderschönen Schärenhafen von Hindsholmskilen ein Glas Wein nippen, den Mond angucken, vorher schön gegrillt und (in warmem Schärenwasser !) geschwommen !
Noch gestern abend haben wir den größten Marine- Laden Westschwedens problemlos gefunden (Sea! Sea!), zwei Straßenbahnstationen von hier, genau wie unser Seglerkamerad beschrieben hatte, und eine phantastische Seekarte gekauft, ich sage wirklich : phantastisch ! Edition 2016, viel besser als was Johannes fotographiert hatte. Viel größere Maßstäbe, mehr Kartenmaterial. 65.- Euro, können wir gern wieder teilen (aber nur wenn Du Genesis nächstes Jahr nochmal an uns vermietest !) Jedenfalls sind wir jetzt bestens für die Schärennavigation gerüstet.
Die Crew hat beschlossen, solange hier Flaute herrscht, eher vom schwedischen Sommer in den Schären zu profitieren und lieber lange Schläge auf der Rückfahrt in Kauf zu nehmen, sogar mit der Stimme von Elisabeth. Also tuckern wir morgen nach Marstrand. Das soll hier das absolute Highlight sein, ist auch auf dem Seekarten ?Satz als Coverbild drauf. Da wir relativ weit draußen liegen, ist das nur ca 20 sm entfernt.
Heute mit der Straßenbahn nach Göteborg gefahren, alles besichtigt, überprüft, daß der Stadthafen wirklich 50 Euro pro Nacht kostet (481 SEK !) und dafür wimmlig und laut ist. Alles wie vom Seglerkamerad beschrieben.
Heute nachmittag dann noch mit dem Schlauchboot zu einer vorgelagerten Bade-Schäre gepaddelt und ausgiebig geschwommen. Wasser da noch wärmer als am Schiff, weil flacher.
Johannes hat Luftaufnahmen von hier gemacht, er schickt dir ein paar Screen-Shots ? sagt er.
Winsch: na ja, ich hab nicht Deine Bärenkräfte, vielleicht ist für Dich “schwergängig” ja für mich schon “fest” ,man kann schon noch mit Gewalt dran drehen, aber ich wollte auch nicht mit Gewalt womöglich noch mehr kaputt machen. Johannes fand das jedenfalls auch “kaputt”.
Sag mir mal, wie man wo was aufschrauben kann und nach dieser Feder gucken, ob das problemlos ist, oder ich nachher 100 Teile hab, die ich nicht mehr zusammen kriege. Es ist aber kein Problem, dieses Schiff hat ja Winschen genug.
Liebe Grüße, Matthias und Crew

Hej, hej alter Schwede,
tja, da habt Ihr dieses Jahr das bessere Wetter.
Dafür waren wir in den 2 Jahren zuvor auf der Sonnenseite.
Winsch: Schwergängig ja, aber ohne Funktion mit Kurbel ist mir neu.
Werde ich nach Deiner Rückkehr reparieren.
Vielleicht ist nur die “Umschalt” Feder herausgerutscht; denn die Funktion per Hand geht ja.
Mit dem Liegeplatztausch hast Du ja wie im Lotto gewonnen.
Was nicht so alles geht zwischen DK und S.
Viel Spaß und fair winds und ein Schwedenhoch für den Resttörn, Peter

Hallo Peter,
wir sind gut in Göteborg angekommen ! Und ich habe wieder mein gutes Mobilt bretband Comviq Internet, biligt, billigt, billigt, das ich diesmal problemlos aufladen konnte. Bestätige mir bitte kurz diese mail – zur Sicherheit.

Nachdem sich nun das Schweden Hoch hier festsetzt (auf das wir letztes Jahr vergeblich gewartet haben), haben wir Sonne satt und Totenflaute. Wir sind also von Laesö hierher motort. Gestern abend haben wir noch die Genua aufgezogen. Wir haben sie unterwegs mitziehen lassen. Dabei haben wir festgestellt, daß die vordere Backbord-Winsch kaputt ist, läßt sich nicht mehr mit der Kurbel drehen (komischerweise dreht sie aber von Hand problemlos, da merkt mans also nicht.) — wir benutzen eben die hintere. War das bekannt?

Der Hafen Österby auf Laesö war derartig voll, wie ich es kaum je gesehen habe. Am ersten Tag lagen wir in einem 5 er Päckchen, aber am zweiten Tag früh morgens hatte ich Glück und konnte mich auf eine der wenigen Boxen verlegen. Diesen Platz konnte ich heute morgen dann wiederum eintauschen gegen unseren aktuellen Liegeplatz im Hindsholmskilens Havn– ein Deutscher, der aber hier schon lange lebt, hat uns seinen Liegeplatz im Tausch gegen den in Lesö angeboten. Das ist hier kein Gästehafen, sondern ein reiner Eigner-hafen, also kostet es uns hier gar nichts.
Die Navigation war problemlos, Johannes hatte schon in Hals von einem Nachbar die Seekarte abfotographiert. Das ging sehr gut. Trotzdem schauen wir jetzt nach einer Papierkarte, um weiter durch die Schären zu navigieren. Hier soll es unmittelbar einen Nautik-laden geben, was einigerrmaßen plausibel ist, denn hier liegen hunderte Schiffe.
Fotos für den Blog folgen noch, liebe Grüße aus dem heißen Schweden !

Übergabetörn DK 4: Mariager Fjord 36,7 Sm

14. Juli 2016

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Mittwoch, 13.07.2016: Bönnerup-Als Odde-Hadsund 30,0 Sm

Die Abfahrt erfolgt am späten Vormittag. Das Wetter will nicht sommerlich werden. Bei den angesagten 5-6 aus SW nehmen wir uns den Mariager Fjord als Ziel und lassen den Randers Fjord an Backbord liegen. Um 12.30 Uhr haben wir die Fahrrinne nach Als Odde in der Ansteuerung. Die Segel werden geborgen und unter Motor geht es über die Barre hinein in den Mariager Fjord. Wir haben auflaufendes Wasser. Die Flut trägt uns schneller über Grund als durch das Wasser.

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Wir bleiben hinter den einheimischen Booten in Lauerstellung. Die kennen die Brückenzeiten und die richtige Einschätzung der Geschwindigkeit zur pünktlichen Öffnung. Die Flagge “N” ist an Backbord zu setzen.

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Auf der Motorbootfahrt hinein in den Fjord haben wir Zeit für Bilder.

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Neben dem Selfie bin ich auch mal wieder im Kasten.

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Für die Weihnachtskarten 2016 findet Didi einen Weihnachtsbaum auf der Steuerbordtonne.
Trotz der Schleichfahrt sind wir um 15.30 Uhr bereits vor der geschlossenen Brücke. Mit 6 anderen Booten drehen wir unsere Kringel und bewundern die Hütten und Paläste am Ufer mit eigenem Anlager.

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Nach der 16.00 Uhr Öffnung gehen wir an die Außenseite vom Anleger Hadsund. Der Strom versetzt genesis um 2m beim ersten Anlauf in die Box. Manöver STOPP und zurück zum 2. Anlauf. Jetzt richte ich mich auf den Versatz ein und wir legen genesis römisch-katholisch vor die Sicherheitseinrichtungen am Steg.

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Neben der Sicherheit am Steg bietet der Vereinsanleger den bisher preiswertesten Liegeplatz. Im Vereinsheim kann gekocht und gespült werden Ein offener Grill steht allen Gästen und Mitgliedern offen

Donnerstag, 14.07.2016: Hadsund-Mariager 6,7 Sm

Zum Frühstück probieren wir den Toaster aus. Das Brot wird langsam altbacken und kann mit der Hitze aufgepeppt werden.

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Vor uns liegt der kürzeste Trip der Reise. In gut einer Stunde sind wir am Zielhafen. Die Ankerbucht lassen wir unberührt liegen. Bei dem Regen haben wir weder Lust zu ankern noch zu baden. Wir passieren eine Fabrik von Dynamit Nobel und machen um 12.00 Uhr passend zum Lunch in Mariager im Vereinshafen fest.

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Am Nachmittag erkundigen wir Mariager: Museum, Kloster, Salzmühle mit Thermalbad, den Friedhof und viele Gassen in der Altstadt.

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Nach den einladenden Stühlen suchen wir uns ebenfalls ein Plätzchen zum Ausruhen. Im Supermarkt Brugksen werden heute Filetspitzen mit einem umhüllten Schinkenmantel angeboten. Diese Tournedos wandern sofort in die Einkaufstasche und später in die Pfanne.

Freitag, 15.07.2016: Mariager Bootsreinigung zur Übergabe

Heute ist Aufräumen, Packen, Putzen und Wischen angesagt. Genesis liegt wieder römisch-katholisch am Steg. So sollte das Be- und Entladen am Samstagmorgen schnell und einfach gehen.

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Nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Eine lange Wanderung in Richtung Hobro. Immer am Fjord entlang und auf dem Rückweg auf dem “Höhenweg” oberhalb des Uferweges.

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Unsere Übergabecrew für die Rückführung in den Heimathafen ist mittlerweile im Hotel angekommen. Wir verabreden uns für Samstagmorgen um 09.00 Uhr.
Gesagt, getan. Innerhalb von 2 Stunden ist das Schiff entladen und mit dem Gepäck der Gäste wieder beladen. Unsre Sachen wandern in den Bully und nach dem Übergabecheck geht es in Richtung Greifswald. Auf der Autobahn ist der übliche Urlauber-Reiseverkehr und wir suchen uns unterwegs eine Bleibe; denn in Wieck ist Fischerfest und im Umkreis von 30 Km gibt es kein freies Hotelbett. In der Nähe von Wismar werden wir fündig und am Sonntag geht es dann weiter nach Greifswald. Umräumen ist angesagt. Aus dem Bully in unseren Van und die nicht genutzten Segel (Gennaker und Spi) in den Segelschuppen. 6 Stunden später sind wir in unserem Heimatdorf. Nochmals Ausladen und Aussortieren; Urlaubsende und angekommen…

Email an die Stegnachbarn:
Hallo Evi, hallo Heinz,
wir sind gestern Abend aus HGW zurück gekommen, nachdem wir die Autos umgepackt und getauscht hatten.
Die Übergabe mit dem Professor fand am Samstagmorgen in Mariager statt.
Anschließend ging es gen Greifswald. Stau, Stau usw. Die Dänen haben Grenzkontrollen durchgeführt.
Kurz hinter Wismar haben wir eine Nacht in einem Hostal in Tribsees verbracht.
In und um Greifswald war alles ausgebucht. Fischerfest in Wieck?!
Meinen Blog muss ich noch um die letzten Tage ergänzen.
Den Törn haben bis auf einen Flauten-/Motortag nur im 1. Bzw. 2. Reff gesegelt und meistens gegenan.
Not Didilike.
Wetter: Durchwachsen. Mal Regen, mal Sonne und viel zu viel Wind aus W bzw. SW. Wenn der Wetterbericht 4-5 sagte, waren es 5-6 und in den Böen mehr. (Beaufort)
Wir hatten allerdings, außer letzten Freitagnachmittag nie länger als 15-30 Minuten Regen am Stück.
Braun sind wir dennoch an den Händen und im Gesicht geworden und haben nicht einmal gebadet?!
Unterwegs sah man die Squalls gut im Radar kommen und konnte frühgenug die Segelfläche verkleinern.
An Land war es uns egal. Wir sind nur einmal beim Wandern kurz ?geduscht? worden.
Dänemark ist und bleibt empfehlenswert. Hafengebühren zwischen 120 ? 190 DKr, je nachdem, ob im Segelverein, preiswert oder in Stadt.
Helsingör war am teuersten. In Kopenhagen Dragör haben wir die Zeche geprellt.
Danke für den Bojentipp im Mariagerfjord. Wir haben allerdings nur eine kurz nach der Einfahrt gesehen. Da hing ein 18 Füßer dran.
Die Strömung ist nicht zu unterschätzen. Wir sind mit dem Flutstrom rein und mussten wegen der Brückenzeiten nur wenig Gasgeben.
Euch noch eine schöne Zeit und tolle Geschichten, die Ihr zu berichten habt.
Bis bald. Peter&Didi
Von: Heinz
Betreff: Wo seid Ihr den abgeblieben
Hi ihr Zwei,
wo seid Ihr den abgeblieben. Hattet Ihr bisher schönes Wetter? Wir sind auf den Ålands und konnten bisher nicht klagen. Den Reisebericht habe ich gerade versendet. Da könnt Ihr mehr entnehmen.
Liebe Grüße von uns, Evi uns Heinz

Übergabetörn DK 3: Gegenan im Kattegat 61,5 Sm

10. Juli 2016

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Sonntag, 10.07.2016: Hundested-Grenaa 44,4 Sm
Der Weckruf ertönt um 05.00 Uhr mit klassischer Musik. Umdrehen erlaubt! So früh in den Urlaub starten? Ein Blick nach draußen und auf die Windfahne, West mit 4 im Hafen.
Also raus aus den Federn. Es geht ohne Frühstück los. Wir fädeln uns durch den engen Hafen und setzen draußen in der Fahrrinne die Segel. Das Groß bleibt im 2. Reff und die SW kann ausgerollt werden. Als wir um 06.30 Uhr aus der Landabdeckung kommen, frischt der West bereits auf 5 und in den Böen auf 6 Beaufort auf. Wir können unseren NW Kurs in Richtung WP 622 und nördlich Sjaellands Odde halten.

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Es wird Zeit für einen Tee und ein Frühstück im Cockpit. Didi hat sich im Niedergang eingekeilt. Ihr Blick läßt die Frage klar erkennen: “Wie lange noch?”

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Das Wasser kocht bereits und der Herd braucht seinen gesamten Schwenkkreis bei diesem Am Wind Kurs. Die warme Flüssigkeit hilft wieder zu positiven Gedanken. Der im Wetterbericht angekündigte SW Schwenker der Windrichtung bleibt aus. Wir lassen unser Etappenziel Ebeltoft in der Aarhusbucht sausen, gehen auf Halbwindkurs und setzen Grenaa als Zielhafen auf der Karte und im Autopiloten ab.

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Ab dem Leuchtfeuer Sjaelland Rev. bläst es bereits mit 7 Beaufort in den Böen. Reffen oder abwarten und Tee trinken? Ich habe im Moment keine Lust am Mast zum Turnen zu gehen, um das 3. Reff einzubinden.
Der Halbwind verleiht genesis Flügel. Im Surf mit max. 9,2 Kn geht es die Wellen herauf und herunter.

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Gegen halb Elf nehme ich das Groß in der Nähe vom WP 694 an der Tonne WEGA 5 weg. Wir sind 2 x gesurft und ich habe Sorge, dass der Wasserablauf am Ruder abreißt und genesis in die Sonne schießt.
Der Windmesser zeigt jeweils Böen von 34 bzw. 35 Kn an = Windstärke 8.

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Die Festmacher gehen um 13.15 Uhr nach 44,4 Sm in einer Box an den Steg.

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Den Segeltag lassen wir im Cockpit ausklingen; (obwohl wir direkt vor dem Restaurant liegen!?)

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Im Cockpit auf den Sundowner wartend, kommt eine Hanse 291 in den Hafen.

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So oder ähnlich sah die genesis 1 aus.

Montag, 11.07.2016 Hafentag in Greenaa
Hier liegen wir perfekt eingekeilt und sind gegen den Seitenwind im Schatten des Sonnensegels in Lee.

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Heute heißt es Klar Schiff für die genesis

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In der Zeit des Aufklarens geht Didi ins Aquarium. ? 16,– Eintritt sind für mich nicht einsehbar.

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Ich mache meine Runde im Hafen von Grenaa

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Didi kommt nach 3 Stunden aus dem Aquarium zurück und ist vollkommen begeistert.

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Wir gehen in den Ort zum Optiker. An meiner Sonnenbrille hat sich eine Schraube verabschiedet und der Rahmen kann das rechte Glas nicht mehr einfassen. Ein Optiker hat mir unentgeltlich die Brille repariert. Auf dem Rückweg haben wir fast 1 KG Kabeljau für das Abendbrot bei den Fischern gekauft.

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Unser Selfi vor Eröffnung der Backstube. Das Brot geht zur Neige und ein weiteres ist zu backen. Die Hitze im Ofen nutzen wir für einen Kartoffel-Käse Auflauf.

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Fisch gibt es heute satt zum Essen.

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Nach einem Landtag kann Didi wieder lachen und tanzen.

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Dienstag, 12.07.2016: Grenaa-Bönnerup 17,1 Sm
Heute geht es nur um das nächste Kap nach Bönnerup. Der Wetterbericht droht mit Sturm- und Starkwindwarnungen für das Kattegat. Sturm haben wir nicht, aber im Hafen bläst es bereits mit 5 aus SW. Wir laufen die Tankstelle im Hafen an. Es gehen 16 l in den Tank und weitere 5l in den Reservekannister für zusammen 235 DKr. Wir legen am Zapfhahn um 10.00 Uhr ab. Die Segel gehen bereits im Hafen hoch und mit dem 2. Reff geht es mit Halbwind um den Kalkgrund und weiter nach Söngstrup Klint. Wir shiften das Groß auf den anderen Bug und hart am Wind können wir die Ansteuerungstonnen von Bönnerup anlegen. Der Starkwind pfeift nur in den Böen heute mit 7. Am Wind ist das nicht ladylike.

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In dem langen Hafenschlauch bergen wir bei strömenden Regen die Segel. Wir gehen jetzt längsseits. Nur schnell genesis vertäuen und ab in die warme und trockene Kabine. Wir sind nach 3 Stunden im Regen, mit Schauerböen und einem Gewitter südöstlich von uns ein wenig durchgefroren.

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Selbst hier im Hafen sind wir vor dem Gewitter nicht sicher. Ich schalte die gesamte Elektronik ab und kappe die Stromverbindung zum Steg. Die Smartphones und der Laptop kommen in den Backofen.

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Nach einer gefühlten Ewigkeit zieht das Gewitter über uns hinweg und auf der Rückseite haben wir wieder tolles Wetter. Der Strand vor dem Hafen könnte auch in der Karibik sein.

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Unser Nachbarlieger hat seine Dirk an das Baumende geschäkelt. Er kann mit einer Talje vom Steuerstand aus die Dirk lösen, kürzen oder spannen. Vielleicht ist das eine Idee für die genesis…..

Übergabetörn DK 2: Vom Öresund ins südöstliche Kattegat 58,5 Sm

9. Juli 2016

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Donnerstag, 07.07.2016: Humlebaek nach Helsingör 7,8 Sm
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Müsli legen wir um 10.00 Uhr ab. Im Windschatten der Küste schütteln wir das 2. Reff aus und es geht bei 4-5 aus West in Richtung Fahrrinne des Öresund.
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Mit viel Abstand passieren wir das Regattafeld der Optis vor Espergärde und laufen parallel des Fahrwassers an der Kronburg vorbei. Die Windverstärkung, – als wir aus der Abdeckung kommen -, bringt uns 6 er Böen und im Segel ein 2. Reff.
Der Fährverkehr zwischen Schweden und Dänemark geht im Viertelstundentakt rein und raus fast gleichzeitig. Die Fähren nehmen keine Rücksicht auf uns Sportschiffer und schaffen sich Ihr “Wegerecht” aus der Kraft des Stärkeren. Wir nehmen diesen Umstand in Kauf und gehen von Tonne W 5 auf Nord in Richtung Tonne W 4. Für diese knapp 2 Meilen Abstand benötigen wir fast eine Stunde. Der Strom im Öresund setzt bei jetzt 5-6 Beaufort aus West mit 3 Knoten in Richtung Süden. Und wir mittendrin und gegenan. Wir werfen den Diesel an, um überhaupt Fahrt über Grund zu haben und entscheiden uns kurzfristig Helsingör anzulaufen, um auf weniger Wind am Nachmittag zu warten.
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Wir gehen an den Wartesteg längsseits, der für Yachten von 12-20m vorgesehen ist. Mit allen Anbauten an Bug und Heck sind wir gerade 12m lang. Unsere Idee hier im Hafen Wind und Strom auszusitzen haben auch viele andere Yachties und so liegen schnell die verschnürten Päckchen am Steg.
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Der Wind läßt nach unserem Anleger um kurz nach 11.00 Uhr auch am Nachmittag nicht nach. Stadtbummel 2 in Helsingör ist angesagt.
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Auf dem Weg zur Stadt sehe ich eine Ankerwippe am Bugspriet einer Faurby, die ich an der genesis nachbauen werde.
Beim Yachtausrüster werden wir fündig. Wir kaufen einen neuen Teekessel, der auf Induktion läuft und in einem anderen Geschäft findet Didi ein Backblech für Baguettes. Alles preiswerter als in Deutschland. Vollbeladen geht es zurück in den Hafen. Wir essen an der Hafenfront gebackenen Fisch (Scholle) mit Remoulade und Fritten. Das Bier aus dem Plastikbecher ist teuerer als das Essen…..
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Die 18 auf der Tafel von der Dänischen DLRG ist in m/sec = das sind 35 Kn Wind oder auch als Windstärke 8 bekannt.
Didi macht einen Strandrundgang und ich richte das Schiff für den morgigen Am Wind Kurs ein.
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Zurück an Bord gehe ich ins Internet und schreibe meinen Blog weiter. Bis zum Halbfinale Deutschland-Frankreich nutzen wir die Zeit mit einem kleinen Vegie-Imbiss. Vom Schiffsnachbar leihe ich mir einen Akkuschrauber und bohre ein neues Loch für die Ofenfixierung. Nach der Aktion hängt der Herd in der Horizontale und wird jetzt an der linken Seite festgesetzt.
Das Halbfinale kommentiere ich nur insoweit, dass ich mich nach der Elfmeterentscheidung…? ins Bett verholt habe und das Endergenis 0:2 erst am nächsten Morgen im Internet gelesen habe.

Freitag, 08.07.2016 Helsingör – Gilleleje 20,9 Sm
Mit unserem Päckchenlieger haben wir für 09.00 Uhr die Abfahrt abgesprochen. Wir lösen unser Päckchen auf und setzen noch vor der Hafenausfahrt die Segel. Mit dem 1. Reff im Groß geht es bei WWN-W 4-5 in den Öresund in Richtung Norden. Heute setzt der Strom mit nur 1 Knoten gegenan. Bis zum Etappenziel nach Gilleleje geht es 20,9 Sm durchs Wasser und keine 15 Sm über Grund. Wir liegen nach nicht einmal 4 Stunden im Windschatten einer 60 Fuß Motoryacht in der Box.
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Gegenüber im Nordbassin liegen die Fischer. Hier ist auch der Hafenmeister. Ein langer Fußmarsch bis zur Dusche und zum Einlösen der Hafengebühr steht auf dem Plan für den späten Nachmittag.
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Was soll´s; wofür haben Segler Beine. Ein Boot wird in unsere Boxengasse geschleppt und die Leinen werden gelöst. Mit letztem Schub kommt der Segler neben uns zum Stehen und wir übernehmen die Leinen. Der Skipper berichtet von den Motorproblemen, die er hatte und der freundlichen Schlepphilfe. Zum Ausbringen der luvwärtigen Achterleine biete ich meine Hilfe an. Das Schlauchboot kommt paddelnd zum Einsatz. Ich lege die Leine um den Pöller und übergebe sie den den Skipper an Bord.20160708_1549521
Vom Stadtrundgang bringt Didi Bilder und ich 2 Schollen mit, die es heute Abend nur mit Salat geben wird. Die Planung für morgen heben wir uns für das Frühstück nach dem Wetterbericht auf. Mal hören, wohin wir uns am Samstag verholen.

Samstag, 09.07.2016 Gilleleje – Hundested 29,8 Sm
Der Blick auf den Windmesser, 5 aus West im Hafen, und ein wolkenverhangener Himmel sind nicht verlockend und sehen nicht nach Urlaub aus. Wir setzen noch in der Boxengasse das Groß mit dem 1. Reff vom Vortag und im Vorhafen wird die SW-Fock ausgerollt und genesis nimmt Kurs auf die Hesselö Bucht. Es ist jetzt 09.00 Uhr als wir den ersten Schlag mit 320° absetzen. Die vielen folgenden Kreuzschläge haben wir nicht gezählt. Aus dem direkten Weg von nur 18 Sm haben wir 29.8 Sm gegenan gehabt. Gefühlte 20 mal haben wir den Bug gewechselt, um soviel wie möglich Strecke auf dem Bringebug dicht unter Land zu haben.
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Bei Bagerovnen frischt der Wind weiter auf und das 2. Reff ist bei 6 Beaufort angesagt. Vier lange Stunden später, mit 1x Hühnerbrühe und Käsestullen und 1x teatime mit Keksen steht die Entscheidung fest. Wir gehen nicht weiter gen West nach Odden auf dem Själlands Riff gegenan; sondern biegen links in den Isefjord ab. Hundested liegt wenig später an Backbord.
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Hier im Hafen ist ein Volksfest mit Kirmes, Livekonzerten, Sandskulpturenfestival und vielen schaulustigen Seglern. In der Ecke für die Kleinboote finden wir einen freien Liegeplatz, der nach mehrmaligen Vor- und Zurückmanövern wie geschaffen für unsere Bootsgröße ist.
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Wir schlendern über den Rummelplatz, checken beim Automaten-Hafenmeister versehentlich für 2 Tage ein…. und besuchen in den ehemaligen Boots- und Fischhallen die Kunstgewerbeaussteller und Hersteller.
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Ohne Fußball geht es heute nach einem Fischimbiss an der Hafenmole früh zu Bett. Wir wollen trotz der Livemusik Beschallung um 05.00 Uhr aus den Federn. Es ist SW mit 4-5 angesagt. Hurra, wir können West und weniger gegenan segeln.
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Übergabetörn DK 1: Von Wieck in den Öresund 138,2 Sm

6. Juli 2016

Unsere Anreise erfolgt bereits am Samstagnachmittag, 02.07.2016. Auf dem Weg besuchen wir Alex und Irene, die von GT an den Schwielowsee nach Caputh gezogen sind. Sie wohnen jetzt am Wasser mit eigenem Anleger….
Noch ohne Boot.
Die Einkäufe im Aldi und Marktkauf sind schnell erledigt und wir beladen bereits um 16.00 Uhr genesis mit unseren Vorräten und Gepäck.
Speise- und Segelkammer
Heute haben wir einen Oldtimernachbau längsseits.
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Der neue Herd ist eingebaut und wird heute noch nicht eingeweiht. Ich suche die Bleche vom alten Herd und werde bislang nicht fündig. Zum TV, Deutschland gegen Italien geht es zum “Spanier” nach Wieck. Der TV an Bord hat in Wieck keinen DTV Empfang.
Roberts Eltern stellen heute Abend im Restaurant “La Perla Del Mar”
einen Fernseher auf und wir können das Viertelfinale im Ryck Hotel sehen. Die Tapas sind empfehlenswert. Ich habe dem Pulpo und Didi den Gambas zugesprochen. Wir wussten bislang nicht, dass hier spanisch gekocht wird. Danke für die Empfehlung von unserem Segelmacher Robert Radtke.
Die Nachspielzeit nutzen wir zum Heimweg und das Elfmeterschiessen hören wir uns im Radio an. Welch ein Krimi in der Nacht.

Sonntag, 03.07.2016: Wieck – Barhöft 36,9 Sm
Wir nehmen die 10.00 Uhr Brücke. Ich kann heute morgen Matthias nicht erreichen; denn ich will 2 volle Gasflaschen mitnehmen. Schließlich ist genesis jetzt fast 6 Wochen unterwegs und in Dänemark gibt es kein Camping GAZ in den blauen Flaschen.
Bereits im Hafen schlagen wir das 1. Reff ein. Es soll draussen mit mit 4-5 aus SW wehen, erzählt heute Morgen Kapitän Dietzel von DP 07. Pustekuchen, aus den 4-5 sind es auf dem Bodden bereits 5-6 und wir laufen mit über 7 Kn Fahrt in den Strelasund ein. Vor Stralbrode frischt der Wind nochmals auf und die Schauerböen peitschen mit fast 40 Kn = 8 Beaufort über den Strelasund aus West herein. Ich habe bereits beim Anflug des Squalls im Radar das Groß geborgen und nun geht es in Rauschefahrt in Richtung Steiner Ort auf der Halbinsel Drigge. Rasmus hat ein Einsehen und dreht den Windhahn wieder herunter.
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Nach Durchzug der Front gehen wir unter Motor an die Mole von der (Volks-)werft vor der Ziegelgrabenbrücke und warten auf den 15:20 Uhr Zug. Die Stunde Wartezeit überbrücken wir mit einem verspäteten Mittagessen und anschließendem Tee.
Nach dem Zug der Brücke gehen wir in den Starlsunder Trendel in Richtung Hiddensee und biegen an der grünen Tonne 41/63 in die Vierendehl Rinne nach Barhöft ab. Es geht jetzt unter Motor bei nur noch 2-3 aus West gegenan und um 17.00 Uhr liegen wir an der Boje mit dem Heck zum Steg fest vertäut.

Montag, 04.07.2016: Barhöft-Dragör (Kopenhagen) 76,4 Sm
Die 04.00 Uhr Weckzeit verlängern wir um eine Stunde auf 05.00 Uhr. Es ist gestern Nacht spät geworden. Die EM in Frankreich hält uns vom frühen Zubett gehen ab. Wir legen einen Schnellstart hin:
Dusch-/Toilettengang, Hafenkarte abgeben (Briefkasten) Tee und Brühe kochen, Stullen schmieren, Warm einpacken und das Schiff seefest machen.
Die Festmacher lösen wir um 06.00 Uhr, befreien uns von der Boje und laufen unter Maschine den Gelenstrom zwischen den Inseln Hiddesee und Der Bock in Richtung Norden.
Gelenstrom
Vor dem Tonnenpaar 15/14 setzen wir eine dreiviertel Stunde später die Segel. In das Gross habe ich bereits das 2. Reff eingebunden. Der Wind weht hier mit 5-6 aus West. Der geplante Kurs mit 300° nach Haesnäs ab hier oder nach Klintholm mit 320° und nur noch 32 Sm Entfernung können wir nicht anliegen. So hoch an den Wind möchte ich genesis nicht drücken. Wir haben schließlich Urlaub und so gehen wir auf einen moderaten Halbwindkurs mit 360°-15° in Richtung Schweden. Immerhin geht es mit 7-8 Knoten durch die See und die Schiffsbewegungen sind viel angenehmer. Um kurz vor Acht sehen wir die Gelentonne querab und haben freien Seeraum vor uns.
Am späten Vormittag ziehen nacheinander 3 Schauerböen durch, die im Radar gut zu erkennen sind. Wir passieren gerade den Windpark Baltic 2 und können nach den Durchzug der Fronten ab 11.10 Uhr auf NNW Kurs gehen.
Baltic 2
Das trifft sich gut. Wir entscheiden uns für den Falsterbokanal und den Hafen in Höllviken. Das sollten wir in 4-5 Stunden packen. Es gibt eine Kartoffelsuppe mit vegetarischer Einlage aus der Kombüse. Auf Würstchen oder Räucherlachs verzichte ich in der Suppe. Der Inhalt soll im Magen bleiben.
Kurz nach 16.00 Uhr stehen wir nach über 61 Sm vor der verschlossnen Brücke. Um 17.00 Uhr gibt es keinen Zug und der nächste wird um 18.00 Uhr sein?
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Zur Sicherheit funken wir die Kanalwache auf Ch 11 an. Diese bestätigt uns allerdings erst eine Öffnung um 19.00 Uhr! Jetzt haben wir 2,5 Stunden Pause. Die nutzen wir zum Aufräumen in der Pantry, schmöckern in den Hafenhandbüchern und suchen im www.
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Die Brücke öffnet pünktlich um 19.00 Uhr und wir verlassen als erste den Kanal. Alle anderen Segler hinter uns gehen nach Hollviken in den Hafen. Beim Anblick der überfüllten Marina setzen wir die Segel und nehmen Kurs auf Kopenhagen. (Didis Idee…) Um halb Zehn haben wir am Mastenkram längsseits an einer Motoryacht den Tag beendet. Der Hafenmeister hat Feierabend und der Automat mag meine Karte nicht. Dann schleichen wir uns morgen früh halt ohne Bezahlung aus den Hafen.

Dienstag, 05.07.2016: Dragör (Kopenhagen)-Humlebaek 24,9 Sm
Den Kaffee setzen wir nicht im Hafen auf. Es regt sich heute Morgen kein Lüftchen und so verlassen wir Schwarzfahrer um 06.00 Uhr Dragör und laufen gen Norden an der Hafenfront von Kopenhagen in Richtung Helsingör.
Wir haben uns für einen Landtag mit Besuch des Louisiana Museum entschieden und lassen Kopenhagen links liegen:
An der neuen Mole / Terminal liegen bereits 2 riesige schwimmende Wohnregale, Mein Schiff 5, einer von P&O oder so ähnlich und ein 3 Dampfer von MSC bereitet ohne Schlepperhilfe seinen Anleger vor.
Jetzt fallen heute Vormittag bis zu 10.000 Passagier aus den Kreuzfahrerdampfer in Kopenhagen ein. Wir sehen unzählige 50 Busse, die am Terminal auf Ihre Fracht warten.
Adios Kopenhagen; werde kein zweites Barcelona.
Gefrühstückt wird unterwegs und wir passieren die sehenswerten Vorort von Kopenhagen mit den vielen Villen und Palästen an der Küstenlinie. Ein Seehund schaut kurz aus dem Wasser zu uns hinauf. ein paar Meilen weiter sehen wir 3x einen Schweinswal auftauchen, d. h. wir sehen seine Rückenflosse; schaffen es aber nicht, auf den Auslöser zu drücken.
Um 11.00 Uhr weist uns der Hafenmeister einen Liegeplatz in Humlebaek zu.
Hafenmole Humlebaek
Einmal auf dem Teller um 180° drehen und wir liegen fest mit dem Bug zur Hafenausfahrt. Gegenüber liegen eine 44er Swan und eine 48er Luffe an der Kaimauer und wir wieder am Mastenkran.
Mastenkran
Humlebaek Einfahrt
Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Innerhalb der nächsten Stunde ist der Hafen überfüllt. Wir gehen nach einem kurzen Lunch unter Deck ins Museum.
Louisiana und Moore

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Spaß beim Bilderschiessen

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Das Münchener Konzert…? Schade um das Cello oder?
Louisiana und Sund
Der Blick aus dem Museumspark auf den Sund. Mit dem Eintritt heute Mittag dürfen wir abends nochmals kommen. Die Karte gilt den Ganzen Tag und viele Dänen nutzen diese Möglichkeit; denn das Buffet ist mittags und abends wirklich einladend.

06.07.2016 Hafentag und Bahnfahrt nach Helsingör
Gut, dass wir gestern im Museum waren, sagt schon der Blick morgens aus dem Fenster.
Regenfenster

Regenbild
Die Regenzeit nutze ich zum Brotbacken und Blogschreiben. Der neue Herd ist eine Wucht. Er heizt bis zu 300° auf. Ideal zum Einschiessen der Brote. Mein erstes Ergebnis kommt nach einer Stunde zur Abkühlung.
Brotbackofen
Der Regen hört am frühen Nachmittag auf. Wir gehen vom Hafen aus den Küstenweg zum Bahnhof. An dieser nur 500m langen Strasse kann man die automobile Zukunft studieren:
3x Tesla S, kein Audi, kein BMW, Kein VW nur 1 Mercedes SUV und S-Cabrio, einen Oldtimer aus den USA; sonst nur Klein-/Zweitwagen aus Fernost und Frankreich:
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In Helsingör gibt es eine 91 Fuß Yacht zu bestaunen. Die Bellkara ist wie wir auf einen Überführungstörn. Gebaut in Polen, Danzig bei Conrad Shipyard gehen die 30m ins Mittelmeer nach Malta.
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Auch hier wieder wird mit Kunst geworben mit der Yacht im Hintergrund.
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Zurück im Irdischen finden wir im Kloster einen einsamen Kreuzgang.
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Dänemark ist wirklich fahhradfreundlich, es gibt hier Parkhäuser für die Drahtesel wie in Amsterdam.
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Die Gebrauchsanleitung wird mitgeliefert.
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In Helsingör gibt es mehr Schnapsläden als Handyshops. Zumindest ist für die einkaufenden Schweden der Alkohol hier preiswert.
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Aber 27 EURO für die paar Flaschen Industrieplörre aus unserem Nachbardorf Kulmbach gibt es Zuhause für ? 4,80.
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Wir geniessen eine königliche Empfehlung auf dem Marktplatz und schlendern durch die Altstadtgassen zurück zum Bahnhof.
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Die Stockrosen stehen hier an vielen Häuserfronten
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Zurück an Bord lockt der Badesteg.
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Das Wasser ist nur gefühlte 18° warm oder besser kalt. Ohne Schwimmanzüge wird das Baden ein sehr kurzes Vergnügen.
Heute Abend bruzzelt der eingekaufte Fisch in der Pfanne und für 21.00 Uhr hat sich die EM angemeldet. CR7 ist mit seiner Mannschaft nun im Endspiel. Wer wird morgen der Gegner? Wir haben morgen ebenfalls einen Gegner, der Gegenwind aus West, der den Törn verlängert.

Unterwegs mit Heiner 61,2 Sm

22. Mai 2016

Wieck-Freest-Seedorf-Stahlbrode-Wieck
17.06.16 ab 17.00 Uhr bis 20.06.16 10:15 Uhr
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Pfingsten mit Familie K&M an Bord 129,4 + 37,5 Sm

21. Mai 2016

(Wieck-Lauterbach-Rasender Roland-Freest-Peenemünde-Dänholm-Hiddensee-Klosters-Stralsund-Heimathafen 129,4 SM)
Vom 14.05.16 Anreise am späten Nachmittag bis 21.05.16 Abreise am Vormittag
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Anschließende Solorunde mit Didi nach Seedorf und zurück vom
22.-23-05.2016 = 37,5 Sm
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Decksreinigung auf dem Bodden mit Bürste und Seewasser.

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Mit einem Hauch von einer Brise geht es zurück in den Heimathafen.

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Anbaden mit den Stegnachbarn von der Harmonie im Ryck.

Schnuppertörn 2 mit Charterkunden 65,3 Sm

8. Mai 2016

Heute ist Vatertag, der 05.05.2016. Hier im Norden sprechen alle vom Herrentag. Na gut, dann können auch die (noch) “Nicht”- Väter feiern.
Meine Gäste kommen im Laufe des Nachmitags. Zuerst Jörg, dann Anke und zum Schluß Matthias und Rainer. Wir entscheiden spontan nach der Sicherheitseinweisung abzulegen und nach der 18.00 Uhr Brücke den Fischladen der Genossenschaft zu plündern.
Die Fischbrötchen gibt es noch in der Hafenausfahrt zu essen; denn in der Dänischen Wiek und auf dem Bodden sind noch 5 Beaufort aus NNO – NO angesagt.
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Somit fällt Seedorf aus. Und zu allem Überfluss schläft der Wind nach 2 Stunden ein. Motor an und ab Tonne Ariadne wird Freest als Hafen für die Nacht angesteuert. Nacht passt. Aus dem Törn wird jetzt eine spannende Nachtfahrt unter Radar durch den Knackrücken und Peenstrom. Ein ganz langsam motorender Segler wird vom Lotsenboot aus Freest aus der Fahrrinne gezogen und in den Hafen geschleppt. Das sah nach Getriebeproblemen aus. Die kenne ich zur Genüge aus 2013….
Wir machen um 22:15 Uhr im Werfthafen fest und ich bereite den frischen Hornfisch zu, den Hans heute Mittag zerlegt hat.
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Der Fisch hat in der Kühlung nichts von seiner Frische verloren und so bruzzelt er bald in der Pfanne. Zu fünft schaffen wir die 4 Hornfische nicht komplett. Die Nachbarlieger feiern lieber und trinken Bier und wollen den angebotenen Fisch nicht haben. Bei der Musik und Feierlaune auf den Nachbarbooten geht von uns auch noch niemand in die Koje.
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Hellwegtörn mit 5 Grenzquerungen 195,8 Sm

4. Mai 2016

30.04.-04.05.2016 mit Gilla, Carsten, Hans und Sascha von Wieck-Barhöft-Klintholm-Lohme-Swinemünde-Freest-Heimathafen

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Am Starnd von Freest zum Selfie.

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Vor der Abfahrt gehe ich den Mast hoch. Es gab keinen Krantermin und das Spifall musste von mir klariert werden.

Schnuppertörn 1 mit Charterkunden 72,5 Sm

3. Mai 2016

Am 22.04.2016 treffen wir uns um 22.30 Uhr an der U-Bahnstation Greifswalder Strasse in Berlin. Johanna und Jörg sind mit dem Flieger nach Berlin gekommen und ich hatte heute ein Arbeitsessen in der Firma.
Nun geht es gemeinsam die Greifswalder Strasse in Richtung Greifswald aus Berlin heraus. Um 01.00 Uhr sind wir im Hafen und fallen nach einem Willkommensschluck hundemüde in die Kojen. Die Sorge des frühen Ablegens kann ich zerstreuen; denn vor 09.00 Uhr öffnet die Brücke nicht.
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So können wir ausgiebig frühstücken und mit der 11.00 Uhr Brücke fahren wir mit einem Anleger zum Fisch einkaufen nach Wieck. Der gewünschte Zander ist tiefgefroren. Zusätzlich kaufen wir noch eine halbe Lachsseite und 3 Fischbrötchen für unterwegs.
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Schnell zeigt sich, dass die beiden segeln und steuern können. Sie kommen vom Jollensegeln und haben das Schiff sofort im Griff. Segeln an der Windkante nach Trimmfäden ist angesagt. Auf dem Weg nach Seedorf spielen wir verschiedene Segelmanöver durch und vertrödeln die Zeit zur Ankunft. Ich hatte mich für 17.00 Uhr bei Uwe telefonisch angemeldet und nun wird es doch 18.00 Uhr.
Am Forellensteg gibt es einen Briefkasten und so kommt die Hafengebühr eingewickelt im Umschlag hier herein.
Den Zander gibt es auf Fenchel. Leider habe ich den Honig vergessen. So wird der Sud mit etwas Rohrohrzucker karamelisiert.
Sehr alt werden wir heute Abend auch nicht.
Am Sonntagmorgen geht es zum Ankern in die Having. Hier zeige ich die verschiedenen Manöver unter Anker. Wir beginnen mit dem Buganker und anschließend wiederholen wir den Vorgang mit dem Heckanker.
Mittlerweile brist es auf und aus dem NW mit 3-4 ist mittlerweile ein W mit 4-5 geworden. Im Kreuzkurs folgen wir den Tonnenstrich aus der Having und ziehen vor Reddewitz das 1. Reff ein. Es geht den Zwangsweg in Richtung Knackrücken. Die Heringsnetze zwingen uns den vorgeschriebenen Weg einzuhalten. Vor dem Knackrücken binde ich sicherheitshalber das 2. Reff ein. Der Wind hat auf W-SW 5-6 zugelegt und in der engen Rinne möchte ich nicht aus dem Ruder laufen. Somit ist auch dieses Manöver eingeübt.
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In Freest liegen wir seit 14.30 Uhr am Kranpier und genießen das Rückseitenwetter. Diese Pracht von Wetter hat keinen langen Bestand. Schon eine Stunde später hagelt es und wir schauen uns das Spektakel aus dem aufgeheizten Salon an.
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Den Lachs gibt es als Auflauf mit Spinat und Kartoffelbrei. Nächstes Mal nehme ich besser die Kartoffeln in dünne Scheiben als Gratin. Mit dem Brei war es doch etwas “kleisterhaft”. Der Hunger hilft und so wird auch der Auflauf aufgegessen. Die beiden machen einen Spaziergang durch Freest und ich verhole mich in die Leseecke.
Heute Morgen (08.00 Uhr) am Montag steht der Wind immer noch mit 5 Beaufort im Hafen. Das 2. Reff wird ausgeschüttelt und mit dem 1. Reff geht es zurück in den Peenestrom und weiter in den Bodden. Liegt es am Lachsauflauf oder was ist los. Jemand hat den Wind abgeschaltet und wir dümpeln über 2 Stunden am Zwangsweg in der Nähe vom Böttchergrund. Ein Stoßgebet hilft und mit 4-5 aus West kommt der Wind zurück. Nur da wollen wir hin. Jetzt zeigt es sich, was es heißt Segler an Bod zu haben. Wir kitzeln das Maximimum an Höhe aus genesis und haben unseren Spaß beim Kreuzen. Um 12.00 Uhr liegen wir vor dem Hafenamt. So bleibt uns genügend Zeit für ein Fischbrtchen bis zum Brückenzug.
Nach dem Aufklaren, Ausräumen und Saubermachen, bringe ich die beiden zum Flughafen Tegel zurück und fahre alleine zurück nach Hause.

Die Saison 2016 beginnt am 15.04.2016

2. Mai 2016

Morgens um 10.00 Uhr komme ich mit den Einkäufen und einem Fischbrötchen in der Hand bereits aus dem Marktkauf in Greifswald heraus und fahre zum Schiff weiter. Für einen Freitag, den 15.04.2016, ist im Heimathafen viel Betrieb. Ich bin nicht der einzige Eigner, der das angesagte Sonnenwochenende zum “Klar Schiff” machen nutzt.
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Der neue Bugspriet ist heute, alleine und vollgepackt, eine gute Einstiegshilfe zum Anbordgehen.
Die Ankerführung ist noch zu verbessern….. Das wird die nächste Baustelle.
Heute erreiche ich keinen “Metallbauer” mehr und sichere den Anker und die Führung mit dem Ringfender.
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Der Segelmacher hat das neue Spifall eingeschoren. Es wird jetzt im Topp und nicht bei 7/8 gefahren.
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Die Endlosleine von der Facnor Rollanlage für den Gennaker ist zu kurz bemessen.
Somit fällt der Gennakertest aus. Wäre eh nicht geangen; denn es bläst mit 5-6 aus Süden = achtern.
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An Segel setzen ist heute auch nicht zu denken. Das verschiebe ich erst einmal auf morgen.
Also kommen die Fallen in die Umlenkungen und in den Fallentunnel und werden ins ins Cockpit geführt
Am späten Nachmittag verhole ich mich ins Schiff und räume unten auf, streiche einige Holzteile ein und plane die zeitliche Abfolge für den Samstag.
Auch am Samstag bläst es aus Süd. Bis mittags ist alles unter Deck erledigt.
Ich hole mir ein Zanderfilet aus der Fischereigenossenschaft. Und siehe da; die Wiecker Holzbrücke ist wieder aufgebaut und funktionstüchtig.
Mit Hilfe eines Mitarbeiters von CMW bekommen wir das Großsegel auf den Baum in den Lazybag. Setzen und Einschlagen der Reffleinen verschiebe ich auf den Abend, falls es eine Windstille gibt.
Um 18:00 stellt jemand den Winmotor ab und ich kann das Großsegel hochziehen. Die Sw-Fock folgt und die Schutzhülle wird über das eingerollte Segel gezogen.
Am Sonntagmorgen räume ich noch auf, verpacke meine sieben Sachen und lasse den Kühlschrank gut gefüllt für das nächste Wochenende laufen. Die erste Chartercrew kommt Freitagnacht zum Schnuppersegeln auf die genesis.

Geburtstagstörn nach Seedorf

24. August 2015

Anreise am Freitag, den 23.102015 und zurück am 26.10.2015
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Diesmal haben wir so wenig Gepäck mit, dass die Wagen nicht genutzt werden.
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Das alte Klo wird ausgebaut.
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Und das neue angepaßt und eingebaut.
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Die frische Luft danach ist vonnöten…
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Nur noch Wasser in den Tank und ab geht es zur neuen Fußgängerbrücke
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Für Oktober sind die Temperaturen angenehm
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Ein Selfie unter dem Dodger zum Geburtstag
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Petri Heil und Barsche satt
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Jürgen hat aus Paletten neue Gartenmöbel gebaut.
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Die Geburtstagspfeife nach dem Anleger.
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Das Selfie für die Whats App Grüße
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Auf dem Rückweg
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Beste Segelbedingungen auf dem letzten Törn des Jahres.

Nach der Messe Rund Usedom

23. August 2015

Die Brücke ist weg
Wer hat die Brücke mitgenommen?
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Horst und Skip
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Heiner und Skip
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Horst läßt den Autopiloten für sich arbeiten
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Im Fahrwasser vor Swinemünde
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Das Wahrzeichen am Fahrwasser
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Unsicherer Gang in die Stadt
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Wo ist der nächste Bankomat?
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Samstagmorgen kommt es pottendick
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Wer macht jetzt Frühstück?
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Nur 2 Schiffslängen Sicht im Nebel auf der Kaiserfahrt/Oder
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Ein Selfie vor Karnin bei Sonnenschein
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Über das Achterwasser nach Wolgast
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Die Dunkelheit holt uns ein
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Und der Radarbildschirm blendet
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So werden wir am 03. Oktober empfangen
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Die neuen Ansteuerungslichter über Wolgast
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Falsche Öffnungszeiten in den NV-Karten…..
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Im Peenestrom
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Den Heimathafen am Sonntagabend vor dem Bug
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Rund Usedom

Skippereinsatz vom 29.08.-04.09. in Kroatien

22. August 2015

Text folgt noch…
Bavaria 46
Unser Schiff im Hafen von Trogir-Segur
Bucht von U. Jorja auf Solta
Bucht von U. Jorja auf Solta
An der Mole im Westhafen von Korcula
Mole im Westhafen von Korcula
Lernstunde und Trimmvarianten
Lernstunde mit Trimmvarianten
Mäusekino
Mäusekino, die neue Augennavigation?
Was gibt es
was gibt es da zu sehen?
Ankerwache
Vor Anker zum Einkaufen und Bummeln in Hvar
Snacks unterwegs
Snacks unterwegs
Essen vor Anker
Essen vor Anker
Sundowner im Palkemi Archipel
Sundowner im Palkemi Archipel

Seedorf – Heimathafen Wieck 19,2 Sm

21. August 2015

Der Wecker ertönt um 07:00 am 21.08.2015. Kein Lüftchen weht. Leinen los und unter Motor in die Having. Bei Motorfahrt wird das Wasser im Boiler erhitzt und wir können gleich duschen und frühstücken.
Ab Tonne Reddewitz setzen wir 200° zur Ansteuerung Greifswald ab. Wenn kein Netz im Weg ist, laufen wir die nächsten 2 Stunden diesen Kurs.
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Seitdem wir den neuen Boden im Bad haben, gehen wir (nur noch) an Bord duschen. Bei dem ruhigen Kurs nach Greifswald können wir neben der Körperhygiene mit dem Vorpacken beginnen.
In der Hafeneinfahrt von Wieck sehen wir die bereits weit geöffnete Holzbrücke mit rotem Signal. Dahinter geht eine neue Fußgängerbrücke über den Ryck. Mit der “11:00 Uhr Brücke”, die ja geöffnet ist, wird der Fußgänger-Übergang an Land gezogen und wir können paassieren. Wir legen hinter der Brücke an und laut Auskunft des Brückenwärters geht die Ryck-Brücke nächste Woche zur Reparatur in eine Schreinerei. Wann diese wieder regulär öffnet, konnte er mir nicht beantworten. Nach dem obligatem Fischbrötchen bei Gurke fahren wir in den Heimathafen an die Tankstelle. Es laufen 42 l Diesel in den Tank und 2 leere Gasflaschen sind nach 6 Wochen Kochen und Backen gegen volle zu tauschen. Die Wartezeit an der Tanke nutzen wir, um unsere Plünnen, Kisten, Taschen und Segel bequem an Land zu bringen.
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Selbst der Basilikum von Elisabeth und unserer aus der Heimat hat die Segeltour im Blumenkasten überlebt.
Den Badegang am Steg nutze ich zum Säubern des Wasserpasses und Putzen des Rumpfes. Am späten Nachmittag kommt die nächste Chartercrew an Bord, die genesis ab morgen für eine Woche in den Bodden führt. Ein Rundgang über und unter Deck, Segel setzen, Technik und Motor erläutern und die Einweisung/Übergabe ist für die vier Herren beendet.
Wir verholen uns am Abend in das Cockpit und lassen den Törn Revue passieren. Morgen geht es mit einer Kaffeepause bei Michael in Berlin zurück nach Limmersdorf.

Sassnitz – Seedorf 30,8 Sm

21. August 2015

Ausschlafen ist angesagt und das klappt auch bis 09:00 Uhr heute am 20.08.2015. Unsere Stegnachbarn sind bis auf 3 Schiffe aus dem Hafen geflüchtet. Die meisten Segler waren seit 3, 4 bzw. bis zu 5 Tagen hier eingeweht. Da lacht das Herz vom Hafenmeister, wenn die Schiffe bereits in Päckchen liegen. Beim Fischer holen wir uns zwei Zanderfilets für das Abendessen. Wir legen erst um 12:30 Uhr ab; denn vorher weht kein Lüftchen. Um 15:00 Uhr gehen wir in das Landtief vor dem Wind und laufen die Rinne in Richtung West ab. Der Zwangsweg (hier die Schifffahrtsroute) gen Nord zur Tonne Reddewitz wird sportlich. Der Wind frischt auf 5 Bft. auf und ein schneller Halbwindgang folgt. Wir lassen es uns nicht nehmen, zum Abschluß auch in der Having nun gegenan zu segeln. Genesis nehmen wir hart an den Wind. In den Böen drücke ich sie bis zu 30° hoch in den Wind, um mit nur 3 Wenden die Gefahrentonne vor der Einfahrt nach Seedorf zu erreichen.
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Wir streichen die Segel und werden an Backbord von Uwe mit seinem Motorboot überholt, der mir gleich einen freien Platz an der Innenseite seines Forellenstegs zuweist. Gesagt, getan. Fest um 17:20 Uhr und zur Abkühlung geht es sofort ins Wasser. Als Anlegerbier gibt es anschließend bei Uwe und Monique ein Weizen für mich und einen Prosecco für Didi. Wir prosten uns gemeinsam zum Wiedersehen zu.
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Die Buchhaltung im Schiffsbüro fällt heute aus. Den Blog schreibe ich später. Jetzt gilt es diesen, für uns schönsten Anleger/Steg von Rügen zu genießen.

Skillinge – Sassnitz 71,8 Sm

21. August 2015

Um 02:00 Uhr heute früh hat jemand den Wind auf 12-18 Knoten heruntergefahren. Ich bin von der Ruhe im Schiff wach geworden. Die Wellen im Hafen werden kleiner. Kein Schaukeln, ohne Einrucken in die Festmacher finden wir erst jetzt am Morgen des 19.08.2015 den erholsamen Schlaf. Ab 08:00 Uhr hält mich nichts mehr in der Koje und wir klaren genesis zur Überfahrt nach Rügen auf.
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Der Ruckfender der Achterleine hat die Nacht nicht überstanden. Im Gegensatz zu den hier abgebildeten Ruckfender der Achterspring, der in der Welle fast 80 cm lang wurde, ist der Kollege gerissen.
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Pünktlich um 09:00 Uhr legen wir ab, drehen unsere Kreisel im Hafen bis alles verstaut und gesichert ist. Mit Vollgas nehme ich mit genesis die in der Hafeneinfahrt stehende Welle und es geht mit 110° zur Ansteuerungstonne. Mit einem Reff im Groß und der Selbstwendefock können wir die 5 Bft. aus Ost bei 200° Grad mit einem bequemen Halbwinkurs laufen. Nach 2,5 Std. liegen wir bereits vor dem Bornholmsgatt und suchen uns eine Lücke zum Queren der Autobahn der Berufsschifffahrt. Der Wind nimmt weiterhin zu und erreicht zwischen dem Adlergrund und der Baustelle vom Windpark in Böen 6 Bft. Ein 2. Reff ist schnell eingebunden und es geht mit einem 8er Schnitt weiter in Richtung Sassnitz auf Rügen. Nach 9,5 Stunden liegen wir fest vertäut im Hafen. Ziehe ich jeweils eine halbe Stunde für das Ein- und Auslaufen, Segel setzen, bergen usw. ab, hat uns genesis in 8,5 Stunden die 71,8 Sm irre schnell nach Sassnitz abgespult. Das sind im Schnitt fast 8,5 Knoten. Unterwegs habe ich die Kamera als Video für ein paar Minuten mitlaufen lassen und leider keine anderen Bilder geschossen. Mal sehen, ob ich den link in You tube einbinden kann. Heute gibt es zum Abendbrot viele Körner (Kohlehydrate) in Form von Nudeln.

Eingeweht in Skillinge – Tag 2

18. August 2015

Wir kommen schlaftrunken und ohne Schleudertrauma an diesem Dienstag, 18.08.2015, aus den Kojen.
Der Wind hat nicht nachgelassen und die Dünung im Hafen läuft weiterhin chaotisch durch die Reflektionen der Kaimauern in alle Richtungen.
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Es ist weiterhin sonnig und für uns zu windig. Die Hafenausfahrt möchte ich auch heute nicht passieren.
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Auf dem Weg zum Supermarkt sehen wir die Einfahrt aus Süd.
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Und beim Näherkommen sieht es noch gefährlicher aus. Zum Trost finde ich einen kleinen Fender, der sich irgendwo losgerissen hat und nun in der Slipbahn liegt.
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Schade das es hier keine Räder zu mieten gibt, um das Österlen, so heißt dieser Landstrich in der Provinz Skane, näher zu erkunden.
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So eröffnet Peter die Bastelstunde und tauscht Teile aus, die schon länger auf Ersatz warten und setzt die Festmacher und Springs nochmals um.
Mittlerweile haben Didi und ich unsere eigens mitgebrachten Bücher durch und wir tauschen nun, die bereits gelesenen untereinander aus.
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Didi liest im Cockpit und ich drehe ein Video mit der Kamera und der Achterbahnfahrt von genesis an der Kaimauer.
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Nur lesen macht müde. Also auf geht es zum Badestrand.
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Für Badende mit suicidaler Absicht scheint die Mole geeignet. Wir treten den Rückweg an und nehmen nochmals ein Bild von der Hafeneinfahrt mit.
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Hier kommen wir noch immer nicht heraus. Ich will um 15:00 Uhr den nächsten Wetterbericht abwarten.
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Jetzt habe ich Thomas Gottschalk´s “Herbstblond” schon zur Hälfte durch und die Zeit und den Wetterbericht im Buch lesend vergessen.

Eingeweht in Skillinge – Tag 1

17. August 2015

Montag, 17.08.2015, unsere Aussichten für heute und morgen sehen so aus:
Zwischen Skane – Bornholm – Rügen rauschen Starkwinde mit 14 m/sec = 8 Bft. heran, die wir hier im Hafen abwettern werden.
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Soweit der Plan. Im Masttopp zählt unser Windmesser bereits 36 Knoten Wind in der Spitze, und das im Hafen… Für die Landratten: Das sind bis zu 70Km/h.
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Aus dieser Hafeneinfahrt gehe ich heute nicht heraus. Dafür ziehen wir die Wanderschuhe an und folgen der Wegbeschreibung aus dem Hafenführer “Schweden 2” in Richtung Simrishamn.
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Laut dem Autor Harms Clausen sollen wir für den gesamten Weg nach Brantevik und zurück nur 90 Minuten benötigen. Nach meiner Straßenkarte ist der Hinweg bereits 10 Km lang.
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Das glauben nicht einmal die Kühe auf der Weide vor Gislövs Hammar, die uns auf dem Küstenwanderweg nur widerwillig vorbeilassen.
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Ich hüpfe am Ziel in Gislövshammar auf dem ehemaligen Steinbruch vor den anrollenden Wellen hoch. Aus diesen Löchern sind vor über 300 Jahren Mühlräder herausgebrochen worden. Wir kehren um und sind der Meinung, dass der Autor mit dem Bus gefahren sein muß.
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Ein Blick von Nordost auf die Hafeneinfahrt bestätigt unsere Entscheidung hier zu bleiben.
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Der Wetterbericht verkündet auch für morgen, Dienstag, den 17.08.2015 weiterhin Starkwind mit 7 Bft. und DWD meldet Böen bis zu 8 in der Südlichen Ostsee. Wir richten uns für den zweiten eingewehten Liegetag ein.
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Unseren Brotvorrat kann ich bei dieser Gelegenheit wieder sicherstellen.
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Den heißen Backofen vom Brotbacken nutzen wir für einen Auflauf mit dem bald ablaufenden Haltbarkeitsdatum der Krabben und des Räucherlachs mit Porree und Kartoffeln.
Mittlerweile haben die Wellen im Hafen den ersten Festmacher in der Lippöse durchgescheuert. Jetzt ist der Festmacher 2 m kürzer und wird nicht mehr durch die Lipp- (Scheuer) öse geführt. Die Schaukelei und das Vor- und Zurückschwingen von genesis in den Springs und den Vor- und Achterleinen mit dem gelegentlichen hartem Einrucken ist mehr als nervig.
Unser Schlaf wird immer wieder durch dieses brutale Einbremsen gestört und wir können uns vorstellen, im Bett ein Schleudertrauma zu erleben.

Karlshamn – Skillinge 47,8 Sm

16. August 2015

Der Wecker klingelt heute am 16.08.2015 um 04:00 Uhr und holt uns aus dem Schlaf. Der Wetterbericht von gestern Abend hat dieses frühe Aufstehen ausgelöst. Wir haben ein Wind(armes) Fenster bis maximal 14:00 Uhr. Bornholm ade. Hier soll es am Montag bis auf 8 Bft. hochgehen. Das neue Ziel heißt Skillinge; denn hier kommen wir bei starkem Ost wieder heraus. In Simrishamn oder Ahus wären wir eingesperrt.
Die Thermoskannen werden gefüllt und um 05:00 Uhr heißt es Leinen los.
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Mit dem Sonnenaufgang beginnt der Tag zu grauen. Im dritten Reff mit Bullenstander nehmen wir die 6 Bft. gelassen. (Für die Landratten: ca. 50 Km/h)
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Wenn nur das Achterbahnfahren in den Wellen-Auf-Ab nicht wäre. Um kurz nach 06:00Uhr lasssen wir die Insel Hanö an Backbord liegen. Im Lee der Insel ist das Frühstück schnell bereitet und das Brotschneiden endet unblutig.
Im Bereich der Gefahrentonne Längagrund haben wir den Windreher und kurzzeitige Abnahme der Stärke von Nordost auf Ost und können mit 220° die Ansteuerungstonne von Skillinge anlegen. Nur noch 2 Stunden sind für Didi zu “ertragen”
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Mit dem Ziel vor Augen vergeht die Zeit wie im Fluge. Die Hafeneinfahrt ist wie die ersten zwei Tore im Slalom, rechts, links und wieder rechts. Dann sind wir drin und die Achterbahfahrt ist um kurz vor 13:oo Uhr beendet.
zum Bergen der Segel und Anschlagen der Leinen und Fender geht es in das Beckén vom Fischereihafen, wo wir uns mit dem Heck in den Wind legen und in aller Ruhe genesis anlegebereit rüsten. 48 Sm in 8 Stunden mit An- und Ablegen ergibt einen 6er Schnitt mit der Minimalbesegelung. Danke genesis.
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Hat sich jemand bei der Reihenfolge der Flaggen etwas gedacht? Von links nach rechts oder verse visa?
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Wir liegen direkt vor der Hafenkneipe, die allerdings die Saison bereits beendet hat.
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Sicher angeleint bleiben wir hier bis Dienstag; denn morgen wird es noch heftiger. DWD spricht im 15:00 Uhr Wetterbericht von bis zu 8 Bft. in der südlichen Ostsee und klart.se geht von 16 m/sec im Bornholmsgatt aus, das wir auf dem Weg in den Heimathafen queren müssen.
Ich baue die Kuchenbude schon einmal auf und Didi erkundet den Ort.

Tjärö – Karlshamn-Väggahamn 7,3 Sm

15. August 2015

Die Melodie des Weckrufes hebt wie eingestellt an und ich schwebe aus der Koje. Wind um 5 Bft. am Liegeplatz und wie könnte es anders sein – aus Ost.
Genesis ist schnell startklar, der Kaffee in der Thermoskanne und ein Müsliriegel wird beim Ableger im Magen verdaut. Mit der achterlichen Spring und Unterstützung mit dem Bugstrahlruder drücken wir genesis durch den Wind und erhalten genügend Abstand vom Steg. Unterwegs sehen wir viele beeindruckende Schären, Hütten und Paläste in der Fahrrinne des inneren Schärengürtels.
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Wir lassen es gemächlich nur mit der SW Fock angehen und erreichen raumschots mit dem bißchen Segelfläche über 5 Knoten Fahrt. Wir sind viel zu schnell vor Karlshamn und drehen den Bug nach Norden, um die extrem schmale Hafeneinfahrt von Väggahamn anzupeilen. Von Weitem sieht es aus, als benötigen wir an beiden Seiten die Fender, um ohne Kratzer dieses Nadelöhr zu passieren.
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Vom Anleger aus mache ich nochmals ein Bild von genesis und der Hafeneinfahrt im Hintergrund. Jetzt kommt das zweite Frühstück auf den Tisch und wir erkunden den Hafen und die nähere Umgebung.
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Ein Reh mit Kitz überraschen wir beim Waldspaziergang und beide sehen in die Kameralinse. Im Fischladen am Hafen werden wir fündig: Frisch geräucherter Lachs und 2 übergroße Flunder finden den Weg in meinen Rucksack.
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Hoffentlich sind die Fische nicht mit diesen Messern ausgenommen worden….
Zum Mittagessen lädt Didi ein. Der gemischte Heringsteller oder besser die Variationen vom Hering kosten SKr 109,–. Das Glas (0,4l) Bier zum Fisch: 65 SKr = etwas über ? 7,–. Na dann Prost. Da lobe ich mir mein (Bier-) Franken.
Für morgen stecken wir bereits die Köpfe in die Karten und gehen die Optionen bei Nord-Ost oder Ost durch:
In einem Rutsch nach Hassle auf Bornholm oder die Ostküste herunter nach Simrishamn und wenn es gut läuft noch um die Ecke an die Südküste bis nach Ystad. Beide Kurse stecken wir mit ca. 80 Sm ab. Sollte der Wind unter 18 Knoten bleiben, lassen wir den Italiener fliegen und sind per Gennaker unter 10 Stunden am Ziel. Bei mehr Wind geht es dann eben mit kleinerer Segelfläche in 12 -14 Stunden etwas langsamer. Dann warten wir jetzt die Wetterberichte ab und machen das Schiff (starkwind-) klar für die Überfahrt. Im Moment weht es draußen in der Hanöbucht bereits mit 6 Bft.

Eingeweht auf Tjärö

14. August 2015

Heute, Freitag den 14.08.2015 bleiben wir (zwangsläufig) auf Tjärö liegen. Es bläst hier am Anleger bereits zum Frühstück mit bis zu 24 Knoten aus Ost und es soll nach dem Wetterbericht eher mehr als weniger werden. Wir nutzen die Pause für einen Rundgang um die südliche Inselspitze.
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In Lee der Insel gibt einen ruhigen Platz für ein Selfie.
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Wie die Rinder hier überleben, verschließt sich unseren Erkenntnissen.
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Wir sehen viel Dung auf den Wegen, aber keine Wasserstelle, Brunnen, Teich o.ä.. Das Gelände ist zwar eingezäunt, ein solarbetriebener elektrischer Weidezaun hält die Rinder im Zaum, nur wo ist der Wassertrog?
Zurück an Bord gehen wir unserem Müßigang nach: Lesen, Blog schreiben, Emails senden usw., usf..
Wenn es schon keine Kuhmilch auf der Insel gibt, kommt heute der Käse aus Schafmilch zum Griechischen Salat auf den Tisch.
Ein Panoramabild schieße ich mit dem Smartphone.
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Für morgen früh sagen alle Wetterberichte: DWD, Klart und der Däne einhellig nur 4-5 aus Ost zunehmend 6 am Mittag voraus. Dann ab in die Kojen und den Wecker auf 05:00 Uhr gestellt.

Karlskrona – Tjärö: 23,7 Sm

14. August 2015

13.08.2015, 10.30 Uhr legen wir ab. Die Sonne brennt bereits seit dem frühen Morgen und heizt genesis auf. Vom Liegeplatz der neu(en) renovierten Citymarina steuern wir in dem Nebenfahrwasser den Gastard an und nehmen Kurs auf die Hasslö Brücke. Anders als in der Karte und im Revierführer beschrieben, öffnet die Brücke in der Saison tagsüber (von 08:00 bis 20:00 Uhr) immer zur vollen Stunde.
Sollte kein Schiff vor der Brücke seine Kringel ziehen, kann unter 0046 (0) 455332240 der Brückenwärter angerufen werden. Die Nummern in der Karte und dem Revierführer sind veraltet und stimmen nicht mehr. Die freundliche Besatzung vom Hafenbüro Karlskrona hat uns die Nummer und Info gegeben.
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Nach der Brückenpassage um 12.00 Uhr werden die Segel gesetzt und es geht auf die freie Ostsee. Nach einer Geduldsprobe mit dem eher schwachen Wind, kündigt sich der Ostwind mit 3-4 Bft. an. Ab dem Hyperiosgrund laufen wir weiterhin mit 250° außerhalb des Schärengürtels. Der Ost nimmt zu und bläst nun beständig mit 5 Bft. Wir bleiben außerhalb und gehen nicht in die Rinne bei Ronneby bzw. später bei Vitaskär. Erst als Tarnö greifbar voraus liegt, setzen wir auf das innere Schärenwasser in Richtung St. Borren mit 25° ab.
Bei dem mittlerweile fast Starkwind gehe ich nicht vor dem Wind durch;
sondern mit einer Q-Wende auf den neuen Kurs in Richtung Tjärö. Ich habe kein Reff eingebunden, deshalb der Umstand mit dem Q.
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Die Schären in Luv lassen wir links liegen.
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Am alten Militäranleger wird ein Längsseitsplatz gerade frei. Mit der Warnung vor dem Stein, am Bug des Ablegers, bekommen wir redselige Informationen vom Skipper der achterlich liegenden HR 31. Die Lage des Steins ist am Anleger “blau” aufgemalt!?
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Falls auf dem Bild nicht zu erkennen; der dicke Brocken liegt 2 m hinter genesis Heck. Er ist ca. 2 m lang und bedroht bei 1 m unter der Wasseroberfläche Kiel und Ruder der Anleger.
Um 15:30 Uhr liegen wir festvertäut am ehemaligen Militäranleger.
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Didi geht auf Erkundungstour per pedes und ich fahre mit dem Schlauchboot die Bucht ab. Wir liegen an dem roten Punkt der Karte.
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Nach so viel Bewegung in der Natur wird heute gegrillt und das klassische Rollenbild findet sich heute an Bord wieder. Er grillt.
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Sie schnippelt.
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Emails mit Matthias aus den Blekinge

14. August 2015

Seit der Übergabe in Bergkvara läuft zwischen Matthias und mir ein reger Emailverkehr:
08.08.2015
Hallo Ihr 2 ,
wir haben unsere Fähre bequem erreicht und sind nach vollkommen stauloser (!) Fahrt um 23h gut wieder angekommen.
Ich habe vergessen zu sagen, daß ein voller Grillkohlebeutel in der Backskiste liegt.
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Hej Matthias,
unser erster Schlag, Luftlinie 24 SM, gegenan leider 34,5 SM von Bergkvara nach Sandhamn. Wie üblich stimmte der Wetterbericht nicht. Anstelle von umlaufend am Nachmittag erwischte uns ein Hochkeil mit 5 Bft und in Böen 6 aus SSW. Da wollten wir auch hin….
Nach gut 5 Std. Segelspass haben wir Deine Grillkohle geöffnet und unsere Rostocker Würstchen dem Feuer geopfert. Morgen steht, mal sehen was der Wetterbericht glaubt, Karlskrona auf dem Plan.
LG: Didi&Peter
09082015seekarte1
09.08.2015
oh, das geht ja zügig zurück, fahr innen durch, traumhaft schön, kommst auch an unserem Militäranleger vorbei, kannste ankern oder anlegen. Hab ich irgendwann mal in die Karte eingezeichnet, hat aber einer ausradiert, sieht man aber noch.
Karlskrona ist neu gemacht, alles sehr schick. Wir lagen in der Nähe der außen schwimmenden Kneipe, der schöne Außenanleger direkt hinter der Kneipe ist aber leider eliminiert. Und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel ! mb und crew
10.08.2015
Hej, Matthias,
wir liegen unterhalb des Textes See Note an dem schwarzen Ex Militär Brücke/Anleger. Natur pur.image
LG: Peter
Hallo Peter und Didi,
das ist genau der richtige Anleger! Schick mal ein Foto !
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(Hier ist ein Foto, nachträglich eingefügt, Peter)
Wir hatten vor 2 Jahren in der Bucht nördl. (etwa beim A von Abjörnahall) geankert, und dann den Militäranleger mit dem Schlauchboot abgelotet. Es liegt an der Ecke ein Stein, aber sonst ist er gut anfahrbar. Man kann von hier aus direkt in einem Schlag nach Hasle absetzen, (oder umgekehrt) und spart 10 sm, die man sonst nach Karlskrona reinfahren müßte. Von daher ist er eine super Abkürzungsvariante, wenn man direkt in den Kalmarsund will (bzw. in den Süden). Diesmal kamen wir ja eh von Karlskrona und sind gleich weiter nach Krisitianopel.
lg matthias und vollständige Crew (Unser Weltreisender ist vor 20 Minuten auch angekommen)
11.08.2015
Hallo Peter,
durch die Brücken kann man nicht, aber man kann, statt unten um die Insel Stenshamn herumzufahren, bei Torhamn in die Schären rein. Es ist eine enge Rinne, aber sehr gut betonnt, man quert kurz vor unserem Militäranleger eine Kettenfähre wenn ich mich recht entsinne. Landschaftlich sehr schön. Hier auf Google ist das nicht zu sehen, aber in der Seekarte ist es klar. Man muß natürlich dann wieder raus, um die ganzen Inseln mit Brücken zu umfahren.
hg matthias
PS wieviel Grad am Wind schaffst Du auf Kreuzkurs? Wir fanden 38 ist ideal, groß dicht und traveller ganz in Luv, fock dicht (aber unterschiedlich dicht auf beiden Bugs)
mb
13.08.2015
Hej Matthias und Familie,
die Fahrt bis Karlskrona habe ich bereits geblogged. Heute liegen wir vor Tjärö ohne WiFi, deshalb nur eine kurze Mail per Stick.
Wenn ich mit der Windfahne steuere gehe ich auch bis 38° an den Wind. 32° würde auch noch gehen, nur die Abdrift nimmt überproportional zu und die Geschwindigkeit ab. Man müßte das mal ausrechnen, VMG, Vektorrechnung usw., ob der Luvgewinn den Geschwindigkeitsverlust kompensiert.
Den Traveller “voll” nach LUV geht nur bei Schwachwind. Twist im Groß. Bei normalem Wind mittig oder leicht in Luv und ab 5 ohne Reff oder 6 mit Reff nach Lee, damit die Schot senkrecht unter dem Baum steht = flaches Segel / Brett; spart oft das nächste Reff wenn der Achterstagspanner und der Baumniederholer fest geknallt sind.
Morgen Nachmittag geht es nach Karlshamn in den Segelshop. Ich brauche noch Sachen zum Anziehen.
Wir haben im Moment und seit 3 Tagen schon Ost, der bis weit in die nächste Woche hinein bleibt. Besser können wir es nicht treffen. So bleiben uns mehrere Optionen für den Heimweg offen. So long, Didi & Peter
14.08.2015
Hallo Peter,
ich hab den blog gelesen, als alter Wissenschaftler mit Urherberrechts-Manie, sage ich, wäre schön gewesen, zu erwähnen, daß der Militäranleger Yttertön
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Insgesamt sind 4 Militäranleger/Vertäuungsplätze auf der Westseite (Peter)
MEINE ENTDECKUNG ist, muß Dich aber gar nicht stören, Du bist Segler, und kein Wissenschaftler, und Segeln ist Spaß, nicht Ernst.
Von da wo Ihr liegt, kann ich nur die Insel Ternö (oder so ähnlich) empfehlen, den Militäranleger, eingangs an Backbord, nicht den Steg. Aber Achtung: hohe Kunst der Schären-Navigation gefordert.
Schön, daß Ihr so prima Winde habt ! Wir wünschen Euch weiter super schöne Fahrt ! Matthias und crew
PS von Matthias am 14.08.2015: Es gibt einen großen Stein stbd an der Ecke des Militäranlegers, besser erst mit Heckanker mittig drangehen, die Lage peilen, und dann erst längsseits gehen, mb
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Zeichnung von Thomas Karlsson aus dem Natur- und Gästehafenführer zur Insel Tärnö mit Militäranleger, Krokken und Steg mit Bojen.
Hej Matthias,
ich habe zwar nicht wissen(t)schaftlich berichtet; nun aber einen Blog mit unserem Emailverkehr eingebunden, der DEINEN Anleger beschreibt.
Im Moment lassen wir uns in Tjärö einwehen. zwischen 18 und 24 Kn Wind aus Ost. So long, Peter
Hej Peter,
hab ich gelesen, danke für den Hinweis. Der Militärangleger auf Ternö, an dem wir lagen, ist der erste in der Bucht Lillekrok. Es gibt ein Klohäuschen, aber sonst nichts. Wasser gibt es erst an der nächsten Steganlage. Sehr einsam, aber sehr schön.
Tjärö ist ja der richtige Ort zum Abwettern ! so long Matthias

P. S. Peter am 14.08.2015: Ich habe den Blog jetzt nachträglich korrigiert.

Karlskrona Hafentage: 11.-13.08.2015

13. August 2015

Nach dem ersten Stadtrundgang zum Marinemuseum und ins Zentrum von Karlskrona genießen wir den Abend im Cockpit.
Die Kuchenbude ist zur Nacht schnell aufgebaut; denn es soll morgen regnen!?
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Danach sieht es im Moment nicht aus. Mal schau´n was der Morgen bringt.

12.08.2015 Karlskrona Landtag
Netterweise hat es nur in der Nacht ein paar Tropfen gegeben. Als erstes suchen wir heute Morgen den Fischladen auf und kaufen 3 frische Barschfilets, die in der Kühlung an Bord landen. Weiter geht es über den Fischmarkt in die Altstadt von Karlskrona. Hier stehen “kleine” Fischer- und Seefahrerhäuser.
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In den vielen Gassen hier oben auf dem Björkholmen geht mir die Orientierung für einen Moment verloren.
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Weiter geht es an der Werft (SAAB) vorbei in Richtung Marinehafen/Admiralität. Hier steht die größte Holzkirche Schwedens. Von Innen wie Außen aus Holz, Holz und nochmals Holz.
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Nach soviel Holz in der Kirche sind die Gallionsfiguren im Marinemuseum
auch mit Holz vor dem Balkon ausgestattet.
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Neben dem legendären U-Boot “Neptun” aus den 70iger Jahren, um das das Museum erbaut wurde, kann ich den Seefahrern unter meinen Lesern diesen Ort ans Herz legen. Die Ausstellungsgröße, Anzahl und Menge der Exponate und Schiffe, sowie deren Vielfalt habe ich in den deutschen Marinemuseen nie gesehen. Schade, dass viele Erklärungen nicht auf englisch sind.
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Nach soviel Augenschmaus suchen wir unsere Pantry auf und bereiten die Barsche mit Fenchel, Tomaten, Honig und Zitrone zu.
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Am Donnerstagmorgen klaren wir nach den Hafentagen auf und verschaffen uns nochmals einen Überblick von Karlskrona.
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Mit einer Hafenrundfahrt geht es am 13.08.2015 vormittags weiter in Richtung Westen.
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Ytterön-Karlskrona: 25,8 Sm

12. August 2015

Dienstag, 11.08.2015
Die Morgenstund hat diesmal kein Gold im Mund. Wir bleiben bis zum Mittag am Liegeplatz mit dem großen Pool vor der Badeplattform. Wie beschrieben, kommt der Wind konstant aus Ost mit 3-4 Bft. Jetzt die Gelsenkirchener Beflaggung abnehmen (Badetücher an der Reling) und genesis segelfertig machen. Mit Halbwind laufen wir aus den Schärengürtel hinaus auf die Ostsee und halten uns von den Gefahrentonnen weit südlich auf dem Schlag nach Aspö frei.
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Hier geht es wieder in das betonnte Fahrwasser des Ytteredden in Richtung Karlskrona. Vorbei an den Militäranlagen, der U-Bootsperre am Kungsholmen halten wir auf den in Sicht kommenden Fähranleger auf Verkö zu. Godnatt und Getskär passieren wir mit Abstand an unserer Backbordseite und bleiben im Hauptfahrwasser der Fährlinie. Die Hafenrundfahrt am Stumholmen (Schifffahrtsmuseum) entlang sparen wir uns für den Rückweg auf. Am Kalsholmen verlassen wir das Hauptfahrwasser und schwenken nach West in das Nebenfahrwasser zum Stadthafen ein. Hier ist Platz genug die Segel herunter zu holen und genesis auf den Anleger vorzubereiten. der Stadthafen hat neue Stege bekommen und sieht ganz anders aus, als in der Karte eingezeichnet. Die neuen Stege geben die maximale Schiffsgröße zum Anlegen vor. Bei unseren 12 m können wir bereits am ersten Steg/Ausleger an der Innenseite festmachen. Wie üblich liegen in den großen Boxen die kleineren Segler, die anscheinend nicht lesen können. Jetzt im August sind trotz der fehllieger genügend Boxen für genesis frei.
Die schönen Sonne nutzen wir nach der nur gut vier Segelstunden langen fahrt für ein Sonnenbad und gehen erst um 18.00 Uhr zur Anmeldung zum Hafenmeister.
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Wir entschließen uns für 2 Tage zu buchen. 220 SKR pro Nacht bei Top Serviceeinrichtungen. Neuer Steg, Wasser und Strom am Schiff; nagelneue zund saubere Sanitäranlagen; Sauna für m&w getrennt; Müllhaus mit Trennung und weil ein Haus, eben aus dem Blick und der Nase.
Auf dem ersten Stadtrundgang entdecken wir einen Fischladen. Hier wird morgen eingekauft und der Speiseplan umgeschrieben.

Sandhamn-Hästholm/Ytterön, Westseite, 7,8 Sm

12. August 2015

Montag, 10.08.2015
Wir bleiben den ganzen Vormittag in Sandhamn. Der Ort und die Bucht sind schöner als im Gästehafenführer von Thomas Karlsson beschrieben. Nachdem der Wetterbericht auf klart.se und der DWD von 3 Tagen Ostlage der Windrichtung sprechen, lösen wir die Festmacher und gehen unter Segel auf die Ostsee. Bei Torhamn tauchen wir in das enge Fahrwasser der Blekinger Schären ein. Erst nach der Seilfähre weitet sich das Fahrwasser und wir beschliessen einen Ankerplatz in Lee von Hästholma bzw. im Norden heißt die Insel Ytterön zu suchen. Frühe sind die Inseln durch einen Sund getrennt gewesen; deshalb die zwei Namen.
Matthias hat in seiner Email von einem (geheim) Tipp/Militäranleger gesprochen. Jetzt ist dieser nicht mehr geheim….
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Im Gäsefjärden mache ich den alten und verlassenen Militäranleger im Fernglas aus, von dem Matthias schreibt. Wir tasten uns vorsichtig mit dem Blick auf das Lot heran und können längsseits gut gefendert anlegen.
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Das Wetter und der Wind hält sich heute an die Vorhersage Wind aus Ost mit 2-3 Bft und Sonne pur.
Das nutzen wir zum Schnorcheln in der näheren Umgebung und Abtauchen des Schiffes.
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Im Heckbereich kleben backbord mehr Pocken als steuerbords oberhalb des Antifoulings an der Bordwand. Irgendwie habe ich den Eindruck, das genesis an Backbord tiefer liegt. Schon wieder Packen? Didi geht auf Erkundungstour und ich trimme den Heckbereich durch Umladen der Festmacher und anderer schwerer Dinge von Backbord nach Steuerbord.
Anschließend schrubbe ich die Pocken ab. Im Schwimmanzug ist diese Arbeit ein schweißtreibendes Vergnügen.
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Didi bringt von Ihrem Ausflug viele Bilder und Impressionen der Insel mit. Sie ist von den Ferienhäusern und Farben total begeistert.
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Die Bilder gibt es nach dem Abendbrot auf dem Bord-PC zu sehen. Den Sundowner nehmen wir im Cockpit vor die Linse und nehmen diese schöne Bucht mit in das Reich der Träume.
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Bergkvara-Sandhamn 35,5 Sm

12. August 2015

Sonntag, 09.08.2015
Nach dem Frühstück geht es um 10.30 Uhr hinaus auf den Kalmarsund. Wir motoren und sonnen uns im Cockpit.
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Nach fast 2 Stunden weiß der Wind endlich was er will. Er kommt jetzt mit 3-4 aus Süd. Die Segel sind schnell gesetzt und es geht kreuzend den Kalmarsund herunter. Ab 14.00 Uhr frischt der Wind weiter auf und dreht leicht auf SW. Mittlerweile haben wir 5 Bft. mit 6er Böen, die wir im 1. Reff abreiten. Nach der Logge kommen wir einmal auf 9,8 kn, sind im Schnitt aber mit 7 kn. unterwegs. Als wir die 5 Windräder am Ytragrund passiert haben, steht fest, dass wir unser gestecktes Ziel heute nicht mehr erreichen wollen und legen uns Sandhamn vor den Bug. Die Beschreibung im Hafenführer ist nicht ansprechend, aber von der Meinung des Autors abhängig.
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Aus den gekoppelten 24 Sm werden es über 35 Sm bis wir an der Mole in Sandhamn längsseits gehen. Mit Toiletten- und WiFi Code kommen wir nach Entrichtung des Liegeldes vom Hafenmeister zurück. 170 SKR ohne Strom.
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Im Hafen liegen nur 6 Schiffe dafür aber 18 Wohnmobile. wahrscheinlich ist im Wohnmobilführer dieser Stellplatz ausgelobt. Bei insgesamt 3 Duschen m&w ziehen wir unser Duschbad an Bord vor.
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Heute Abend wird gegrillt. Hinter uns liegt keiner, der sich über den Geruch aufregen könnte. Morgen geht es in die Blekinger Schären.

Übergabehafen Bergkvara

12. August 2015

Berbkvara, 08.08.2015
Zuhause ist großes Packen angesagt. Am Donnerstagabend werden die 6 Curverkisten gepackt. Bei der Hitze, 36° ist an ein Einladen nicht zu denken. Also wird am Freitagmorgen nach dem Frühstück das Auto beladen. Nur dreht sich mir vorher beim Zähneputzen die Implantatschraube aus der Zahnlücke. Nun geht es um 08.00 Uhr erst einmal zum Zahnarzt, der die Schraube wieder einsetzt und mir einen Spezialschraubendreher mitgibt, falls das gleiche Malheur nochmals im Urlaub passiert.
Um 09.00 Uhr geht es auf die Bahn. Vor Berlin entscheiden wir uns die B 96 zu nehmen. Auf den beiden Autobahnalternativen in Richtung Greifswald sind Staus gemeldet. Bei fast 40° im Schatten geht es +über die Landstarsse nach Greifswald. Um 15.00 Uhr sind wir im Heimathafen und wer kommt uns entgegen? Evi von der Harmonie. Die Crew ist nach über 3 Monaten wieder in den heimatlichen Gefilden. es gibt viel zu erzählen und gegen 18.00 Uhr nehmen wir von den beiden Abschied. Nun aber Umladen. Aus meinem Wagen werden unsere Sachen in den Bulli von Matthias befördert. Auf dem Weg zur Fähre kommt der Großeinkauf im Aldi und Marktkauf. Pünktlich kommen wir zum Fährterminal in Mukran und checken ein. In der wartezeit hole ich mir eine Mütze Schlaf. Kurz nach 23.00 Uhr legt die Sassnitz ab und es geht in die Nacht in Richtung Trelleborg. Die Konferenzräume sind leider verschlossen und so bereiten wir unser Deckenlager auf dem Fußboden im Salonbereich. Von den 4 Stunden Überfahrt schlafen wir höchstens 2 Stunden.
samsatg, 08.08.2015
In Schweden angekommen, fahren wir noch bis kurz vor Karlshamn und legen uns auf einem Rastplatz im Bulli schlafen. In Bergkvara sind wir bereits vor 09.00 Uhr und nutzen die Zeit bis zur Übergabe mit einem Frühstück in der Rezeption vom Campingplatz.
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Der Crewwechsel geht mit Aus- und Einladen ab 10.00 Uhr los. Matthias hat Recht. ich kann den Bulli quasi bis an das Schiff fahren und wir können in einer Kette der Hände unsere und Matthias Sachen trocken umladen.
Endlich sind die Ladezeiten vorbei. Soviel gepackt, verladen und umgeladen habe ich in 24 Stunden noch nie.
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Nachdem wir Klar Schiff haben, falle wir in die Kojen. Am späten Nachmittag erfrischt uns ein Bad in der Ostsee am Strand von Bergkvara neben dem Hafen und die Müdigkeit ist verflogen.
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Die erste Mahlzeit an Bord schmeckt nach der Schwimmübung umso besser.
Für morgen planen wir in Richtunmg Karlskrona zu segeln. es soll umlaufend schwachwindig sein. Ein guter Einstieg.

Gotland – Bergkvara / Enebacken

31. Juli 2015

Donnerstag, 30.07.2015 genesis ist auf dem Rückweg
Emailverkehr von und an Bord:
Gotland zum Festland schreibt Peter am 30.07.2015:
Hej Matthias und Crew,
innen durch bei den angesagten Winddrehern und ohne Karte ist ein no go. Nach aktuellem Stand vom klart.se müßett Ihr morgen sehr früh aufbrechen, um zumindest segelnd die Nordspitze von Öland anlegen zu können. Dann schlappt der Wind ab, weiß nicht wohin und woher er wehen soll; wahrscheinlich aus dem südlichen Quadranten und die Dieselgenua ist angesagt. Viel Glück mit den fair winds,
So long, Peter

Freitag, 31.07.2015, Byxelkrok
Hallo, in der Tat: die ersten 10 sm waren segelbar, der Rest gedieselt. Aber trotzdem gute Überfahrt, nur am Ende zog sichs. Jedenfalls Byxelkrok fest. Es sieht auch so aus, als bliebe es die nächsten Tage (SW) beim Dieseln.
Deutlich wärmer, immerhin. hg mb und crew

Samstag, 01.08.2015
Hallo Peter,
machst Du nun Urlaub mit Deiner Didi oder knallst Du nur das Schiff zurück?
Im zweiten Fall fahren wir dir das Schiff notfalls gegenan unter Motor wieder in die Hanö-Bucht. Im ersten Fall aber, empfehlen wir Dir und Didi wirklich ab Kalmar den Sund zu erfahren, es ist traumhaft, wirklich !!!! Egal ob Festlandseite (Schären) oder Öland. Man müßte 10 Wochen haben, um das alles zu erkunden. Diskutier das mal mit Didi.
Dein Schiff ist in perfektem Zustand. Bis auf die Macke, die das ältere Ehepaar reingefahren hat – heute war Gelegenheit, dieselbe deutlich zu vertiefen, ein Idiot diesmal mit Segelboot hat dieselbe Ecke avisiert, und es gelang uns nur mit vereinten Kräften, abzudrücken, Kugelfender usw. Schlimmeres zu verhindern. Und die hatten keinerlei Fender ausgebracht ! Leute gibt?s, das gibt?s gar nicht ! Da lob ich mir fast die alten Leute auf dem Motorboot, die haben wenigstens alles versucht, was sie konnten. Sag Bescheid für Törnplanung,
lg an Didi und Dich, mb
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Samstag, 01.08.2015
Hej matthias & Crew,
wir kommen gerade vom CC Platz nach Hause und starten gleich zum Gartenfest durch. Deshalb jetzt nur ganz kurz bevor wir Morgen die Seekarten wälzen:
Ich komme mit Didi. Wir nehmen die Fähre Sassnitz-Trelleborg und sind bereits um 03.15 Uhr (unausgeschlafen) am Samstagmorgen in Schweden, d. h. wir legen uns 2 Stunden auf die Sitze, bevor wir weiterfahren.
Komme uns soweit wie möglich entgegen. Auf jeden Fall südlicher als Kalmar. Zwischen Kristianopel und Kalmar müßten 1 oder 2 Häfen sein, die nah an der A 22 liegen und eine Tankstelle haben. Namen weiß ich nicht aus dem Kopf; werde morgen einmal den Havenguiden Schweden befragen.
Für die 10 Wochen nehmen wir uns nach dem Arbeitsleben eh die Zeit länger in den Schären zu verweilen . Unsere Stegnachbarn kommen nächste Woche nach 3 1/2 Monaten Segeln in der südlichen Ostsee und anschließender Fahrt durch den Götakanal zurück. Auf die spannenden Berichte bin ich gespannt. So wie es aussieht treffen wir die beiden Segler von der Harmonie am kommenden Freitag.
So long, Peter
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Sonntag, 02.08.2015, Sandvig
Hej Peter,
in der Anlage ein Foto der Genesis-Crew am nördlichsten Punkt ihrer Reise, auf der Insel Farö nördlich Gotland, mit dem historischen 34 Jahre alten Volvo !
Der Hafen neben der Autobahn, den Du meinst, ist Bergkvara, wäre ohnehin auf unserem Törnplan gewesen und soll schön sein. Das ist mit dem Auto ca 30 km hinter Karlskrona, und erspart uns in der Tat, um die ganze Südostecke herum zu segeln. Das ist für uns ein großer Vorteil, und Ihr könnt von dort aus Süd- Öland erkunden, wenn ihr wollt.
Elisabeth fragt, wann Ihr schätzt, daß Ihr da seid, wegen Schiff putzen usw.
Wir sind wieder in Sandvik: Nach dem gestrigen Motortag hatten wir die Nase voll vom Dieseln und haben heute gegenan gekreuzt. Wir hatten einen super-Segeltag, aber natürlich sind wir direkte Linie ganze 17 sm weit gekommen, obwohl wir fast 30 gesegelt sind. Wir wollten eigentlich noch weiter nach Mönsteräs, aber der Wind hatte so eingedreht, daß wir ohne endloses Kreuzen da nicht hingekommen wären. Stattdessen hat uns der drehende Wind Sandvik vor den Bug gelegt, und da sind wir dann auch rein. Fahren wir halt morgen nach Münsteras.
so long, schöne Grüße an Didi, matthias und crew
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Hej Matthias,
klingt doch gut. So machen wir das mit der Übergabe in Bergkvara-Enebacken. Der Hafen sieht im Hafenführer einladend aus. 2,5 m tief, Bojenplätze, Hafenmeister: Ove Karlsson 0709-415567, Dieseltankstelle, WiFi, Cafe, Restaurant usw. + Campingplatz und an der westlichen Kaimauer kann man direkt vor dem Liegeplatz parken.
An Elisabeth: Wenn wir um 03.15 Uhr die Fähre verlassen und uns 2-4 Std. hinlegen, brauchen wir anschließend mindestens 3 Std. bis zum Hafen. Vor 10.00 Uhr brauchst Du nicht mit uns rechnen. Wahrscheinlich sind wir zwischen 10.30 und 11.00 Uhr in Bergkvara.
Gibt es noch einen Rest Grillkohle und Anzünder an Bord oder soll ich besser meine Kohle von Zuhause mitbringen.

Montag, 03.08.2015, Monsteräs
Ich schrieb schon, daß uns der Wind wieder Sandvik vor den Bug gelegt hatte. Der hervorragende Fischladen ließ uns nicht im Stich: Ein weiterer Steinbutt landete in der Pfanne. Und Räucherfisch wurde für den Rest der Fahrt gebunkert, alles zu lächerlichen Preisen.
Nachzutragen bleibt, daß wir uns heute morgen von Sandvik bei starkem seitlichen Wind mit einem perfekten Ableger verabschiedet haben (was man von unserem ersten vor einer Woche nicht sagen kann) – so langsam machen wir uns mit den schwedischen Heckbojen-Manövern vertraut.
Getreu unserem Motto, möglichst nicht wieder Dieseln, kreuzten wir weiter, und der von SW auf S drehende Wind legte uns unser Tagesziel Mönsteräs quasi umsonst vor den Bug. Bemerkenswert ist, wie gut die SW Fock dicht am Wind funktioniert, wir machten bei 6 kn Wind 4 kn Fahrt. Seit der Änderung der Schotführung ist der Steuerbord Bug allerdings besser als der Bb Bug. Auch muß man beide Bugs unterschiedlich trimmen (Bb dichter als Stb) Fürs Trimmen ist allerdings unser “neuer Maat” Alexander verantwortlich, und dessen Regatta-Erfahrung macht sich da durchaus bemerkbar.
Dann das Schärenfahrwasser nach Mönsteras. Es wird in den Revierführern als schwierig beschrieben, also strich ich vorsichtshalber draußen die Segel. War aber überflüssig, es ist ein gut betonntes Schärenfahrwasser mit ein paar kniffligen Passagen, aber gar kein Problem ? morgen segel ich da raus.
Abenteuerlich aber war die Anfahrt zu unserem Hafen, dem Monsteräs Segelklubben, ca 4 km vor der Stadt an Backbord. Im Revierführer ist beschrieben, daß man, sobald man das Fahrwasser verläßt, die roten Untiefen-Baken unbedingt an Bb lassen muß. So weit, so klar, aber was tun mit einer Kette von roten Bojen, die absolut mit nichts kompatibel waren, was da geschrieben stand. Ich bin also in Schleichfahrt da durch, und ließ manche an Steuerbord liegen, den Blick gebannt auf dem Tiefenmesser. Erst im Hafen hat sich das Geheimnis gelüftet: Die roten Bojen markieren der Parcours der letzten Opti-Regatta des Vereins und haben nicht mit der Anfahrt zu tun !!
Ansonsten ist das definitiv der ruhigste Hafen, den wir auf dem Törn angelaufen haben: Wir sind das einzige bewohnte Schiff, und das Wasser ist so ruhig, daß garantiert keinerlei Plätschern zu hören sein wird. Und landschaftlich traumhaft schön !! und Sonnenuntergang !
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Alles ist vorhanden: gute Sanitär Anlagen, alles ohne Code offen, Strom, Wasser und ein Zettel an der Pinnwand auf Deutsch, der sagt, daß dieser Hafen sagenhaft billige 120 Kronen kostet ? bloß , wo und wem man die bezahlen soll , ist nirgendwo beschrieben. Wir wollen diesen netten Segelklub nicht betrügen und werden morgen einen Umschlag mit vielem Dank von der Crew der Genesis ? an die Pinnwand hängen !!
Wir haben uns mit Mühe in eine Fingersteg-Box gezwängt, und wie üblich ragt die Genesis zwei Meter über die schwedischen Schiffe hinaus.
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Erst nachher ist uns die Idee gekommen, daß man sich auch ganz einfach längsseits an die Außenmole legen kann, denn draußen ist es genauso ruhig wie drinnen, also fürs nächste Mal merken. Ansonsten hat der berühmte Genesis-Grill wieder seinen Dienst getan (schwedisches Flint-Steak)
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und Alexander will im Gegensatz zu seinem Bruder die ganzen Segelscheine machen und ein Skipper werden.
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Morgen sagt klart.se günstige Winde gen Süd voraus, und wir werden die nutzen?
so long Matthias und Crew

Hej Matthias,
ein kurzer Hinweis vom Blog der Harmonie aus dem Mai 2015:
??.Bergkvara ist ein süßer kleiner Ort und der Hafenmeister ist sehr hilfsbereit. Beim Anlegen stimmten leider die Angaben im Hafenhandbuch nicht und wir saßen fest und mussten uns nochmal verlegen. Aber dann passte alles.
Ein Rückblick auf den Hafen: Ein super netter und hilfsbereiter Hafenmeister und ein irre schnelles wlan Netz. Leider ist der Hafen für uns zu flach. An der Außenmole sind wir aufgesessen??
Der Tiefgang der Harmonie liegt bei 2,00 ? 2,05 m je nach Beladung. Der der genesis bei 1,95-2,00m.
Also taste Dich vorsichtig hinein, obwohl lt. Hafenführer bis zu 2,5m sein sollen. So long, Peter

04. und 05.08.2015: Timmernabben
Hej Peter,
endlich schwedischer Sommer und heute morgen: Totenflaute
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Also hat die Crew beschlossen, gleich in den nächsten Schärenhafen einzulaufen: Timmernabben. Gute Idee: landschaftlich noch schöner als Mönsteräs, noch billiger (100 SEK inkl Strom), wir liegen direkt am Hafeneingang, können vom Boot aus schwimmen und das Wasser ist gefühlt 5 Grad wärmer (real nur 2 Grad, aber zwischen 17 bund 19 macht das viel aus.
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Der Hafenmeister spricht perfekt deutsch. Wir sind natürlich wieder der einzige Gastlieger und das einzige bewohnte Schiff, aber in der Hauptsaison, da ist hier viel los, sagt er, da sind nicht selten bis zu fünf (!!) Gastlieger hier ! Für Alexander das beste: Minigolf in fußläufiger Entfernung, für alle sehr schön : traumhafter Sonnenuntergang, Natur pur, mit “Ballett” von springenden Fischen direkt neben der Yacht, Entenprozessionen u.v.a. mehr.
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Eben hat die Crew beschlossen, morgen hier zu bleiben, wenn das Wetter so schön bleibt. Schlauchboot raus und paddeln. Inseln erkunden. Nachteil der Natur: heute morgen hat ein Kormoran das Schiff mit tintenschwarzem Kot belegt ? das Schiff war schnell wieder sauber, aber wie die Flecken aus dem hellen Segelsack rausgehen sollen, wissen wir jedenfalls nicht.
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Danke für den Hinweis Tiefe Bergkvara, werde mich “reintasten”. so long Matthias und Crew

hej Peter,
die schwarzen Flecken der Kormorane sind über Nacht verschwunden, frag nicht wieso.
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Wir haben mit dem Schlauchboot die Kormoran-Insel erkundet, phänomenal, eine weiße Wüstenlandschaft, der Kormoran-Kot tötet alles, wird aber weißlich.
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Außerdem Schwimmen, Minigolf usw. bei sehr warmem Wetter. Der schwedische Sommer fängt an.
Nachdem wir uns heute zum dritten Mal verlegen mußten, weil die rote Box, die angebliche frei war, nicht frei war, weil der Mieter zurückkam, und wir zuvor schon die grüne Box verlassen mußten, weil sie hätte rot sein müssen, sind wir schließlich an den nördlichen Außensteg gegangen, weil der Innensteg inzwischen von 2 anderen Gastseglern belegt war. Der sehr freundliche Hafenmeister (spricht wie gesagt perfekt deutsch) hat uns dafür die Liegegebühr erlassen, die allerdings eh nur 100 SK inkl Strom beträgt.
Wir können diesen Hafen nur empfehlen, landschaftlich wirklich sehr schön, sehr netter Hafenmeister, die Waschräume sind sehr weit weg, aber dafür sind 2 Fahrräder im Preis inbegriffen (allein dafür hatten wir in Sandvik 120 Konen bezahlt, pro Tag und pro Rad versteht sich, zusätzlich zur Liegegebühr). Unser Rat an alle, die gen Kalmar rauschen: Wenn Sie nicht unbedingt was in Kalmar (Liegeplatz 260.-) zu tun haben, segeln Sie die paar Meilen weiter nach Timmernabben, aber legen Sie sich von vornherein an den nördlichen Innensteg, solange er noch frei ist.
Man liegt hier genausogut wie in den Boxen, auch außen liegen wir im Moment sehr ruhig, weil es windstill geworden ist, und über Nacht wird keiner mehr einfahren, denn das Fahrwasser ist nur bei Tag navigierbar. Morgen je nach Wind weiter? Matthias und Crew

Donnerstag, 06.08.2015: Timmernabben
Halle Peter,
wir sind in Morbylänga. Eigentlich nicht auf dem Törnplan, wieder mal war es der extrem drehende und wechselhafte Wind, der uns diesen Hafen vor den Bug gelegt hat. Sehr guter Segeltag, von den 30 sm seit Timmernabben sind wir nur 6 motort, um Kalmar herum, weil der Wind einschlief, um umso heftiger aus S aufzufrischen, also Kreuzkurs. Aber nun zum Hafen. Er ist riesig und ist nix drin, drei Gastlieger, sonst nur ein paar einheimische Boote, Tiefgang reichlich. Er wird vom örtlichen Segelcub betrieben. Er ist phänomenal gut geeignet, mal einen Anlieger nur unter Segeln zu probieren, hab ich nicht gemacht, wußte ich ja vorher nicht. Man kann hier kringeln ohne Ende, bis alles klar ist.
Die Ästhetik dieses Hafens ist nicht besonders einladend: alter Industriehafen mit alten Silos. Aber der Service: Es ist servicemäßig der beste Hafen, den wir je angelaufen sind. Flatschneue Service-Gebäude, die zum Duschen nur der schönen Duschen wegen einladen, liebevoll dekoriert, 20 Meter vor dem Schiff, Badeplatz, direkt vor dem Steg, phänomenal. Wir bleiben in jedem Fall zwei Nächte. 180 Kronen incl. Strom, normaler Preis. Der Hafenmeister wechselt jede Woche (Vereinshafen), wir sind ausgerechnet auf einen deutschen Hafenmeister aus Baden gestoßen, der hier lebt. Er erwartete uns schon am Steg, um zu helfen. Eine Seltsamkeit dieses Hafens: Man legt an der Boje schräg zum Steg an, anders formuliert, die Schiffe parken nicht gerade, sondern wie auf vielen Autoparkplätzen schräg.
Wir haben zu Sicherheit einen Fender am Steg ausgebracht.
hg matthias und Crew

Bergkvara, Freitag, 07.08.2015
hej Peter und Didi,
Vieliecht habt Ihr ja auf der Fähre Internet, um diese letzte mail dieses Törns zu empfangen. Wie liegen sehr bequem zum Crewwechsel klariert, vollgetankt und längsseits an der Pier vor der Tankstelle. Du kannst mit dem Auto rückwärts quasi auf das Schiff fahren. Was vielleicht sinnvoll ist, wenn es regnet, die Heckklappe tatsächlich über oder dicht an die Plicht zu fahren. Im Moment regnet es, es sollte erst morgen früh regnen. Vielleicht regnet es ja morgen nicht mehr. Jedenfalls sind wir bereit und sitzen auf gepackten Koffern bis auf die paar Sachen für die Nacht und fürs Morgenbad.
Für Elisabeth war die Aufräumaktion diesmal sehr streßfrei, wir sind mit gutem Wind hier um ca 13 h eingelaufen, haben getankt und gegessen und dann geputzt. Alex und ich außen, Elisabeth innen. Dann waren wir baden, Minigolf spielen und essen. Es ist sehr schön hier. Es gibt vorgelagerte Schären, die man mit dem Paddelboot erkunden könnte.
Wir wünschen eine gute Überfahrt und gute Weiterreise !
bis morgen, Matthias und Crew

Ronneby – Gotland

30. Juli 2015

Nachdem ich genesis in Ronneby an Matthias übergeben habe, sendet er mir sporadische Emails über sein Vorankommen und berichtet von unterwegs.
Hallo Peter schreibt Matthias am 21.07.2015
wir sind über den sehr schönen Hafen Kristianopel heute nach Kalmar gefahren, mit südlichen Winden. Ich habe mich mit dem gerefften Groß schieben lassen. Der Wind frischte bis 25 Kn in Böen auf, da habe ich die Fock weggenommen. War trotzdem schnell genug, bis zu 8,5 Knoten, aber ziemliche Steuerei wegen der Welle, der Autopilot war teilweise überfordert, die Welle auszusteuern.
Der Hafen Kalmar übervoll, wir haben einen allerletzten Platz an der Außenseite bekommen.
Hier haben wir aber nun die Karte “Götland Nord” in dem Riesen-Laden gefunden. Es ist aber eine Einzelkarte im Großformat, was anderes gibt’s nicht.Gotland Süd und Öland Ost gibts auch nicht, weil es keine Yachthäfen gibt. Nur Riesenkarten für die Berufsschiffahrt. Immerhin steht damit Gotland offen.
Das Wetter soll besser werden, heute war es ziemlich kühl und ein paar Tropfen Regen haben wir auch mitgekriegt. Sehr praktisch ist die Kurzfassung der Kuchenbude, die wir hier erstmals aufgebaut haben.
Und die Heizungen sind hervorragend.
Jetzt sagt klart.se nur noch schwache Winde voraus, viellicht weiche ich auf die Genua aus.
Für Deine Mitseglerin: Einen Handschuh haben wir trotz Suche in den Ritzen nicht gefunden.
Schöne Grüße matthias und crew
Am 22. Juli 2015 um 22:09 schrieb Matthias:
hallo,
wir machen hier in Färjestaden Station, um Öland zu besichtigen. Der Hafen liegt genau gegenüber von Kalmar.
Wenn es auf Kalmar als Übergabeort hinausliefe, wäre das der ideale Hafen:
— ein sehr netter kleiner Vereinshafen
— man kann mit dem Auto zum Schiff fahren
— viel billiger als Kalmar (180 SEK statt in kalmar 260.- jeweils inkl. Strom)
— und falls man sich verpaßt: eine lustige Hafenbibliothek mit vielen interessanten Büchern, es reicht vom Liebesroman über germanistische Literatur über den Begriff der Romantik bis zu Ratgebern wie “Wie werde ich mann und Vater”. Alles da.
Von hier aus haben wir heute mit dem Bus den Hauptort Borgholm besichtitgt, mit altem und neuem Schloss. Als wir den vollgestopften, wimmligen und lauten Hafen von Borgholm sahen, waren wir sehr froh, dem Rat eines Skippers gefolgt zu sein und hier zu liegen und Borgholm dann zu überspringen um direkt nach Sandvik zu laufen. Aber morgen blieben wir noch und erkunden mit dem Bus den Süden der Insel.
Am Abend hat ein Motorbootfahrer die hintere Ecke backbord angeschrammt. Die Beschädigung ist kaum zu sehen, ca. 5 cm. In der Anlage ein Foto. Ich weiß nicht, ob das überhaupt lohnt, aber ich habe Namen und Adresse des Fahrers aufgenommen. Er wird es seiner Versicherung melden. Kann man nix machen, er wurde vom Wind vertrieben. Und davon haben wir immer noch reichlich.
Schöne Grüße Matthias und Crew
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Hej Matthias,
schön das Ihr schon so weit gekommen seid.
Als wir 2013 in Borgholmen lagen, waren nur 3 Schiffe im Hafen…! (Ende August)
Kollision:
Die Schramme geht durch die äußere Schicht des Gelcoats bis auf das Laminat. Dieses ist auszuschleifen, anschließend zu spachteln und dann zu polieren.
Geschätze Kosten zwischen 300 und 500 EURO für die ca. 5-8 Std. Arbeit vom Bootsbauer. Materialaufwand ist gering, aber die Arbeitszeit.
Hast Du ein Protokoll angefertigt?
Hat der Verursacher das Protokoll unterschrieben?
Hast Du noch mehr Fotos? Zum Beispiel vom Schaden am Motorboot und ein hochauflösendes Bild von der Stelle an der genesis?
Schaue in den Ordner Bootspapier/Bedienungsanleitungen unter Versicherungen nach, was Du tun musst.
Sonst bleibst Du auf dem Schaden sitzen.
Übergabe:
Unsere Kollegin kommt am Montag wieder zum Dienst. Mal schauen, wie Sie die Arbeiten erledigen kann.
Kalmar ist zu weit. Über 3 Std. Autofahrt von Ystad bzw. 3 1/2 von Trelleborg.
Versuche südlicher zu kommen; in die Blekinger Schären nach Karlskrona, Hasslö oder Ronneby zum Beispiel. Das spart uns über 100 KM und 1-2 Std Autofahrt.
So long, Peter und Gruß an die Crew
Matthias:
Kollision: ja das haben wir alles gemacht. Dont worry about that.
Weit gekommen: Schon, aber jetzt pfeffert es hier, 20 + x Knoten, ich bin heilfroh, daß wir nicht ausgelaufen sind. Das stand so überhaupt nicht bei klart.se. Das Schiff hängt schräg in der Box, und schwankt, Welle im Hafen, morgen mal sehen, ob wir überhaupt hier wegkommen.Morgen soll segelbar sein, angeblich. Dann soll übermorgen hier ein Sturmtief durchkommen. Dann hängen wir eh fest.
Schön, daß es offenbar mit Eurem Urlaub doch was wird! Ich kann nur Öland empfehlen, eine sehr schöne und interessante Insel. Heute mit dem Bus mal nach Süden gefahren, zu den Steingräbern, Hinkelsteine wie in Stonehange, aber in Schiffsform, interessant, daneben die Steppenlandschaft Stora Alvaret. Das lohnt schon allein einen Schweden-Urlaub.
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Hallo Peter, hier sind die Protokolle (Vor-und Rückseite), unterschrieben von beiden Seiten, und noch Fotos von den Schiffen. Die Versicherung heißt Svenska Sjö. Er sagte, er meldet den Schaden dort.
Die Formulare in dem Ordner sind sämtlich “Vom Vercharterer auszufüllen”. Wenn Du willst kann ich Dir so eins auch noch ausfüllen.
Heute mit sehr gutem Wind angenehm bis Sandvik. Hier werden wir wohl abwettern.
Schöne Grüße Matthias und Crew
Hej Matthias,
Deine Emails von Freitag sind auf meinem Firmenserver gelandet. Deshalb keine Antwort am WE von mir.
Heute sollte bei Euch in Sandvig das Schlimmste überstanden sein.
Das nächste Tief nimmt allerdings schon die Verfolgung auf. Den Starkwind hatten wir bei unserem Straßenfest am Samstagabend stundenlang zu ertragen. Eine windstillere Mulde in der Wiese vor einer hohen Hecke hat uns gut abgeschirmt.
Bei uns gab es allerdings nur Böen bis zu 8 Bft. In NRW sah die Sache schon dramatischer aus.
Mein Schwager berichtete aus Gütersloh, dass er auf seinem Windmesser 11 Bft abgelesen hat.
Die umgestürzten Bäume sind bei voller Blätterpracht mit dieser riesigen Angriffsfläche dem Sturm zum Opfer geworden.
Ich hoffe bei Euch Zuhause stehen die Bäume noch dort, wo Ihr sie in Erinnerung habt.
Kollision:
Ich sende heute Nachmittag die Unterlagen an meine Versicherung und lasse mir vom Bootsbauer, der diese Woche noch segelnd im Urlaub ist, ein Angebot erstellen. LG: Peter und an die Crew
Matthias am 27.07.2015: Hej Peter,
vorab: sag mir mal die Adresse, die Dich auch am Wochenende erreicht. Ich setze mal alle mir bekannten Adressen in die Kopfzeile.
Vielen Dank für die Sturmmeldung aus den heimischen Gefilden NRW, wir werden mal unseren Nachbarn anrufen, und fragen, ob unser Ort betroffen war.
Wir haben die beiden Stürme (einen aus Ost und einen aus SW) in Sandvik sehr angenehm abgewettert. Der erste Tag ging mit Besichtigungen vor Ort (bemerkenswerte Mühle komplett erhalten !), Minigolf und baden drauf, am zweiten Tag haben wir uns Räder gemietet und eine schöne Rundfahrt gemacht (die älteste Kirche Ölands in Källa, Kalksteinbrüche und antike Schleifmühle am Kustvägen). Das Beste an Sandvik ist aber der Fischladen direkt neben dem Schiff: gestern leckeren Steinbutt, und heut frischen Hering, und einen Vorrat an Geräuchertem, alles spottbillig.
Heute nun ein typisch schwedisches Abenteuer. Wir sind mit bestem Wind gesegelt, und weils so gut lief, haben wir den Hafen Bryxelkrok liegen gelassen und sind in die Norra Udde nach Nabbelund gelaufen. Der Hafen steht ganz normal im Führer, aber er ist völlig verlassen und einsam, alles ist geschlossen, das Gelände ist umzäunt, man kommt nur als Fußgänger durch einen Schleichweg raus. Außer uns liegen hier nur ein paar eingemottete Boote und eine große Dufour, die es wohl auch hierher verschlagen hat. Schon in Sandvik lagen wir ja nur mit 5 Schiffen, aber die waren wenigstens aktiv, aber hier ist totale Einsamkeit. Dafür kann man hier prima baden, das Wasser ist deutlich wärmer als im Sund. Kein Strom, also wurde erstmals die Dieselheizung benutzt.
Morgen gibt’s einen Regenschlag nach Visby, die vorhergesagten Winde sind gut. Dort werden wir einiges zu besichtigen haben. Dann warten wir schon langsam auf den Wind retour.
Schaden: was ein Glück, daß ich bei dem Schaden an Bord war ! Sonst hätten wir den Kratzer vermutlich gar nicht bemerkt.
Liebe Grüße Matthias und crew

hallo Segelspider schreibt Matthias am 28.07.2015
wir sind in einem eher durchwachsenen Schlag (3 Stunden motoren in strömendem Regen, aber anschließend dann doch mit gutem Wind segelnd und trocken) in Visby eingelaufen.
Das Schiff ist in sehr perfektem Zustand, vielleicht im besten überhaupt in den 6 Jahren, in denen wir die Genesis segeln. Wir haben prophylaktisch vor dem Festmachen die Toilette ausgesaugt, mit dem Sugtömning, den es hier gibt. Es hat sich auch einiges an Papier wieder fest gesetzt, jetzt ist jedenfalls die Toilette glasrein. Es gibt nichts, was meldenswert wäre, irgendwann hab ich den quietschenden und knarzenden Lümmelbeschlag gefettet, wie jedes Jahr, und wie jedes Jahr hab ich das Sprayöl nicht gefunden, obwohl ich sicher bin, daß welches an Bord ist, egal, ich habs wie jedes Jahr mit dem guten Schmieröl gemacht. Quietscht nix mehr.
Auch die verkleinerte 3-mann Crew hat sich perfekt eingespielt, Alexander turnt da vorne rum wie weiland Johannes, trimmt die Segel wie weiland Johannes, oder besser, er ist eben ? im Gegensatz zu Johannes ? ein Segler mit viel Regatta-Erfahrung. Also die Crew ist dem Schiff gewachsen oder mit dem Schiff gewachsen oder so.
Von daher der neue Törnplan: Wir bleiben zwei Tage in Visby, morgen besichtigen wir die Stadt, übermorgen mieten wir einen 80er Jahre Volvo, den es hier gibt, und dann geht?s in eher großen Schlägen retour. Wir haben in 6 Schlägen 175 sm geschafft, das sind 30 pro Schlag, selbst Elisabeth meint, daß wir uns zurück durchaus mal größere Schläge zumuten können.
Warten wir also , was der Wind dazu sagt. Herzliche Grüße, auch an Didi, Matthias

Hej Matthias, hej Crew,
ich habe gerade nachgerechnet, aber 6 Jahre? Von 5 Reisen, diese eingeschlossen, weiß ich:
Bornholm, Blekinger, Stockholm, Göteborg und jetzt Gotland.
Habe ich eine übersehen oder vergessen?
Ja, ja die Schiffe; je oller – je doller.
Nach 3-5 Jahren sind die Kinderkrankheiten eines Werftbaues ausgemerzt,
die stehenden und laufenden Verbände und das Gut haben sich eingearbeitet,
auch wenn der Lümmel knarzt; (setzt den Baumniederholer mehr durch)
Und wenn die ?alten? Charterboote gepflegt, gereinigt und jährlich poliert werden, sieht man das Alter nur in den Papieren stehen.
Ich würde zukünftig auch kein neuwertiges Schiff chartern; sondern nur ?gefahrene? Boote.
Was da bislang nicht kaputt ging, schaffe ich dann auch nicht.
Toilette:
Ich halte meine Gäste an, mind. 20x mit Wasser und entsprechend mind. 20 ohne/trocken abzupumpen.
Mit dem Papier ist das so eine Gewohnheit. Wer Zuhause 2-3m verbraucht, kann sich kaum auf 2-3 Blatt umstellen.
Wir nehmen für das Groß immer Hygienetücher (waren bei der Übergabe an Bord) und entsorgen diese griechisch,
d. h. im Müllbeutel?.
Das Waffenöl, Caramba oder MO 40 steht in der violetten Kiste backbord in der Back.
Törnplan:
Wenn Elisabeth mehr Meilen möchte, solltet Ihr von Visby bzw. der Südspitze von Gotland Brugswiek oder Klintehamn bis zur Südwestspitze von Öland nach Grönhogen oder so ähnlich segeln.
Bislang hattet Ihr außer beim Abwettern fair winds. Wenn das so bleibt, sind 50 sm bei Halbwind oder raumschots in 8 Std. locker zu segeln.
Viel Spaß und gutes Touristenwetter mit fair winds in der zweiten Urlaubshälfte wünschen Euch Didi&Peter

hej hej, 29.07.2015
— meinst Du außenrum? Das machen wir wohl eher nicht, zumal ich die Sjökart davon nicht hab.
WENN tatsächlich Fr NW ist (wie DWD und klart.se behaupten) DANN setzen wir direkt ab Visby nach Nordöland, bzw sogar Fiegeholm ab, um dann bei SW-W (wenn es dabei bleibt) den Sund runter zu laufen.
— morgen mieten wir aber erst mal einen historischen 80er Jahre Volvo 240 mit fast 300 000 auf der Uhr, um das Innere der Insel zu erkunden, das Auto mieten ist erstaunlich billig hier, billiger als 2 Busfahrten hin- und zurück. Sie haben deutlich jüngere Autos hier, aber Alexander fand den am schönsten, und ich muß auch sagen: so’n historischer Volvo mit fettem Motor, der hat was.
dahin, schöne Grüße an Didi, Matthias und Crew
Peter am 30.07.2015:
Hej Matthias und Crew,
innen durch bei den angesagten Winddrehern und ohne Karte ist ein no go. Nach aktuellem Stand vom klart.se müßtet Ihr morgen sehr früh aufbrechen, um zumindest segelnd die Nordspitze von Öland anlegen zu können. Dann schlappt der Wind ab, weiß nicht wohin und woher er wehen soll; wahrscheinlich aus dem südlichen Quadranten und die Dieselgenua ist angesagt. Viel Glück mit den fair winds,
So long, Peter

In den Blekinger Schären 14.-17.07.2015

25. Juli 2015

blekinger
Der Urlaub beginnt. Nun ist Schärenhüpfen angesagt. Vorher will an diesem Dienstagmorgen die Fähre an unserem Liegeplatz anlegen. Ergo Umlegen.
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Also trotz Urlaub, frühes Aufstehen, Wecken und Verlegen der genesis. Der nette Däne von gestern Abend ist bereits ausgelaufen und so übernehmen wir den freien Platz direkt vor Gisela´s Badeplattform.
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Die Badeplattform lockt mehr als der weite Weg zur Dusche und so nutzen erst Peter und später Gudrun das klare Wasser für einige Schwimmzüge in der kalten Ostsee, um die Plattform zu entern. Gefühlte 15 bis maximal 17° Grad kaltes Wasser kürzen das Bade- und Waschvergnügen radikal ab.
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Die Hände sind so kalt, das es mir kaum gelingt die Seife richtig zu nutzen. Ständig fällt sie ins Wasser. Ich gebe es auf und nutze nun doch die Dusche zum Aufwärmen im Hafengebäude. Nachdem alle ihre hygienischen Ziele erreicht haben, gehen wir in Richtung Leuchtturm über die Wiesen.
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Äsendes Damwild (es leben hier über 70 Exemplare) läßt sich von uns nicht aus der Ruhe bringen. Die Kunstmeile aus 2013 ist abgebaut und bis auf einen Drachen, der aus angeschwemmten Müll dargestellt wird, bleibt uns nur übrig, selbst Kunst(flugübungen) zu machen.
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Zum Steinegucken und Sammeln ist die natürlich aufgespühlte Landspitze eine riesige Fundgrube.
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Auf dem Rückweg sind wir Steineschlepper geworden. Wir verabschieden uns von Hanö mit einem Ableger, der von mir zu ungeduldig gefahren wird. Anstelle weiter achteraus Fahrt zu geben, gehe ich zu früh auf Fahrt voraus und der Seitenwind drückt mich wieder in Richtung Kai. Es hängen genügend Autoreifen hier, die einen Kratzer verhindern. Heiner, der gerade einen Fender lösen will, zieht geistesgegenwärtig seine Hand aus dem Gefahrenbereich, Puh, das hätte ins Auge, nee, in die Hand gehen können. Nun haben wir einen kleinen, kurzen schwarzen Streifen an der Bordwand.
Nach gut zwei Stunden flottem Segeln – bei Wind aus West mit 3-4 Bft- geht es zur Südspitze von Tärnö in die Blekinger Schären. Nach dem Malheur beim Ablegen nehme ich weit vor dem Anleger Krokken die Segel herunter und die Seglerinnen nutzen das freie Vordeck zum Steine- und Schärengucken.
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Am Anleger ist nur eine Boje zwischen einem Folkeboot und einer Delanta frei. Wir erwischen nur die Luvtonne mit der Heckleine und so bleibt mir das Vergnügen die Leeleine schwimmend auszulegen.
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Ich würde gerne schneller schwimmen, um der Kälte zu entfliehen, aber die Leine hält mich davon ab.
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Dafür schmeckt der griechische Salat umso besser.
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Es gibt hier ein Wasserklo, Mülleimer und einen Wasserhahn nicht weit vom Anleger.
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Die Mannschaft stellt sich zur Affenpyramide (so sieht das auf Charterbooten immer aus) auf die Backskiste und grüßt den Skipperan Land.
Nach dem Abendbrot wird für morgen geplant und wir wälzen den Schärenführer von Thomas unter Deck.
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Als Ziel haben wir uns Tjärö ausgesucht. Für die drei Stundenfahrt muß es heute nicht früh in die Kojen gehen. Wir warten den Sundowner ab.
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Wie auf Bestellung kreuzt eine Jolle den Sonnenuntergang und wir verkriechen uns um Mitternacht in die Kojen.
Mittwoch, 15.07.2015
Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit. Während Gudrun Ihre Runden an Land und im Wasser dreht, ist unter Deck eine kleine OP angesagt. Ich zerlege den Wasserabscheider für den Diesel. Manuela hält den Eimer und die Pumpe fest, um den auslaufenden Diesel aufzufangen und Heiner reicht mir die Instrumente (Werkzeug) für den Eingriff an. Das Ergebnis ist ein ungetrübter Filter und Wasserabscheider und der Verbrauch einer halben Papierrolle, um den Diesel aufzusaugen und in einem Sondermüllbeutel bis zur nächsten Tankstelle zu lagern.
Nach der OP gibt es ein deftiges Frühstück.
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Wir legen um 10.30 bei West 4-5 und strahlendem Sonnenschein ab.
Es geht 2 tolle Segelstunden lang Rund Tarnö in das Fahrwasser nach Karlshamn. Manuela steuert genesis nach den Windfäden an der Windkante. Sie ist früher Jolle gesegelt und hat das Schiff bereits nach 3 Minuten sicher im Griff. Das habe ich noch nie erlebt. Ohne große Ruderausschläge läßt Sie genesis laufen und korrigiert nur die minimale Luvgierigkeit, ohne viel zu kurbeln. Ich habe einen neuen Autopiloten. Der heißt ab heute Manuela.
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Aus dem Karlshamner Fahrwasser gehen wir in das Schärenwasser in Richtung Ost, bergen erst das Vorsegel und später das Groß. Wir wollen freien Blick auf die vor, neben und hinter uns liegenden Schären haben. Schärennaviugation mit Karte und Glas im Cockpit. Mit der neuen Lesebrille brauche ich zur Interpretation der Karte keine Lupe mehr.
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Da hinten links geht es auf die Ostseite von Tjärö herein.
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Nach 2 Anläufen mit dem Heckanker liegen wir mit dem Bug vor dem Felsen/Schäre auf der Ostseite der Insel.
Gudrun ist als erste im Wasser.
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Es wird heute eine unruhige Nacht für mich. DerAnker slippt und mit einem Fender vor dem Bug stützen wir uns gegen das Ufer ab.
Donnerstag, 16.07. 2015 Schärentag
Am nächsten Morgen verhole ich uns an die freien Liegeplätze am Anleger im Scheitel der Bucht. Warum nicht gleich so.
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Heute geht jeder auf seine Art der Inselentdeckung über und unter Wasser nach:
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p1130351Manuela
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Einer muß ja Bilder “machen”. Mit dem Kanu kommen die drei in weitere Nebenbuchten. Die Insel ist ein Traum. Hier werde ich auf dem Rückweg in 4 Wochen nochmals den Anker werfen.
Freitag, 17.07.2015 Abschied und Ende der Überführung

Nach einem Trödelvormittag auf Tjärö geht es nach dem Lunch um die Ecke nach Ronneby. mal mit Motor, mal mit Dieselgenua, mal wird richtig gesegelt und die Stimmung an Bord ist auf Abschied getrimmt.
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Manuela steuert mit einem Großen im Nacken die letzten Meilen im Fahrwasser:
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Nach dem Tanken, Müll entsorgen, finden wir ein freies Plätzchen zwischen den anderen Booten im Yachthafen.
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Die Nachfolgecrew ist bereits auf dem Weg und übernachtet auf dem Campingplatz am Hafen.
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Als Abschlußessen kommt heute der Labskaus aus der Pantry. Leider sind die Eier aufgebraucht, so dass zur Tarnung des Aussehens nur ein Smilie anstelle eines Spiegleies auf den Brei gelegt wird.
18.07.2015, Abfahrt und letzter Tag
Nach dem Frühstück, Packen, Ausräumen, Klar Schiff machen, putzen usw. usf. tauschen wir die Fahrzeuge. Matthias übernimmt genesis und ich seinen Autoschlüssel vom Jumper. Auf geht es nach Trelleborg zur Fähre. Bei einem Abstecher über Ystad haben wir richtig Glück auf dem Parkplatz. Mit offener Schiebetür verlassen wir den Wagen und kommen nach einer Stunde mit einem Riesenschreck wieder zurück. Wer hat die Tür nicht geschlossen? Ich hülle mich in Schweigen und bin dennnoch stinksauer auf die Übeltäterin. Nichts fehlt. Das ist nochmals gut gegangen.
Auf der Fähre sehen wir den in Lohme verpassten Sundowner neben Kap Arkona
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und verlassen wenig später die Fähre in Richtung heimathafen, um unser Gepäck in unsere Autos umzuladen.
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Um 00.30 Uhr geht es am Sonntag auf die Autobahn zurück nach Hause. Um 06:30 Uhr falle ich total erschöpft ins Bett und kann jetzt nach 24 Stunden richtig ausschlafen.

Lohme-Rönne-Hanö 12.07.-13.07.2015 (105 Sm)

20. Juli 2015

Der Wecker holt mich um 06.00 Uhr aus dem Reich der Träume. Die Duschmarken werden verteilt und um 07.15 Uhr wird tatsächlich abgelegt.
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Die lauten “Hochseeangler” von nebenan trinken schon ihr Bier als Kaffeeersatz zum Frühstück und wir motoren aus dem Hafen von Lohme in Richtung Bornholm. Unser Frühstück gibt es unterwegs. Das spart Zeit im Hafen und verkürzt die lange Motorbootfahrt.
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Die Crew macht es sich im Cockpit bequem und mit dem Wachplan gehen wir abwechselnd auf Ausguck.
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Mit einem Becher Tee in der Hand geht es der Freiwache gut.
Die Kartoffelsuppe mit Einlagen (Lachs und Shrimps) verspeisen wir unter Deck und überbrücken so den ersten Hunger zur Mittagszeit.
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In den letzten drei Stunden kommt Wind und Regen auf.
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Die Dieselgenua wird gegen die normale Beseglung getauscht und wir peilen den Sportboothafen von Rönne an.
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Nach dem Festmacher erobert die Crew Rönne und ich bereite den Teig für den Tarte vor und backe ein VK-Brot für die nächsten Tage.
Die Crew kehrt mit bildhaften Eindrücken aus dem Ort zurück.

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Mit dem Nudelholz in der Hand ist Gudrun wir auf alle Fälle vorbereitet.
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Heute gibt es viel Abwasch! Nach den Motorstunden der Überfahrt ist noch genügend heißes Wasser im Boiler.

Sontagmorgen: Schon auf dem Weg zum Bad wird klar, heute kommt richtiger Segelwind auf. Es bläst bereits mit 5 Bft. aus West, der später auf SW drehen soll; so DP07. An der Diskussion über die Hafengebühren von Bornholm auf DP07 nehme ich nicht teil. Allerdings sind 290 DKr. = ? 40,– schon recht happig für das bißchen Hafenkomfort und Service. Die Crew ist ganz verstört, das es heute das Frühstück nicht auf See; sondern im Hafen unter Deck gibt. Das anschließend sogar gespült und das Schiff seefest gemacht wird, kläre ich mit einem Hinweis auf Wind, Welle und Kurs auf. Heute wird gesegelt.
Westen an, wasserdicht verpackt, geht es nach dem Segelsetzen in Richtung NORD zum Bornholmsgatt zu Davids Bärke (Untiefentonne).
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Jetzt ist Schluß mit lustig. Selbst auf Halbwindkurs wird es schwierig das Frühstück im Magen zu behalten.
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Nachdem wir die Autobahn der Berufsschiffahrt gequert haben, legen wir Simmrishamn bzw. die Tonne Längsgrund an. Anstelle Wind aus SW bekommen wir NNW um 4.
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Die Sonne schaut hervor; der Crew geht es wieder besser und ich bereite den Gennaker vor. Die neue Ansteuerung ist Hanö und nicht mehr die schwedische Südspitze.
Heiner gibt mit einem Panorambild der Stimmung Ausdruck. Mit viel Phantasie ist Hanö zu erkennen. Irre was die iPhone Kameras für Bilder schiessen.
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Die Böen nehmen nach 2 Stunden Gennakersegeln auf 18 Kn. zu und der Italiener kommt herunter und in den Sack.
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Nach 8 Stunden und 58 Sm bergen wir vor Hanö Hamn die Segel und gehen am Fähranleger an einer HR 46 aus Schweden längsseits, nachdem uns ein Däne nicht an seiner Bordwand wollte. So schnell bin ich schon lange nicht mehr unterwegs gewesen. Im Schnitt über 7 Kn; dass hätte ein Etmal von über 150 Sm ergeben, wenn……
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Heute bleibt die Pantry kalt. Wir gehen in das einzige Restaurant der Insel. Die Fische auf unseren Tellern hat der Fischer von der Dallas heute nachmittag angelandet. An das Umlegen und frühe Aufstehen vor dem Einlaufen der Fähre denken wir im Moment ncoh nicht und erfreuen uns dafür an dem Sternenhimmel.

Genesis geht nach Schweden – 10. und 11.07.15

20. Juli 2015

Vom 10.07. bis zum 17.07.2015 geht die genesis für eine Kettencharter nach Schweden. Nachdem Gisela abgesagt hat, bleiben Heiner mit Tochter Manuela und Gudrun aus dem oberen Dorf auf der Crewliste.
Die Fähre für den Rückweg von Trelleborg nach Sassnitz-Mukran ist gebucht und der Speiseplan wird per Mail zur Bestätigung oder für Änderungswünsche versendet:
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Freitags morgens um 04.00 Uhr starten wir zwei Limmersdorfer gen Norden. Stau- und stressfrei sind wir bereits um 10.00 Uhr an Bord und richten uns in den beiden achterlichen Kabinen ein .
Die Berliner klopfen um 12.00 Uhr an Deck und kommen an Bord. Sie teilen sich die vordere Kajüte. Das Stauen geht schnell und so fahren wir zum Einkaufen nach Greifswald. Die Berliner gehen in den Aldi und wir Franken in den Marktkauf. Nach fast 2 Stunden haben wir alles auf der Einkaufsliste abgearbeitet und bringen die Lebensmittel an Bord.
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An einen Ableger ist nicht zu denken. Selbst hier auf dem geschützten Ryk bläst der West mit bis zu 7 Bft. Kein Wind für die Anfänger an Bord, um zu starten.
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Zum letzten Brückenzug wird es auch nicht besser und so bleiben wir heute Nacht im Heimathafen. Das gibt mir Zeit die Sicherheitseinweisung auszudehnen und mit dem Kochen zu beginnen.
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Die Weste wird getestet und die Funktionen erläutert. Das Plätschern der Wellen am Heck hört erst in den frühen Morgenstunden am Samstag auf; mit dem Vorteil, das wir bereits um 08.00 Uhr ablegen und uns zum Fischkauf vor die Brücke in Wieck legen. Ich sehe in der Theke je 2 Seelachs- und Rotbarschfilets liegen, die meinem Anspruch an Frische überzeugend genügen. Nachdem die Kolonne der Segler den Brückenzug um 09.00 Uhr genutzt hat, reihen wir uns als vorletztes Schiff ein und ziehen direkt nach der Brücke die Segel hoch. Es geht auf die dänische Wieck mit einem Anlieger auf die Tonne Greifswald zu. Für die Neulinge an Bord haben wir jetzt einen moderaten NW mit 3 Bft. und kommen bis zur Tonne Ariadne/Abzweig Lubmin gut voran.
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Hier schläft der Wind um 11.00 Uhr endgültig ein und mit Unterstützung der Dieselgenua gehen wir über das Landtief in die Ostsee. Die ruhige Schwimmlage nutzen wir für einen Mittagssnack vom “Pantry” – Buffet und ab 14.00 Uhr kommt eine Brise aus NNW auf, die uns in Richtung Kölliker Ort schiebt. Zeit um den Tauwerkschäkel zu öffnen und den Holepunkt auf “Am Wind” zu setzen.
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Zur Abendbrotzeit kommen wir in Lohme an. Die Duschmarken und die Kurtaxe sind teurer als die Liegegebühr! Irgendwie verkehrte Welt?! Der versprochene Sundowner von der Terrasse des Cafe “Niedlich” fällt wegen der starken Bewölkung aus.
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H&M putzen das Gemüse und ich bereite aus dem Fenchel u. a. einen Fischauflauf vor. Heute werden sogar die Gemüse(abfälle) nicht entsorgt; sondern landen im Suppentopf für die Grundlage einer Gemüsebrühe, die ich die nächsten Tage immer wieder brauchen werde.
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Für morgen ist um 06.00 Uhr Wecken angesagt und es soll nach dem Duschen um 07.00 Uhr bereits losgehen.
Mal sehen was (so) aus der Planung wird.

Rund Rügen in 253 KM (Rad) und 41 Seemeilen (Boot)

23. Mai 2015

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Vom 03.06. bis zum 06.06.2015 plane ich solo unterwegs zu sein
Start morgens in Bayern und nach knapp 6 Stunde Fahrt komme ich mittags zum Einkaufen am Marktkauf in Greifswald an.
Der ALDI vertreibt seine Produkte immer noch im Zelt auf dem großen Parkplatz und so ziehe ich den Marktkauf vor.
Das Fischbrötchen zur Belohnung nach dem Einkauf mundet auch ohne Bier. Weiter geht es zum Heimathafen.
An Bord das übliche Procedere mit dem Beladen; selbst solo komme ich auf 4 Karrentransporte vom Auto zum Schiff!
Nachdem alles verstaut ist, steht die erste Bewegungs-/=Radtour an, die ich bei dem Licht bis in den frühen Abend ausdehne. Einmal Greifswald Marktplatz und den Radweg am Ryk zurück über die Wiecker Brücke mit Einkehrschwung bei Gurke zum Lachsbrötchen. Anschließend verhole ich mich an Bord.
Der Windmesser konnte bislang nicht ausgetauscht werden und ich erhalte bei Wendel&Rados für morgen früh um 08.00 Uhr einen Termin am Mastenkran.
So geht es am 04.06. morgens den Ryk stromauf zur Werft und um 08.00 Uhr reiche ich Oli die Leine für den Anleger am Kran.
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Der Mastmann entert meinen Mast und kommt mit dem defekten Windmesser samt Armhalterung und der 3-Farbenlaterne wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
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Das wird ein teurer Vormittag; denn ein neuer Arm für den Windmesser, über ? 300,– wird ebenso benötigt wie eine neue 3-Farbenlaterne mit Ankerlicht (ca. ? 100,–). Um mir das Wochenende nicht zu vermiesen, lasse ich die Reparatur “anschreiben” und sehe die Rechnung erst, wenn ich wieder Daheim bin.
Von Wendel & Rados geht es den Ryk in Richtung Wieck zur Brücke zurück und hinaus auf die Dänische Wieck. Ohne Reff kann ich ab der Tonne Greifswald die Tonne Reddewitz anlegen und finde im Radar keine Netze voraus.
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Seedorf und den Forellensteg erreiche so früh, dass eine Radtour nach Thiessow über Göhren und zurück von mir in Angriff genommen wird (ca. 40 Km). Am Forellensteg hat Uwe ein neues W-LAN eingerichtet. High Speed, wie in der Firma Zuhause, obwohl hier kaum ein Handy-Netz funktioniert.
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Ich liege extra am Ende vom Steg; denn hier kann ich mit dem Handy zumindest im Cockpit stehend noch erreicht werden; denn heute ist in Thüringen und Sachsen kein Feiertag und das Firmentelefon ist auf mein Handy geschaltet. Es bleibt bis auf ein paar Anrufe aus der Kundschaft sehr erholsam.
Zum Abendbrot gibt es Nudeln mit Spinat und Carbanossi. Mit einem Roten runde ich das Essen ab und sammel wieder die Körner ein, die ich beim Radeln verbraucht habe.
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Heute ist Radeln angesagt. Von Seedorf aus folge ich den Radweg nach Binz, an Prora vorbei nach Saßnitz in den Hafen und gönne mir ein Fishbrötchen. Über Bergen folge ich der Bundesstraße nach Stralsund und schwenke gleich nach der Eisenbahnbrücke vom Dänholm (ohne Fishbrötchen zu essen) auf den Ostseeradweg in Richtung Stralbrode/Glewitzer Fähre ein. Pause mache ich am Radweg vor Brandshagen. Langsam brennen mir die Oberschenkel; denn über 100 Km stehen bereits auf dem Tacho.
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In Stralbrode nehme ich die Fähre nach Glewitz und mit einer kräftigen Brise von hinten (W 5) geht es über Garz-Putbus nach Seedorf zurück. Bevor ich an Bord gehe, hole ich mir am Fischwagen an der NETTO in Sellin ein Fischbrötchen zum direkten Verzehr und ein Zanderfilet für das Abendbrot. Nach fast 150 Km brauche ich jede Menge Körner (Kohlehydrate) in Form von Nudeln, die ich mit dem Fisch spätabends esse. Es ist nach 22.00 Uhr immer noch taghell….!
Für Samstagabend habe ich mich zum 25 jährigen Firmenjubiläum von Redmer & Wilcke im Heimathafen angemeldet = eingeladen bin ich zur Sau vom Fass und Bier am Spiess. (Steht so in der Einladung…!?)
Vorher will ich mit dem Rad noch nach Ralswiek (Störtebecker Festspielplatz) und mache bei dem Rückenwind aus SSW gute Fahrt. Aber zurück und dann gegenan? Nein Danke. So wende ich auf halber Strecke und bin um 12.00 Uhr wieder an Bord und bereite den Ableger vor.
Aus SSW 5-6 ist mittlerweile SW-W mit 4-5 Beaufort geworden. Nach dem Ableger drehe ich meine 360° Runden mit festgesetzem Ruder im Hafen bis alle Leinen und Fender verstaut sind. Praktisch, so beim Herausfahren gegenan zu motoren. Also Großsegel hoch und ab der Gefahrentonne geht es mit der gesetzten Fock zur ersten roten Tonne in der Having. Durch die gesamte Having bis zur Tonne Reddewitz ist Kreuzen angesagt. Danach kann ich direkt die Ansteuerung von Greifswald anpeilen. Ein entgegenkommendes Regattafeld mit Vilm Yachten ist ausweichpflichtig. Bei meiner guten Laune nehme ich mein Wegerecht nicht wahr und falle weit ab, um die Bahnen der Vilms nicht zu stören.
Jetzt bin ich so abgelenkt, dass das aufziehende Gewitter erst durch den Winddreher auf West von mir bemerkt wird.
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Schlagartig nimmt derWind zu. Ich berge das Groß und habe mit halben Wind nur unter der SW-Fock jetzt genügend Sicherheitspotential. Die Böen fallen zwei- oder dreimal mit Stärken von 8 Beaufort ein. Der Regen bleibt aus und der Spuk ist 20 Minuten später wieder vorbei. Für die letzten 3 Sm lasse ich das Groß im lazy bag und gehe,- nachdem die Fock weggerollt ist-, vor dem Hafenamt in Wieck an der Wassertankstelle längsseits.
Nach der 17.00 Uhr Brücke lege ich an der Dieseltankstelle im Heimathafen an. 31 l gehen in das Fass! Die hat aber nicht der Motor seit Ostern verbraucht; sondern die Dieselheizung in den kalten Tagen im April und Mai verbrannt.
Am bequemen Platz an der Tankstelle kann ich über Nacht bleiben. So wird das Entladen zum Kinderspiel; denn ich will morgen früh, Sonntag, zurückfahren. Der Firmenserver hat sich am Freitag verabschiedet und Didi ist Montag alleine im Büro und braucht EDV Unterstützung. Schade, so werden aus den geplanten 5 Tagen jetzt 4. Das hält mich nicht ab, heute zur Jubiläumsfeier zu gehen. Sehr praktisch für mich. Dann brauche ich nicht kochen und habe morgen früh nur das Frühstücksgeschirr aufzuspülen.
Für den Rückweg nach Hause habe ich ein Hörbuch in den CD-Player eingelegt; “Salz auf meiner Haut”, und ich bin vor dem traurigen Ende bereits angekommen. Das “Ende” habe ich dann Zuhause weiter gehört.

Himmelfahrt in der Bootswerft Freest

22. Mai 2015

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Das lange Himmelfahrt Wochenende hat uns an die Ostsee geführt. Nach der Büroarbeit geht es am Dienstag, 12.05. gen Norden. Ohne Stau erreichen wir um 22:00 Uhr den Liegeplatz und bringen zumindest die Plünnen zum Übernachten und Frühstücken an Bord.
Mittwoch ist Ausschlafen angesagt. Unsere Nachbarn von der Harmonie bereiten Ihre 3 monatige Langfahrt vor und sind morgen startklar. Der Dampfer liegt bis zum Wasserpass eingetaucht neben uns. Die Eigner nutzen selbst den Stauraum unter den Bodenbrettern, um Lebensmittel, Eingekochtes und Getränke für 3 Monate zu bunkern. Ein kleiner Plausch, viele Tipps, Austausch der Bloganschrift und wir bereiten uns auf die Abfahrt vor. Das Vorsegel ist zu wechseln, die Räder kommen an Bord und mit der 13:00 Uhr Brücke verlassen wir den Ryck.
Auf der Dänischen Wieck bläst es bereits mit über 5 Beaufort und der Blick mit dem Fernglas in Richtung Bodden verheisst noch mehr Wind aus SW. Was sagen unsere Stegnachbarn von der Harmonie: Bei Regen, Starkwind bleiben wir im Hafen. Wir haben ja Zeit. Wir sind schon draussen und geben genesis nur mit der Fock die Zügel frei. Nach nicht einmal 3 Stunden und 19 SM können wir diese wieder einrollen und gehen unter Motor in die Ansteurung von Freest. Bis alle Leinen, Fender usw. klar sind, drehen wir unsere Kringel im Fischereihafen. Der Anleger bei Kristin Dubs in der Bootswerft geht bis auf den letzten Meter auch klar. Dann stecken wir im Schlamm zwischen den Pfählen fest. Bei der Voranmeldung hat mir Kristin den Platz 2 zugewiesen; denn hier sind 2m Tiefgang angesagt. Heute ist der Wasserstand um 30 cm gefallen und so kommen wir nur mit einer langen Planke von Bord, die uns der Nachbar vom Haikutter ausleiht.
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Ein erster Rundgang durch den Ort führt uns am Fischladen vorbei. Es gibt Fischbrötchen für den Hunger “sofort” und 600 g Dorsch für den Abend. Die Preise sind hier im Vergleich zu Greifswald, Rügen und Usedom “sehr” angenehm. Eine Werftbesichtigung schließen wir an. Kristins Freund führt uns durch die Bootsbauhalle und erzählt die Geschichte der Werft. Für die Zukunft haben die beiden noch viele Ideen, wie es weitergehen soll, workshops, Ferienwohnung, Werftarbeiten, Lehrlinge ausbilden und, und und. Mit einem alten Kran aus der VEB Förderanlagen Magdeburg gehen heute und in den nächsten Tagen mehrere Schiffe aus dem Winterlager ins Wasser.
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Am Herren-/Vatertag satteln wir unsere Räder und fahren über die Wolgaster Brücke nach Usedom. Vorbei an Ahlbeck, Trassenheide, Karlshafen und Peenemünde nehmen wir die Fähre nach Kröslin auf das Festland zurück. Uns werden die vielen (alkoholisierten) Radler zu mutig und verkehrsuntüchtig, denen wir auf den Wegen begegnen.
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Zurück in Freest wird nach der Dusche der Grill eingeheizt. Zur Abwechselung zum Fisch von heute Mittag und gestern, liegen jetzt 8 kleine Nürnberger auf der Glut. Das Wetter spielt mit und wir essen im Cockpit und genießen das Licht.
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Heute am Freitag wollen wir auf dem Festland bleiben und die Radwege in Richtung Greifswald und die südlich gelegenen Dörfer besuchen. Der Weg durch das Naturschutzgebiet nördlich von Spandowerhagen erweist sich als Sackgasse. Also 5 KM retour über die verfluchten Betonplatten, die auf den Rennrädern eine Tortur sind. Die gelben Rapsfelder und die Farben heben sofort die Stimmung.
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Der Radausflug endet wieder einmal beim Fischer. Heute gibt es frischen Dorsch, den ich in der Pfanne verarbeite. Unter den Tomaten kann er langsam garen und mit dem Kartoffelauflauf erhalten wir nach der Radtour unsere “Körner” zurück
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Zur Unterhaltung sehen wir uns den Stapellauf eines Rostocker Fischkutters an, der auf der Bootswerft Freest repariert wird.
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Beim Abendgang durch den Hafen sehen wir dieses Honda Goldwing Gespann. Im Seitenwagen ist Platz für zwei! Am letzten Tag in Freest verstauen wir die Räder und machen klar Schiff.
Heute am Samstag ist kein ladylike Wind angesagt. Direkt von Vorne mit 5-6 auf dem Bodden.
Das 1. Reff binden wir schon im Hafen ein und gehen zur Mittagszeit in den Peenestrom in Richtung Knackrückenrinne. Ab dem alten Leuchtturm ist Kreuzen angesagt. Wir bleiben nah unter Land und verlieren wenig Raum in Richtung Greifswald. Anscheinend ist die Taktik aufgegangen; denn ein Charterboot, dass 1 Stunde vor uns in Freest startet, kommt erst eine halbe Stunde nachdem wir wieder in Wieck vor dem Hafenamt an der Mole liegen, hinter uns längsseits.
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Das Selfi ist zwar in Freest aufgenommen, soll aber die gute Stimmung übertragen, die trotz des harten Am Wind Kurses an Bord vorherrscht. Nach der 17:00 Uhr Brücke räumen wir das Schiff leer und den Wagen voll. Am Sonntagmorgen geht es recht früh wieder nach Hause. Wir wollen vor der Reisewelle ankommen. Bis 12:00 Uhr oder bis zum Kreuz Berlin Schönefeld geht die Rechnung auf. Dann meldet das TMC im Navi in der Addition über 50 KM Stau auf der A 10 und A 9. In Ludwigsfelde verlassen wir den highway und lernen die vielen Landstrassen bis Wittenberge und später von Weißenfels über Zeitz, Gera bis Schleiz “neu” kennen. Puh. Diesmal kommen 7,5 Std. reine Fahrzeit ohne Pausen zusammen und der Wagen ist noch auszuräumen; denn am Montag gehen die Winterreifen herunter und die Sommerreifen müssen noch in den Kofferraum. So geht die Erholung schnell verloren.

Schnuppertörn mit Charterkunden

7. Mai 2015

Alle Mitsegler, Anke, Johann, Sebastian und ich kommen am Freitagvormittag bereits an Bord.
Es geht mit dem 13:00 Uhr Brückenzug auf den Bodden.
Bei der angesagten 5 sind wir zum Eingewöhnen nur mit der neuen Selbstwendefock bis zur Ansteuerungstonne Greifswald gesegelt.
Hier kommt das Groß hinzu und die Entscheidung Seedorf anzulegen. Gesagt, getan.
Unterwegs zeige ich das Münchner Manöver, schnelles Aufstoppen, Kurswechsel usw.
Wir proben die Manöver gemeinsam nacheinander.
Eine durchziehende Gewitterfront lässt uns die Segel bergen und wir laufen unter Motor in Richtung Tonne Reddewitz.
Ab hier können wir wieder die Segel setzen und in die Having nach Seedorf einbiegen.
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Am Forellensteg gehen wir rückwärts längsseits zwischen Schilf und Steg
und ich in die Kombüse zum Kochen.
Es gibt Schweinefilets mit Apfel-Gurken Salat und Beilagen.
Am Samstag haben wir die Anker in der Having versenkt.
Erst den Buganker gelegt und die Ankertechnik erläutert.
Nach dem Heben und Verstauen setzen wir vor dem Fahrwasser den Heckanker.
Den ausgebrachten Heckanker nutzen wir anschließend, um uns in aller Ruhe seefest zu kleiden.
Nach dem Bergen segeln wir den Zwangsweg herunter bis zur Tonne Thiessow und von dort entlang der Gefahrentonnen in den Knackrücken in Richtung Peenestrom/Wolgast.
Vor Peenemünde werden die Segel geborgen und unter Maschine verschiedene Manöver im riesigen Hafenbecken gefahren.
Aufstoppen, Vollkreis vorwärts, Vollkreis rückwärts usw.
Von hier geht es in den Hafen von Karlshagen.
Anlegen längsseits vorwärts, rückwärts, mit Spring und ohne; mal mit auf- mal mit ablandigen Wind.
Ein besserwissender Nachbar-Segler will uns vom Eindampfen in die Achterspring überzeugen.
Er kann nicht verstehen, dass dieses mit dem breiten Heck der Hanse nicht geht.
Es sei denn, wir helfen mit dem Bugstrahlruder nach.
Aber das ist kein Eindampfen mehr.
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Kurz bevor der Fischladen schließt, suchen wir uns den Liegeplatz für die Nacht und Johann und Sebastian kaufen 2 riesige Zanderfilets.
Die (Fische) liegen auch wenig später in der Pfanne und kommen mit Bratkartoffeln auf den Tisch.
Am Sonntagmorgen bereiten wir den Gennaker vor.
Schoten anschlagen, Barberholer ausrichten, Gennaker-Halsleine einziehen usw.
Ich zeige die Anschlagpunkte und für das Spisegeln legen wir den “Race” Spinaum-Niederholer.
Nach dem Ablegen geht es auf den Peenestrom und heraus auf den Bodden in Richtung West auf die Greifswalder Kirchturmspitzen zu.
Der aufgefrischte Wind kommt mit 15-21 Knoten aus Ost. Den Gennaker lasse ich bei der Windstärke dann doch im Sack.
Wir stehen auch so schon nach gut 2 Stunden wieder an der Ansteuerungstonne von Greifswald.
Von hier rauschen wir bei Halbwind der Mole Wieck entgegen.
Die Segel bergen wir vor der Hafeneinfahrt und nutzen die Wartezeit nach dem Anlegen zum Aufklaren an Deck und Verstauen der Fallen, Schoten, Segel und Leinen.
Mit dem 15:00 Uhr Brückenzug fahren wir auf dem Ryck in den Heimathafen.
Den Anleger an den Liegeplatz fahre ich selbst; denn es bläst immer noch mit 5 Beaufort aus Ost
und keiner will sich jetzt mehr am Ruder vordrängeln.
Die Mannschaft packt die Taschen, fegt und wischt durch das Schiff.
Nachdem die Sachen von Bord sind, wird das Deck geschrubt und wir nehmen nach über 75 SM Abschied von einander.

Boddenhäfen: Beschreibung für einen Charterkunden

7. Mai 2015

Das vergangene 1. Mai Wochenende kann ich nun Revue passieren lassen.
Schade, dass Sie nicht beim Schnuppertörn dabei sein konnten.
Es war für die Mitsegler eine positive Erfahrung das Schiff bei den vorherrschenden Winden, Gewitterfront mit Nebel und Hagelschauer, segelnd und motorend für 3 Tage testen zu können.
Jetzt haben die Charterkunden zumindest einen ersten Eindruck über das Potential und den Ausrüstungsstandard der genesis erfahren.

Ihre beschriebene Törnplanung für eine Woche im Bodden ist ohne Probleme durchzuführen und kann als sehr sicher eingestuft werden.
Die Entfernungen längs oder quer über den Bodden liegen zwischen 15 und 20 SM,
also 2 bis 3 Stunden Segelzeit ohne An- und Ablegen, wenn Wind und Richtung stimmen.

In Lauterbach kann z. Bsp. im westl. Hafenbecken angelegt und im Yachthafen nebenan können die Duschen usw. genutzt werden.
Hier im Ort ist der einzige Spar- oder Edekamarkt im ganzen Bodden in erreichbarer Hafennähe.
Gegenüber des Marktes ist ein Radverleih.
Von hier mit dem Rad nach Putbus und wenn die Kondition ausreicht noch nach Binz
und Sie erleben Rügen von einer seiner schönsten Seiten.

Seedorf hat 2 Anlegestellen: Den Forellensteg oder den Gemeindehafen vor der Brücke auf der Südseite.
Beide Häfen haben Toiletten-Container.
Gegenüber bei den Vereinsseglern muss man freundlich um einen Liegeplatz bitten, hat dann aber einen längeren Fußweg nach Seedorf.
Wir liegen meistens bei Uwe am Forellensteg und mieten uns Fahrräder,
wenn wir die eigenen nicht an Bord haben und bleiben (immer öfter) 2 Nächte.
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Oder machen die Wanderung am Wasser entlang zur ?Moritzburg? mit einem Einkehrschwung auf der Terrasse mit Blick auf die Having und bis zur Ostsee.

Baabe/Bollwerk kann ich seit 2014 wieder anlaufen, aber bitte vorsichtig durch die Rinne tasten.
Hier liegt man neben dem Hotel und kann die sanitären Einrichtungen ebenda nutzen.
Hier lassen sich herrliche Wanderungen auf dem Mönchsgut unternehmen.

Gager bietet am Hafen ein empfehlenswertes Restaurant. (Alte Bootswerft)
Hier backt der Koch sein eigenes Brot und walzt die selbstgemachten Nudeln aus.
Der Ort hat sonst außer Natur und einem Rundweg über Groß Zicker u. a. nichts zu bieten.

Thiessow ist schwierig anzulaufen; denn die Fahrrinne neigt zur Versandung und mittendrin steht eine Gefahrentonne, die nur von einem Schiff gleichzeitig passiert werden kann.
Der Ankerplatz vor der Gefahrentonne ist ?karibisch?, im Ort Thiessow möchte ich nicht einmal begraben werden.

Lubmin ist zum Liegen Okay.
Mit dem stillgelegtem AKW im Hintergrund kann ich leben.
Viel Wald zum Wandern und ein mit Holz beplankter Weg zum ?Kurort Lubmin? führt am Strand vorbei,
der vor dem Hafen von den Kite-Surfern belegt wird.
Wenn die surfen, steht meistens auch ein ?Saunawagen? hinter der Düne?.

Um die Ecke gibt es noch Karlshagen, Freest, Peenemünde, Kröslin und Wolgast im Peenestrom
und in Richtung Stralsund im Strelasund sind bis zur Ziegelgrabenbrücke:
Stahlbrode an der Festlandsseite, Neuhof und Gustow als Häfen zu empfehlen oder weiter hinauf in den Seglerhafen auf dem Dänholm.
Dänholm bitte nicht bei Niedrigwasser anlaufen, dann zieht der Kiel durch den Schlamm in der Hafeneinfahrt.
In Stahlbrode geht aber nur der südliche Hafen an der Fähre. Hier reicht die Tiefe und zum Fischladen ist es nur ein Katzensprung. Einen Bio-Bauernhof mit Verkaufsladen finden Sie südwestlich vom Fähranleger auf der anderen Straßenseite (ca. 2 KM)
Nur hat die Gemeinde den Pachtvertrag mit dem Hafenbetreiber für 2015 gekündigt.
Was nun?? Ich weiß es noch nicht.

Für weitere Fragen zur Törnplanung können Sie mich jederzeit ansprechen.
In der Woche vor Ihrer Charter sind wir selbst an Bord und kommen aus Schweden zurück.
Wenn Sie nur zu zweit sind, können Sie auch schon am Freitag zur Einweisung zu uns an Bord kommen.
Die weiteren Crewmitglieder sollten aber erst am Samstag kommen oder müssten ansonsten im Hotel übernachten.
Ihre Fragen zur Elektronik:
Für alle elektronischen Instrumente liegen an Bord die Handbücher und für Radar, Funk und GPS je eine Kurzeinweisung in A-4 vor.
Das Radar mit Karten-Overlay zeigt in Fahrtrichtung an.
Ein Aktiv-Radar Responder läuft immer mit.
Das GPS steht normalerweise auch auf Fahrtrichtung und ist nicht auf Nord ausgerichtet.
Die Funke ist DSC und das A.I.S. empfängt nur die Position, Route usw. der anderen Schiffe, sendet aber nicht die eigene.
Eine Fernbedienung fasst alle Intrumente zusammen und egal wo man auf dem Schiff ist, werden alle Daten auf dem Display angezeigt.
Log, Lot und Wind, Windfahnensteuerung und Autopilot und die vorgenannten Instrumente sind über einen Server zusammengefasst.
Die Daten können Sie per NMEA Schnittstelle auch auf ihren Laptop oder Tablet laden.
Ein Bord-PC ist als back up gedacht. Hier sind andere elektronischen Karten (NV-Verlag) mit einer seperaten GPS-Maus auf die Schiffsposition zentriert.
Bei Ausfall der Plotter Navigation kann hiermit und natürlich mit den Papierkarten navigiert werden.
TV mit DvB-T und DVD sind wie das Autoradio+CD mit USB und MP-3 Anschluß im Salon.
Im Vorschiff steht ein Tivoli three mit Weckfunktion.

Für weitere Fragen rufen sie mich ruhig an.
So long,
Peter

Klar Schiff für die Saison 2015

6. Mai 2015

Zu Ostern hatten wir Besuch an Bord und so blieben die Arbeiten für dieses Wochenende liegen.
Am 16.04. geht es um 04:00 Uhr nach Greifswald. Heute ist Blitzermarathon in Europa ab 06:00 Uhr angesagt. Der erste steht im Dreieck Potsdam.
Auf der Avus und der Berliner Stadtautobahn – Fehlanzeige.
Auf der B 96 zähle ich 3 Blitzer bis Neubrandenburg. Das angesagte defensive Fahren führt zum Durchschnittsverbrauch von nur 5,2 l und ich bin dennoch um 10:00 Uhr auf dem Parkplatz vom Marktkauf in Greifswald zum “Fischfassen”.
An Bord wird eingeheizt, eingeräumt, umgeräumt, aufgeräumt und nebenbei die eine oder andere Schraube versenkt.
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Hier sitzt jetzt die Zwangslüftung hinter dem Salonsofa für das Kühlaggregat, eine weitere Lüftung baue ich im Unterschrank der Pantry ein.
Als nächste Baustelle ist die Mischbatterie der Spüle an der Reihe.
In der Hanse Werft kann ich nicht mehr so einfach wie vor 20 Jahren ins Lager gehen und eine Mischbatterie ordern. Heute gibt es den after saleservice, der per Internet von Berlin aus die Ersatzteile versendet. Für die genesis gibt es keine “Original” Mischbatterie mehr, lautet der Eintrag in der Zubehörliste.

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Trotz des Verweis auf den after saleservice wird mir Hilfe angeboten. Ich soll am nächsten Nachmittag nochmals kommen. Bis dahin hätte man eine Lösung für mich.
Das ist mir zu wage und so gehe ich zu toom.
Mit der alten Mischbatterie bewaffnet betrete ich den Baumarkt.
Mit Hilfe der Fachleute im Markt finden wir eine neue Mischbatterie, die an die vorhandenen Hanse-Anschlüsse mit entsprechenden Adaptern passt.
Bei der Werft bedanke ich mich für die Bemühungen und sage den Termin für morgen ab.
Am anderen Morgen ist das Wetter schon viel besser und die Polster können gereinigt und zum Trocknen in die Sonne gestellt werden.
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Unter Deck werden schon die nächsten Polster zum Reinigen gestapelt.
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Für das Schiff wird eine neue Reffleine eingeschoren, der Achterstagspanner wird nochmals mit einer neuen Scheibe untersetzt und läßt sich nun wie auch der Baumniederholer mit einer weiteren Talje aus der Hand durchsetzen.
Die Barberholer werden gegen neue ausgetauscht und das neue Vorsegel kommt an Bord.
Eine nagelneue SW-Fock, die ohne Latten auskommt und einen UV Streifen hat, wird gesetzt.
Nach soviel Arbeit gönne ich mir ein kleines Fischmenü und koche die Kartoffeln auf der Induktionsplatte.
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Der Strom vom Inverter ist zum Betreiben der Platte ausreichend und das Wasser kocht viel schneller als auf dem Gasherd.
Am anderen Morgen werden die restlichen Arbeiten bis zum 30.04. geklärt.
Mit dem Umweg an der Fischtheke des Marktkaufs vorbei, geht es mit den gekühlten Schätzen des Meeres nach Hause.

Ende

Ostern in der schwimmenden FeWo

5. Mai 2015

Text folgt ff
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Steg

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Im Salon

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Wanderung nach Zinnowitz

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Am Strand bei Lubmin

Saison 2015 beginnt mit den Vorbereitungen

4. Mai 2015

Heute am 16.03.2015 ist der Frühling in Oberfranken angekommen. Nach der Gartenarbeit geht es auf den Dachboden und die eingemotteten Segelsachen werden auf der Terrasse gelüftet. Die Motorhalterung / Heckspiegel kann bei diesen Temperaturen angeklebt werden.
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Sicherheitshalber wird die Bibliothek zum Schlauchboothafen unbenannt. Der empfindliche Kleber braucht eine gleichbleibende Temperatur und mag keinen Wind. Mit Fön und Rotlichtlampe werden die zu verklebenden Flächen aufgewärmt und miteinander verbunden. Und das soll halten?
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Jetzt soll das Ganze 72 Stunden aushärten. Wie erkläre ich Didi das rote Gummiboot im Lesezimmer? Gab es da nicht einmal ein Lied: “.. mit dem knallroten Gummiboot…”?

Klassische Yachten am Bodensee

24. August 2014

Beruflich habe ich in Lindau am Bodensee einen Termin, den wir mit einem verlängerten Wochenende zum Wandern, Obstkaufen und Schiffeschauen verbinden.
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Vom 09.10.-12.10.2014 beziehen wir eine Ferienwohnung in der Lindauer Altstadt auf der Insel und sind ab heute autofrei.
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Wir können in der Gasse vor der Wohnung sitzen und den Aperitif einnehmen. Kein Auto. Wie in der Ankerbucht.
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Im Lindauer Segelclub legen wir im Restaurant an. Vor uns liegen die Klassiker und schönsten Rennyachten aus dem vergangenen Jahrhundert,
Die “Meter”-Yachten:
6-m-R und 8-m-R und weitere ältere Rennziegen. Die Elfe II vom Verbandspräsidenten Andreas liegt ebenso am Steg, wie die Tamino.
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Die Elfe II
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Eine Wanderer II bei der Fahrt zum Liegeplatz
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Die Seezeichen sind hier auch anders
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Und von Oben sieht man die Größe des “Meeres”

Absegeln im Oktober I

23. August 2014

Anreise und Wieck nach Thiessow 18,2Sm
Für dieses Jahr haben wir uns für ein frühes Ausklingen der Saison 2014 entschieden. Es geht im Oktober noch mit dem Caravan nach Mainfranken und über meinen Geburtstag zum Wandern nach Südtirol. Der 01.11. fällt dieses Jahr auch nicht so arbeitnehmerfreundlich und ein Absegeln im November hatten wir schon öfters.
Für den Törn haben Didi und ich Dicta eingeladen, die bisher nie Zeit hatte mitzukommen, nun aber ein offenes Zeitfenster in ihrem Terminkalender um den 03.10. freihalten konnte.
Abfahrt am 01.10. nach Feierabend mit der ersten Staunachricht von der A-9, zwischen Leipzig und Berlin gibt es eine Sperre, nehmen wir den Umweg über Dresden in Kauf und sind dennoch um 22:00 Uhr an Bord.
Am anderen Morgen richten wir uns ein und nehmen erst den 11:00 Uhr Brückenzug beim Auslaufen. In der Wiecker Fischerei Genossenschaft wird gleich der Zander für das Abendbrot und die Matjesbrötchen für unterwegs gekauft. Kurz nach 12:00 Uhr haben wir bereits die Tonne Greifswald erreicht und nehmen Kurs auf das Landtief.

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Der bisher umlaufende Wind mit Null Beaufort geht langsam auf West und weht jetzt beständig mit 2-3 Stärken. Segel hoch und weiter in Richtung Ost. Um noch bis Sassnitz oder Lohme zu kommen, sind wir zu langsam unterwegs. Motorboot wollen die Mädels auch nicht fahren, also fällt Rund Rügen gegen die Uhr flach.
Wir entscheiden uns für Thiessow als Hafen; denn hier bin ich seit 8 oder 9 Jahren nicht mehr mit dem Schiff gewesen. Grund: Damals kostete das Duschen bereits ? 2,– und die Hafengebühr lag bei ? 15,– und im Ort war nichts los.
Was hat sich geändert? Wir sind gespannt.

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Genauso wie Dicta, die mir seit Stunden ein Loch in den Bauch fragt: Wie geht die Navigaton, warum segelt ein Segelboot vorwärts, wie funktioniert das mit dem Wind, Autopilot, Windfahne, Radar, GPS usw. usf.

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So vergeht die Segellehrstunde im Fluge und um 16:00 Uhr sind wir bereits in der Fahrrinne zum Hafen nach Thiessow.
In den Benachrichtigungen der Seefahrer wurde eine Gefahrentonne gemeldet, die hier auch Sinn macht. Vor der Einfahrt zum Ankerplatz am Dalben ist die Fahrrinne über die gesamte grüne Seite versandet und nur 1 m tief. Ganz vorsichtig tasten wir uns nördlich der Flachstelle vorbei. Es ist so eng, dass hier kein Gegenverkehr kommen darf.
Wir wollen heute aber nicht ankern und liegen nach Anweisung des Hafenmeisters an der Innenseite der Ostmole längsseits zwischen den anderen Schiffen eingeparkt.
Für das Abendbrot ist es noch zu früh. Wir gehen zu Fuß zum Strand an der Nordseite der Insel. Vielleicht sind die Kite-Surfer noch aktiv.
Auf dem Rückweg zahlen wir beim Hafenmeister und als besonderen Service können wir für den Tag der Einheit frische Brötchen bestellen. Für die Gaumenfreuden steht eine Schüssel mit Weintrauben zur Selbstbedienung am Hafenbüro. So bin ich über die entrichteten Gebühren, die gleich geblieben sind, wieder entschädigt.

03.10. Thiessow – Stralsund 27,7 Sm
Ausgeschlafen und nach dem Brötchenfrühstück gesättigt, verlassen wir um erst um 10:00 Uhr den Liegeplatz. Wir haben Südwind mit 2-3 Windstärken und das Barometer steht immer noch über 1030 mm Hg. Altweibersommer.

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Die Lehrstunde von gestern hatte Erfolg. Dicta läßt das Steuer nicht mehr los.
Gegen halb Zwei passieren wir die Glewitzer Fähre bei Stahlbrode und schieben uns gemütlich den Strelasund hoch. Jetzt ist Dictas Lehrerstunde angesagt. Sie kann alle Vogelarten hier benennnen, die Sie vor das Rohr bekommt. Ein Greifvogel der seine Runden über den Puddeminer Haken segelt, wird schnell als Seeadler enttarnt.

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Pünktlich zum Zug der Ziegelgraben Brücke trödeln wir ein und gehen an der Nordmole vom Sportboothafen Stralsund rückwärts in eine Box.

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Zeit für das Abendbrot: Es gibt potatos canaris, Mayo mit viel Knobi und Fisch satt. Gut, das wir uns nicht riechen können.

Absegeln im Oktober II

22. August 2014

04.10. Stralsund – Klosters auf Hiddensee 18,7 Sm
In diesen (Club-) Chipmarinas ist das Abrechnen immer nervig. In der Dusche zeigt meine Karte einen Fehler am Terminal an, der gebuchte Betrag kann nicht verwendet werden. Ich soll die Karte tauschen. Ich stehe nackt und startklar vor dem Automaten. Hilfe vom Hafenmeister hole ich mir jetzt auch nicht; also wird kalt geduscht.
Bei der anschließenden Abrechnung sind mir doch tatsächlich 30 Cent von der Chipkarte abgebucht worden. Trotz Fehlermeldung, kalter Dusche besteht der Hafenmeister auf sein Geld. Es sind nur 30 Cent, aber ohne Gegenleistung zahle ich nur zähneknirschend.
Das schnitzt mir Gravuren in die Seele. Wer weiß, ob ich nochmals wiederkomme.
Um 08:30 Uhr legen wir ab; SO-O 3-4 und Sonne pur.
Nach 3 1/2 Stunde liegen wir bereits an der Ostmole von Klosters (an der Luvseite!) hinter einer Bavaria fest vertaut. Leider war im hinteren Teil des Beckens nichts mehr frei und so schaukeln wir mit den Springs und Vor- und Achterleinen ungschützt in den anlaufenden Wellen vor und zurück.
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So früh auf Hiddensee nutzen wir die Zeit für eine Wanderung auf den Dornbusch.
Bin ich Seekrank von der Schaukelei im Hafen oder steht der Turm so schief wie in Pisa?
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Aus der Froschperspektive wird es auch nicht vertikaler. Wir nehmen den Wanderweg hinter der Gaststätte am Turm oberhalb der Küstenlinie.
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Dicta benennt jeden Baum beim Namen, auch mit den biologischen und ist selbst erstaunt über die seltenen Arten, die hier anzutreffen sind.
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Ich kann mir die Namen leider nicht merken; denn es drängt mich zum Schiff. Ich habe Hefeteig für ein Brot und einen tarte flambe angesetzt. Wenn wir schon französischen Besuch an Bord haben, soll es heute einen Elsässer Flammkuchen geben.

05.10. Klosters-Ziegelgrabenbrücke-Wieck 47,4 Sm

Es geht bereits um 08:30 Uhr mit einem klassischen Eindampfen in die Vorspring Manöver los. Gefrühstückt wird unterwegs; denn für den späten Vormittag sind 5 Windstärken aus S-SO angesagt. Da wollen wir ja hin. Kreuzen im Hiddensee Fahrwasser ist für genesis nicht möglich.
Mit den anfänglichen SO kommen wir gut voran und müssen nur einmal die Dieselgenua nutzen, um mehr Höhe zu kneifen.
An der Südmole vor dem Hafenamt in Stralsund liegen wir bereits um 11:30 Uhr und können bis zum Brückenzug noch in aller Ruhe Essen.
Wir passieren um 12:40 Uhr die Brücke und haben ab Neuhof einen langen Kreuzgang zu segeln.
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Ich habe mich mit Thomas verabredet, der mit seiner 370er aus der anderen Richtung den Strelasund hochfährt.
Wir haben eine Übergabe vereinbart. Den Seekartenkoffer Ostsee gegen Bares einzutauschen. Ein Treffen an Land hat nicht geklappt. Thomas ist mit seiner Familie in der anderen Richtung um Rügen unterwegs.
Schon von weitem ist sein graues Kevlarsegel zu sehen. Wir nehmen Handykontakt auf und ich drehe meine Kreise, um auf der Stelle zu bleiben. Thomas rollt seine Genua ein, um langsamer zu werden.
Ich lege meinen Bug in seine Fahrtrichtung und segel luvwärtig versetzt vor seinem Schiff. Er holt auf und wir kommen längsseits zu nah zusammen.
Bei der Übergabe per Bootshaken kommt, was kommen muß, die Schiffe touchieren sich kurz mit den Scheuerleisten. Ein lauter Knall. Aber nichts ist passiert. Kein Schaden an der genesis oder an Thomas Hanse.
So was Blödes kann nur Männern einfallen, sagt Didi und bekommt Zustimmung von Thomas Frau, die die erschrockenen und weinenden Kinder zu trösten versucht.
Nach dem mißratenden Manöver gehen wir wieder auf unseren alten Kurs.
Ich lecke meine “Segel” Wunden und suche den Fehler. Thomas fuhr unter Autopilot. Also habe ich den Steuerfehler gemacht, der zur Berührung führte.
Mit dieser Verzögerung erreichen wir um 17:15 Uhr den Wiecker Hafen. Die Brücke ist schon unten und die Brückenwärter sind in den Feierabend geradelt. Tatsächlich ist seit gestern der 18:00 Uhr Brückenzug entfallen.
So wie uns geht es weiteren Skippern, die nun unfreiwillig eine Nacht vor der Brücke verbringen und erst morgen Vormittag nach Hause kommen. Selbst Kalles Sporthotel liegt vor der Brücke.
Wir hatten uns den Montag sowieso freigehalten. Der Stahlbauer kommt morgen früh an Bord und nimmt Maß für die in 2015 geplanten Umbauten.
Wenn wir schon in Wieck liegen, gehen wir hier auch essen. Bei Gurke spüle ich mir meinen Steuerfehler-Frust mit Weizenbier herunter. Wir können schließlich ausschlafen. Der erste Zug ist um 09:00 Uhr und der Stahlbauer ist für 10:00 Uhr bestellt.
Ein letzter Ableger am Montagmorgen, parken und Ausräumen an der Tankstelle.
Nachdem der Diesel in den Tank geflossen ist, fahre ich den letzten Anleger alleine mit Dicta. Didi nimmt von Land die Vorleinen an und die Segelsaison 2014 ist beendet.

Als bezahlter Skipper an Bord von Genesis

21. August 2014

Nach meinen Terminen in Dresden und Berlin komme ich nachts am 28.08.2014 an Bord und falle ohne auszupacken in die Koje. Die Klamotten und Bettwäsche von letzter Woche sind noch an Bord. Praktisch, wenn man nur mit dem Waschzeug und frischer U-Wäsche anreisen kann.

Klar Schiff am 29. August
Es sind 6 (In Worten sechs) Mitsegler angemeldet, die mit einem bezahlten Skipper ein Wochenende auf dem Bodden segeln wollen. Die beiden größeren Schiffe, Hanse 400, Harmonie und Bavaria 44, Paule 2, sind verchartert. So bleibt die Genesis als nächst größerer Dampfer für insgesamt 7 Personen mit mir als Option. Die gesamte Steuerbordachterkabine räume ich leer und verstaue die Kuchenbude, Starkwindsegel und meine persönlichen Sachen im Seesack in der Duschkabine. Die weiteren Plünnen von mir lagere ich in einem Salonschrank.
Um 15.00 Uhr kommen die Mitsegler zu viert an Bord. Die Kid´s wollten nicht mit….Also kann ich wieder umpacken und die Gäste können einladen und die Kabinen verteilen.
Jetzt sind wir mit 3x Peter als Vornamen nicht auseinander zu halten. Ich bin nun Pierre, Peter 2 wird Pjotr und Peter 3 bleibt Peter. Gut das die Partnerinnen anders lautende Vornamen mit Annette und Corinna haben. Nach der Sicherheitseinweisung und der Erklärung des Funkgerätes werfe ich mit Unterstützung von Peter und Pjotr die Leinen los und wir reihen uns in die lange Schlange der 16.00 Uhr Brückenfahrer ein. Die Mädels verteilen während der Warteschleifen weiter das Gepäck, Essen und Getränke im Schiff.

29.08. Greifswald – Bodden – Seedorf 22,1 Sm
Heute ist Bodden-Etappen-Regatta angesagt und entsprechend voll wird es vor der Brücke. Um 17.00 Uhr ist Regattastart. Den wollen wir miterleben.
Aus der Ferne wirkt es wie das absolute Chaos und dann fährt auch noch so ein überflüssiger, stinkender und hier nichts zu suchender Flussdampfer aus Wieck kommend und auf sein Wegerecht in der Fahrrinne pochend mitten durch das Regattafeld. Der hätte auch 5 Minuten warten können. Bei dieser “un”-seemännischen Schweizer Reederei werde ich in meinem Leben niemals an Bord gehen. Die bewegen die mitreisenden Rentner von A nach B und die können bestimmt einmal abwarten!
Nachdem wir uns beruhigt haben, geht es Richtung Tonne Lauterbach; weg von der Regattabahn und Platz machen. Nach der Wende fast vor dem Wind fallen wir auf Kurs 120° ab, setzen den Gennaker und legen die Tonne Thiesow an.
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Nach fast 2 Stunden bei wenig Wind unter dem 120m² Tuch holen wir das Segel wieder ein und setzen die SW-Fock und nehmen Kurs auf Reddewitz. Wir kommen langsam in das Büchsenlicht und nutzen jetzt jede Abkürzung. Es hilft aber nicht. Ab 20.00 Uhr läuft das Radar mit und wir bereiten den Anleger im Dunkeln vor. Uwe vom Forellensteg kontaktiere ich per Handy. Er nimmt an der Regatta teil und meldet sich nach einiger Zeit. Auf der Innenseite sei für uns bis morgen Mittag Platz; dann müssen wir aber ablegen; denn es hat sich ein Geschwader mit 30 Schiffen aus Kröslin angemeldet. Kein Thema, dann sind wir weg und vereinbaren die Liegegebühr von ? 15,– in den Briefkasten zu werfen.
Nach dem Nacht-Anleger greift die Crew in den Bierkasten und Pjotr in das Eisfach. Er hat einen russischen Import Vodka, ” Green Mark”, mitgebracht, der glücklicherweise in Schnaps- und nicht Wassergläsern die Runde macht. So verschiebt sich das Abendessen auf fast 23.00 Uhr, als ich die Hähnchenteile aus der Röhre hole und zu Tisch mit den Beilagen bitte.

30.08. Seedorf – Karlshagen über Landtief und Umwege 26,2 Sm
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Nach dem Aufstehen geht es direkt zum Baden von Bord in den Strom zum Selliner See und wir sind alle mehr als erfrischt und schauen dem Vogelzug nach. Die Kraniche sind schon früh auf der Reise gen Süden. Kaum angezogen legen wir ab. Die Mannschaft möchte einmal auf die Ostsee und bei den angesagten Windstärken ist eine frühe Abfahrt erwünscht. So geht Genesis als Motorboot um 09.30 Uhr in die Having und die Mädels bereiten einen Brunch in der Pantry vor.
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Bis wir alle satt sind, aufgräumt wurde, die Segel stehen ist es mittlerweile 10.45 Uhr und wir stehen vor dem Landtief West bei umlaufenden Winden von 0-1 Beaufort. Keiner möchte den Motor wieder hören und so gebe ich vor, dass wir bis 14.00, spätestens 14.30 Uhr uns durch das Landtief treiben lassen; denn dann kommt normalerweise thermischer Wind auf. Wenn nicht, drehen wir ab und gehen unter Motor nach Thiesow oder Lubmin. Zum Zeitvertreib gibt es eine Mittagssuppe und immer wieder mal ein Stück Obst oder einen anderer Snack aus der Pantry, der im Cockpit begeisterte Abnehmer findet.
Wie auf Kommando setzt um 14.15 Uhr eine Brise aus Süd mit 3 Beaufort ein und wir nehmen die Abkürzung zwischen dem Greifswalder Oie und Ruden, um von der Landtiefrinne in Richtung Peenestrom zu kommen. Bei der Ansteuerung von Freest nehmen wir die SW-Fock weg und nutzen Motorschub und Großantrieb für die Flußfahrt gen Süden die Peene hinauf. In Karlshagen wollen wir anlegen. Annette will direkt von Bord zum Fischer gehen und frischen Fisch holen; denn es wird knapp mit der Zeit. Wir lassen Sie um 17.15 Uhr von Bord und suchen uns einen Platz in der Nähe von Dusche und WC auf der anderen Seite. Sie kommt mit über einem Kilo “richtig” frischem Dorsch (nicht gefrostet) zurück und wir beschliessen den Rest der Tomatensuppe, einen Apfel-Gurkensalat, einen Tomatensalat und als 3. Gang den Fisch pur ohne Beilagen als Menüfolge festzulegen. Die Mannschaft macht eine Runde zur Ortsbesichtigung und ich verkrümmel mich für eine Stunde in die Koje zum Entspannen.
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Karlshagen – Greifswald 19,6 Sm
Der Wecker holt mich um 07.00 uhr aus dem Reich der Träume und ich mache genügend Geräusche, um die Mitsegler zu wecken. Peter holt die für 09.00 Uhr bestellten Brötchen bereits um 08.45 Uhr ab und hat ein Erlebnis der 3. Art aus dem Wilden Osten mit dem Fischer, der nicht einsieht, warum er schon so früh die Brötchen herausgeben soll. So haben wir nach dem Ablegen eine tolle Story beim Frühstück zu verdauen.
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Der Törn in den Heimathafen ist schnell geschildert. Wir brunchen unter Motor, biegen nach Osten in den Hafen von Peenemünde ab,
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machen eine Hafenrundfahrt und beim Herausfahren stehen wir genau im Wind. Segel gesetzt und mit dem schlappen S-SSO geht´s zur Knackrückenrinne. Ab dem Elsagrund wird die Zeit für die 13.00 Uhr Brücke knapp. Also wird zusätzlich die Dieselgenua genutzt und um 12.00 Uhr stehen wir südlich der Tonne Greifswald und können die (E)ersten der Regatta an der Ziellinie sehen. X X X -Namen soweit die Schiffe benannt sind. Dietmar Wendel´s “Relax”, die Regattaversion einer Hanse370, ist auch dabei und der Eigenbau von Locke ist ebenso schon durch, wie eine ältere 341… mit dem 13.00 Uhr Brückenzug gehen wir an die CMW Tankstelle bei Matthias Wunderlich. Es passen trotz der insgesamt 4 Motorstunden und der nächtlich immer wieder eingeschalteten Heizung nur 8,0 l in den Tank. Der Anleger an der Tanke ist ideal für die Crew zum Ausladen und der Tankdeckel ist gerade wieder geschlossen, sind Peter, Pjotr, Annette und Corina schon wieder für den letzten Anleger zu meinen Liegeplatz 29 an Bord.
Nach einem herzlichen (Auf) Wiedersehen reist meine zahlende Crew ab. Ich räume auf, leere dasSchiff, leider; denn Genesis geht nochmals in Charter und ich komme erst Ende September wieder nach Greifswald zum Absegeln.

Sommertörn I (09.-11.08.2014 Bodden+Pommersche Bucht)

20. August 2014

Der Packesel wird Freitagabend beladen. Die Rennräder sind schon drin, das Angelgeschirr ebenfalls und 6 Curverkisten mit Lebensmitteln, Zubehör und neuem Kochgeschirr (Induktionsherdplatte, Fischpfanne, Pizzablech, Druck-Kochtopf und und und.
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Jetzt noch die Bettwäsche im neuem Segelsack, den mir der Segelmacher Radtke aus dem alten Großsegel genäht hat und unsere persönlichen Sachen und Pütt und der Wagen ist voll. Da geht nicht mehr viel rein. Doch die Überlebenstonne mit den “Rentenpapieren”
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Am Samstag kommen wir staugeprüft nach 7 Std. Fahrzeit mit einem Gewitter zur Begleitung im Heimathafen an. Das übliche Entladen und Bunkern im Schiff hält uns die nächste Stunde ab, dass Rückseitenwetter zu geniessen.
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Jetzt noch den Gennaker obendrauf und die Segelkammer ist voll. Irgendwann ist alles verstaut und Platz geschaffen, nur für die Rennräder findet sich kein adäquater Stauraum in der Segelkammer. Im Moment stehen sie auf den Heck-Sitzduchten; denn bei der angeschlagenen Genua kann ich die Räder nicht an den Außenwanten abstellen.
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Matthias, der Genesis die letzten 3 Wochen gechartert hatte, berichtete, das die Funke und das (Auto)radio nicht läuft und eine Fehlermeldung produziert. Ich habe das uralte Autoradio von der Genesis IV ohne USB und AUX wieder eingeschoben, Antenne dran und
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Das alte Radio konnte ich anschließen und zum Laufen bringen. Nur der Antennenempfang war miserabel.
Die Funke ging ebenfalls nicht und Wolgast Port, den ich sonst hier höre, war stumm. Mit dem Nachbarn am Steg konnte ich eine Verbindung aufbauen, aber da lief meine Funke nur über das “Kabel” als Antenne und der Funkverkehr war nur mehr ein Zuruf.
Per What´s App habe ich Dietmar von Wendel&Rados am Sonntagabend in Kiel an Bord seinerHanse 370, Relax erreicht und von den “Problemen” berichtet. Er hat mich für Montag in die Werkstatt nach Greifswald eingeladen, um einen Elelektriker an Bord zu schicken. Das ist Service und Kundenbetreuung am Wochenende. Danke Dietmar. So long.
Gesagt getan. Also am 11.08. morgens um 09.00 Uhr nicht zur Brücke nach Wieck ablegen; sondern flußaufwärts nach Westen zur Hanse Werft und Festmachen am Ausüstungssteg vor der Tankstelle.
Erste Fehlerquelle überprüft. Funke okay. Kein Blitzschaden. Weiche ebenfalls okay und die Überbrückung zurückgebaut. Alle Verbindungen gemessen. Sind durchgängig; es kommt nur nichts von “OBEN”
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Also Salondecke auf und am Mastfuß zur nächsten Fehlerquelle. Hier wird ein korrodierter Anschlußstecker/-verbinder ausgetauscht. Aber immer noch keine bessere Verbindung an der Funke. Nun müsse und n wir in den Mast. Wir verlegen Genesis an den Mastenkran und ein Mitarbeiter von W&R entert den Mast.
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Und siehe da. Hier gibt es eine weitere korrodierte Verbindung, die der Mastmann austauscht und neu “verdrahtet”. Schon beim Abseilen hören wir den zuvor eingestellten Kanal 9 von Port Wolgast. Hurra die Funke lebt.
Wir verabschieden uns von Wendel & Rados und laufen den Ryck stromab zum 13.00 Uhr Brückenzug. Es reicht zeitlich noch, vorher ein Matjesbrötchen von der Fischerei Genossenschaft zu holen. 3 (in Worten drei) Filets liegen jeweils in den beiden Brötchen. Ich gehe nur noch montags Fischbrötchen essen…. Somit ist das Abendbrot gesichert; denn 2 Filets bleiben für heute Abend übrig, die zu Bratkartoffeln eingeplant werden.
Ablegen und nur unter Genua I geht es zum Eingewöhnen für Didi die Dänische Wieck in Richtung Nord. Ab der Tonne Greifswald, 14.00 Uhr, fallen wir auf 60° ab und laufen raumschots zum Elsagrund. Ab hier steht fest, das wir heute nach Ruden gehen. Bis Swinemünde ist uns für den ersten Tag dann doch zu weit. Um kurz nach Vier sind wir auf Ruden fest. Heute liegen mit uns nur 4 Boote hier. Hoppla, während ich den Blog schreibe, kommt noch ein Solosegler mit einer Varianta 18 herein.

Sommertörn II (12.-16.08.2014 in Polen)

19. August 2014

12.08. Ruden nach Swinemünde (Swinoujscie) 28,9 SM
Heute wache ich viel zu früh auf und ?rödel? im Schiff herum. Nehme die alten Bücher aus dem Regal und belasse nur noch die aktuelle nautische Literatur an Bord. Wozu brauche ich ein Buch über das Mittelmeerwetter, wenn ich in der Ostsee unterwegs bin oder astronomische Navigation, wenn ich zwei GPS Empfänger, ein Smartphone mit GPS und einen Laptop mit Internetzugang, zumindest bis 15 SM Abstand zum Land habe????
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Um die genervte Mitseglerin ob meines TUN´s zu beruhigen, koche ich einen Freundschaftstee. Die Nachbarn legen gegen 06.00 Uhr ab und gehen nach Bornholm. Wir machen nach dem spartanischen Frühstück klar Schiff und laufen mit dem Ziel Swinemünde aus den Hafen von Ruden aus. Ab Tonne 2 südlich vom Greifswalder Oie können wir 138° anlegen und die Hafeneinfahrt von Swinemünde (Swinoujscie) anpeilen. Die bis auf 6 Beaufort aufgefrischten SW Winde geben uns die Sporen. Wir pflügen mit 7-8 Knoten durch die Ostsee.
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Mit stündlichem Wachwechsel, Teatime und kleinen Snacks für den Hunger erreichen wir gegen 12.00 Uhr die Ansteuerung von Swinemünde (Swinoujscie). Ein Meer von Seglern kreuzt unseren Kurs. Eine Regatta startet und wir machen Lee, um das Feld nicht zu stören. Nach Passieren der neuen nördlich gelegenen Mole, (soll hier ein neuer Terminal für die überflüssigen, nichtsnutzenden und stinkenden Kreuzfahrtschiffe entstehen??) sehen wir an Steuerbord das markante Seezeichen der Hafeneinfahrt.
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Jetzt sind wir im Mündungsarm der Oder.
Natürlich bekommen wir beim Hafenmanöver unsere Dusche ab. Der ganze Tag mit strahlenden Sonnenschein. Kaum klaren wir die Festmachen auf, gießt es aus Eimern. Wir drehen mehrere Ehrenrunden bevor wir wieder gegen Nässe von Oben eingekleidet unseren Anleger fahren.
Nach dem Anlegen geht es in die Stadt. Zlotys tauschen am Bankomat. 400 Zlotys für 102 EURO. Nach der Besichtigung der Christus Kirche gehen wir in die Altstadt. Ein Vergnügen für die Kids ist es die Fontänen mit den Füßen zu verstopfen.
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Doch diese kleinen Füßchen können das Loch nicht komplett schließen. Und so haben sie ihren nassen Spaß und die Mumms keine trockene Wäsche parat.
Wir machen einen langen Wanderweg durch die Stadt, dann durch den Park an den alten Villen vorbei; – wo wohnte Effi Briest?-. Jetzt kommen wir auf dem Highway oder Catwalk der Strandpromenade an. Irre, welche Menschenmassen hier flanieren, ein Eis essen, zu Mittag essen; es ist bereits 15.00 Uhr, irgendwelchen überflüssigen Tand kaufen, ihre überschüssigen Pfunde und Wohlstandsbäuche in zu engen Shorts oder Bikinis präsentieren. Wir suchen den Zugang zum Strand an dieser schier endlosen Promenade. Nach einer nicht Aufhören wollenden Ansammlung von Fast Food, Imbissbuden, Bars, Cafes, Restaurants, Eisdielen und Hotels finden wir endlich einen Zugang zum Strand, zum MEER. Es öffnet sich nach dem Überwinden der letzten Düne ein bestimmt 300 m breiter Strand. Auch hier wieder Imbiss- und Fastfoodbuden, Strandkorbverleih, Halligalli, und Biertempel als Zelte verankert im Sand.
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Nichts wie weg hier. Das schauen wir uns lieber beim Ankern von der Seeseite aus an. Zurück in den Hafen, ein Bier neben dem Hafenamt; (Preis wie Zuhause, ½ l für 2 EURO) und anschließend zum Einchecken beim Hafenmeister; 38 Zloty = ? 9,50 für die Nacht.
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Zurück an Bord befreie ich die Räder von den Transporttaschen, baue sie zusammen und hänge sie achteraus an den Heckkorb.
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Ein Talk mit dem Nachbarn über das Für und Wi(e)der des Ehegattensegelns lassen wir beim Rotwein und Käse ausklingen. Wir laben uns an den mitgebrachten Ziegen- und Schafskäsen aus dem Allgäu und fallen nach 21.00 Uhr bereits in die Koje.

13.08.2014 Swinemünde (Swinoujscie) nach Stettin 32,1 SM

Schon wieder so früh aus der Koje. Ich merke, dass ich Urlaub habe. Zuhause bin ich selten um 06.00 Uhr ausgeschlafen. Nach einem Frühstück, den langen Gang zum Waschhaus laufen wir um 08.00 Uhr aus. Es weht immer noch ein SW Wind, der hier in der Stadt schwachwindig einfällt. In der Kaiserfahrt bleiben wir unter Motor; denn selbst zur Unterstützung hilft die Genua nicht, um mehr Knoten zu fahren. Der Spiegel vom Rad kann jetzt mithelfen auch beim Blick nach achtern noch den Gegenverkehr zu beobachten.
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Bevor es auf das Haff geht, wird die Genua gesetzt, aber nach einer Viertelstunde von der Dieselgenua ersetzt.
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Ein Containerdampfer kommt von achten und überholt uns mit einer beachtenswerten Bugwelle. Der Dampfer ist laut A.I.S. mit 12 KN unterwegs. Wir laufen gerade mit der halben Geschwindigkeit am grüner Rand des Fahrwassers.
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Im Haff sehen wir viele Stellnetze, die bis dicht an das Fahrwasser gesetzt sind. Die Motorbootfahrt zieht sich am Band der Oder in Richtung Süden. Im Haff haben wir noch den Fisch gerochen; nun haben wir die Nase voller Braunkohlenschwaden, die von den Kraftwerken westlich der Oder uns entgegenziehen. Es stinkt hier wie nach der Wende in den NBLs. Die Abraumhalde läßt ökologisch nichts Positives erwarten. Erstaunlich, dass der eine oder andere Busch hier wurzelt. Sehen wir nicht auf die Industriebrachen, abgewirtschafteten Werften und den Umweltdreck; sondern richten den Blick nach Osten in das Schilf und den benachbarten See, ist der Gegensatz ein totaler Widerspruch. Hier die Ausbeutung und Verwüstung – dort Mutter Natur und nur von 50 ? 100 m Flußbreite getrennt. Die Trostlosigkeit auf der westlichen Uferseite schlägt uns derart auf das Gemüt, das wir erst am Liegeplatz in Stettin Nord (Marina Goclaw) den Fotoapperat herausholen. Mittlerweile ist es schon 14.00 Uhr und Zeit für einen Snack.
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Unsere aufgehängte Wäsche saugt den Braunkohlegeruch auf, der erst 2 Tage später im Haff auf der Wäscheleine das Weite sucht.
Mit den Rädern geht es in die City nach Stettin. Unterwegs kaufen wir im Lidl fehlende Lebensmittel ein. Preise wie zu DM Zeiten in der BRD! Der EURO ist halt eine Währungsreform gewesen, die unser Vermögen und die Kaufkraft halbiert hat.
Die Radtour verläuft ohne Radweg, teilweise auf Kopfsteinpflaster, mit Riesenlöchern in den Straßen, unüberwindbare Schienenstränge queren die Straße und wir mittendrin. Mit minimalsten Abstand donnern die LKW´s an uns vorbei. Endlich sind wir im Zentrum. Hier können wir auf dem befestigten Flußufer Richtung Altstadt mit viel weniger Risiko fahren. Nach einer kurzen Runde durch die Altstadt steht fest. Ab zum Schiff und nie wieder Stettin mit dem Rad. Dieser Radausflug von gerade einmal 15 KM war die riskanteste Tour, die wir je erlebt haben. Da war das Radfahren in der Toskana und um Florenz herum ein leichtes Unterfangen. Zur Belohnung backen wir uns Dinkelmehl Pfannenkuchen und auf das Dach prasselt der Regen und reinigt das Schiff von der unappetitlichen Schicht mit der es heute überzogen wurde.

14.08.2014 Stettin nach Ziegenort (Trzebiez) 12,3 SM

06.30 Uhr, Frühstück fällt aus, wir nutzen den Sanitärbereich, kochen Tee und schmieren Brote für die Flußfahrt. Wir haben uns für Ziegenort entschieden, um dort früh einzutreffen und Zeit für eine Radtour haben. Die Leinen werfen wir um 08.00 Uhr los und fahren diesmal nur unter Genua 1 die Oder in Richtung Haff. Diesmal bleiben wir auf der Westseite der Oder- (Schilf-)inseln. Im Morgenlicht der Sonne sehen die Abraumhalden aus wie eine Savanne in rostroter Erdfarbe. Um 10.30 Uhr erreichen wir bereits das Papenwasser und nehmen den Tonnenstrich nach Ziegenort, um im Fischereihafen Diesel zu tanken. Fehlanzeige, die im 2014er Hafenführer eingezeichnete Bunkerstation ist nicht zu finden und so legen wir an der Südmole des Fischereihafens längsseits an.
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Mit dem Gang zum Hafenmeister; Liegegebühr 21,95 Zloty, gehen wir am verwahrlosten Hafen der Segelschule und an der jetzt nördlich liegenden Tankstelle vorbei und drehen eine Runde durch den Ort.
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Hier sieht es aus wie nach der Wende. Viele Häuser sind immer noch ?grau in grau? und haben weder Isofenster noch eine erkennbare Wärmedämmung o. ä. Vor der Tür oder auch im Hof stehen aber die dicken neuen Westautos oder SUV.
Die Restaurants? ? laut Hafenführer-? entpuppen sich als Schnellimbiss in der Gartenlaube oder als Wellblechunterstand. Bei den Fischern gibt es auch nichts zu kaufen und so tauschen wir die Straßenschuhe gegen die Radschuhe und radeln mit dem Ziel Neuwarp (Nowe Warpno) in Richtung Westen. Einem Schild in Richtung Strand folgen wir und erreichen nach 3 km einen feinsandigen Strand für die Gäste des Ortes und dem angrenzenden Campingplatz.
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Zurück auf die B 114 halten wir an einer Wegbeschreibung und suchen nach einem Radweg abseits der Straße. Fehlanzeige.
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Eine Marienstatue an der nächsten Straßenbiegung und 8 km weiter erreichen wir (der Name kommt mir bekannt vor) Brzozki, früher Althagen. Das Kopfsteinpflaster hält uns vom Fahren ab und wir schieben durch das lange, lange, nicht enden wollende Straßendorf. Selbst nach der nächsten Kurve ist kein Ende der Holperstrecke abzusehen und wir wenden und lassen unser Ziel sausen. Auf dem Rückweg schiebt uns der Westwind entlang des herrlichen (Ur-) Buchenwaldes. Blaubeerenbüsche im Unterholz soweit das Auge reicht. Nur keine Beeren am Strauch. Am Ortseingang von Ziegenort (Trzebiez) kaufen wir noch 3 Aprikosen und eine 1 Salatgurke ein. Umgerechnet für ? 1,50!
Im Hafen angekommen und wieder an Bord dreht ein Boot aus Brandenburg seine Runden und sucht eine Parklücke für seinen Segler. Als das Paar in Rufnähe ist, bittet es um eine Verlegung der genesis um 1-2 m nach achtern. Dann würden sie vor uns anlegen können. Gesagt getan. Zur Belohnung reicht uns Rüdiger sein letztes Jever nach dem Anleger über die Reling mit dem Kommentar ?? das macht auch nicht jeder?? usw. usf. Den Anlegerschluck nehme ich mit zum Abendbrot, dass wir unter Deck und in keinem der empfohlenen ?Restaurants? einnehmen.

15.08.2014 Ziegenort (Trzebiez) nach Kalkofen (Wapnica) 16,1 SM

Das geplante Bauernfrühstück fällt heute Morgen aus. Ein Müsli mit Banane passt immer. Im Rückwärtsgang geht es durch den Hafenschlauch zur Tankstellenpier. Die anderen Hafenlieger sind über die lange Rückwärtsfahrt erstaunt. Soweit die zu hörenden Kommentare und Gesten. Aber nach den letztjährigen Getriebeproblemen bin ich im Rückwärtsfahren geschult und habe mehrmals die Wiecker Brücke rückwärts bis zum Heimathafen passieren müssen.
Eine schöne und junge Polin nimmt die Leinen an und überreicht mir den Dieselschlauch zum Betanken. So kommt beim Tanken Freude auf. 20 l für 115 Zloty. Preise wie?.
Ablegen, Klar Schiff, Segel hoch und mit 330° in Richtung Brama Turowa 3.
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Heute ist Regattafeeling angesagt. Wir machen alle anderen Segler auf unserem Kurs NNW platt und versägen sie. Ist aber auch kein Wunder; denn wir haben über 85 m² Segelfläche am Wind und die ?Konkurrenz? höchstens 40-50 m². Im Nebenfahrwasser Richtung Wollin und später nach Lubin mit der Peilung über die Kirchturmspitze erreichen wir den ?Großen Vietziger See? und die Ansteuerung von Wapnica. Der Hafenschlauch ist so eng, dass wir hier drin nicht drehen können. Also geht es diesmal rückwärts in die lange Gasse bis zur ersten Parklücke. Nach dem Aufklaren, dem Manöverschluck in Form eines Espressos, rüsten wir uns für eine Radtour nach Miedzyzdroje (Misdroy), – auch nicht einfacher auszusprechen – und suchen bevor wir das eingezäunte Gelände verlassen (sonst wären wir nicht heraus gekommen) den Hafenmeister auf.
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Er hat mit seinem Fernrohr und den Überwachungskameras im Hafen bereits alles registriert, kennt den Schiffsnamen, Heimathafen, Länge usw. und nimmt uns für 2 geplante Nächte 72 Zloty ab = 9,– EURO pro Nacht. Hier bleiben wir 2 Nächte und bezahlen. Zurück an Bord machen wir die Räder “klar”.
Wir radeln los und fahren an der ersten Abzweigung in die falsche Richtung hinein in den Nationalpark der Insel Wollin. Unseren Fehler merken wir erst, als die Wegstrecke für unsere Rennräder unpassierbar wird. Das kann nicht die Straße nach Misdroy sein. Ein Blick auf die Karte, Abgleich mit dem Sonnenstand und es ist klar. Wie fahren gen Ost und müssen nach Norden.
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Also wenden wir und nehmen auf dem Rückweg ein Bild von Weltumseglers Traum mit. Hier mitten in der Pampa baut jemand eine Reinke aus. Nach einem Abstecher zur ehemaligen, jetzt gefluteten Kalkgrube (Türkissee), denn die Kreide gibt dem See die Farbe und seinen Namen, finden wir die richtige Straße zum Seebad. In Misdroy ist Massentourismus pur zu erleben.
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Die vielen Menschen schieben sich als Masse durch die Fußgängerzone und über die 3 Km lange Promenade parallel zum Strand. Kirmesbuden, Schausteller, Straßenmusikanten, Kinder-Spielplätze säumen den Weg.
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In einem renovierten Hotel mit Restaurant, Stella Maris, finden wir einen Pol der Ruhe inmitten des Trubels und genießen eine ?Pierogi? Teigtasche nach Litauer Art. Danach suchen wir das Weite. Bloß weg von der Menschenmenge und ab in die Einsamkeit und Ruhe der Natur. Zurück im Hafen flüchten wir uns vor dem einsetzenden Gewitter unter Deck und planen die Radtour für den nächsten Tag. Wir sind im Urlaub angekommen; denn ich mußte heute das erste Mal im Kalender nach den Wochentag blättern.
Landtag am 16.08. mit Wanderung und Radtour im Nationalpark Wollin
Am Vorabend kommt es noch Dicke. Viel Regen und anschließend eine schöne Rückseitenfront.
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Für heute planen wir als Erstes eine Wanderung in den Nationalpark von Wollin und starten vom Schiff aus unseren Weg nach Lubin (Lebbin) vorbei an der zerstörten V-3 Produktionstätte, dem Erdboden niedergewalzten und untergepflügten Unterkünften und der verfallenden Verladestation geht es nun bergauf (100 Höhenmeter!) zur Kirche, die wir schon als Ansteuerung genutzt hatten, in den Nationalpark
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Hier eröfnnet sich ein toller Blick über das Haff und den Wicko Zalesie (Vietziger See). Am Parkeingang orientieren wir uns an der Karte und setzen unseren Kurs, -Quatsch-, Wanderweg ab.
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Es geht durch einen Urwald aus Buchen, dichtem Unterholz, vielen Wühlspuren von Wildschweinen nochmals zum Türkissee. Auch heute haben wir kein Glück mit dem Licht und so gibt es kein Foto. Zurück am Schiff nehmen wir eine kleine Mahlzeit ein und satteln die Räder. Die Runde führt uns zum westlichen Stadtteil von Misdroy auf den Ostseeradweg in Richtung Swinemünde. Den Hoppelweg verlassen wir genervt nach mehreren Kilometern und fahren einen Waldweg in Richtung Süden. Bald queren wir in einer Lücke des schier endlosen Kolonnenverkehrs die B-3 = E 65 und radeln zurück an den Parkplatz des Nationalparks. Heute Morgen wurde hier Lachs in den Rauch gehängt. Der müßte jetzt gar sein. Und richtig, er wird im Kiosk angeboten. Ich kaufe das große Schwanzstück, ca. 500 g, für 12 ZK = 3 ?, dass wir zum Abendbrot mit Nudeln nach J. Sander als Beilage essen. Im “Hafenrestaurant” geht die Post ab. Livemusik bis weit nach Mitternacht hält uns lange wach. Morgen geht es in Richtung Heimat zurück; denn für Montagabend sind 8-9 angesagt. Bis dahin möchten wir einen sicheren Hafen im Peenestrom oder im Achterwasse zum Abwettern erreichen.

Sommertörn III vom17.08-22.08. im Peenestrom und Bodden

18. August 2014

17.08. Kalkofen nach Karnin 33,1 SM
Wir legen bei WWS 5-6 um 08.00 Uhr ab und bleiben in der Hafenausfahrt prompt stecken. Zwei Tage Wind aus SW und die Einfahrt ist versandet. Mit etwas Ausdauer und unterschiedlichen Richtungen schieben wir uns über das neue Flach hinweg zur Ansteuerungstonne. Groß hoch und die eingereffte Genua hinzu und schon geht die Post ab. 4 Tonnen weiter und aus der Landdeckung heraus, schlage ich das 2. Reff ein. Sobald wir in der Rinne Richtung Brama Turowa 2 einschwenken, ziehe ich die Starkwindfock am 2. Vorstag das erste Mal hoch.
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Ohne Genua halten wir den AM Wind Kurs , nur die Logge geht auf 4 Kn. zurück. Also die Genua gerefft dazu setzen und schon beschleunigen wir auf 7-8 Kn. Alle Abkürzungen, um in Richtung West zu gelangen werden jäh von den Fischreusen und Netzen gebremst. Nach 3-maligen Abkürzungsversuchen gebe ich es auf und halte mich an den Tonnenstrich. Um 12.00 Uhr hole ich die Gastlandflagge herunter. Wir sind wieder in der BRD. Mittlerweile ziehen wir Am Wind bei 6-7 in Böen bis 8 mit 270° durch das Stettiner Haff in Richtung Karnin Eisenbahnbrücke.
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Die Logge pendelt sich bei 7 Knoten ein und einmal erreichen wir sogar 8,7 Kn. Vor der Eisenbahnbrücke holen wir die Vorsegel ein und nach der Brücke das Groß und bereiten die Leinen und Fender für den Anleger vor. Wir gehen in den Karminer Hafen westlich der Brücke und machen am Kopf auf 68 fest.
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Aufklaren, ein Tomatenbrot mit Mayo, Zwiebel und Basilikum und die Kalorien sind ausgeglichen. Ach ja, es gibt noch ein Anlegerbier. Ortsbesichtigung, Anmeldung beim Hafenmeister, Toilettencode = 2014, Liegegebühr = ? 11,– super und günstig.
Früher (2000) hieß es 1 Meter = 1 Mark, heute ist man schon froh, wenn 1 m mit 1 ? abgerechnet wird. Hier ja, aber in HGW, HRO oder HST gilt schon ? 1,50 pro Meter = 300% Preissteigerung. Ha, ha und wir haben keine Inflation??
Nach dem Bezahlen der Hafengebühr machen wir einen Rundgang durch den Ort. Bei Vadder Gentz ist heute nichts los. Keine Gastlieger wie noch 1992 und später, als ich mit der genesis I bei 1,10 m Tiefgang hier anlegen konnte. Der Flair der Vergangenheit ist verflogen. Jetzt ist die Gastwirtschaft eine GBR.
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Im Hafen sind immer noch viele Plätze frei….
Zurück an Bord heizen wir meine zwei Flammen an. Das erste eingemachte Hackfleischglas ist umgekippt. Brrrrh, Bähhh wie Fleisch stinken kann. Das nächste Glas ist Okay und das Essen erst recht. Nach dem Essen schauen wir Westfernsehen? und sind vom Wetterbericht eingeschüchtert. Mal sehen, wie es morgen aussieht.

18.08. Karnin nach Wolgast 18,2 SM bei 7-8 Beaufort
Wir wachen schon vor der eingestellten Weckzeit auf und bereiten mit viel Zeit die Abfahrt/Ableger vor.
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Auf dem Rückweg von der Toilette sehe ich eine nachahmenswerte Idee an einer polnischen Hanse. Das Sonnensegel per Reißverschluß einziehen und setzen. Super. Ich habe schon bei meiner “Sonnensegelplanung” an einen Keder aus dem Caravanbereich gedacht; hätte aber Unterbrechungen an den Reffleinen einplanen müssen. So wie an der Hanse ist es viel besser.
Um 09.00 Uhr gehen wir aus den Hafen und lassen es langsam mit 3 Kn angehen. Ein Seeadlerpaar dreht seine Kreise um den Horst und wir schleichen uns zum Brückenzug der Zecherin Brücke um 09.40 Uhr.
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Mittlerweile haben wir 6-7 Beaufort wahren Wind und genesis ist mit dem Heck im Wind nicht mehr mit dem Bugstrahlruder gerade zu halten. Also langsame Kreise drehen bis die Brücke öffnet.
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Ein mitlaufender Oldtimer; es ist kein Drachen und kein Folcke Junior; sondern ein N. N. ?; selbst der Eigner kann uns nicht aufklären. Ist halt ein kleiner Schärenkreuzer ruft er herüber.
In Rankwitz wollen wir anlegen und den Starkwind heute Nacht abwettern. Kurz vor der Mole brechen wir das Manöver ab. Ich kann nur rückwärts einlaufen; denn an ein Drehen im Hafen ist nicht zu denken. Mit dem Bugstrahlruder bekommen ich den Bug nicht durch den Wind und gehe wieder in die Fahrrinne. Wolgast ist nun das Ziel zum Abwettern.
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Im Hafen treffen wir unseren Segelmacher Bernd Radtke mit Familie. Er will noch durch die Brücke und nach Peenemünde ablaufen. Dort gibt es mehr Aktion für die beiden Kids an Bord. Sein Schiff ist eine Kopie der Dehler DB 2, die nach den Originalplänen von Kalle Dehler in Sperrholz in der DDR nachgebaut wurde und dort die Trophäen bei den Regatten bis zur Wende abgeräumt hatte.
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Nach dem Festmachen geht es auf Erkundungstour durch Wolgast. Leider finden wir kein Geschäft / Fischer mit frischem Fisch. Nur Räucherware.
Während ich den Blog tippe, fallen die ersten Hammerboen mit bis zu 40 und mehr Knoten ein. Vor Lassan werden 3 Kanuten von einem Fischerboot gerettet. Ihr Kanu war gekentert. Im mitlaufenden Funk, Kanal 16, sind wir live über Bremen Rescue dabei und können das Rettungsmanöver mithören. Das ist spannender als jeder Tatort. Glücklicherweise ist den dreien nichts passiert. Nur das Kanu ist abgesoffen.

19.08. Wolgast nach Karlshagen nur 3,6 SM

Ohne Frühstück geht es mit dem 07.45 Brückenzug die Peene gen Nord. Der Regen begleitet uns und bleibt achteraus.
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Nach einer dreiviertel Stunde biegen wir rechts ab in den uns gut bekannten Hafen nach Karlshagen ab. Der neue junge Hafenmeister weist uns per Zuruf einen Liegeplatz an der Südmole an. Näher zur Quelle der Fischer können wir es nicht haben. Wir machen nach einem Rückwärts- Aufstopp-Manöver (schon wieder rückwärts) zwischen einem Pfahl und der Kaimauer direkt vor dem Fischladen fest.
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Raus aus den Sachen, Pantry einheizen und brunchen. Endlich gibt es den Strammen Max, aber auf englisch?! Didi will den Speck so! Nach dem folgenden Aufklaren, heißt es anmelden, Toilettencode erfragen und bezahlen. 35,– EURO incl. Strom, Dusche, Kurtaxe für 2 Nächte geht okay. Zurück an Bord verholen wir die Drahtesel an Land und gehen auf Tour. Ziel sind die gestern nicht angelaufenden Häfen im Achterwasser.
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Krumin ist der erste Hafen, den wir nach dieser Prachtallee erreichen. Bei 2,10m Tiefe in der Ansteuerung nur bei ruhigem Wetter für genesis zum Anlaufen. Hier grillt und räuchert der Hafenmeister am Wochenende für die Gäste. Toll. Im Vergleich zu dem Eindruck vor 10 Jahren ist hier viel bewegt worden. Nur die Fahrrinne nicht. In einem alternativen Gartencafe in Krumin nehmen wir einen Snack / Fischbrötchen ein und geben den Rädern wieder die Sporen. Unterwegs liefern wir uns ein Wettrennen mit jungen Schafen, die am Deich grasen sollten.
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Der nächste Hafen bzw. Ankerplatz wird angelaufen/gefahren: Netzelkow vor Görmitz. Nein Danke, hier ist der Hund verfroren. (ADW) So schön kann das Wetter nicht werden, um hier das Eisen einzugraben. Weiter geht es an den Erdölbohrfeldern und Bohrgestellen! entlang zum Hafen von Zinnowitz. Na ja, herein käme ich schon; aber was will ?man? hier. Tote Hose haben oder ein Taxi bestellen, um zum nächsten Ort (Zinnowitz Zentrum 3 Km) zu fahren. Für heute geben wir es mit den Häfen auf. Für Stagnieß fehlt uns die Power.
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Mittlerweile stehen 40 Km auf dem Tacho. Morgen ist auch noch ein Tag. Wir sind froh wieder an Bord zu sein und die Beine auszustrecken. Beim Fischer im Hafen stelle ich mich in die Schlange vom Laden und erfreue mich an den Dorschfilets in der Auslage, die ich kaufe.
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Klar, bei den Restaurantpreisen hier, zum Beispiel im ?Veermaster? am Hafen kostet das Dorschfilet mit Phantasienamen der Zubereitungsart??? und Zutaten 18,50 EURO. Für 7,20 EURO bekomme ich ein ½ Kilo Dorsch, der wenig später in geröstetem Dinkelschrot gewendet, mit Fleur de Sel, einem Hauch von Sambal Oleg und Moustarde de Dijon gewürzt in der Pfanne bruzzelt.
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Bei der Beilage lasse ich meiner Phantasie wenig Raum. Es gibt Grünes. Ein Salat aus Gurke, Tomate, Basilikum, Pistazien und einem Spezialdressing von Didi reicht uns als Beilage.
Mehr Konkurrenz muß ich dem “Veermaster” nicht machen. Dafür sparen wir uns zu zweit (ohne Getränke) schon 30 EURO am Essen und haben so die Hafengebühr wieder eingespielt. Naja, es ist ja Urlaub. Aber nicht zu jeden Nepppreis; vor allem, wenn auf dem Weg zur Dusche einen schon der Fritteusen Ge??.. aus der Restaurantküche in der Nase nicht rund gautiert; sondern einen Ölwechsel braucht.

21.08. Karlshagen- Swinemünde mit dem Rad 60 KM

Ausgeschlafen, gut gefrühstückt geht es bereits um 09.00 Uhr auf die Räder. Bis Zinnowitz bleiben wir heute an der Landstraße und fahren nicht wieder die Waldwege parallel zur Ostseeküste. Über Zempin, Koserow und Kölpinsee folgen wir dem Ostseeradweg. Die Häfen Zempin, Koserow und Loddin schenken wir uns. Hier kommen wir nur mit dem Beiboot herein. Der nächste Hafen in Ueckeritz ist auch zu flach. Erst in Stagnieß werden wir fündig. Der Hafen ist nach dem Versenken der 1,9 Mill EU Fördergelder nicht wieder zu erkennen. Wir lagen hier vor 10 Jahren das letzte Mal mit der genesis IV, einer Hanse 341. Hier wären wir auch am Dienstag bei Starkwind hereingekommen. Mittlerweile sind hier 2 ?Wendebecken? mit Anlegepfählen entstanden. Im Kiosk vom Campingplatz versorgen wir uns mit Buletten und Salat.
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Gestärkt geht es auf dem Radweg an der Bundesstraße weiter nach Bansin. Hier beginnt der bessere Belag auf dem Küstenradweg für unsere Rennräder.
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Pause am Strand und Zeit für ein Stilleben und ein Selfie.
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Ohne Übergang folgen Heringsdorf, Ahlbeck und ein langes Waldstück und wir sind wieder in Swinemünde. Vorbei am 3 KM langen Polenmarkt geht es in Richtung Innenstadt. Hier ist auch die Endstation der UBB und so ist es keine Frage, die 60 Km zurück nicht mit dem Rad; sondern mit dem Zug bis Trassenheide zu fahren.
Ein Regenschauer beschleunigt unsere letzten KM mit dem Rad nach Karlshagen in den Hafen.
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Kaum angekommen, klart es natürlich auf und wir kommen trocken zur verdienten Dusche am Liegeplatz.
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Im Fischladen gibt es heute wieder fangfrischen Zander, der abends auf einem Kartoffelscheibenbett liegend in der Pfanne landet.
Mit unseren Stegnachbarn aus dem Heimathafen von der ?Harmonie” führen wir seit 2 Tagen Email und SMS Kontakte, um ein Treffen in Wieck zu arrangieren. Vielleicht klappt es morgen Nachmittag.

22.08. Karlshagen ? Seedorf 19,8 SM

Mit unserem Vordermann haben wir für 09.00 Uhr unsere Abfahrt abgestimmt. Sein Motorboot liegt vor uns und wir müssen durch eine enge Lücke zwischen Boot und Pfahl hindurch. Mit Leinenhilfe und Abdrücken klappt es aus der Liegeposition ins freie Hafenwasser zu kommen. Klar Schiff und das Groß in der Hafeneinfahrt hoch. Die Genua wird ebenfalls ausgerollt und mit mehr als 7 Kn pflügen wir den Peenestrom in Richtung Knackrückenrinne hinauf. Auf dem Bodden frischt der Wind auf und geht von SW auf West. In den Böen fällt der Wind mit 6 Beaufort ein. Mit dem 2. Reff im Groß und der, bis zur 2. Reffmarke eingerollten Genua lassen wir unser Ziel Greifswald sausen und planen Lauterbach ein. Nach 1 1/2 Stunden biegen wir dann doch in die Having nach Seedorf ein und machen bei Uwe am Forellensteg fest.
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Mit unseren Stegnachbarn aus dem Heimathafen kommunizieren wir nun nicht persönlich; sondern per Email:
??Hallo Evi, hallo Heinz,
mit dem Telefonnetz auf dem Handy komme ich nicht gut durch. Mit dem LTE Stick von der Telekom habe ich einen guten Empfang im www.
Wie vorhin gesagt, liegen wir nun in Seedorf. Auf dem Bodden überraschte uns aus dem Peenestrom kommend ein strammer “5er” aus West mit Böen von über 22,23 bis 24 Kn. Für das Aufkreuzen nach Greifswald war Didi nicht zu begeistern und so flogen wir mit einem Schrick in den Schoten in Richtung Tonne Reddewitz nach Seedorf. Max. Speed 10,6 Kn. Da kommt Freude auf. So schnell bin ich schon lange nicht mehr über den Bodden gesegelt. Wir liegen nun am Forellensteg, haben 2 Schollen eingekauft und genießen nun die Sonne im Cockpit. Morgen setzen wir wahrscheinlich die Segel in Richtung Heimathafen oder bleiben noch eine Nacht. Der Wetterbericht soll es richten. Wir haben noch bis Sonntag Zeit. Zu Deiner Frage aus der SMS:
“Gurke” ist der Spitzname vom Kneiper des Reusenhuises, der kleinen reedgedeckten Räucher- und Bierkneipe östlich der Brücke von Ladebow kommend. Gurke heißt mit weltlichen Namen Jürgen.
Evtl. bis morgen oder ein anderes Mal im Herbst.
LG: Peter&Didi??
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Im Büro im Salon verfasse ich den Blog. Das graue Kabel geht mit dem www Stick hoch in den Mast und ich habe hier in Seedorf Internet an Bord.

22.08. Seedorf ? Greifswald 25,8 Sm

Didi hat mich überredet heute Morgen gen Heimathafen zu segeln. Wir stehen früh auf und um 06.30 Uhr ziehen wir die Segel hoch. Von dem vorhergesagten Westwind spüren wir nichts. Er kommt bereits jetzt und nicht erst am Mittag aus Süd-Süd-West, genau daher wo wir hin wollen. Der Kurs ist nicht ladylike. 2 Reffs und die Genua etwas eingerollt und wir kreuzen in Richtung Greifswald auf. Zuerst zur Tonne Reddewitz, dann zur Tonne Zicker und wieder andersherum zur Tonne Vilm. Von dort zur Ariadne und retour zur Tonne Koos. Nach der letzten Wende liegt das erste Tonnenpaar vom Fahrwasser Greifswald an und es folgt der Wettlauf mit der Brückenöffnung um 11.00 Uhr, den wir für uns entscheiden und gewinnen. Kaum haben wir an der Tankstelle angelegt, – es passen durch den Heizungseinsatz der ?Ostseesonne? in den letzten drei Nächten doch tatsächlich 15 l Diesel hinein, obwohl wir nur für die An- und Ableger den Jockel laufen ließen, – springt Didi von Bord und das Klönen mit Evi am Steg geht los.
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Dafür sind wir extra so früh gestartet und Didi hat 3 Stunden Am Wind in Kauf genommen. Da sind wir Männer, Heinz und ich etwas emotionsloser. Wir tauschen unsere technischen Erneuerungen an Bord aus, die Wettertaktik der letzten Tage und spinnen dabei kein Seemannsgarn.

Für das leidige Packen haben wir einen Tag gewonnen.
Deshalb bleibt heute Abend die Küche kalt und wir gehen nicht in den Wiener Wald; sondern essen und trinken unseren Anleger bei Gurke im Reusenhaus.

Am Samstag räumen wir das Schiff auf und ein wenig aus; denn es muß nicht alles ´raus. Ich bin am nächsten Wochenende als Skipper für eine zahlende Crew wieder an Bord und so nutzen wir den Tag für eine Radtour nach Greifswald. Auf der Hanse Werft ist für das anstehende Händlertreffen am Montag bereits das Partyzelt und Catering aufgebaut.

Bei Dietmar von Wendel & Rados,
www.yachtausruester.de
liegt am Ausrüstungssteg seine eigene 370 er. Mal sehen was es wieder Neues an Trimmhilfen und Tricks bei Ihm an Bord der Relax zum Abschauen und Nachbauen gibt.
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Auf dem Rückweg schießen wir noch ein Foto von der Heckansicht der genesis vom anderen Ufer des Rycks.
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Mit einem kurzen Einkehrschwung im frisch renoviertem Uitkiek schließen wir unseren Urlaubstörn ab und fahren morgen früh nach Hause.
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In Limmersdorf ist Kerwa und unser Nachbarsjunge ist einer der Kerwaburschen. Da müssen wir uns sehen lassen.

Törnbericht aus dem Sund

4. August 2014

Johannes schreibt mir heute vom Sommertörn 2014. Ob er nun in der Sprache Heinrich, Klaus oder Thomas M. formuliert, bleibt sein Geheimnis.

Hallo Peter,
wie immer schicken wir dir ein paar Fotos samt einem kurzen Bericht von unserem bisherigen Törn, obgleich wir dabei auf die frühen Stationen verzichten, um dein Interesse nicht zu ermüden, auch weil wir dadurch den Vorteil erwirken, wertvolle Bits und Bytes zu sparen, was unserer hiesigen Internetverbindung ? wir liegen gerade im Hafen Lynetten (Margarethenholm) des gleichnamigen Segelklubs von Kopenhagen mit Blick auf das Industriegebiet und die Schlöte des Vattenfall- Kraftwerks, welche so manchen Segler davon abhalten, hier einzulaufen, obwohl der Service ideal ist und das Wasser, welches durch die warme Temperatur (es wird durch das Kühlwasser des Kraftwerks auf eine angenehme Temperatur gebracht) zu einem Bade einlädt, trotzdem glasklar scheint ? nur zugute kommt.
Wir beginnen nun also in unserer Beschreibung direkt mit dem ersten schwedischen Hafen, Gislövs Läge, welcher sich ca. 5 km von Trelleborg entfernt befindet und sich für uns als den idealen Ausgangspunkt des Törns entlang der schwedischen Westküste anbot.

Wir blieben einen Tag, um uns von den Strapazen der Überfahrt zu erholen und nutzten den Hafentag für eine Fahrt nach Trelleborg, welche in einem alten Londoner Doppeldeckerbus stattfand, der alle zwei Stunden zwischen dem Hafen und Trelleborg verkehrt. Als nächste Station war Malmö vorhergesehen, welche durch den Falsterbokanal leicht zu erreichen ist, allerdings verpassten wir den Brückenzug der dortigen Klappbrücke sehr knapp (Wir hatten bereits die hälfte des Kanals hinter uns) und waren gezwungen im Kanal zu warten, was uns aber die Einnahme eines warmen Mittagsmahles in Form einer Suppe ermöglichte. In Malmö schließlich liefen wir in den nördlichen Hafen von Limstadt ein (ein Vereinshafen des Segelklubs Lagunen, deswegen auch Lagunen Hafen genannt), von welchem aus die Innenstadt Malmös leicht mit einer Busfahrt zu erreichen ist. Nachdem in Malmö die Besichtigung soweit abgeschlossen war entschieden wir uns auf Wunsch von Alexander, mit dem Regionalzug nach Lund zu fahren, um uns die Sehenswürdigkeiten der Universitätsstadt ? vor allem den Dom zu Lund mit seiner astronomischen Uhr aus der Rennaissance, aber auch die Universität und ein Museum schwedischer Kultur ? anzuschauen.

Danach segelten wir mit leichten Winden im Öresund Richtung Norden, um zuerst Helsingborg zum Bunkern von Proviant (in dem wir übrigens auch die Fock gegen die Genua tauschten) und schließlich Mölle anzulaufen. Mölle liegt am Fuße des Kullen, einer felsig bis gebirgigen Landzunge am Nordende des Öresund und war früher vor allem Badeort und Fischerdörfchen, erfährt aber heute regen Tourismus ? durchaus auch von der See her ? sodass wir nur schwer einen Platz in dem kleinen Hafen fanden. Dort wurde auch schließlich das erste mal der Bordgrill angeworfen, welcher, fachmännisch von Alexander bedient, die köstlichsten Steaks und Würstchen hervorbrachte.
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Auch Mölle diente uns nur zur Zwischenstation um weiter nach Norden zu kommen ? wobei man auf der Route den Kullen passieren muss, was einem ein wunderbares Panorama über die bis zu 180 Meter hohen Felsen ermöglicht – um schließlich den nördlichsten Hafen unserer Route anzulaufen, Halmstadt, eine mittelgroße Stadt, gelegen an der Mündung des Flusses Nissan, in dem auch der Gästehafen liegt, in dem wir festmachten.

Danach entschieden wir uns, schon zum Rückweg aufzubrechen, um nicht in unangenehme Situationen zu kommen, wobei wir uns als nächsten Hafen den Naturhafen Kappelhamn auf der Südseite der Insel Hallands Väderö, welche bis auf einige wenige Stellen Naturschutzgebiet ist, auserkoren hatten, um der Genesis und uns für die Nacht und den Tag Schutz zu gewähren, auf dass wir vor Anker sorgenfrei lägen. Bei der Ankunft ? es war ein sonniger Tag ? herrschte in der Ankerbucht ein reges Treiben, was uns beim korrekten Ausbringen des Ankers zusätzliche Anstrengungen erbrachte, um den richtigen Ankerplatz auszusuchen. Gegen Abend und am darauf folgenden Morgen hingegen lichtete sich das Feld und außer uns schwojten schließlich nur noch zwei weitere Schiffe in der am Vortag noch so überfüllten Bucht.

Der folgende Morgen wurde genutzt, um die Insel zu bewandern und zu erkunden, wobei uns als Transportmittel zwischen Schiff und Ufer das Beiboot sehr dienlich war.
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Die Insel ist von der eigenartigen Beschaffenheit, dass sie durchaus eine Schäreninsel genannt werden darf, obgleich man in der Region weitere Schärenlandschaften vergeblich suchen könnte, auf welche man erst unterhalb von Göteborg zu treffen vermag. Sie ist von ihrer Gattung die Einzige in der Region, weshalb sich vom nahen Hafen Torekov an schönen Tagen geradezu Scharen von kleineren Ausflugsbooten auf die Insel werfen, sodass selbst eine Passage des Sundes zwischen Insel und Festland an diesen Tagen selten ohne Ausweichmanöver von statten zu laufen vermag. Die Insel ist zugleich dicht bewaldet, durchkreuzt von kleineren Sümpfen bietet sie eine einzigartige Flora und Fauna, welche die Touristen, die, von Land kommend, mit einer Fähre auf die Insel befördert werden, um schließlich dieselbe zu bewandern, bestaunen dürfen.
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Wir kommen nun zu einem Punkt, an dem die Fortführung des Berichtes bald wohlan verminderte Aufmerksamkeit des Lesers hervorriefe, weswegen wir uns unserem Leser eine kleine Aufgabe stellen, in der es dem Leser gilt, diese zu lösen. Es handelt sich um ein Bilderrätsel, bei dem ein geschärftes Auge gefordert wird. Dazu muss folgendes erläutert werden: Unser Leichmatrose Alexander hat im Verlaufe des Törns eine Leichtigkeit entwickelt, sowohl seglerisch, als auch künstlerisch und zwar der Art, Fotos mit seinen Körperteilen zu verschönern, sprich, vom Fotografen meist ärgerliche Blicke auf sich ziehend, grundsätzlich ein ungewolltes Motiv im Fokus von dessen Kamera zu sein. Nun lautet die Aufgabe im folgenden Foto wohl: Wer vermag Alexander zu finden?
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Aber kommen wir nun zum eigentlichen Bericht zurück. Wir entschieden uns spontan aufgrund der Windverhältnisse nach der Nacht vor Anker am nächsten Abend noch weiter Richtung Süden zu ziehen, um schließlich in den Hafen von Höganäs einzulaufen, welcher sich ca. 5 sm südlich von Mölle befindet. Am nächsten Tage war die Crew sichtlich erschöpft, aufgrund dessen, dass sie seit sie in Malmö gewesen war, keinen weitern Hafentag mehr gehabt hatte. Also beschlossen wir den sowieso von ungünstigen starken Winden dominierten Tag in Höganäs zu verbringen, worauf wir dies auch taten und uns in Müßiggang übten, sowohl am Land, wie auch im Wasser ? es gibt dort eine Steganlage, die den Badenden ein möglichst vergnügliches Bad ermöglichen soll und deswegen nebst einer frei schwimmenden Badeplattform auch unzählige Arten von Rutschen ins Meer beinhaltet.

Trotz des Wetterberichts, der für den kommenden Tag südliche Winde der Stärke 3 vorhergesagt hatte, stand für uns fest, dass wir an diesem Tag den Öresund bis Kopenhagen passieren wollten. Bis Helsingborg war die Fortbewegung unter Segeln unproblematisch, erst ab da drehte der Wind so ein und ließ nach, dass ein Segeln mit diesem Kurs unmöglich gemacht wurde und wir unter Maschine gegenan fahren mussten. Jedoch hatte der Wetterbericht kein Auffrischen des Windes über Stärke 4 vorhergesagt, was dann allerdings erfolgte. Ob des starken Wellengangs beschlossen wir, als wir gerade die im Sund liegende Insel Ven passiert hatten, abzudrehen und die Insel nördlich zu umrunden in der Hoffnung in einem der kläglich überfüllten Häfen der Insel einen Liegeplatz zu finden, da ein Fortkommen gegen den inzwischen auf Stärke 5 aufgefrischten Wind unmöglich schien. Als auch diese Versuche scheiterten, liefen wir unter gereffter Genua hart am Wind ab, um auf die dänische Seite des Öresundes zu kommen und dort in der Marina von Rungsted einen Liegeplatz zu finden. Für den folgenden Tag beschlossen wir daraufhin, in Rungsted endlich liegend, morgens früh nach Kopenhagen zu fahren, wenn die Welle noch nicht so hoch stehen würde wie am Nachmittag. Dieser Beschluss wurde so umgesetzt, sodass wir heute früh kurz nach Zehn in Lynetten festzumachen vermochten. Der Tag wurde genutzt mit einem Bade im, wie schon oben erwähnt, sehr warmen Wasser und einer Paddelboottour durch den Hafen, die allerdings infolge eines plötzlichen Regenschauers abgebrochen werden musste. Trotz alledem war noch Zeit für das inzwischen zum obligatorischen Gruß der Crew an den Eigner gewordenen Foto mit Schiff und Besatzung.
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Herzliche Grüße
Johannes, Matthias, Alexander, Elisabeth

PS: Bestimmt fragte sich der Leser beim Studium des Textes welchen Teufel den Schreiber desselben da wohl geritten habe, so kann der Schreiber (Johannes) nur berichten er habe an Bord zu viel Mann verschlungen!

Hitzefrei und Gäste an Bord

3. August 2014

Vom 03.07.- 07.07.2014 bin ich allein an die Ostsee gefahren.
Ich hatte auf dem Hin- und Rückweg Termine in Berlin und so jeweils nur die “halbe” Strecke zu fahren. Kaum an Bord nutze ich das schöne Wetter und lege sofort ab.
Die 15:00 Uhr Brücke geht hoch und ich laufe als einziger in die Dänische Wieck aus. Der Wind weht konstant mit 4 aus West.
Alle Segel hoch und ab geht die Post.
Was kann schöner sein. Soloseglers Glück allein.
Nachdem ich den Tonnenstrich verlassen habe, koche ich mir einen Kaffee und überlege mir wohin heute die Reise noch gehen soll.
Vor Anker in den Thiessower See, das wärs.
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Der Gennaker wird vorbereitet und kaum steht die Blase oben kann ich das Segel nach einer knappen Stunde wieder einpacken. Wir stehen vor der Tonne Thiessow.
Alles aufklaren und das Ankermanöver wird in Angriff genommen. Die flache Stelle im Fahrwasser ist mir bekannt und nach der vorsichtigen Umfahrung fällt das Eisen vor der kleinen Halbinsel am Thiessower Haken.
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Die Stimmung muß ich einfangen.
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04.07. Thiessow-Seedorf auf Umwegen 19,7 Sm
Der Wind hat in der Nacht auf Nord gedreht und nachgelassen. Nach einem Bad und ausgiebigen Frühstück gehe ich ankerauf und fahre kreuz und quer über den Bodden ohne ein eigentliches Ziel zu haben. Das stimmt nicht ganz; denn ein Geschäftsfreund ist mit seiner Frau heute auf den Weg nach Rügen.
Er übernachtet in Binz und meldet sich nach der Ankunft. Vielleicht klappt ein Treffen am Abend.
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Bei den Temperaturen und der Hitze lege ich zwischendurch immer wieder einen Badestopp ein.
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Nach einem Telefonat ist alles klar. Anita und Heinz Gerd sind eingetroffen und wollen am Abend an Bord kommen. Ich gebe Ihnen Seedorf am Forellensteg als meinen Zielhafen an. Sie wollen noch Fleisch für den Grill kaufen und ich order noch 1 Kg Kartoffeln und ein Bund Rosmarin als Beilage.
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Zum Willkommen trinken wir einen Prosecco und nach einen Rundgang durchs Schiff wird der Grill in Betrieb genommen.
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Beim Essen schmieden wir Pläne für morgen; denn die beiden wollen unbedingt einmal segeln.
Wir verabreden uns für morgen früh. Anita will für das leibliche Wohl sorgen und vorher einkaufen.
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Moin, moin, willkommen an Bord.
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Leinen los und aufgeklart.
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Ablegen und raus aus der Box.
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Anita, übernimm mal. Ich bereite die Segel vor.
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Jetzt noch die Fock dichtholen und wir segeln.
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Wohin geht es denn?
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Einmal um die Insel Vilm, dann irgendwo ankern oder treiben lassen, Mittagessen und zurück nach Seedorf.
Die 5 Stunden vergehen wie im Fluge und nach 20 Sm liegen wir wieder in der alten Box, die uns Uwe Rosengarth mit ROT freigehalten hat.
Wir haben nicht einmal über die Firma gesprochen.
Die beiden verabschieden sich und ich koche mir aus den Resten einen Eintopf.
Morgen, am 06.07., geht es wieder in den Heimathafen.
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Unterwegs kommt mit Gennaker die Emotion immer näher. Für einen Wettstreit bin ich nicht gerüstet und will jetzt auch keinen Gennaker setzen, um mitzuhalten. Ich schieße viele Fotos von der Emotion, die ich später überreichen kann. Das Schiff liegt ebenfalls im Ryck. Ich bleibe heute Abend vor der Brücke in Wieck liegen und gehe erst am Montagmorgen in meine Box.
Schießlich habe ich Hitzefrei.

Emails von unterwegs

8. März 2014

Am 2014-05-21 10:11, schrieb Peter Thumel:
Guten Tag Jürgen,
für den Angriff der Insekten habe ich ein neues Schott gebaut, das euch vor den lästigen Peinigern schützen wird. Es steht in der Steuerbordachterkammer hinter der Tür. Die Werkzeugkiste, wasserdichte Tonne, Flaschenträger, Genua, 2. SW-Fock, Gennaker und neues Sturmsegel für das 2. Vorstag ebenda achtern. Das 2. Vorstag habe ich angeschlagen, um die Funktion zu zeigen.
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Du kannst mich hierzu am Samstag oder Sonntag anrufen. Den Schrank habe ich ausgeräumt. Pütt und Pann stehen jetzt im und unter dem Backofen; die Ordner im Regal und die “fliegenden” Prospekte u. ä. stehen im Weinflaschenfach.
Im Salon habe ich Platz für CD´s u. v. a. m. in den Regalen geschaffen; die meisten Bücher stehen jetzt auf den Vorschiffschränken. (Ich hoffe die bleiben auch bei Schräglage dort. Ich habe sie am Wochenende zumindest nicht zum Fliegen gebracht.) Per Post sende ich heute noch kommentarlos die nautischen Veröffentlichungen für den Mai. Bitte sortiere die Berichtigungen der Serien 1-4 in das Register des DIN A-4 Ordners (BSH, Nautische Veröffentlichungen) ein. Danke.
Im Navischapp liegen die schwedischen Detailkarten und 2 Revierführer für die Schären um Karlskrona. Ob der Bootsbauer diese Woche noch die Regale im Vorschiff einbaut, steht in den Sternen. Wenn ja, passen hier die Seekarten herauf, die bisher über dem Navi-Schrank liegen.
Unsere Kollegin weilt immer noch in der REHA und bekommt bereits eine Verlängerungswoche genehmigt. Im Moment sieht es nicht so aus, dass ich Dir mit einer Bootsübergabe in DK oder Schweden entgegenkommen kann. Viel Spaß an Bord und einen tollen Urlaub wünsche ich euch beiden,
Peter
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Lieber Peter,
vielen Dank für Deine Informationen. Das neue Schott sieht phantastisch aus und wir werden – nach unseren bisherigen Schwedenerfahrungen – sehr viel Nutzen davon haben.
Vielen Dank auch für die anderen Dinge, die Du noch auf dem Schiff für uns gerichtet hast. Ich bin mir sicher, dass wir sehr viel Spass mit der “Genesis” haben werden!
Herzlichen Gruß
Yannic und Jürgen

Am 27.05.2014 schrieb Peter Thumel
Hallo Matthias,
die Email war im Nirwana auf meinem Smartphone abgetaucht. Beim Anker fallen lassen kann das vom mir beschriebene Drehen natürlich nicht passieren. Dann fällt der Anker vor meiner Nase senkrecht herunter und die Winddrift drückt das Schiff zurück und die Kette liegt samt Anker und Boje vor dem Schiff.
Das beschriebene malheur passiert meist nachts. Der Wind schläft ein oder es gibt kleine Winddreher und das Schiff treibt über den Anker und dreht dann auch noch. Dann kann die Kette durchaus zwischen Ruder und Kiel hängen. Wenn jetzt unbedarft der Anker eingeholt wird, kann die Kette an der achterlichen Kiel- oder Ruderkante zu den beschriebenen Beschädigungen führen. Wenn ich die Kette voraus sehe oder peile und die Ankerboje voraus habe, kann beim Einholen der Kette, – wie von Dir beschrieben- nichts passieren.
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Nach dir waren neben meiner Crew noch 2 weitere unterwegs und vor Deinem Urlaub war genesis ebenfalls verchartert. Ich werde bei den zukünftigen Skippereinweisungen
vermehrt auf das Ankern eingehen.
Für die Schwedenfahrer habe ich ein neues Schott gebaut. Somit lassen sich die Plagegeister aussperren. Es steht in der Achterkammer stbd. hinter der Tür.
Das 2. Vorstag ist mit einem orangefarbenen Starkwindsegel ausgestattet. Hiermit kann ab 6 Beaufort aufwärts noch Höhe gelaufen werden. Die Schoten sind über die innenliegende Schotschiene (auf dem Dach) zu führen. Das Segel wird mit (Regatta- ) Schnapschäkeln gesetzt. Die durchgeführte Leine kann vor dem Setzen herausgezogen werden. Diese sichert den Seesack, falls das Segel aus dem Vorschiffsluk heraus gesetzt wird.

Evtl. bin ich vor eurem Törn nochmals an Bord. Dann würde ich das Procedere fotographieren.
Bis bald und Gruß an die Crew,
Peter

Am 27. April 2014 23:22 schrieb Matthias:
hallo peter,
ich hab wieder mal Unfallforschung betrieben: Also daß bei unserem einzigen Ankermanöver die Kette sich um den eigenen Kiel gewickelt haben sollte, kann
ich völlig ausschließen: beim niederlassen rauscht der Anker doch direkt runter, und wenn je das Schiff noch zuviel Fahrt haben sollte, dann wäre doch allenfalls vorn am Kiel eine beschädigung zu erwarten, außerdem hört man das sehr gut, weil man die Kette ja etappenweise, von markierung zu Markierung herunterläßt. Es war aber alles ganz normal. Beim Hochziehen kann es noch weniger passiert sein, weil man die Kette ja doch meterweit schräg vor sich sieht, und das Schiff erst peu an peu an den Anker heranzieht. Außerdem hab ich wie gesagt gegen Ende des Törns unfreiwilligerweise die Schraube sehr gründlich abtauchen müssen, weil ich mich in dieses weiße Heckankerband vom Nachbarn verwickelt hatte, da hätte ich doch eine Beschädigung bemerkt. Ich glaube viel eher, daß irgend jemand (nach uns) sich mit dem Kiel in der Kette eines anderen Schiffes oder eine Mooringkette oder was auch immer verfangen hat. Das erklärt dann auch die merkwürdige Beschädigung hinten.
schöne Grüße matthias

1. Mai Skippertraining und ein Törn zur Spargelzeit

7. März 2014

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Über den ersten Mai habe ich 2 Gäste an Bord, die genesis 3 Wochen chartern und von mir in die Technik usw. usf. vom Schiff eingewiesen werden. Nach dem Einchecken, Rollentausch geht es am Donnerstagnachmittag noch nach Stralsund in den Hafen auf dem kleinen Dänholm. Neben verschiedenen Segelmanövern, An- und Ablegern kommen wir am frühen Abend in den Hafen.
Freitagsmorgens geht es hinaus in den Strelasund und ab Zudar fällt die Entscheidung nach Lauterbach zu segeln. Hier im Stadthafen können die beiden ohne mich das Anlegen üben. Ich stehe “nur” auf dem Steg und nehme auch mal die Vorleine an. Nach vielen An- und Ablegern kehrt Sicherheit und Ruhe bei der Crew ein. Wir belohnen uns mit einem Auflauf aus dem Rohr und gehen früh zu Bett. Am Samstag steht der Anlieger nach Greifswald an und wir wollen neben dem Setzen vom Genaker auch ein Ankermanöver fahren. Gesagt, getan und mit der 13.00 Uhr Brücke legt die Crew im Heimathafen an, als wäre sie schon seit Wochen mit der genesis unterwegs gewesen.
Ich bleibe noch bis Sonntag an Bord und nehme Maß für ein Schott, das ich in der nächsten Woche bauen möchte, um für die vielen Schwedenfahrer, (genesis ist dieses Jahr fast 8 Wochen in Schweden) eine luftige Sperre gegen die stechenden Plagegeister zu erhalten.
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Zwei Wochen später bin ich mit dem neuen Schott wieder an Bord. Die Autofahrt hat keinen Spaß gemacht. Das frisch geölte Holz hat dermaßen Kopfschmerzen verursacht, dass ich viele Frischluftpausen eingelegt habe, um einen klaren Kopf zu behalten. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kommen Schwager Hans
und Cousin Carsten an Bord und nach dem frühen Wecken nehmen wir auch gleich den ersten Brückenzug am Freitagmorgen und verholen uns zum Frühstücken und Fischbrötchen kaufen vor das majuwi.
Nach dem Aufklaren geht es auf den Bodden. Fast kein Wind trübt das Wasser und wir nutzen die Zeit zum Angeln; ohne Erfolg. Dafür kommt langsam Wind auf und in den nächsten Stunden verstärkt sich dieser bis auf 4-5 Beauf. Wir ziehen den Strelasund zum kleinen Dänholm hoch; denn ich habe mich hier für Samstagmorgen zur Pyroschein Prüfung angemeldet. Der Hafen ist jetzt aus der Winterpause erwacht und für ? 12,00 liegen wir hier wie immer ruhig und geschützt.
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Der Schröder´sche Spargel aus Gütersloh kommt heute auf den Tisch und wird mit Räucherlachs, Schinken und Rührei aus Wachteleiern (30 St. von den kleinen Dingern) angerichtet. Wer viel Spaß nach dem Essen hat, darf spülen; denn der Skipper geht zum Büffeln der 60 Fragen früh in die Koje.
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Das Heft mit den Fragen unter dem Kopfkissen hat gewirkt. Ich habe die Prüfung FKN theoretisch und praktisch bestanden. Nur der Prüfungsausschuß hat den Stempel vergessen. Und so wird mir der “neue” Schein nachgesendet. In Deutschland werden anscheinend Scheine gemacht und gesammelt, um etwas zum Verlieren zu haben!? Mir ist bis heute nicht klar, wozu ich bei aller Sach- und Fachkenntnis des Fahrtensegelns einen Funk-, Pyro,- Motor,- Segelschein usw. brauche. Von den Scheinen und der Vorbereitung zur jeweiligen Prüfung habe ich bisher nichts Neues gelernt.
Die (Nach-)prüfung macht eh die See. Und darauf sollte jeder vorbereitet sein. Nur da hilft einen kein Schein.
Wir legen ab und es geht in Rauschefahrt den Strelasund herunter. Nach Stahlbrode kommt der Italiener zum Einsatz. Kaum ist der Genaker oben versetzt uns der Wind in die falsche Richtung. Wir wollen nicht auf Riems Schiffbruch erleiden, sondern in die Having nach Seedorf. Also runter mit der Blase und Am Wind zur Tonne Lauterbach, um Vilm herum. Vor der Hafeneinfahrt Lauterbach fällt die Entscheidung wegen 3 Fischbrötchen nicht anzulegen und so geht es weiter nach Seedorf. Carsten und Hans sind beim Steuern nach den Trimmfäden in Ihrem Element und wechseln sich stündlich ab. Zum Angeln sind wir zu schnell unterwegs und ankern will heute auch keiner.

Sicherheitstraining 2014

6. März 2014

Für das Sicherheitstraing vom 25.-27.04.2014 haben sich Christel, Bernd, Johannes und Matthias aus NRW gemeldet und aus Franken kommen Stephan und ich an Bord. Zwei von uns werden im Majuwi schlafen. Hier bekommen auch die Bordgäste morgens Ihr Frühstück und ein Lunchpaket gestellt. Nach meinen Erfahrungen aus dem Seminar mit der Rettungsinsel sollten diese, besser Notfallinseln heißen; denn einmal drin, ist man noch lange nicht gerettet.
Neben dem Bergesegel, das über ein Fall gehisst wird, kommt die alte Großschot, eine Wurfleine, mein Dummy (ausgestopfter Taucheranzug), 2 verschiedene Bergeschlaufen und die neuen Sorg- und Lifeleinen zum Einsatz.
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Mit dem Starkwindsegel auf dem 2. Vorstag und dem 3. Reff können wir hohe Windgeschwindigkeiten abwettern und Sturmtaktiken üben.

Am 25. April war ich bereits morgens um 07.00 Uhr an Bord und habe meine Sachen verstaut, das Schiff aufgeklart und im Marktkauf die erforderlichen Einkäufe erledigt. Johannes ist jetzt ausgefallen und so können wir alle an Bord übernachten. Das Majuwi hat die Storno ohne Kosten akzeptiert und wir haben die Kojen verteilt. Stephan und Peter im Vorschiff, Matthias und Bernd backbord achtern und Christel kann alleine die Steuerbordkabine im Heck beziehen.
Für das leibliche Wohl habe ich einen Schweinebraten mitgebracht, der heute Abend in der Röhre auf Salz gegart wird. Didi hat einen westfälischen Kartoffelsalat gestern Abend vorbereitet, der in der Kühltasche bis zum Abendbrot lagert.

Stephan reist bereits nach 10.00 Uhr an und wir nutzen die freie Zeit bis zum Eintreffen der Wetsfalen für einen 4 stündigen Schlag auf dem Bodden in Richtung Vilm und wenden an der Tonne Lauterbach. Alle Segel sind jetzt richtig gesetzt (Reffleinen, Strecker, Baum usw. getrimmt) und die neuen Wanten lassen den Mast wie eine EINS stehen. Das Material kennt keinen Reck und leitet die Kräfte ungebremst in die Püttinge und die Verankerungen am Kiel weiter. Die kurze Wartezeit vor der Brücke bei der Rückkehr “überbrücken” wir mit einem Fischbrötchen und einem schnellen Weizenbier bei Gurke. Jetzt aber zurück in den Heimathafen. Die Westfalen haben sich per Handy gemeldet und sind schon an Rostock vorbei. Der Braten muß in die Röhre und der K-Salat auf Zimmertemperatur gebracht werden.

Nach dem Eintreffen sind die Sachen schnell verstaut und das Sicherheitstraining kann beginnen und die Wartezeit auf das Abendbrot begleiten. Ich habe eine Powerpoint Präsentation verbereitet, die eine Statistik der Jahre 1998-2009 enthält:
80 tödlich verunglückte Segler und lediglich 1 Frau, 55% der Ertrunkenen ereilt ihr Schicksal im Abstand von unter 3 Metern zu ihren Rettern oder Rettungsgeräten. Die Männer waren ausnahmslos “erfahrene” Fahrtenskipper ab etwa 55 Jahre aufwärts und segelten meistens in einer Zwei Mann Crew. 9 sind eines natürlichen Todes gestorben und 72 ertrunken. 14 hatten Alkohol im Blut und 25 sind beim Überbordpinkeln ertrunken. Die meisten Überbordgefallenen sind bei Flaute oder bis zu vier Windstärken ums Leben gekommen.
Vor dem Essen sehen wir uns noch die Videos aus der Yacht an, die das Überbordgehen eines Regattaseglers am 31.03.2014 im Pazifik zeigen und unsere DVD vom Rettungsinseltraining im Fehmare von Anfang März kommt in den PC zum Abspielen.
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Bei schönstem Wetter wird am anderen Morgen der Dummy mit Wolldecken und Handtüchern gefüllt; mit Wasser geflutet und ins Hafenbecken geworfen. Der Dummy wiegt gefühlte 80 KG. Mit dem Enterhaken versuchen die Teilnehmer den Dummy in die richtige Position zu drehen
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und das Bergesegel zu hieven. Es hängt am Spifall und wird am Mast hochgezogen. Jetzt erreicht der Dummy per Bergesegel die Bordkante. Er ist zwar aus dem kalten Wasser, aber wie kommt er jetzt über die Reling?
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Wäre das Bergesegel vor der Reling auf der Innenseite angeschlagen und mit Dummy hochgezogen worden, hätte es die Reling abgerissen. Im Notfall sicher kein Thema, aber nicht bei der Übung. Wie bekommen wir den Dummy zwischen den Relingsstützen hindurch an Bord? Mit 3 Personen im ruhigem Hafenwasser kein Thema. Alleine draußen im Wellengang? Für mich und Stephan war nach dieser Übung klar, dass es so unterwegs nicht geht. Und als Ehepaar-Crew fällt dieses Rettungsmittel aus. Nice to have.
Mit der alten (Reserve-) Großschot, die am Baum befestigt wird, kann der Überbordgefallene eingepiekt und bei der 1:8 Übersetung von einer Person eingeholt werden. Entweder läßt sich ein Helfer gesichert am Spi- oder Großfall ins Wasser zu den Überbordg. hinab seilen oder es muß vom Schlauch-/Beiboot, -warum nicht auch von der ausgelösten Rettungsinsel,- aus der Helfer, wenn allein an Bord, den Überbordg. einpieken. (Falls dieser bewußtlos ist). An der alten Großschot sind je oben und unten Karabinerhaken angebracht, die ein schnelles Anschlagen und Einpieken ermöglichen. Die Schot ist augerauscht 10m lang und reicht allemal bis zur Wasserlinie. Leider habe ich bei der Demo hiervon kein Foto gemacht; aber diese Bergetechnik hat zumindest einfacher, effektiver und viel schneller funktioniert.

Winterlager ade

5. März 2014

Genesis liegt seit dem 09.04.2014 wieder in ihrem Element. Das gesamte Stehende Gut ist bis auf den Mast im Winterlager erneuert worden. Wir verholen uns aus dem bayerischen Frühling am Wochenende nach Greifswald und bringen die Wärme des Südens mit.
Das 2. Vorstag ist bereits angeschlagen; jetzt suchen wir den Ort, um die Padeyes anzuschrauben. Dort ist die Park- oder Ruheposition für das Stag, wenn es nicht genutzt wird. 2. Vorstag Der alte Ringfender wird gegen einen neuen ausgetauscht und bei der Gelegenheit die Ankerwinde getestet. Die Kontakte sind mal wieder korodiert. Gut das ich noch einen Pfeiffenputzer im Auto gefunden habe, der in die Bohrungen passt. Ringfender Heute ist es so stürmisch, dass wir an Bord bleiben. Matthias kommt nach einen kurzen Schlag mit seiner Bavaria 44 über den Bodden zurück und hatte eine Hammerböe von 51 Kn abzuwettern. Wir haben hier im Hafen den Teebecher festhalten müssen. Sonst wäre er bei den Schiffsbewegungen in den Böen vom Tisch gerutscht und haben unseren Spaß an der Schaukelei unter Deck. p1110009 Am Sonntag war wieder nichts mit Segeln. Immer noch 8 Beaufort und heftige Böen peitschen aus West über den Ryck hinweg. Keine Chance die Segel anzuschlagen. Wir erwandern uns Wampen, Neuenkirchen, Greifswald und sehen auf den Rückweg das Heck von genesis vom Radweg aus. p1110033 Mit dem Zander von der Fischgenossenschaft (geöffnet am Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr) gehen wir zurück an Bord und gleichen die verbrauchten Kalorien mit Zander und weißem Burgunder aus.

Sicherheitstraining “Rettungsinsel” im Meerwasserbad “Fehmare” auf Fehmarn

4. März 2014

INTRO

bobby02Rettungsinsel-training Für den 01.03.2014 haben wir uns zu einem Sicherheitstraining mit und in der Rettungsinsel im Fehmare auf Fehmarn angemeldet. Wegen der langen Anreise sind wir bereits am Tag zuvor in eine FeWo gezogen und haben Burg mit Burgstaaken und Burgtiefe per pedes erkundet. Beim Fischer gab es frischen Dorsch direkt vom Kutter, der abends in der Pfanne mit einer Kräuterhaube landet.
p1100625 Ab 18:00 Uhr finden sich am Samstag 18 SeglerINNEN und Klaus Scharf von der Yachtacademy mit Helfern (Arzt, Rettungsschwimmer, Skipper und Kamerafrau) zum Seminar “Rettungsinsel – Training” ein. www.yachtacademy.de
Klaus referiert über die Seenotfälle, die vom BSU in den letzten 10 Jahre (2003 bis 2012) in Nord- und Ostsee und dem Mittelmeer untersucht wurden, mit einer traurigen Bilanz von 59 toten deutschen Wassersportlern/SeglerINNEN, die fast alle im Abstand von nur 3-5 m vom Boot ertranken, keine oder nur im Einzelfall eine Rettungsweste trugen und fast alle über 50 jahre alt (erfahren!?) waren. Bei 15 der Verunglückten war auch Alkohol im Blut…

Nach der Theorie geht es in voller Segelausstattung mit Weste ins warme Wasser, um die Rettungsinsel zu entern, als Gruppe zusammen zu bleiben und wie das “Verhalten” in der Insel den einen oder anderen psychischen Druck aufbaut. 20140301_1931251 Mit 4 Personen in einer 4 Personen Insel ist es ein beklemmendes bis panikergreifendes Gefühl, das nicht nur mich ergreift. Im total gefluteten Anzug wiege ich bestimmt 20 KG mehr als trocken und bin nur mit Unterstützung (Schieben und Drücken von hinten; mit den Steigbügelgriff hat es nicht geklappt) hereingekommen. Allein die Menge an Wasser, die beim Entern aus der Kleidung usw. läuft und den Boden bis zu 20 cm unter Wasser setzt, will erst einmal gepützt werden. Gut das ich eine 8 Personen-Rettungsinsel bei mir an Bord habe, die ich hoffentlich NIE benutzen muss und die meinen 2-4 Mitseglern mehr Raum bietet.
Vom Beckenrand, simulierte Bordwand, geht es trocken und allein hinein, aber vom Wasser aus, ist es ohne Hilfe beim Ziehen nach Innen oder Drücken von Hinten nicht möglich selbstständig die Insel zu entern!!! dsc_0019 Mit den im Wellenbad erzeugten Wellen, Windgeräuschen aus dem Lautsprecher, mit vollen Eimern Wasser zusätzlich begossen und zum Schluß bei der 4. Übung zum Einsteigen ohne Licht im Bad, kommt mehr als nur eine simulierte Stimmung auf. Die Erkenntnisse aus den Übungen sollte ein jeder Segler erfahren und vor dem ersten Törn bzw. zur Prüfung Pflicht sein.
Wer von Bord fällt, ist tot. Punkt. Selbst im 28° warmen Meerwasser ist der Erschöpfungszustand schnell erreicht. Wie schnell erreicht man diesen Punkt bei 8° oder 12° kaltem Wasser im Frühjahr? In 10 oder 20 Minuten? Spätestens in dieser Zeit wird die Finger-/Armkraft schon nicht mehr reichen, um in die Insel, geschweige denn an Bord zu kommen.
Nach dem Duschen, Umziehen und einem Stärkungstrunk zum Ausklang des Trainings konnten wir im Kreis der Teilnehmer neben der Erschöpfung auch die Erkenntmnis gewinnen, dass wir alle recht kleinlaut wurden und noch mehr Respekt dem MEER zollen. bobby03Wie bereits im ersten Abschnitt verweise ich auch diesmal auf das Vorwort von Bobby Schenk zum Seeunfall 422/08; Zitat:
bobby012
p1100592
p1100599 Am Sonntag, 02.03.2014, treffen wir im Hafen von Burgstaaken den neuen DSV Präsidenten Andi Lochbrunner, der es sich anscheinend nicht nehmen läßt, um diese Jahreszeit seine SY Resolute mit Team GER 5542 zu segeln und ein Schraubenproblem im Kran lösen läßt. Hochachtung und Hut ab, – das muß ich schon sagen; denn so früh im Jahr war selbst ich noch nicht zum Segeln unterwegs-, vor dem Seglerpräsident.

Weihnachtsgrüße von Didi an den Stegnachbarn

31. Dezember 2013

Lieber Heinz, liebe Evi
Endlich ist der Jahresend-Rummel bei uns im Geschäft vorbei – gut war’s für den Umsatz, aber nicht immer für unsere Nerven – aber jetzt werden wir etwas “besinnlich” sein und uns ein paar Tage ausruhen.
Wir wünschen Euch ein FROHES WEIHNACHTSFEST und ein
gesundes, glückliches, erfolgreiches, zufriedenes Jahr 2014.
Wir senden Euch ein Video von der Bayreuther Sängerin Christine mit dem “Christmas Song” (the weirdest time), dass ich im Internet entdeckt habe.
Also klickt auf den Link und schmunzelt ein bisschen. Viel Spaß.

Unser Schweden-Törn im August.war sehr spannend. Insgesamt ca. 600 sm lagen -nachdem wir das Boot in Stockholm von unserem Chartergast, übernommen hatten – am Ende des Urlaubs hinter uns. Ich (Didi) bin noch nie so lange an einem Stück gesegelt. Mir wurde der Blick aufs Wasser dann doch manchmal etwas zuviel, vor allem bei einigen Fahrten mit viel Wind und blöder Schräglage.
Sonst war das Wetter fast immer schön, dank eines Hochs über kandinavien, dass sich hartnäckig hielt.
Die Schärenwelt um Stockholm ist ja traumhaft schön, wir übernachteten an einer kleinen Schäre ?Harsö? mit noch 3 Booten an einem Steg, wo die Vorleinen an Haken im Fels gehauen festgemacht wurden. Trockenklo und Sauna waren ebenfalls an Land vorhanden.
Weitere Stationen waren:
– Insel Ornö (leerer Hafen, wir waren das einzige Boot)
– Nynäshamn
– Insel Idö (auch hier war die Saison bereits zuende,mit einem weiteren Segelboot aus Lübeck und einem Motorboot aus Köln) genossen wir die leere Insel und einen traumhaften Sonnenuntergang
– Insel Öland Haupthafen Borgholm (dieser riesige Hafen war total leer ? eben keine Saison mehr und dass am 25.8.) Rundgang über die Insel mit Schloßruine und Sommerresidenz ?Solliden? vom schwedischen König und ?unserer? Königin Silvia.
– Kalmar mit heißen 30° C, Rundgang durch das hübsche Städtchen mit Wasserschloß.
– Kristinanopel ? ein kleiner Hafen, abends schwimmen im eiskalten Wasser im
Hafenbecken
– Von Kristianopel fuhren wir morgens bei Seenebel unter Motor weiter südlich Richtung Karlskrona. In einer schönen Schärenbucht ankerten wir.
– Simrishamn
– Insel Hanö mit seinem schönen weißen Leuchtturm
– Von Hanö nach 8 Stunden und 5 ?6 Windstärken Ankunft in Ystad am 30.08.
Vom 30.08. Freitags bis zum 1.9. Montags saßen wir fest im Hafen, da 7 ? 8 Windstärken ein Auslaufen unmöglich machte.
– Dann oh Wunder, morgens am 3.9. Sonnenschein, bei totaler Flaute motorten wir 13 Std. zurück nach Sassnitz. Eine sooo lange Motorfahrt auf der Ostsee war uns allen zuviel, vor allem Peter – aber es kam kein Wind auf ? so ist eben die Natur.
2014 werden wir eine ähnliche Tour unternehmen, unser lieber Professor wird wieder mit Familie unser Boot im Sommer für 3 Wochen mieten und wir werden es dann von ?Karlskrona in 2 Wochen zurücksegeln.
Gewundert hat uns, dass die Segelsaison in Schweden bereits am 15.08. mit Ende der dortigen Schulferien beendet war. Gut einige Schweden waren noch unterwegs, doch sonst waren Deutsche, Finnen, Polen, Engländer auf ihren Booten unterwegs.
Liebe Grüße senden
Didi und Peter von der ?Genesis?.

Mit den Studis um das Greifswalder Oie

31. Dezember 2013

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Allein unterwegs nach Polen

31. Dezember 2013

Sportlich in den Herbst

31. Dezember 2013

Im Schärengarten von Stockholm

31. Dezember 2013

Überführungstörn der Genesis von Stockholm in den Heimathafen vom 17.08.-06.09.2013.
Schärensegeln

Maitörn und Gewittersegeln

2. Juni 2013

Der Törn war ursprünglich als Familien- bzw. Verwandtschaftstörn vom 04.- 11.05.2013 mit unseren Studenten Lena und Gerrit, Mutter und Freund geplant. Aber wie so oft im Leben und in der Liebe kommt manches unerwartet und schneller als Mann/Frau denkt. Somit finden sich zur Sicherheitseinweisung am Mittag im Cockpit Lena´s Mutter Marion mit Holger, Freund Axel und Didi ein. Nach Verteilung der Einkaufsliste, verstauen der Effekten usw., gibt es eine kleine Knotenstunde für die Landratten. Diese sind auch gut zu Fuß und so laufen wir zum Abendessen nach Wieck und kehren spät in der Nacht an Bord zurück. Die Abfahrt am Sonntag gestaltet sich einfach. Als letztes Boot hinter den anderen Schiffen her zur Brücke und bloß nicht den Gang herausnehmen oder die Drehzahl reduzieren. Zum Erstaunen der anderen Segler fahren wir unsere Kringel auf dem Weg zur Brücke. Endlich sind wir durch und der anfängliche SW dreht zur Mittagszeit auf West. Der Gennaker wird gesetzt und ab der Tonne Vierow setzen wir den Kurs zur Ansteuerung von Reddewitz. Ein Windreher auf Nord vor Vilm; wir bergen den Gennaker und gehen unter normaler Besegelung nach Seedorf. Der Anleger wird unter Großsegel gefahren bei mitlaufender Maschine im Leerlauf; sicher ist sicher und 5 Schiffslängen vor der angepeilten Box lassen wir das Groß fallen. Der Schwung reicht gerade und die Restfahrt stoppen die Heckleinen am Dalben. Zum Essen geht es in den Dorfkrug Drei Linden und abends im Cockpit spinnen wir das Seemannsgarn.
Für Montagmorgen haben wir Räder bestellt und bei der Wetteraussicht einen Landtag eingeplant.
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Unsere Radtour führt uns von Seedorf am Bodden entlang nach Lauterbach mit einem Snack beim Fischer und weiter über Putbus nach Binz. Hier gönnen wir uns eine längere Pause im Strandkorb und hören von den Geschichten aus 1000 und 1 Nacht.
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Durch den Küstenwald nach Sellin und wieder zurück nach Seedorf haben wir heute 45 KM im Sattel verbracht. Axel kocht heute Abend nach einem alten Rezept seiner Mutter die Kartoffeln als Dämpfer in der Pfanne. Vorher sind nur die Zwiebeln und Kartoffeln zu schälen und klein zu schneiden. Unter Deck sind jetzt alle zu Tränen gerührt.
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Eingefügte PDF mit Gewittersegeln
Gewitterfahrt-vor-Himmelfahrt 2013

Charter-Skipper-Wochenende 27.04.-01.05.2013

1. Juni 2013

Die Anreise hat sich verschoben; ich komme erst am Samstagabend aus Berlin in Greifswald an. Die Mitsegler Björn, Max und Martin sind seit Freitagabend bereits an Bord, haben sich in den Achterkabinen eingerichtet und die Einkaufsliste im Aldi und Marktkauf abgearbeitet. Es ist nachts dermaßen kalt, dass wir die Gasflasche vorwärmen, um den Backofen für das Abendessen einzuheizen. Gasflaschenheizung Sonntagmorgen geht es los; die Sicherheitseinweisung haben wir nach dem Abendessen durchgeführt und zur Demo eine alte, ausgemusterte Automatik-Rettungsweste ausgelöst. Die Heringsnetze stehen heute dicht an den Zwangswegen, so das sich eine Abkürzung zum Landtief verbietet. Ab Tonne Vierow setzen wir den Gennaker und können diesen bis Landtief B fliegen lassen. 2013_04_28-14_43_18
Unterwegs gibt es aus den Resten vom Vorabend einen Geflügelsalat. Bei drei Mitseglern/Charterskippern bin ich mittlerweile arbeitslos und kann im Salon die Bücher ordnen und auf dem PC neue Updates und Bilder laden. Wir legen in Saßnitz an und sind überrascht, das die neuen Anleger uns zur Verfügung stehen. Bezahlt wird nicht nach Schiffsgröße; sondern nach Boxengröße!!! Also immer mit Genesis am nördlichsten Schwimmsteg festmachen und nicht wie auf dem Bild am südlichen.
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29.04.20113, Montag, Schietwetter am Vormittag bei der Rundung von Köllicker Ort und Kap Arkona genießen wir die Vorzüge der Mini-Kuchenbude bzw. meines Dodgers aus Segeltuch. Hier können sich drei Mitsegler wettergeschützt verholen und das Schiff mit der Fernbedienung steuern.
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Wir legen nach 7:30 Stunden und 45,1 SM in Klosters mit Getriebestress an. (Es geht nur ein Gang, einmalig vorwärts oder rückwärts und dieser muß über 1.200 U/Motor gefahren werden; sonst rutscht der Konus des Wendegetriebes heraus und nichts geht mehr unter Motor). Aber mit Wriggen und Bugstrahlruder ist das Schiff bei wenig Wind manöverierbar….
Von den Mitseglern hat keiner Interesse die Insel zu erkunden und so werfen wir am 30.04. früh die Leinen los, um die 12:20 Uhr Brücke in Stralsund zu erwischen. Das klappt so gut, dass wir am Wartedalben noch schnell unser Abendbrot angeln. Am Nachmittag verfehlen wir den 16:00 Uhr Brückenzug in Wieck um 5 Minuten und bleiben deshalb vor dem Hafenamt liegen und werfen den Grill an.
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Nach dem Heringsschmauß und Bratkartoffeln lassen wir die Fische mit Weizenbier im Reusenhuis bei Gurke schwimmen.
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Mit dem Erinnerungsfoto und 125,7 SM Rund Rügen gegen den Uhrzeigersinn in 3 Tagen klaren wir am 01.05.2013 morgens Genesis auf, nehmen die 09:00 Uhr Brücke und haben mal wieder unser Getriebemalheur vor der Tankstelle.
Mittags fahren wir alle in unterschiedliche Richtungen gen Heimat.

Hier noch ein Emailauszug der Vorbereitungen:

Moin, moin Martin,
moin Thomas,
das Angebot eines Charter-Skipper-Wochenendes besteht wie in den Vorjahren weiterhin. In dieser Saison sind alle bisher gebuchten Chartergäste Wiederholungstäter.
Ich plane mit den Teilnehmern einer Essener Segelschule und des Funkkursus ein Sicherheitstraining. Die Irritation über einen Seenotfall im April 2012 vor Fehmarn u. a. traurige Unfälle mit Todesfällen, hat uns bewogen über ein Thema ein Wochenende zu verbringen, das immer zu “einfach” abgefertigt wird, aber im Versicherungsfall erhebliche Konsequenzen für den Skipper nach sich zieht.
Wie bekommt Mann/Frau einen über Bord gegangenen wieder ins Schiff…?
Wie sieht oder sollte eine solche Aktion gefahren werden?
Das wollen wir üben und Alternativen und solche Situationen durchspielen. Ein Teil der Übungen findet am Anleger bzw. im Ryck statt.
Am Samstag geht es in den Bodden bis zur Tonne Greifswald oder etwas weiter heraus, je nachdem wie die Heringsnetze ausgelegt sind, um einen Dummy an Bord zu bekommen. Schlauchboot, Rettungsinsel, Bergesegel, Leiter?!, womit kann Frau/Mann einen MOB retten und in der Situation Funksprüche, Manöver, Fremdhilfe, Eigeninitiative ergreifen und “Ruhe/Routine” ins Schiff und in die Mannschaft bringen.
Welche Rollen sind einzuhalten bzw. überhaupt erforderlich. Wie bewege ich mich an Bord, wie behalte ich den Überblick, was macht/kann das Schiff, was hilft mir eine Rettungsweste, wie lange habe ich eine Chance im (kaltem) Wasser noch mitzuarbeiten, usw. usf..
Also Ankunft an Bord am Freitag, 19.04.13, je nach Anreise der Essener ca. 18/19:00 Uhr. Ich koche uns etwas fleischhaltiges zum Essen. Vielleicht ist nach dem Stauen noch Zeit für die Theorie. Am Samstag auf den Bodden; abends wieder in den Heimathafen. Zu der Zeit ist es in anderen Häfen fast unmöglich mit 6 Leuten Strom, Dusche usw. vorzufinden. Sonntags Übungen auf dem Ryck vor dem Anleger. Essen stelle ich am Samstagabend; wahrscheinlich Fisch von der Genossenschaft oder wir gehen Essen und machen von der Brücke eine Nachtfahrt mit Umwegen zum Heimathafen. Ich denke gegen 12/13:00 Uhr wollen die Westfalen nach Hause und ich mache anschld. Klar Schiff und fahre ebenfalls nach Hause.
Kosten: Weniger als 150,– nicht mehr als 100,– EURO/Person, Z. Zt. noch eine Koje im Vorschiff und eine mit mir im Salon frei.
Ein weiteres Wochenende bin ich (vielleicht mit meinem Schwager) an Bord; vom 26.04. abends bis 01.05.13 mittags. Hier gibt es auf jeden Fall noch 2 freie Kabinen, wenn ich mir mit der Verwandtschaft das Vorschiff teile. Also hier kämen alle auf Ihre Segelfreuden für 4-5 Tage. Wer nur bis Sonntag kann, wird halt vorher abgesetzt. Kosten: Hafen 20-40,–?, Diesel, das meiste geht durch die Heizung ca. 20-30,–?, Taucher 30,–?, Endreinigung 60,—? und Pantry+Flüssiges ca. 100-150,–?, ergo maximal 300,– ?, geteilt durch unsere Personenzahl für frühlingshafte Segeltage. Ist das ein Angebot?
Martin, von Dir müßte ich kurzfristig wissen, mit wieviel Personen Du Deinen Chartertörn antritts. Ich will (evtl. nächste Woche schon) noch in einer Achterkoje einen Umbau vornehmen lassen; dann passen hier nur noch 2 Kinder oder 1 Erwachsener zum Schlafen hinein.
Bitte gebt mir kurzfristig per Handy oder Email Nachricht. Wir sind zwar bis Dienstag in Westfalen unterwegs, aber dennoch irgendwie erreichbar.
Ein schönes Wochenende,
und immer eine handbreit Tee im Becher,
Peter

Gesendet: Donnerstag, 31. Januar 2013 10:27
An: Thumel
Betreff: SY “Genesis”
Hallo Peter,
ich hatte 2011 für eine Woche dein Boot bei Mathias Wunderlich gechartert.
Du hattest mir damals angeboten mal einen Schnupperkurs mit dir auf der Genesis zu machen. Ich habe dieses Jahr die Genesis wieder gemietet (diesmal für 3 Wochen) und wollte mal fragen, ob diese Möglichkeit wieder besteht?
Die Gründe sind einfach, natürlich wäre das ein Wochenende segeln (toll), aber ich habe ewig keine Hanse mehr gesegelt (immer nur Benetau und einen James Wharram Kat <- das war mal was ganz interessantes) und ich kann mich daran erinnern, daß es bei der Genesis doch recht viele Knöpfe und Leinen gab, die man "normalerweise" nicht auf einer Charteryacht findet. Gruß Martin

Sicherheitstraining vom 19. – 21.04.2013

1. Juni 2013

Text folgt nach Eingang der Bilder…
deshalb hier ein geliehenes Bild aus dem Toplichtkatalog
Bergesegel

Auszug aus dem Emailverkehr:
am 10.04.13 schrieb Peter Thumel:
Moin, moin alle zusammen,
lange nichts gehört und nun kommt es geballt:
Genesis wird am Samstag, 13.04., gekrant und in Ihr Element entlassen. Am Sonntag wird der Mast gestellt und die Fahrt vom Anleger nach Ladebow in den Heimathafen nach Wiek steht an. Neue Batterien und viele Extras, die ich noch nicht getestet habe, sind im Winterlager eingebaut worden. Matthias wird einen Stenoblock brauchen….
Hört sich ersteinmal gut an; denn heute, 10.04., war die erste frostfreie Nacht…..
Wenn wir an dem Wochenende vom 19.-21.04.2013 festhalten, -davon gehe ich im Moment aus-, gilt Folgendes:
Ich fahre nachmittags am 18.04.2013 nach Greifswald, klariere das Schiff: Segel anschlagen, soweit vom Segelmacher freigeggeben = Groß und Fock. Die anderen Segel sind im Moment noch nicht an Bord. Aber für unser Sicherheitstraining sollte es reichen. Wir brauchen einen stehenden Mast mit Großfall und Spifall, um dasBergesegel zu hieven.
Das Bergesegel habe ich (noch) im Keller, Wurfleine und Rettungsringe, neu, sind noch nicht installiert; diese bringe ich am 18.04. an Bord. Einen Dummy aus 2 zusammengebundenen Fässern, die mit 80 l Wasser gefüllt werden können, habe ich in der Garage vorbereitet und 2 alte Automatikwesten mit mehreren Patronen habe ich für dasTraining an die Seite gelegt. Soweit die technische Seite.
Die menschliche: Bis zu Eurem Eintreffen habe ich (hoffentlich) genügend Zeit, den Staub des Winterlagers zu entfernen. Essen und Getränke für Freitagabend bringe ich wie versprochen mit. Ich verlasse mich auf Petra´s Kartoffelsalat zum Abendessen. Sonst gibt es halt selbstgebackenes Brot.
Bleibt es dabei? Kommt Ihr? Will Johannes mit?
Bitte RüRuf oder Mail.
LG: Peter

am 18.02.13 11:19 schrieb Peter Thumel:
Hallo liebe Mitsegler,
wenn alles klappt, seid Ihr spätestens um 19:00 Uhr zum Abendbrot an Bord. Bitte ruft mich 2 Std. vor der voraussichtlichen Navi-Ankunftzeit an. Ich heize dann den Backofen vor.
Ich werde das Schiff entweder an die Tankstelle oder an den Kran legen, dann können wir seitlich auf- und absteigen und am anderen Morgen zum Ryck hin die Rettungsmittel ausbringen.
Zum Üben des MOB sind an Bord:
Automatikwesten zum Auslösen der Patronen
Sicherheitsweste / Servival-Lifebelt
Lifelines / Sicherheitsgurte
Strecktaue / Sicherungsleine, Gurtband
Wurfleine im Wurfsack
Notblitzgeräte / Seenotleuchte
Signalmittel, die wir leider so nah an der Küste nicht abschießen dürfen
Rettungsring mit Schwimmleine
Hufeisen Bergeschlaufe mit Schwimmleine
Bergesegel zum Aufnehmen einer MOB seitlich am Freibord
Notleiter für Bug- oder Heckkorb, bzw. Mittschiff
Heckleiter / Badeleiter
Schlauchboot
Selbstkonstruktion eines 80 KG Dummy´s
Eingebautes Funkgerät mit DSC und Handfunke als Tochtergerät im Cockpit
A. I. S., allerdings ohne Easy Rescue zum Tragen am MOB
und wenn die Trockenübungen klappen, fahren wir anschld. auf den Bodden und suchen ein “netzfreies” Revier (wir sind in der Hochsaison der Heringsfischerei hier) zum Üben unter realistischeren Bedingungen.
So long
Peter

Winterlager – kein Ende in Sicht

1. Juni 2013

Ladebow
Hier sollte in der Woche vor Ostern der Kranwagen stehen, um Genesis aus dem Winterlager wieder in ihr Element zu entlassen…
bis jetzt ist alles in der Dänischen Wieck zugefroren.
Im Hintergrund sind die Hafenmole von Wieck mit dem Uitkieck Hotel/Restaurant zu erkennen.
In diesen Winter durfte der Bootsbauer viele Stunden an Bord verbringen. Genesis erhält 2 neue Fenster in den Achterkabinen und einen Schuhschrank/Schapp unter den Kleiderschränken.
Achterkammerfenster-bbd
auschnitt-achterkammer
Bei der Gelegenheit konnte der Heizungsschlauch ins Bad umgeleitet werden und eine neue Öffnung unter dem WC heizt jetzt den Raum ein. Im Salon werden auf der Steuerbordseite hinter den Rückenpolstern die “toten” Räume geöffnet und neue Stauräume erschlossen. Auch die Bücherregale nehmen langsam Form und Funktion an.
Die größte Baustelle liegt im Vorschiff. Hier wird die Decke und die Wand zum Ankerkasten geöffnet, um ein Widerlager für ein 2. Vorstag einzulaminieren.
ausschnitt-ankerkasten-vorschiffwiderlager-fur-vorstag1 offnung-vorschiffdachposition-zweites-vorstag Und so sieht das Ganze von Deck aus. Hier wird das 2. Vorstag angeschlagen und der Niederholer für den Spibaum.
Die Navigation wird in 2013 um ein A. I. S. erweitert. ais-installationsort1Die Bleibatterien werden gegen AGM getauscht und unter der Vorschiffskoje wird jetzt die Servicebatterie für das Bugstrahlruder und die Ankerwinde eingebaut.

Absegeln im November

27. Dezember 2012

p1070366
So leer ist es in Wieck nur Ende Oktober. Bis auf die Greif ist kein Segler heute hier. Für diese kurze Woche bin ich beruflich von Berlin kommend die ersten vier Tage allein an Bord. Didi ist mit dem Chor in unserer Partnergemeinde in Positano und so habe ich meine Solozeit auf´s Schiff verlegt.
Es geht in den Dänholm; denn der Hafen hat am Steg noch Strom und meistens ist ein Clubmitglied anwesend, um den Schlüssel für die Toilette zu erhalten.p1070381 Jetzt wird es schon recht schattig an Bord und ohne Heizung möchte ich jetzt nicht mehr unterwegs sein. Nach dem Starkwind von gestern hat es sich ausgeblasen und es geht heute moderat wieder zurück in den Bodden. Diesmal muß ich zum Tanken zur Hansewerft den Ryck bis Greifswald durchfahren. Als letzter für heute an der Tanke darf ich hier liegen bleiben und gehe bei Thomas in der alten Schreinerei zum Essen. Morgen Abend, 31.10.2012, kommt Matthias mit seinen Jungs zum Absegeln. Ich verhole uns in den Heimathafen, mache Klar Schiff und bereite das Essen für die Ankömmlinge vor. Sopa di Ajo, die einmal gekocht, lange warm gehalten werden kann. p1070385 Von Wieck geht es am nächsten Morgen nach “Port” Gager. Wir üben im Hafen das Anlegen mit Boje; vorwärts, rückwärts, leewärts, luvwärts usw. bis die Kinder vor Kälte schlotternd sich in die warme Kajüte verholen. Am nächsten Morgen geht es früh auf den Bodden. Vielleicht schaffen wir es bis Stralsund. Unser Navigator scheckt die Wegepunkte und die Ankunftszeit.p1070389 Der Wind ist mit 5-6 aus SW anfangs genau auf den Bug und so laufen wir westlich in Richtung Kreidebruch auf Zudar.p1070388 Im Strelasund fällt schnell die Entscheidung den nächsten Hafen anzulaufen, um bei den Temperaturen aus dem Cockpit zu kommen. Wir gehen in Stralbrode an den neuen Schwimmsteg und beim Fischer gibt es frischen Zander, der gebraten aus der Pfanne schnell serviert wird. Es wird ein langer Abend und wir werfen am 03.11. erst um 11:00 Uhr die Leinen los und sind gut 2 Stunden später wieder in Wieck und nehmen den letzten Brückenzug für heute, nachdem wir vorher Klar Schiff und ich ein Problem zu beseitigen hatte.toilette-unter Insgesamt bin ich in der Woche auf 112 SM gekommen und Matthias hatte genau 64,3 SM zum Eintragen in sein Meilenbuch.

3 Tage Rund Rügen im Herbst

26. Dezember 2012

heimathafen
Am 03.10.2012 geht es mit Tante und Neffe morgens mit der 09:00 Uhr Brücke nach der Dusche in Richtung Bodden und weiter nach Saßnitz. Hier kommen wir nach 6 Stunden und 40 SM um 15:00 Uhr an. Für diesen Siffhafen müssen wir 17 EURO berappen und dürfen am anderen Morgen erst ab 08:00 Uhr duschen….Dann wollen wir schon unterwegs sein.
gilla-am-rohr
Bei durchwachsenem Wetter mit SW 4, später 5 pflügen wir nach 2 1/2 Std. bereits an Kap Arkona vorbei und liegen nach 37 SM bereits um 14:00 Uhr in Klosters auf Hiddensee am Ende der Mole.
peter-am-rohr
Der nächste Tag gehört der Crew; es sind ja schließlich Ferien und wir wollen einmal ausschlafen und einen Landtag einlegen. Es geht entlang der Steinpackung zur Nordspitze von Hiddensee, die Treppe (Ich habe die Stufen nicht zählen wollen) von der Küste hinauf zum Dornbusch und weiter nach Osten an die andere Seite der Insel und auf Umwegen wieder zurück zum Hafen.
Mit 2 Reffs im Groß geht es am nächsten Morgen ab 09:00 Uhr nach Stralsund. Mit viel Fahrt im Schiff erreichen wir unter Segeln die Brücke und erreichen unter Groß und Motor auf dem letzten Drücker um 12:30 Uhr den Brückenzug. Danke an der Brückenwärter, der auf uns gewartet hat.
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Als wäre die Brücke eine Wetterscheide erleben wir im Strelasund und später im Bodden Spätsommersegeln pur. Um 16:30 Uhr bleiben wir nach 41 SM vor dem Hafenamt in Wieck liegen und gehen erst nach einem Willkommensbier bei Gurke später wieder in den Heimathafen.

Sommerurlaub in den Blekinger Schären

25. Dezember 2012

Törnbericht von Johannes, 14 Jahre:
Weitere Bilder unter Törns 2012 / Blekinger Schären
Von Rügen in die Blekinger Schären mit der Genesis V
matthias-und-familie

genesis-in-den-scharen

Tag 1:
Die Schiffsübergabe fand am Samstag statt. Die Genesis liegt sicher am Steg. Wir packen alles ins Schiff. Der Wetterbericht sagt mäßigen Wind aus SW voraus, ideal um die schwedische Südküste und die Hanö- Bucht zu erkunden.
Tag 2:
Am Sonntag geht es dann endlich raus. Wir passieren den Brückenzug der Wieker Klappbrücke um 9:00 Uhr (um 8:00 Uhr gibt es keinen) und setzen auf dem Greifswalder Bodden die Segel. Dort geht es dann mit gutem Wind unter Vollzeug voran. Zielhafen soll Sassnitz sein, um morgen nach Schweden abzusetzen. Dort liegen wir gegenüber dem ehemaligen englischen U- Boot, was heutzutage als Museum zu besichtigen ist.
Tag 3:
Jetzt geht es rüber, über die Ostsee nach Schweden. Der Wind steht genau von Achtern. Zunächst versuchen wir durch Ausbaumen mehr Geschwindigkeit laufen zu können, doch der Wind frischt auf und dreht ein, sodass wir den Fockbaum bergen müssen. Langsam verschwindet die Kreideküste hinter uns, der ?letzte Punkt Deutschland?. Ungefähr auf halber Höhe flaut der Wind soweit ab, dass wir die Segel bergen und unter Maschine die letzten 20 Seemeilen bei immer noch starker Welle motoren müssen.
Tag 4:
Aufgrund von Flautenwetter beschließen wir einen Hafentag einzulegen, um Ystad zu besichtigen. Ystad ist eine mittelgroße schwedische Hafenstadt mit großem Fährhafen und direktem Anschluss zu einer Haupt- Eisenbahnstrecke. Sehenswert ist die alte Innenstadt mit einem alten Kloster, worin sich heutzutage ein Heimatmuseum befindet. Ebenfalls sind Ystads prachtvolle Kirchen einen Besuch wert. Dominant ist auch das Stadttheater von Ystad, was schon von See aus gut erkennbar ist.
Tag 5:
Nun geht es weiter Richtung Norden. Wir passieren die südlichste Spitze Skandinaviens unter Motor, denn es ist immer noch Flaute. So unscheinbar ist dieser Küstenstreifen Schwedens, man mag kaum glauben, dass sich dahinter eine gigantische Landmasse verbirgt, dessen Landschaftsbild von den gewaltigen Fjorden neben den 2000er Gletschern über die ewigen skandinavischen Wälder bis zu den Schärenlandschaften, deren es in ganz Schweden über 200.000 gibt, reicht. Naja, wenigstens letzteres werden wir auf diesem Törn sehen können.
Nachdem wir einmal die Segel ?gelüftet? haben, geht es unter Motor weiter nach Simrishamn, dem Ausgangshafen zu allen Schären- Törns. Der Yachthafen ist ein großer, moderner Sportboothafen mit guten Versorgungsmöglichkeiten.
Tag 6:
Auch heute ist wieder Flaute angesagt, das heißt: Motoren. Wir überqueren die Hanöbucht. Das Wetter ist wunderbar, die Temperaturen sind hoch, in der Sonne manchmal ein bisschen zu hoch. Am Horizont erscheint die Insel Hanö, die der Hanöbucht ihren Namen gibt. Hanö ist sehr beliebt, weswegen ihr kleiner Hafen im Sommer völlig überfüllt ist. Diesmal fahren wir jedoch an Hanö vorbei, wir wollen ihr erst bei der Rückfahrt einen Besuch abstatten.
Etwa 16 Seemeilen hinter Hanö liegt die vorgelagerte Schäreninsel Tärnö, unser heutiges Tagesziel. Auch hier ist alles überfüllt, wir weichen deshalb an den kostenlosen Militäranleger aus. Dieser hat allerdings auch weder Strom, geschweige denn Wasser. Nach ein paar Manövern gelang es uns, die Genesis mit dem Bug an den Kai und hinten mit dem Heckanker festzumachen.
Langsam geht die Sonne unter: Abendstimmung. Wir beobachten die Schweden, wie sie mit ihren Booten ?nur noch mal schnell nach Hause, die Enkel abholen? fahren. Der Sonnenuntergang ist traumhaft schön.
Tag 7:
Wir haben eine lange Nacht hinter uns. Der Heckanker hielt nicht. Wir mussten das Schiff längsseits verlegen, wo zum Glück kein anderes Schiff lag. Trotz des nächtlichen Zwischenfalles haben wir heute viel vor. Wir wollen einen Hafentag hier einlegen um die Insel erkunden zu können. Über der Insel liegen noch Nebelbänke, diese verziehen sich aber rasch. Die Innenseite von Tärnö bildet eine große Bucht, an der es mehrere Steganlagen gibt. An dieser Seite ist die Insel hauptsächlich mit Ferienhäusern bebaut, die im Sommer vermietet sind. Eine Landanbindung besteht durch die sogenannten ?Schärenbusse?.
Wir wandern einmal an der Bucht entlang, hier sieht man die typischen Blockhäuser, wie man sie überall in den skandinavischen Ländern findet. Auch offenbart sich die klassische Schärenlandschaft: Es kommen immer wieder glatte Granitfelsen zwischen der abwechslungsreichen Flora zum Vorschein. Dieser wurde auch über viele Jahre hier abgebaut und in die gesamte Welt exportiert, bevor die Blekinger Schären Naturschutzgebiet wurden.
Nach einem kurzen Marsch durch den Wald kommen wir an die Westküste Tärnös. Auch hier wieder Fels und Granit. Ein Pfad führt weiter auf den höchsten Punkt der Insel. Von hier hat man ein wunderbares Panorama über die Blekinger Schären. Nicht ohne Grund ist hier schon sehr früh ein Leuchtturm installiert worden. Heute ist es der älteste Holzleuchturm Schwedens. Auch bekam Tärnö als erste Insel eine Strom- und Telefonleitung zum Festland. Dies hat eine lustige Vorgeschichte:
Einst strandete ein Schwedischer Abgeordneter mit seiner Yacht auf Tärnö und kam nicht weg, da es weder Telefon, noch sonstige Kommunikationsmittel gab. Als er dann endlich zurück ans Festland kam, zog er an den richtigen Fäden und Tärnö bekam Strom und Telefon.
Wir gehen wieder zum Schiff zurück und essen zu Mittag.
Am Nachmittag packen wir unser Dingi aus und erkunden die kleine Bucht Lillekrok in der Nähe des Militäranlegers. Der Nebel zieht wieder auf und verdeckt für den Rest des Tages die Sicht. Der Wetterbericht meldet Küstennebelfelder. Wir grillen am Abend mit unserem legendären Außenbordrelinggrill und als die Sonne untergeht ist aufgrund des Nebels eine ungewöhnliche Stimmung am Militäranleger.
Tag 8:
Heute segeln wir nach Karlshamn weiter, denn wir müssen dringend die Batterien durchladen und neuen Proviant bunkern. Zudem hat sich das Wetter massiv verschlechtert, dunkle Wolken hängen über dem Himmel und es regnet. Wir segeln die 6 Seemeilen schnell unter Fock und gehen dann in den Fiskehamn, einen etwas außerhalb der Stadt gelegenen Yachthafen. Hier gibt es einen Fischladen, der in allen Handbüchern als besonders gut und preiswert gelobt wird.
Wir rollern mit unseren Klapprollern in den Supermarkt, der allerdings schwierig zu erreichen ist (wir mussten mehrmals Einheimische fragen) und kaufen dort alles, was wir für die nächsten Tage in den Schären brauchen.
Tag 9:
Der Tag begrüßt uns mit Dauerregen und wir beschließen deshalb, lieber noch einen Hafentag einzulegen und uns Karlshamn anzuschauen. Es ist vom Fischereihafen ein ganzes Stück bis in die Stadt, aber da wir unsere Klapproller mitgenommen haben, geht es doch recht flott.
In der Stadt waren die meisten Geschäfte und Kirchen geschlossen, es blieb uns nichts anderes übrig, als den Stadthafen und den menschenleeren Marktplatz anzuschauen.
Tag 10:
Der Wetterbericht sagt wieder gutes Wetter voraus, also fahren wir weiter. Der Windmesser zeigt zwar 0 Knoten Wind an, aber da wir nur eine kurze Strecke zu fahren haben und innen durch die Schären fahren wollen, kommt uns das gar nicht mal so ungelegen.
Wir passieren die engste Stelle des Tonnenstrichs mit immer noch 16 Meter Wassertiefe. Interessant ist auch die Lebensweise der hiesigen Einwohner: Die Schweden haben ihr Sommerhaus direkt mit Steg und Schiff am Wasser, von wo sie kleine Tagestörns in die Umgebung unternehmen können.
Schließlich kommen wir an der Schäreninsel Tjärö an, dem Ziel unserer Reise. Wir haben zuerst wieder Probleme mit dem Heckanker, aber mit der freundlichen Hilfe unseres schwedischen Nachbarn schaffen wir es, den schweren Notanker nach hinten auszubringen. So liegen wir die nächsten Tage selbst bei schwerem Sturm sicher.
Die Natur auf dieser Insel ist definitiv einzigartig. Abends können wir von unserem Schiff aus wild grasende Schafe beobachten!
Tag 11:
Heute erkunden wir die Insel. Auf der Insel steht ein Art Kurhotel mit Kiosk, Restaurant und allem was dazugehört. Jegliche Versorgungsmöglichkeiten bestehen nur durch die Schärenbusverbindungen.
Wir machen einen Rundgang um den nördlichen Teil der Insel. Auf Tjärö ist die Natur noch mal anders als auf Tärnö. An manchen Stellen ist sie deutlich weniger bewachsen, man sieht immer häufiger den klassischen Schären- Granit. Trotzdem herrscht es reges Leben auf Tjärö: Neben Schafen begegnen wir auch noch wilden Stieren und Kühen!
Zwischendrin findet man auch immer wieder Moore, die, so vermuten wir, durch sich in Mulden sammelndes Regenwasser entstehen, welches durch den wasserundurchlässigen Granitboden nicht absickern kann.
Zum Schluss besuchen wir noch den Anleger der Schärenbusse. Von hier transportiert ein Gabelstapler das Material nach oben ins Hotel.
Auch ist hier ein merkwürdiges Haus zu sehen: Ob dem einsamen Besitzer darin nicht irgendwann langweilig wird?
Tag 12:
Heute bewandern wir den südlichen Teil der Insel. Die Insel ist in der Mitte sehr schmal. Eine Art Felswall verbindet den nördlichen Teil mit dem südlichen Teil der Insel. Wir besteigen den höchsten Punkt der Insel, der allerdings lange nicht so hoch ist wie der von Tärnö.
Am Nachmittag paddeln wir einmal halb um die Insel herum. Überall im Fels sind Ösen zum Festmachen angebracht. Wer sich traut kann dort direkt am Fels festmachen.
Ein Tipp für diejenigen, die in die Blekinger Schären segeln wollen: Wir haben uns gleich am Anfang des Törns in Schweden eine schwedische Seekarte und das Heft Blekinge Skärgård besorgt, welches man in jedem Hafen in der Gegend auch auf Deutsch kaufen kann und das sehr viele nützliche Informationen, Ankerplätze, Anfahrtsbeschreibungen etc. bietet.
Tag 13:
Heute geht es wieder zurück, denn der Wetterbericht sagt ein Sturmtief für Ende dieser Woche voraus. Endlich kommen wir wieder zum segeln, die Flautenzeit ist vorbei. Trotzdem ist das Wetter sehr schön. Da wir durch das komplizierte Heben des Notankers ein bisschen in Verzug geraten sind, beschließen wir heute nur nach Hanö zu segeln. Uns empfängt ein rappelvoller Hafen, doch das ist in der Hauptsaison auch nicht sehr verwunderlich.
Hanö könnte man als die erste Schäre Schwedens bezeichnen, dennoch gehört Hanö geologisch nicht zu den anderen Schären. Hanö ist ein Felsblock aus einem anderen Gestein, welcher durch das jahrtausendelange Hinweggleiten des arktischen Eispanzers während der Eiszeit seine heute für Hanö typische Form erhielt.
Wir haben noch Zeit für einen Inselspaziergang und so schauen wir uns den hellsten Leuchtturm Schwedens, für den Hanö berühmt ist, die Grotte und das Drachenmal, eine Struktur im Fels, an. Der Sage nach entstand es dadurch, dass ein Drache, von dem hellen Leuchtturm geblendet, abstürzte und das Drachenmal hinterließ.
Tag 14 und 15:
Wir müssen jetzt schnell wieder zurück nach Rügen, denn der Wetterbericht drängt. Wir segeln nach Simrishamn zurück. Wir entschließen uns der Windbedingungen halber, über Bornholm zurück zu segeln.
Am nächsten Tag geht es also weiter nach Rönne. Da das Bornholmsgatt Verkehrstrennungsgebiet ist, müssen wir rechtwinklig Queren, was die Strecke natürlich verlängert. Dennoch haben wir kein Problem. Das Wetter ist sehr schön, und der Wind kommt aus idealer Richtung. Anders als beim Hinweg können wir die gesamte Strecke segeln.
Tag 16 und 17:
Jetzt geht es endgültig zurück. Das Wetter ist weiterhin gut, allerdings mit Tendenz zur Verschlechterung. Wir segeln nach Sassnitz zurück. Am nächsten Tag ist das Tief schon deutlich spürbar. Der Wind kommt aus SW, sodass wir bei der Einfahrt in den Bodden unter Motor gegenan fahren müssen. Danach setzen wir nach Lauterbach ab. Im Hafen treffen uns schon die ersten Böen. Dennoch klart alsbald das Wetter auf.
Tag 18:
Das Sturmtief ist jetzt endgültig angekommen. Wir legen also einen Hafentag ein und fahren mit dem Rasenden Roland zum Jagdschloss Granitz. Hier besichtigen wir das Schloss und fahren danach mit dem Rasenden Roland nach Binz. Hier hat sich viel nach der Wende getan. Inzwischen ist der Ort ein reges Tourismuszentrum mit vielen Kurhotels, einer modernen Strandpromenade und vielen Besucherattraktionen.
Schließlich fahren wir wieder mit der Schmalspurbahn zurück nach Lauterbach. Hier ist auch der Stammsitz der Vilm- Yachten, die, ähnlich wie Hallberg- Rassy, gute Schwerwetteryachten zum guten Preis bieten.
Das Wetter ist sehr wechselhaft, wir beschließen morgen weiter nach Stralsund zu segeln, trotz der Sturmwarnung, die gerade läuft.
Tag 19:
Heute geht es weiter nach Stralsund. Der Wind bläst mit 6 aus W und wir kreuzen das erste Stück im Bodden voran. Im Strelasund geht es schließlich nicht mehr weiter und wir motoren gegenan. Wir gehen in den Hafen Dänholm vor der Brücke. Dieser ist von außen nicht einzusehen, da er unter Friedrich dem Großen erbaut wurde und als geheimer Militärhafen gegen die Schweden dienen sollte. Wegen seiner Uneinsehbarkeit ist er eigentlich nie überfüllt. Man findet immer einen guten Platz, obwohl die Boxen für breite Schiffe ein bisschen zu eng sind.
Tag 20:
Heute ist der vorletzte Tag unseres Törns. Wir wollen in Stralsund noch einiges anschauen. Als erstes geht es ins Nautineum Dänholm. Dieses Museum, was zum Nationalen Meeresmuseum gehört, liegt direkt neben dem Hafen. Hier dreht sich alles um die Technik: Geschichte des Fischfangs, U- Boote und Unterwasserlabore. Das alte Unterwasserlabor Helgoland ist auch zu begehen. Das Nautineum steht an der Stelle des ehemaligen Tonnenhofes, wo die Seezeichen in ausreichenden Mengen gehortet wurden.
Am Nachmittag geht es schließlich in die Stadt. Wir besichtigen das alte Rathaus und die wichtigsten Kirchen von Stralsund. Schließlich geht es ins Ozeaneum. Hier kann man vor allem über die Natur unter Wasser etwas lernen. Viele ausgestaltete Aquarien mit verschiedenen Landschaften der Ostsee sind hier zur sehen.
Im alten Hafen liegt auch noch die Gorch Fock 1, die ältere der beiden gebauten Gorch- Fock. Sie diente während des kalten Kriegs als russisches Segelschulschiff. Mehrmals versenkt und wieder gehoben ist sie jetzt Eigentum eines Vereins.
Tag 21:
Heute geht es zurück in den Heimathafen. Mit Rückenwind segeln wir den Strelasund herunter bis in den Greifswalder Bodden. Schließlich kommen wir in Greifswald an. Wir gehen abends im Fischrestaurant des hiesigen Fischereiverbands essen. Am nächsten Tag ist die Übergabe. Wir packen alles ins Auto und fahren mit vielen Impressionen zurück.

Abschließend noch ein paar Tipps für den gelungenen Schären- Törn.
Tipps & Tricks für einen gelungenen Törn in die schwedischen Schären mit der Genesis V
Wir haben viel gelernt auf diesem Törn: Was man machen und vor allem tunlichst nicht machen sollte. Dies wollen wir den anderen aber nicht vorenthalten:

– Festmachen mit dem Bug am Kai und hinten einem Heckanker:
Wir haben, wie im Törnbericht schon beschrieben, einige Probleme mit dem Heckanker gehabt. Der Grund in den Schwedischen Schären ist, anders als man vermuten könnte, sehr stark bewachsen. Der kleine Heckanker der Genesis hält auf solchem Boden nur sehr schlecht. Man sollte einen anderen Ankertyp verwenden. Wir haben in einem Hafen den Notanker zur Hilfe genommen, was allerdings ohne Ankerwinsch ziemliche Probleme beim Bergen verursachte.

– Navigation durch die Schären:
Wir hatten ? entgegen unserer Erwartung ? keine Probleme bei der Navigation. Trotzdem sollte man mit der nötigen Vorsicht navigieren. Wir hatten uns zudem eine Schwedische Seekarte der Båtsportkort- Serie gekauft. Diese sind, wenn man sie mit Deutschen Seekarten vergleicht, doch wesentlich genauer und sollten deswegen verwendet werden. Auch ist ein entsprechendes Hafenhandbuch (z.B. Blekinge Skärgård) verwendet worden. Dieses Heft bekommt man in jedem schwedischen Hafen.

– Auf Schiffslänge achten:
Die Genesis war in den schwedischen Häfen eigentlich immer das größte Schiff. Deswegen ist auch nicht immer alles das machbar, was man bei den Schweden mit ihren kleinen Booten oft sehen kann. Man sollte daher nicht übermütig werden nach dem Motto: ?Was die können, kann ich auch!?.
Auch den Tiefgang sollte man beachten. Die Boote der Schweden haben oft Flachkiele und haben deswegen deutlich weniger Tiefgang.

Email von Anke nach 2×1 Woche auf Frauentörn

24. Dezember 2012

Hallo Peter,

nun hat das Schuljahr in B. angefangen und ich bin wieder zu Hause. Da nehme ich doch gleich die Gelegenheit wahr, um Dir eine Rückmeldung über unsere 2 Törns zu geben.

Zunächst fand ich es doch recht erholsam, als Wiederholungstäter das Schiff schon zu kennen. So gestaltete sich sowohl die Übergabe doch ziemlich unkompliziert als auch das Unterwegssein, da man (frau) nicht dauernd überlegen musste, wo was wie funktioniert (bin ja auch noch kein alter Hase). Den Knopf für den Wechselrichter (ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben) haben wir zwar nicht gefunden (auch nicht Herr Wunderlich), aber das kann man vielleicht als sportliche Herausforderung betrachten.

Was ich/wir sehr erfreulich fand(en), war die unkomplizierte Abwicklung unseres Problems mit dem Vorsegel. Da hatte sich nämlich unterwegs beim Reffen des Großsegels der Schäkel von der Fockschot geöffnet, sodass das Vorsegel herumflatterte und trotz notdürftigen Einrollens leider Schaden nahm (bei den Wellen konnte man auch keinen nach vorne schicken). Herr Wunderlich sorgte dafür, dass wir noch am selben Tag ein anderes Vorsegel bekamen (mit Schwiegervaters Hilfe). Sicherlich weißt Du aber schon von der Geschichte.

Da wir diesmal keinen “Meckerzettel” ausgefüllt haben: Wir fanden den Service vor Ort insgesamt sehr gut – persönlich, unkompliziert, humorvoll etc.

Insgesamt haben wir (beide Crews) den jeweiligen Törn und die vielen Annehmlichkeiten auf Genesis sehr genossen. Wahrscheinlich sind wir für andere Schiffe jetzt schon etwas verdorben (falls man mal von einem anderen Hafen starten will). Zwar war das Wetter nicht Bornholm- oder Ystad-tauglich, aber wir sind dann ganz gemütlich herumgetingelt und haben sogar in Kloster einen Liegeplatz bekommen – wenn das nichts ist… Aber mit Crew 2 habe ich mir vorgenommen im nächsten Jahr auf jeden Fall 2 Wochen hintereinander die Genesis zu chartern – eine Woche ist soo schnell vorbei. Wir wollen versuchen bis nach Öland zu kommen. Kann man das schaffen?

Ich hoffe, Deine/Eure zwei Segelwochen waren auch schön. Habe gehört, dass Ihr in Kopenhagen wart. Schöne Stadt.

Viele Grüße
Anke

Emailverkehr mit Chartergast Matthias

24. Dezember 2012

Lieber Matthias,
wir haben gestern aus dem Grönsund, DK, kommend in Stralsund angelegt und liegen nun nach dem Brückenzug im Dänholm. Die Räder stehen auf dem Steg und warten auf die Radtour nach Zudar.
Genesis:
Was defekt war, habe ich ausgetauscht; Splint, Schäkelbolzen, Fenderleinen usw. Die neue Sprayhood ist montiert. Jetzt mit Haltebügeln, die auch seitlich eine Führung bieten. Die Kuchenbude steht hierdurch unter erhöhter Spannung. Deshalb bitte nur von der Sprayhood nach achtern aufbauen und umgekehrt abbauen und nur auf der Luvseite komplett mit den Reißverschlüssen schließen. Für die Leeseite ist die Spannung beim Schließen der Reissverschlüsse zum”Platzen”. Bitte hier nicht ganz zu ziehen.
Bei längerer Liegezeit im Hafen oder vor Anker sollte die Schutzhaube über das Kopfbrett vom Großsegel über den Lazy´s angeschlagen werden.
Falls wir nichts mehr voneinander hören, wünsche ich Euch einen tollen Urlaub mit moderaten Winden und schönen Buchten.
LG: Didi und Peter

Email von Matthias:
Hallo Peter,
wir verfolgen natürlich täglich die Windvorhersage und seit mehreren Tagen sieht es auf windfinder.de nach einem perfekten Gennaker-ritt für Montag von Lohme nach Simrishamn aus. Kannst Du mir daher bitte nochmal die Gradzahl vor dem wind sagen, in der der Gennaker Sinn macht ?
hezrlichst
matthias und Crew

Hallo Peter,
ich schau gerade mir bei Google Earth ein paar Fotos zu den Schwedischen Schären an, und treffe prompt auf dieses Foto:
Zudem sind noch eine Reihe weiterer Genesis- Bilder von demjenigen vorhanden. Warst du das Selber oder ein Charterer?
Heißt das zudem, dass wir zwischen den Schären ankern können? Das Bild heißt Anchorage near Tjärö und wurde am 18.8.2010 geschossen.
Viele Grüße
Johannes

Hallo Johannes,
hallo Matthias,
die Bilder hat ein Chartergast aufgenommen, der 3 Wochen mit genesis und Familie unterwegs war. Die Crew ist bis Visby auf Gotland und retour gesegelt und hat unterwegs viel geankert. Wo hasst Du die Bilder genau gefunden?
Für Matthias:
Gennaker:
Bei wenig Wind bis 90° Wahrer Wind hoch, dann allerdings die Halsleine bis auf den Pin ziehen und die Schot und Barberholer dicht: Problem ist dann die Schot, die an die Reling drückt….!
Ansonsten bis max. 150° Wahrer Wind abfallen, hängt von der Welle ab, manchmal klappen auch 160°. Dann allerdings den Gennaker fliegen lassen; Halsleine bis 1,0 -1,5 m über Pin fieren und der Schot und den Barberholer viel Raum geben.
Ab 12-13 Kn Wahrer Wind solltet Ihr den Gennaker langsam einpacken. Wenn der Wind dann aufdreht oder in Boen einfällt, ist die Chance für Euch den Gennaker ohne Verlust und Schaden zu bergen m. E. sehr gering.
Bitte immer fast vor dem Wind 150° und mehr ° öffnen und bergen. Gilt auch für die Vorsegel. Sobald der Druck raus geht und die Fock auf die andere Seite möchte, rollt diese sich bequemer ein.
Wetter und Meer oder Wetter und mehr
Windfinder.com u.ä.: das sind Windvorhersagen für Surfer, kiter und Jollensegler. Die Windrichtungen und Stärken, Temp. usw. gelten für die Küstenlinie = Ufer, aber nicht um über den Bodden oder die Ostsee zu gehen. Vergleiche einmal den Windfinder mit DWD; dann läßt Du schnell von der Prognose die Finger.
Halte Dich an die Wettervorhersagen vom DWD
bzw. 3 Std. auf dem Wetterfax oder DP 07, Kanal 66, liest 15 Min. nach Erscheinen vor.
In DK und Swchweden gibt es vorzügliche Wetterberichte bei den Hafenmeistern, im Internet usw.
Wetterlinks für Dänemark und Schweden:
http://www.dmi.dk/dmi/index/danmark/farvandsudsigter.htm
http://www.dmi.dk/eng/index/forecasts.htm
http://www.smhi.se/tema/2.1010
http://www.smhi.se/vadret/hav-och-kust/sjovader
Ich wünsche Euch eine staufreie Anfahrt, viel Spaß an Borrd und fair winds für die gesteeckten Ziele.
LG: Peter

Hallo Peter,
wir liegen jetzt hier in Ystad mit wunderbarem, sonnigen Wetter, Temperaturen gefühlt über 30 Grad und keinem Wind. Wir sind am Sonntag bei sehr gutem wind aus NO nach Sassnitz gesegelt. Der Wind war zwar gegenan, aber wir konnten problemlos dagegen ankreuzen. Allerdings mussten wir einen Umlenk- Block austauschen, da sich ein Tampen gelöst hat und auf unerklärliche Weise in den Block der Selbstwende- Fockschot gezogen hat. Wir haben den schwarzen Block verwendet, der noch im Kartentisch lag. Zudem haben wir die Befestigung der Mastrutscher an den Segellatten nachgezogen; eine Segellatte hatte sich schon ganz gelöst; sonst ist alles am Schiff in Ordnung. Gestern sind wir dann von Sassnitz hier nach Ystad gefahren. Die eine Hälfte sind wir gesegelt; zuerst hatten wir sehr schwach Süd, dann drehte plötzlich, nachdem wir ausgebaumt hatten, der Wind auf West und frischte stark auf, zudem stand noch fast 1 m Welle, was das Bergen des Fockbaumes nicht erleichterte. Dann segelten wir lange Zeit recht gut; Da die Segel wegen der Welle stark schlugen setzten wir den Bullenstander, was das Schiff deutlich stabilisierte. Da dann allerdings der Wind ganz einschlief, strichen wir die Segel und motorten bis nach Ystad. Noch eine bemerkenswerte Sache: Auf See probierte mein Vater, zwecks Suppe zu Mittag, den Dosenöffner aus, doch kein äußerlicher Schaden war bemerkbar. Wir dachten, er sei kaputt und meine Mutter stellte die Dose zurück. Als mein Bruder dann den Öffner nochmal ausprobieren wollte, nahm er die Dose hoch, doch: Sie war schon offen und falsch herum hingestellt worden!!! :-O Inzwischen ist die Sauerei beseitigt, nur vielleicht sollte man zur Sicherheit ein Warnschild an den Öffner kleben (Übrigens: Wir haben den Versuch an einer zweiten Dose wiederholt und es war genau so: Nach dem Öffnen keine äußerlichen Schäden, doch sobald man die Dose umdreht und ein bisschen schüttelt…). Heute haben wir ein Hafentag eingelegt, wegen fehlenden Windes. Der Wetterbericht sagt auch für die kommenden Tage Flaute voraus. Morgen wollen wir nach Simrishamn und dann in die Schären. Wir haben uns extra eine Schwedische Seekarte gekauft, an Bord war keine Seekarte von der Hanö- Bucht, auch keine Deutsche. Hr. Wunderlich hat uns eine veraltete Seekarte daraufhin mitgegeben, aber jetzt sind wir ja auf der Sicheren Seite.
Viele Grüße und immer eine Hand breit Tee im Becher
Johannes, Matthias & Crew

PS: Die E-Mail kommt mit einem Tag Verspätung; Wir liegen jetzt in Simrishamn, haben den größten Teil der Strecke motort; nur ein paar Seemeilen lang haben wir die Segel gelüftet ;-). Dafür herrschen Mittelmeertemperaturen an Land, sowie im Wasser.

Hallo Johannes und Crew,
ja, ja der Dosenöffner; von den vielen manuellen Öffnern ist dieser anscheinend der große Unbekannte. Bei den anderen sieht man die Schneide oder das Messer oder den Antrieb. Dieser schneidet so sauber den Deckel unterhalb der Falz ab, dass bei Unkenntnis der Schneidetechnik das von Dir beschriebene Malheur passieren kann.
Welch ein Glück mit Wetter und Wind für Euch in 2012. Auch wenn Eure Ziele diesmal mit dem Wetter positiv korrelierten, solltet Ihr für den Rückweg mit dem Wetter / Isobaren routen.
Welchen Umlenkblock hat es auf wundersame Weise erwischt? Ein Block aus der Fußleiste? Bitte nicht den Block am Schothorn der SW-Fock; denn dieser ist mit dem Schnappschäkel eine Sonderanfertigung und nicht im Segelladen so einfach zu kaufen. Bitte kurze Rückmeldung.
Danke und noch einen tollen Törn mit genesis wünsche ich Euch,
LG: Peter

Hallo Peter!
Hier erst einmal ein Foto von deinem Schiff und der Crew an dem nördlichsten Punkt unserer Reise: Tjärö
Zu deiner Frage: Es war bloß einer der Umlenk- Blöcke am Mastfuß.
Von Simrishamn sind wir nach Tärnö, der ersten großen Insel in den Schwedischen Schären motort, da kein Wind war. Die paar Anleger auf der Insel waren rappelvoll, sodass wir auf den etwas außerhalb liegenden Militäranleger auswichen. Zuerst lagen wir da im Päckchen mit einem Schweden, der dann wahrscheinlich aus Angst um seine Najad verschwand. Du hattest uns ja am Telefon erklärt, wie man den Heckanker zu benutzten hat, sodass wir dann, wie in den Schären üblich, unter Heckanker festmachten.
In der Nacht hingegen wurden wir plötzlich geweckt; Der Anker hielt nicht und wir mussten das Schiff mitten in der Nacht längsseits verholen. Am nächsten Tag wanderten wir einmal rund um die sehr schöne Insel, die übrigens den ältesten Holzleuchtturm Schwedens, der noch in Betrieb ist, besitzt. Fast den ganzen Tag lang hatten wir dichtesten Küstennebel, der uns die Sicht auf das Abendrot versperrte.
Am nächsten Tag sind wir bei strömendem Regen und hohem Seegang nach Karlshamn gesegelt, um die Bordbestände wieder aufzufrischen und die Batterien wieder durchzuladen, wobei die Winschbatterie wirklich am Ende ist. Am nächsten Tag regnete es den ganzen Tag, sodass wir beschlossen, einen Hafentag einzulegen. Wir rollerten mit unseren Klapprollern in die Stadt und schauten uns die Stadt an. Außerdem pumpten wir den Fäkalientank aus, denn es floss immer wieder Dreckswasser nach dem Spülen zurück in die Kloschüssel, sodass das Klo überlaufen konnte. Nach dem Abpumpen tritt das Problem jetzt immer noch auf, wir vermuten eine Verstopfung im Tank. Mein Vater hat den Ausfluß von außen abgetaucht, außen ist keine Verstopfung feststellbar. Im Moment geht?s auch.
Dann sind wir gestern aus Karlshamn hierher nach Tjärö motort, da wieder absolute Flaute war. Die Navigation durch das Schärfahrwasser war völlig unproblematisch. Als wir auf Tjärö waren, versuchten wir es erst an dem südlicher gelegenen Anleger direkt an der Felswand, doch der Heckanker hielt wieder nicht. Wir beschlossen, an den eigentlichen Gästeanleger in der flacheren Bucht anzulegen, und so rutschten wir mehr oder weniger in den Hafen. Zeitweise zeigte das Echolot 1,5 Meter, wobei der starke Bodenbewuchs die wahre Tiefe natürlich verfälscht. An dem Anleger mussten wir wieder mit Heckanker anlegen, wobei der Heckanker wieder Probleme bereitete. Ein freundlicher Nachbar brachte den Anker mit dem Beiboot noch ein Stück weiter aus, was jedoch wenig half. Wir legten wieder mit Hilfe des Nachbarn dann den schweren Ersatzanker von vorne, der nun endlich gefahrloses Liegen unter Heckanker ermöglicht. Wir vermuten, dass 1. der starke Bewuchs das eingraben dieses Ankers verhindert (falscher Ankertyp); 2. Die fehlende Kette das Schwojen der Ankerleine nicht genügend abbremst; 3. Der Anker einfach zu wenig Gewicht für das Schiff hat. Allerdings hatten auch alle anderen Nachbarn ? sowohl auf Tärnö wie auch hier, irgendwann Probleme, mit Ausnahme eines Österreichers mit einer Sunbaem 35, der sogar mit dem Wind und nicht gegen den Wind am Steg lag und dessen Anker erstaunlicherweise hielt.
Heute sind wir einmal um die sehr schöne Insel gewandert und sind in der Bucht ein bisschen herumgepaddelt. Das Wasser ist hier sehr klar, und man kann gut Schwimmen/ Tauchen. Da wir meine alte Angel mithatten und die anderen Kinder im Hafen auch eifrig angelten wollten wir einfach auch mal ?Wurmbaden?. Wir bekamen aus der hiesigen Restaurantküche ein Paar Shrimps und hielten den Haken mit wenig Hoffnung auf Fang ins Hafenbecken, doch nach 2 Minuten hing schon der erste Fisch am Haken. Kurz darauf war der zweite an Land gezogen.
Morgen wollen wir uns langsam auf den Rückweg machen. Wir wollen nach Hanö segeln. Einziges Problem wird sein, den schweren Hauptanker ohne Ankerwinde heil wieder an Bord zu bekommen.
Wir werden es wohl mit dem Dinghi probieren.
Mein Vater hat provisorisch mit einem Splint eine Schraube an der Ausklapp-Badeleiter ersetzt, deren ?selbstsichernde? Mutter wohl nicht sehr selbstsichernd war und sich verabschiedet hat. Die Schraube ist noch da, aber leider war im Ersatzteilkasten keine 13 er Mutter zu finden, wir werden sehen, ob wir unterwegs eine finden. An Ausfällen ist zu melden, dass das Ankerlicht und die Dreifarbenlaterne genauso wenig funktionieren wie bei unserem 1. Mai-Törn, obwohl Hr. Wunderlich versichert hat, er habe das repariert. Diese Reparatur war wohl eher wunderlich :-).
Viele Grüße
Johannes, Matthias und Crew

PS: Die Mail kommt wieder mit einem Tag Verspätung; wir haben beschlossen heute noch einen Hafentag einzulegen; morgen geht es dann in Richtung Süden.

Hi Johannes und Crew,
“…nobody is perfect…”, auch genesis nicht. Danke für die Details, die ich gerne aufnehme und mich freue, dass Du mir diese mitteilst.
Anker: Der Heckanker ist für den “Schlammmboden” im Bodden ausreichend, aber bei Kraut ist ihm kein Kraut gewachsen. Ich habe mir für nächstes Jahr schon einen anderen Anker auf die Wunschliste geschrieben. Den von euch genutzten Reseve-/Drittanker=Bügelanker mit 17 kg ist kein Pappenstil beim Ausbrechen und Hieven, er ist als Notanker gedacht, falls der Strom ausfällt oder die Winschbatterie ihren Geist aufgibt.
Winschbatterie: Es liegt ein Überbrückungskabel für die Winsch-Batterie zu den Servicebatterien im Batterierfach. Dieses kann mit einem “17er” von der Winschbatterie zur 1. Servicebatterie überbrückt werden und der Ladestrom geht dann direkt auf die Winschbatterie.
Toilette: Diese ist mittlerweile 5 oder 6 Jahre alt. Also 15 Hiebe mit Wasser, Hebel umlegen und 20 ohne Wasser durch den Fäkalientank außerbord. Wenn das nicht hilft; dann nimm einen Hieb (2-3 EL) vom Olivenöl o.ä. in die Toilette und und pumpe es in den Kreislauf mit 2-3 Hieben und warte 15-30 Min. ab, damit das Öl im An-/Absaugmechanismus die Gummiventile benetzt und “weich” macht. Hat bei uns immer geholfen. Im Winter nehmen wir Rum. Aber bei eurem beneidenswerten Wetter ist das nicht erforderlich.
Ankerlicht/ Dreifarbenlaterne: Die Anschlüsse sind falsch geschaltet. Soweit ich es in Erinnerung habe, mußt Du probieren; beide Hauptschalter linke Panelllseite auf ON und dann im Untermenü die drei einzelnen Unterschalter durchtesten. Irgendwo/-wann findest Du die Dreifarbenlaterne ohne zusätzlicher Navi-Beleuchtung und auch das Ankerliicht. Zumindest hatten wir dieses 2 Wochen vor euren Törn im Gebrauch funktionsfähig gehabt. Die Verkabelung kann erst nach dem nächsten Mastlegen umgeschaltet werden (Winterlager)
Badeleiter: Die Mutter war weder in V 4 A noch selbstsichernd in 2011 als Provisorium angebracht und “vergessen” worden . Schön, das ihr eine Lösung für euren Törn gefunden habt. Das kann ich erst im September ändern, austauschen und verbessern.
Schotleine: Auf den Bildern läuft eine Schotleine durch den Holepunktschlitten auf der oberen Schiene des Aufbaus und wird auf die Holepunktschiene auf die untere an Deck umgelenkt!? Wenn das die Schot für den Genacker sein sollte, dann habt ihr beim Setzen ein”Problem”. Bitte umbauen!!!!
Sollte es eure “Extra” Fockschot für Vorwindkurse sein, dann ist die Umlenkung eine Alternative, die ich noch nicht bedacht habe. Gratulation.
So, jetzt ist euer Törn zur Hälfte abgesegelt. Ihr hattet tolles Wetter und es wird Zeit ein Windfenster für den Rückweg zu finden. Ich habe teilweise mitgekoppelt und war euch auf den Fersen/Fahrwasser. Toll, lieber Johannes für Deine ausführlichen Berichte zum Törn, die ich gerne für die nächste Saison umsetzen möchte, bzw. die ich Dir unterwegs mit Tips anreichern kann und will.
Darf ich die Berichte auf meine, bzw. auf die der Eignergemeinschaft genutzte Internetseite stellen?
Ich wünsche Dir und Crew immer den berühmten Handbreit Wasser unter dem Kiel (die Logge habe ich auf 1,5m reduzriert = 2,00m wahre Tiefe) Sicher ist sicher; denn nobody is perfect,
LG: Peter

Hallo Johannes,
ich habe in “kursiv” dazwischen geschrieben

Hallo Peter,
Ach sooo, das hättest du uns doch sagen müssen, wenn das Lot auf 1,5 m eingestellt ist. Dann hätten wir auch einfacher längsseits an den einsamer gelegeneren Steg auf Tjärö gehen können.Ich hatte das Lot im Mai auf 1,50 m gestellt, ob es immer noch so steht, weiß ich nicht. Ihr solltet Euch nicht darauf verlassen oder an einer genau bekannten Stelle/Tiefe es überprüfen
Wir liegen jetzt auf Hanö, denn es hat, wie du schon vermutet hattest, länger mit dem Hieven gedauert. Den eigentlichen Heckanker hätte selbst Alexander alleine Heben können, aber der Notanker war so bombenfest, dass wir ihn nicht aus dem Paddelboot heraus heben konnten. Wir mussten die Kette, als das Schiff vorne frei war über den Ausleger vom Heckanker mit einer Hilfsleine an der Kette auf die Winsch legen und dann haben wir zu viert gezogen und gewinscht bis sich der Anker endlich löste. Dann sind wir längsseits an den Steg gegangen und haben den Anker abgespült und hatten Zeit ihn gut wieder vorne zu verstauen. Insgesamt hat die ganze Hebeaktion 2 Stunden gebraucht. Der Notanker/Bügelanker ist an Bord, um bei Ausfall der Maschine oder der E-Winschen einen zu haben, der nur mit Muskelkraft/manuell zu bedienen ist. 17 KG hat der Anker und eingegraben wahrscheinlich gefühlte 100 KP Eigentlich wollten wir nach Simrishamn, aber haben uns dann entschlossen nach Hanö zu segeln. Da hatten wir dann auch noch Zeit für einen Inselspaziergang. Eigentlich haben wir alle Schalterkombinationen für das Ankerlicht ausprobiert aber ich kann es noch mal so probieren, wie du es gesagt hast.
Das mit der Schotleine, da hast du dich verguckt. Die Genakerschoten sind fachgemäß außen an der Reling entlangführt, die Fockschoten sind normal durch die obere Schiene durchgeführt, sie hängt nur etwas durch. Die Winschbatterie haben wir schon einmal überbrückt, haben die Überbrückung aber wieder weggenommen, da im Hafen bei Landstrom ein Lüfter anläuft (Überhitzung des Ladegeräts?Ja, dann ist es besser das Polster am Sitz zum Vorschott vorzuziehen und die dahinterliegende Klappe zu öffnen. Der überschüssige Ladestrom wird über eine Widerstandspirale abgeführt.). Wir müssen uns jetzt auf jeden Fall auf den Heimweg machen, denn im Langzeitbericht von Windfinder ist am Dienstag schon ein heftiges Sturmtief im Anmarsch mit 6-7 Beaufort. Unser Plan ist am Sonntag nach Rügen zu kommen.
Wetterbericht DWD vom 04.08.2012 15:00 Uhr bis morgen Mittag:

Westliche Ostsee:
umlaufend 1 bis 4, Schauer- und Gewitterböen,
Küstenfrühnebelfelder, See 0,5 Meter.
Boddengewässer Ost:
umlaufend 1 bis 4, Schauer- und Gewitterböen,
Küstenfrühnebelfelder, See 0,5 Meter.
Südliche Ostsee:
umlaufend 1 bis 4, Schauer- und Gewitterböen,
Küstenfrühnebelfelder, See 0,5 Meter.
und bis morgen Mitternacht
Westliche Ostsee:
östliche Winde 1 bis 3.
Boddengewässer Ost:
umlaufend 1 bis 2.
Südliche Ostsee:
südöstliche Winde 2 bis 3.
Trend für die Ostsee:

Montag:
Wechselnde Richtungen 2 bis 4, Südteil später Südwest um 5.

Dienstag:
Südwest um 6, Nordostteil zunehmend 7 bis 8, Westteil westdrehend.

Mittwoch:
West um 6, abnehmend 4 bis 5.
Na, dann viel Erfolg und seht zu, dass Ihr am Sonntag, spätestens am Montag auf Rügen seid. Vielleicht schafft Ihr es in den Bodden; hier sind Wind und Welle immer 1-2 Beaufort bzw. 1m gerringer. .. und immer eine Handbreit ? unter dem KielViele Grüß von Didi und Peter,heute aus Gütersloh

Viele Grüße aus dem rappelvollen Hafen auf Hanö
Johannes, Matthias & Crew

Hallo Peter,
nach einem perfekten Segeltag liegen wir jetzt in Rönne und wollen morgen nach Rügen zurück. Wir spekulieren auf einen Gennakerkurs. Ob wir es direkt in den Bodden schaffen werden wir morgen sehen. Da am Montag es ziemlich regnen soll, wollen wir ungern an dem Tag segeln, lieber liegen wir da sicher im Hafen mit aufgebauter Kuchenbude und machen da ein paar Ausflüge. Liegt man bei diesen Windverhältnissen sicher in Lohme/ Glowe? Die Lot- Einstellung wird wohl noch so stimmen, da ein Traditionssegler mit selbem Tiefgang am selbem Steg neben uns 70 cm unter dem Kiel hatte und wir nur 20 cm gemessen haben. Insofern wird das so schon stimmen.
Viele Grüße
Johannes, Matthias &Crew

PS: Ich schreibe noch einen ausführlichen Törnbericht, den du dann auf die Homepage stellen kannst, da ich den dann gleich auch für die Homepage von unserm Segelklub verwenden kann.

Hallo Matthias,
wenn ich die Wahl hätte, – Glowe oder Lohme-, würde ich bei schlechtem Wetter Glowe vorziehen. Ein herrlich langer Strand, ein Supermarkt im Ort, Fahrradverleih am Hafen und Wanderwege zum Schloß / Hotel Spyker und wenn Du südwestlich durch den angrenzenden Wald läufst, triffst Du bals auf den Jasmuder Bodden.
Viele Grüße an die Crew,
Peter

Sommerurlaub 2012 in der Dänischen Südsee

24. Dezember 2012

Text folgt

Email von Achim nach 2 Charterwochen auf der Genesis

24. Dezember 2012

Lieber Peter, wir sind wohlbehalten zurück und haten einen sehr schönen Törn mit der Genesis:

Greifswald ? Ruden ? Swinemünde ? Nexö ? Rönne ? Ystad ? Falsterbo/Höllenvike ? Malmö ? Kopenhagen ? Rödvig ? Glowe ? Sassnitz ? Lauterbach ? Greifswald

Genacker durfte zwei Mal fliegen und hat uns Spaß gemacht! 107 %er Regattafock war uns manchmal etwas zu klein und auch mit zweitem Reff im Groß war sie noch ziemlich luvgierig ? auch schienen mir die Holepunkte für die Regattafock nicht optimal ? oder lag es an der fehlenden Segellatte? – wir haben dann schon mal die Spischot ersatzweise genutzt. (Beim nächsten Mal würde ich gerne die 140 %er Genua ausprobieren.)

Zerstört wurde ein kleines Wasserglas und ein Teller. Der weiße Kochlöffel zerbrach beim Unterrühren von Pesto unter ein Kilo Spaghetti ? erbitte Rechnung!

107 %er Regttafock wurde abgenommen und geht via Wunderlich zum Segelmacher ? grüne Fockschot verblieben in Steuerbord-Backskiste. Angeschlagen wurde die SW-Fock, Genacker mit Schoten, Halsleine, Barberhauler ist verstaut im Lager
alle Segel sind im richtigen Sack und der SW-Focksack ist an Bord (Backbord-Backskiste)

Folgende (bekannte?) Mängel bestehen ? Wunderlich weiß Bescheid:

Tür vor Gasflasche scharnierseitig jetzt komplett rausgebrochen ? lässt sich aber immer noch mit Riegel verschließen und hält
Logge hat sich ca. bei Stand 5394 M auf Null zurückgestellt ? Ursache nicht erklärlich. Wir hatten jetzt am Schluß 467 M auf der Logge ? das entspricht insgesamt einem Loggestand von 5861 M
die beiden Wasserkanister unterm Niedergang sind leicht grün/bräunlich veralgt ? evtl. mal Intensivreinigung
an der Schaltung der Nav-Lichter stimmt was nicht: Bei Fahrt unter Motor: Dampferlicht lässt sich nur gemeinsam mit Dreifarbenlaterne schalten – nomale Nav-Beleuchtung lässt nur den Vorschiffs-Deckstrahler zuschalten (nicht aber das darüber liegende Dampferlicht). Entweder falsch angeschlossen beim Mast setzten oder Schaltfehler im Instrumentenbrett (oder Fehlbedienung ? dann bedarf es aber einer speziellen Bedienungsanleitung, um dahinter zu kommen). Horizontaler Bolzen im Lümelbeschlag hatte sich um halbe Länge herausgearbeitet ? Splint sass lose oben im Loch. Haben ihn mühselig (kein Hammer an Bord?) wieder reingzwiebelt und sogar halbwegs ausgerichtet, dass der Splint mit viel Kraft wieder rein ging ? der ist vermutlich kräftig gestaucht und verbogen. Dringend überprüfen lassen, bitte.
Spischot-Winsch (achterlich Backbord): unter Zug schlägt Kurbel bis zu eine volle Umdrehung zurück.
Umlenkblock zweites Reff (Backbord) wurde beschädigt beim kräftigen anholen der Reffleine ? man braucht doch immer einen zweiten Mann am Mast, wenn man die Reffleinen dicht holt.
das pneumatische Nebelhorn gibt nur ein heiseres Zischen von sich (habe ich vergessen, Wunderlich zu sagen)

Ansonsten alles schick und wir hatten viel Freude an deinem schönen Boot! Vielen Dank!

Herzliche Grüße,
Achim

Vor Pfingsten nach Kopenhagen

24. Dezember 2012

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Am 19.05.2012 reisen wir mit unseren Nachbarn zur Genesis. Nach der langen Autofahrt trauen wir unseren Augen nicht. Genesis hängt im Kran und liegt nicht im Wasser. Das Ruder ist beschädigt und wird gerade repariert. Unsere Vorgängercrew hatte eine Grundberührung vor Rönne und wir jetzt eine längere Wartezeit, die wir mit Einkäufen im Marktkauf überbrücken. Um 18:00 Uhr liegt Genesis mit neuem Ruderblatt wieder in der Box. Einräumen, verstauen und den letzten Brückenzug nehmend, verholen wir uns nach Wieck und spülen den Schreck bei Gurke mit Weizenbier herunter. Am Sonntagmorgen holt uns der Wecker um 04:15 Uhr aus der Koje und wir starten in Richtung Stralsund. Mit der 08:20 Uhr Brücke geht es an Stralsund vorbei in den Gelenstrom. Ein mitlaufendes Zeesenboot wird zum willkommenen Vergleich zur Miniregatta animiert. Bis zum Mittagessen haben wir angenehmen Ostwind und setzen den Spi um voranzukommen. Mehr als 9 Knoten sind bei dem Wind allerdings nicht drin. ” Stunden später dreht der Wind auf N NO und frischt auf 5 Beaufort auf. Seegelwechsel ist angesagt, sonst kommen wir nicht östlich an Mön vorbei. Spi runter, 1. Reff ins Groß und die Genua 3 ausrollen und schon liegt der passende Kurs hoch am Wind wieder an. Die Kadettrinne passieren wir heute am Sonntag mit wenig Verkehr und um 16:00 Uhr liegen die Kreidefelsen im Westen querab. Nach dem Kap nutzen wir den Winddreher auf NO 4, schütteln das Reff heraus und können jetzt Kurs auf Rödvig nehmen. Im Hafen von R. machen wir um 19.15 Uhr nach 14 Stunden Segelzeit unsere Leinen fest und haben 86 SM auf der Logge, das ist trotz aller Segelmanöver, Warten vor der Brücke usw. immer noch ein Schnitt von 6,2 Knoten.

Schnuppertörn im April mit Charterkunden 2

23. Dezember 2012

Heute am 04.05.2012 kommt die neue Crew zum Charter-Skippertraining an. Per Handyansagen können wir die Ankunftszeiten gut einplanen; denn es kommen zwei Mädels und ein weiterer Charterskipper, Klaus, an Bord und ich möchte mit Genesis einen guten und sauberen Eindruck vermitteln.
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Nach der Ankunft werden die Kabinen verteilt, die Plünnen verstaut und es folgt eine längere Einweisung.
Den Ableger fährt auch gleich die Skipperin Anke und ich beschäftige die anderen Crewmitglieder mit der Leinenarbeit. Nach den 18:00 Uhr Brückenzug legen wir kurz am alten Liegeplatz der Greif an und versorgen uns mit Fischbrötchen aus der Genossenschaft. Die Segel sind um 18:30 gesetzt und unter Groß und Genua 3 legen wir die Tonne Greifswald an. Wir wollen nach Seedorf. Wie nicht anders zu erwarten dreht der Wind von SW auf NW-N und frischt etwas auf. Es wird diesig und wir verholen uns zur Navigation in den Salon. Nach kurzer Beratung wird die Insel Ruden in den engeren Kreis der Alternativen zur Übernachtung von allen akzeptiert. Wir bereiten Genesis und uns auf die Nachtfahrt vor: Tee kochen, Lampen und Aufgaben verteilen, Radar mitlaufen lassen und die Segelfläche verkleinern. Um 21:45 Uhr passieren wir die Tonne Vierow und wir starten den Motor, denn mittlerweile haben wir umlaufende Winde um 0-1 Beaufort und lassen das Groß zur Stütze stehen.
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In völliger Dunkelheit gehen wir über den Knackrücken und nehmen Kurs auf Ruden Leuchtfeuer. Die Crew kennt bislang keine Nachtfahrten und ist erstaunt, wie genau selbst ohne Radar die Lichterkennungen den Kurs sichern. Nach dem Anleger, Aufklaren und Umziehen haben wir es uns um 23:30 Uhr verdient in den warmen und vorgeheizten Salon zu setzen. Das Nachtmahl fällt recht bescheiden aus; denn alle wollen nur noch in die Koje.
Nach einem deftigen Frühstück wird die Lotseninsel erkundet und nach den Seehunden Ausschau gehalten. Wie so oft zeigen sich die scheuen Hunde nicht. Wir beschließen heute zu segeln und viele Manöver auszuprobieren. Also Leinen los und gegen 10:00 tuckern wir aus den Hafen. Die Segel sind schnell gesetzt und bei W-NW 4 tasten wir uns nördlich von Ruden und zwischen den Greifswalder Oie und das Flachgebiet durch.
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Danach lassen wir Genesis mit einem Schrick in den Schoten laufen und fahren mit 7,5-8 Knoten Fahrt in Richtung Saßnitz. Vor der Selliner Seebrücke wenden wir. Der Wind hat auf NW gedreht und erreicht bereits 5 Beaufort. Es wird Zeit für das erste Reff! So lernt die Crew das Einreffen in voller Fahrt ohne in den Wind zu gehen. Wir gehen Hoch am Wind in die Landtief-Fahrrinne und entschließen uns zum Mittagsessen ruhig vor Anker zu liegen. Was bietet sich da besser an, als der Ankerplatz im Thiesower See. Geklärt, vereinbart und gemeinsam ausgeführt liegen wir 1 Stunde später vor Anker. Das Essen ist schnell bereitet und wir lassen uns bis 18:00 Uhr Zeit, an diesem schönen Platz die Sonne zu genießen.
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Nach dem Ankermanöver geht es um die Ecke in den Port Gager. Hier kann Anke alle möglichen An- und Ableger fahren: An den Steg mit und gegen den Wind, an die Bojen vorwärts und rückwärts, Eindampfen an der Kaimauer, mal mit Vor-, mal mit Achterspring. Nach Beendigung des heutigen Hafenkinoprogramms vor den staunenden Charterskippern auf den anderen Booten, bekommen die Mädels für Ihre Manöver nicht nur meine anerkennenden Worte. Trotz der verlockenden Nähe der Räucherei möchten alle an Bord Essen. Es gibt heute Schweinefilet in einer Knobi-Weißweinsauce und, und und.
Sonntagmorgen legen wir bereits um 08:00 Uhr ab. Der Brückenzug um 11:00 ist unser Ziel und ein gebuchter Flug von Berlin in die Schweiz soll erreicht werden.
Die Zeit der Überfahrt nutzen ich, um den Gennaker auszupacken und der Crew den Wechsel von der Genua auf dieses große Segel zu erläutern und in Praxis umzusetzen. Vor lauter Erklärungen und dem Beantworten der Fragen verpatze ich fast das Manöver und wir setzen den Gennaker dann erst beim 2. Mal richtig.
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Die Segelmanöver unter Gennaker lassen die Zeit zu schnell vergehen und ehe wir uns versehen, rückt der 11:00 Uhr Brückenzug immer näher. An der Tonne Greifswald nehmen wir die Segel herunter und legen den Gashebel auf den Tisch. Ein schneller Abgleich mit dem Zielpunkt auf dem Plotter verrät uns, das wir nicht einmal mit 10 Knoten fahrt die Brücke in Wieck rechtzeitig erreichen. Also Gas weg und mit normaler Marschfahrt geht es in den Hafewn. Von hier will Anke zu Fuß zu Ihrem Auto laufen, um mit den Wagen an den Liegeplatz der Genesis in Wieck zurückzukommen. Eine Frau, ein Wort!
Um kurz vor 12 starten die Mädels nach Berlin und erreichen pünktlich den Flieger. Die in der Eile vergessene Segeljacke nimmt Klaus mit nach Berlin und wird sie bei nächster Gelegenheit zu Anke bringen. Wir verholen uns nach dem 13:00 Uhr Zug in den Heimathafen, machen Klar Schiff und fahren ebenfalls nach Hause.

Schnuppertörn im April mit Charterkunden 1

22. Dezember 2012

Nach dem Winterlager kommt Genesis erst Ende April wieder in ihr Element. Ich reise bereits am 26.04.2012 an und erledige die Restarbeiten am Schiff und die erforderlichen Einkäufe bis zum Eintreffen der Gäste am 27.04. am späten Nachmittag. Ein schneller Start nach der Einweisung; denn ein Teil der Crew kennt das Schiff aus der letzten Saison und ein Segellehrer aus NRW ergänzt unsere Mannschaft. Der Brückenzug um 18:00 Uhr wird gerade noch geschafft.
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Der Wind ist ideal für einen Gennakergang in Richtung Landtief. Bei Einbruch der Dunkelheit bergen wir den Gennaker und laufen mit Radarunterstützung im Hafen von Ruden ein.

Am nächsten Tag geht es über das Flach zwischen Ruden und dem Greifwalder Oie nach Norden. Vorbei an Saßnitz und dem Köllicker Ort sehen wir die Abbrüche an den Kreidefelsen des letzten Winters.
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Auf den Anleger bei NO 5 in Lohme verzichten wir. Absoluter Legerwall mit 2-3 m Welle vor der Hafeneinfahrt. Ich verschwinde in der Kombüse und koche eine warme Mahlzeit für den langen Schlag nach Hiddensee.
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Der 29. April beschert uns NO mit 6-7 und wir beschließen einen Landtag auf Hiddensee einzulegen und den Wind abzuwettern. In der engen Rinne nach Stralsund gehe ich bei 6-7 nicht raus. Die Crew kennt Hiddensee nur vom Hörensagen und so tauschen wir die Segelschuhe gegen Wanderstiefel.
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Vom Fischer gibt es frischen Zander und wir schmausen im Salon. Heute am Montag, 30.04.2012, geht es unter Motor in Richtung Stralsund. Johannes möchte ins Ozeaneum und evtl. noch ins Meeresmuseum und ich gebe eine Einkaufsliste den Männern mit. Den Brückenzug um 12:20 Uhr nehme ich Solo und lege mich wie verabredet an die Mole der Werft hinter der Brücke. Ich traue meinen Augen nicht als eine Varianta 44 neben mir ins Päckchen will und mein alter Schulfreund Rolf, genannt Hase, am Steuer seiner Neuerwerbung steht. Er ist auf dem Überführungstörn nach Flensburg und ich überreiche ihn mehrere Tampen und meine Glückwünsche zur Bootswahl. Das Boot ist ja fast “nackt” und so hat er wenigstens ein paar Schnürlis von mir.
Kaum haben wir unsere Erinnerungen ausgetauscht, kommt meine Crew vom Einkauf zurück. Wir legen ab und segeln den Strelasund in Richtung Stahlbrode. Die Jungs wollen unbedingt ankern und so fahren wir in den Puddeminer See ein und lassen das Eisen fallen.
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Am 01. Mai frischt der Wind morgens auf NO 6-7 auf. Ich binde das 2. Reff bereits am Ankerplatz ein und mit einem langen Am Wind Schlag pflügen wir durch den Strelasund in Richtung Tonne Koos.
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Mit dem 13.00 Uhr Brückenzug geht dieser sportliche Segeltag dem Ende entgegen. Meine Crew packt ein und fühlt sich für den sommerlichen Chartertörn jetzt sicherer im Umgang mit dem Schiff bei mehr als 5 Beaufort Wind.
Ich selbst bleibe alleine an Bord zurück, nehme am 02. Mai einen beruflichen Termin in Berlin wahr und bin abends wieder auf der Genesis. In Berlin müsste ich wohnen, dann wäre ich in weniger als 3 Std. mit der Bahn oder dem Auto an Bord. In den nächsten 2 Tagen heißt es Klar Schiff, abgenutzte Hölzer an Bord lackieren, das Teakdeck schrubben und die nie endende Liste der Aufgaben abarbeiten. Am Freitagnachmitag kommt die nächste Crew, die ein Schnupperwochenende erleben möchte, um das Schiff für den gebuchten Chartertörn kennen zu lernen.

Wintereindrücke von Rügen aus 2012

21. Dezember 2012

Eine liebe Freundin von uns hat diesen Winter auf Rügen verbracht und an Ihrem neuen Buch gearbeitet. In den schöpferischen Pausen hat Sie viele Impressionen im Bild festgehalten. Eine kleine Auswahl ….
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Das Molenfeuer von Saßnitz

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Absegeln im Herbst 2011

11. Januar 2012

Text folgt

Pfingsttörn nach Bornholm mit Folgen

10. Januar 2012


Durch das Vorluk noch fotographiert
Beim Bergen des Gennakers abgestürzt
Und in der offenen Luke beim Bergen abgestürzt
Der Gennaker lag über dem offenen Vorluk und ich Dusel trete darauf und stürze ab.
Die getapten Rippen
Die getappten Rippen geben mir Stütze. Nur das Lachen und Husten möchte ich mir abgewöhnen.

Segelbericht von Didi; ich habe mir das Schreiben verkniffen:

Sa, 11.6.
Sonnenschein in Wieck-Ladebow
Von Genesis V war das Großsegel kaputt ? beim vorherigen Chartergast ging es in die ?Dutten?, auch Verschleiß von der Sonne war die Ursache: so Herr Wunderlich. Peter wußte das und nahm sein Ersatzsegel aus Limmersdorf mit, was er dann mit Herrn Möller (Mike) nachmittags aufzog. Ich erledigte die Einkäufe im Aldi u. Marktkauf ? endlich gegen 19:45 Uhr gab es bei ?Gurke? den ersehnten Fisch: Lachsbrötchen und Bier. Ziemlich müde ging es um 22:30 Uhr in die Koje.

So, 12.6. ? Pfingstsonntag
Nachdem Herr Möller von Herrn Wunderlich in den Masttop gezogen wurde, um etwas zu reparieren, nahmen wir die 11 Uhr Brücke ? leider konnten wir keinen Fisch kaufen ? Feiertags zu im Fischerei-Genossenschafts-Laden.
In 4 Stunden segelten wir nach Ruden, kamen dabei in Schlechtwetter: starke Regenschauer..
Als wir in Ruden festmachten, schien die Sonne und es wurde wieder sehr warm! Der Hafen war voll (10 Boote) ? später kam noch die ?Harmonie? mit der badischen Crew aus Hoffenheim mit Lehrer Franz als Skipper.

Mo, 13.6. ? Pfingstmontag
Um 6 Uhr früh abgelegt mit Kurs auf Bornholm. Sonnenschein pur und bei SO-Wind legten wir nach 9 Stunden und 68,8 sm in Ronne an. Doch auf dem Weg dorthin, passierte Peter ein ?grande malheur?:
Ungefähr nach der Hälfte der gesegelten Strecke ? wir hatten den Adlergrund bereits überquert ? trat Peter beim Bergen des Gennakers (Genesis lief 7-9 Knoten mit dem Ding) ins Vorschiffluk (offenes Fenster) und zog sich links Prellungen an Brust und Rippen zu. Gott sei Dank ? keine Rippen gebrochen (Peter?s Selbstanalyse)! Mein Skipper darf nicht ausfallen. Er segelte unter Schmerzen bis nach Ronne. Die Bewohner unseres Nachbarschiffes (eine schöne alte HORNBY von 1978), Vater (82) und Schwiegersohn (ca. 40) gaben Peter gleich 4 Voltarentabletten gegen die Schmerzen.
Peter nahm gleich 2 Stück und sank dann erschöpft in die Koje.
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Di, 14.6.
Peter ging es heute morgen schon viel besser, die geplante Fahrt ins Krankenhaus von Ronne fiel aus bzw. Peter wollte dort wohl nicht wirklich hin.
Daher schlenderten wir durch die Stadt, infomierten uns im ?Velcom-Center? und genossen die Sonne.

Mi, 15.6.
Für 150 dkr Tages-Busfahrkarte pro Person erkundeten wir mit dem Bus die Insel.
Mit Linie 6 ging es um 8.05 Uhr von Rönne über Lobb?k an die Ostküste nach Snogeb?k. Hier sammelte Peter den Eier-Uhr-feinen Strandsand ein.
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Die See war dort sehr ruhig und das Ufer mit seinen flachen Steinen sah schon sehr schwedisch aus. Von dort ging es weiter nach Nexö, einer nicht so hübschen Stadt, die im Krieg stark zerstört wurde ? auch der Hafen war nicht so schön, direkt an der Straße.
In Svaneke, einer sehr schönen, hügeligen Stadt mit vielen bunten Häusern und Touristen, aßen wir – frisch aus dem Rauch kommend ? warmen Hering (= der Bornholmer) direkt am Hafen.
Auf dem Rückweg zur Haltestelle schauten wir bei einer Bonbon-Macherei, der Svaneke Blomster, rein. Es wurde demonstriert, wie die Bonbons auf traditionelle Weise hergestellt werden. Wir durften noch warme schwarz-rot-gestreifte, nach Lakritz schmeckende Blomster probieren.
In Gundhjem ? auch ein sehr schöner Ort ? umgeben von Felsen ? schlenderte wir am Hafen entlang und sahen dem Ausflugsschiff, dass von den Erbseninseln: Christiansö zurückkam, beim Anlegen zu.
In Allinge war der kleine Hafen ziemlich voll mit Booten und wohl wegen des warmen Wetters und der Sonne, gab es auch hier wieder viele Touristen.
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Von dort nahmen wir den Bus nach Hammerhus, der direkt vor der alten Burgruine dort hielt. Von dort oben hatten wir einen tollen Blick auf den kleinen Hafen von Hammerhavn und die Steilküste.
Nach 2-stündigem Aufenthalt ging Buslinie 8 zurück die Westküste entlang über Vang und Hasle nach Ronne. Ein langer Tag mit vielen Bornholmer Eindrücken ging um 18.00 Uhr zu Ende.

Do, 16.6.
Absegeln um 8 Uhr von Ronne bei totaler Flaute und Sonnenschein.
Der Wind nahm auf halber Strecke zu, dann blies es 5 ? 6 Windstärken.
Um 16:30 Uhr lagen wir im Hafen von Sassnitz fest.
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Starker Regen und Böen um 7 machten richtig Angst. Wir vertauten das Boot mehrfach. Trozdem zog eine starke Dünung das Boot hin und her und sorgte für unruhigen Schwall ? ebenso unruhig war unsere Nacht.

Fr, 17.6.
Fast Windstille heute morgen ? Landgang: mit dem Taxi fuhren wir ins Krankenhaus von Bergen ? Peter ließ sich röntgen, die 10. Rippe links war doch gebrochen !!! Da hat dieser Mann mit mir trotz gebrochener Rippe diesen langen Landtag auf Bornholm durchgehalten und auch noch seinen Rucksack geschultert ? alle Achtung.
Peter bekam Schmerztabletten und die Seite wurde getapped. Wir fuhren mit dem Bus zurück, unternahmen noch einen Spaziergang durch die Altstadt von Sassnitz entlang der Uferpromenade und kauften Zanderfilet am Hafen.
Das tolle Abendessen, der Fisch gebraten auf Kartoffelscheiben und Ratatouille entschädigte uns für diesen Sch…. hafen.

Sa., 18.6.
Wir legten um 10 Uhr ab bei Amwindkurs der Stärke 5 in Richtung Seedorf ? fand ich nicht so gut! Ab Seebad Sellin ließ der Wind nach, die Sonne kam raus und kurz vor Seedorf gab es Flaute und etwas Regen.
Gegen 16:45 Uhr lagen wir in Seedorf fest. Schnell baute Peter noch die Kuchenbude auf, dann fing der Regen an. Doch in diesem Hafen lagen wir wie in ?Abrahams Schoß?.
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Abends gab es Dorsch aus Sassnitz auf Tomaten und Sahne gedünstet im Ofen…..lecker.

So., 19.6.
Von Uwe am Forellensteg liehen wir uns Fahrräder und radelten nach Sellin und Baabe… schon wieder mehr Ferienwohnungen ? auch im beschaulichen Baabe: viele Restaurants und Geschäfte.
In Sellin wimmelte es vor Touristen, in der Hochsaison muß es ganz besonders schlimm sein. Laut Uwe hätten die Lebensmittelgeschäfte morgen schon keine Milch mehr und der Verkehr staue sich oft.

Mo., 20.6.
Morgens von Seedorf mit dem Fahrrad nach Baabe in den Lidl, einkaufen ? starker Gegenwind. Unsere Einkäufe in den Rucksäcken verstaut. Peter hatte Schmerzen.
Beim Griechen in Baabe zu Mittag gegessen. Der Spanier (soll gute Tapas haben) gegenüber am Anfang der Straße, hielt von 12 ? 17 Uhr Siesta (hat es wohl nicht mehr nötig, dann zu arbeiten)
Zurück über Altensien nach Moritzburg zurück.
Nachmittags relaxen an Bord, abends noch einen kurzen Spaziergang bis ans Fjordende unternommen ? um 21.30 Uhr war es immer noch hell.

Di., 21.6.
Abfahrt bei strahlendem Sonnenschein so gegen 11 Uhr in Richtung Gager. Hier machten wir gegen 14:30 Uhr den Bug an zwei Bojen und das Heck am Steg fest.
Die Sonne brannte, es gab griechischen Salat im Cockpit unterm Sonnenschirm.
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Ich sicherte eine Festmacherleine: schwamm zur Boje, beim Manöver war sie nicht korrekt am Schiff befestigt worden ? wer war das bloß?
Das Wasser im Hafen war sehr sauber und ca. 18 ° C warm.
Abends nach unserem kleinen Spaziergang durch Gager (seit 2006 war es viel größer geworden mit weiteren Ferienhäusern) aßen wir in der ?Räucherei? die Lachs-Variationen.

Mi., 22.6.
Wanderung rund um Groß-Zicker, ca. 7,8 km entlang der Küste mit traumhaften Ausblicken auf den Bodden. Wir liefen durch dichten Wand und über große Wiesen mit verschiedenen Grasarten, Schafe weideten, über uns große Wolken.
Abends Schollen gegessen, die wir morgens fangfrisch vom Fischer in Gager für 0,70 ? das Stück gekauft hatten.
Wir gönnten uns noch eine Abkühlung im Hafenbecken und entspannten beim Lesen an Bord.
Abends zog es sich zu und es regnete und stürmte. Unser Nachbar mit seinem Holzboot, ca. 7 m groß, vertaute sich doppelt an den Bojen und auch auf einem Motorboot hörten wir nachts die Leute sprechen und ihr Boot sichern.
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Email vom Charterkunden aus der 26. KW

9. Januar 2012

Lieber Peter,

wir sind nach einer Woche an Bord Deines schönen Bootes heil nach Greifswald
zurückgekehrt. Besucht haben wir Lauterbach, Gager, Lohme, Saßnitz (wegen
Starkwindes) und Kröslin. Uns hat nichts gefehlt und an Bord ist alles heil
geblieben. Das Wetter bot von Nieselregen über strahlendes Blau und Flaute
bis Starkwind mit Gewitter alles, was man erwarten kann. In Lohme wird sehr
stark am Sichern des Hanges gearbeitet; Saßnitz hat uns als Stadt gut
gefallen. Die Hafenbetriebsleistungen waren dort, wie Du angekündigt
hattest, dürftig. Lauterbach und insbesondere Gager waren wunderschön.
Kröslin hat zwar eine große Marina, sonst aber nichts besonders Sehenswertes
und den Nachteil einer langen Revierfahrt.

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Wenn Du magst, sende ich Dir noch ein, zwei Bilder von dieser Fahrt für
Deine HP und wir empfehlen das Boot und den Service von Herrn Wunderlich
auch sehr gerne weiter. Für Deine kommenden Törns wünschen wir Dir
Seemannsglück und allzeit gute Fahrt!

Bis irgendwann-

Mareile und Marco

Allein an Bord und Besuch aus Bayern

8. Januar 2012

Die Crew aus Westfalen hat mich am 17.05.11 nach dem Frühstück verlassen und ich habe zwei Tage genesis für mich alleine. Mit dem Rennrad unternehme ich einen Ausflug nach Ludmin Badeort und am nächsten Tag nach Anklam. Abends gibt es den mitgebrachten Fisch und das neue Schloß von Hans wird ausprobiert und eingebaut. Jetzt kann ich genesis von Innen und Außen versperren.

Der neue Verschluß

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Früh am Donnerstagmorgen kommen Stephan und sein Bruder Michael an Bord. Wir schaffen noch die 10:00 Uhr Brücke; kaufen Fischbrötchen für unterwegs und Zanderfilets für heute Abend. Bei wenig Wind geht es in Richtung Landtief.

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Selbst mit Gennaker haben wir keine Chance heute noch Saßnitz zu erreichen.

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Also Motor an und ablaufen nach Peenemünde; Michael und Stephan wollen ins Museum und anschließend motorsegeln wir nach Lubmin. In diesem Hafen habe ich noch nie gelegen; ist auch gut so. Das Umfeld ist nicht ansprechend (Kernkraftwerk, viel Wald mit Zecken… und ein 45 Minuten Gang bis in den nächsten Ort). Der Toilettencontainer sieht und riecht nicht einladend aus und so verlassen wir trotz Brötchenservice diesen unwirklichen Ort am Freitagmorgen.
Mit wenig Wind aus östlichen Richtungen schieben wir wieder unter Gennaker über den Bodden in den Strelasund. Ab der Fähre in Strahlbrode nehmen wir den Gennaker weg und setzen die Genua 3. um am Samstag und heute nicht von der Brücke über den Strelasund abhängig zu sein, legen wir im Dänholm an. Starlsund wird per pedes erlaufen und nach dem Fischessen von gestern gibt es heute Abend ein Schweinefilet mit Kartoffel-Sellerieauflauf.
Für heute, 21.05.2011, ist der Rückweg geplant. Segel hoch und den Strelasund herunter in den Bodden.

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Passender Wind aus O-SO, der im Laufe des nachmittags auf NO weht, bringt uns im Uhrzeigersinn um Vilm zum Stubber und über Ariadne und Tonne Greifswald wieder in die Dänische Wieck.

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Mit der 18:00 Uhr Brücke nehmen wir Kurs auf Greifswald und legen an der Tankstelle der Hansewerft an. Als letzter gekommen, dürfen wir die Nacht hier liegen bleiben. Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in die “Alte Schreinerei” zum Essen. Bei den Getränkepreisen ziehen wir es dann doch vor an Bord den Absacker zu nehmen. Sonntag geht es unter Motor in den Heimathafen nach Wieck-Ladebow und wir räumen gemeinsam das Schiff leer und bereiten es auf die jetzt kommenden Chartergäste vor.
Und dann wieder der lange Rückweg, fahrn, fahrn auf der Autobahn….

Rund Rügen mit Genesis Fan´s

7. Januar 2012

Start am 13.05.2011. Wir, Lena, Thomas, Wolfgang und ich, sind bereits gestern in den späten Abenstunden aus Westfalen bzw. Bayern angereist. Das Einkaufen hat unterwegs geklappt, so das zu unserem Auslaufen mit der 09.00 Uhr Brücke keine Zeitverzögerung eintreten kann. Nach der Brücke kommen die obligatorischen Fischbrötchen von der Genossenschaft an Bord und auch die Zanderfilets für das abendliche Dinner landen in der Kühlung.

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Vor dem erneutem Ablegen binden wir 2 Reffs ins Groß. Es sind 5-6 in Boen 7 aus NW angesagt. Ab Stahlbrode sind wir das ständige Aufkreuzen leid

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und nehmen nach und nach die Segel herunter und motoren zur Brücke Stralsund. Eine gute Gelegenheit unseren Imbiss einzunehmen und am Wartedalben vor der Brücke festzumachen.
Auf Stralsund Traffic meldet sich ein Kümo mit Extra-Brückenzug um 15.20 Uhr an. Also nichts wie hinterher und mit dem Dicken durch die Brücke.

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Angelegt wird im Stadthafen von Stralsund am ersten Steg vor dem T.-Haus. Zweimal werden wir hier verscheucht, weil trotz grünem Schild noch zurückkommende Charterboote erwartet werden. Warum nicht eine weitere Übung beim An- und Ablegen absolvieren. Das hat bisher jeder Crew Erfahrung eingebracht.

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P. S. Die Charterboote kamen natürlich bis zum Ablegen am nächsten Tag nicht zurück….
Nach einem Stadtrundgang haben wir die Backschaft verteilt: Lena schnippelt, Peter kocht, Thomas und Wolfgang machen anschließend alles sauber. Und weil es so gut klappt, halten wir uns die ganzen Tage an diesen Ablauf.
Samstags will keiner früh aus den Federn und wir verschieben die Abfahrt auch wegen Schwachwind auf 9.30 Uhr. Mit dem schlappen S-SW um 2 schaffen wir heute nicht den geplanten Schlag nach Mön. Vor der Abfahrt wechseln wir noch von Genua 3 auf Genua 2 und sind für den erwarteten Wind vorbereitet. Wir legen Hiddensee als Ziel an und für die Wanderbeine schlage ich Klosters vor. Lena und Wolfgang kennen den Leuchtturm auf dem Dornbusch nur aus dem Fernsehen. Nach 3,5 Stunden ruhigen Segelns legen wir an der Mole in Klosters an.

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Jetzt nach 13.00 Uhr ist sightseeing angesagt. Unsere Wanderer sind schon unterwegs, Thomas macht seine Runde durch´s Dorf und ich habe etwas zum Reparieren und Lesen gefunden, nachdem die Kuchenbude steht.

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Grillen fällt heute Abend aus und so gibt es ein Schweinefilets aus dem Rohr mit Selleriewürfel als Bratkkartoffelersatz. Die Crew überreicht mir zum Dessert das ” Große Genesis Buch” chapter & verse, zur Geschichte der Gruppe, die seit über 40 Jahren Musikgeschichte schreiben.
Für Morgen, Sonntag, ist NW 4-5, später über W auf SW drehend und zunehmend auf 6 angesagt. Ich will auf keinen Fall im Schrotthafen Saßnitz anlegen; sondern entweder Lohme wegen des spektakulären Sonnenunterganges oder auf Ruden wegen der Abgeschiedenheit ansteuern.
Wir entscheiden uns für Ruden; denn von Sonnenschein hat kein Wetterbericht gesprochen. Also 06.00 Uhr Aufstehen, beim Ablegen unser Päckchen mit dem Nachbarlieger auflösen und hinaus in die Fahrrinne. Unterwegs nutzen wir den Windschutz in Lee von Hiddensee, um unser Frühstück unterwegs einzunehmen.
Zum Ende des Tonnenstrichs vor Vankewitz ist alles seefest verstaut, die Westen angelegt, die Lifebelts eingepickt und mit 2 Reffs und Genua 2 geht es auf Halb- bis Raumschotkurs durch die unregelmäßig laufenden Wellen in Richtung Kap Arkona.

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Gegen 12.00 Uhr, nach ca. 31 sm haben wir nicht nur Kap Arkona passiert, auch den Stubbenkammer haben wir an Steuerbord liegen lassen. Wie vorausgesagt dreht der Wind langsam westlicher und wir können auf Halbwind die Durchfahrt zwischen Greifswalder Oie und Ruden anlegen. Gewitterboen mit 7 rauschen über uns hinweg und bringen ein paar Regentropfen. Als hätten wir den Winddreher bestellt, raumt der Wind auf SW nach dem Druchzug der Front und wir bergen erst vor der Hafeneinfahrt von Ruden die Segel. In 9 Stunden sind wir 56,2 sm gesegelt, d. h. mit An- und Ablegen, Beidrehen zum Essen, haben wir einen 6,24 er Schnitt geschafft.
Kaum liegen wir an der Innenseeite der Pier fest, reißt der Himmel auf. Das absolute Rückseitenwetter mit karibischer Atmosphäre; denn wenn wir über den Ministrand schauen, der auf der Außenseite der Pier flachgefallen ist, bilden wir uns kurzfristig ein, auf Antigua zu stehen und versammeln uns hier zur Fotosession.

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Die “Greif” läuft ebenfalls hier ein und bevor das einzige (Plumps-) Klo auf der Insel von den Greif Gästen auf Stunden belegt wird, nehmen wir unsere Chance wahr.

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Am 16.05. geht es um 09.00 Uhr unter Maschine nach Peenemünde in den neuen Segelhafen. Lena und Wolfgang füllen ihr Wissen über die V-2 u. a. Entwicklungen aus Peenemünde im Museum auf. Thomas und ich nutzen die neuen Wasch- und Duschräume für unsere Hygiene und nach dem Mittagsimbiss geht es über den Knackrücken zurück in den Bodden. Wir entscheiden uns in Richtung Heimathafen zu segeln, um für die geplante Heimfahrt der Westfalen am 17.05. nicht zu spät einzulaufen. Bei immer noch 5-6 aus SW kommen wir mit drei Kreuzschlägen bis zur Tonne Koos und peilen ab hier das Fahrwasser der Dänischen Wiek an.

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In 3,5 Stunden versegelten wir die 26,8 SM ohne die Zeiten für An- und Ablegen einzurechnen in einem 7,65 er Schnitt.
Vor dem Hafenamt in Wiek verbringen wir an der Mole die Nacht. Meine Crew lädt mich heute zum Essen in die Fischerhütte ein und auf dem Weg zurück zum Schiff kommen wir um den Abstecher zum Reusenhaus nicht herum.
Mit der 09.00 Uhr Brücke gehen wir am Dienstag an die Tankstelle im Heimathafen. Der letzte Rest Diesel aus der Tanke fließt in Genesis Bauch, und weil es keinen weiteren Diesel für andere Schiffe gibt, bleibe ich gleich hier liegen. Das ist praktisch zum Be- und Entladen.
Mit einem bis zum nächsten Mal verabschieden sich die drei Westfalen und ich bleibe allein an Bord zurück.

Schauerboen und Skippertraining

6. Januar 2012

Freitag, 30.04.2011, Familie B. kommt aus Westfalen angereist; Matthias und Elisabeth mit den beiden Söhnen. nach dem Einräumen und der ersten Einweisung in die Sicherheitsausrüstung, es weht mit 5-6 auf dem Bodden und die Boen gehen an die 7 Beaufort wird genesis zum Auslaufen vorbereitet. Ich zeige der Vordecksfrau Elisabeth eine umgelenkte Vorleine zum Nachbarschiff für das sichere achteraus Manöver.
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Bei 5-6 von der Seite kommt selbst das Bugstrahlruder an seine Grenzen.
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Didi bleibt an Land und schießt einige Fotos von uns.
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Bei dem angesagten Wind, 2 Reffs im Groß und einer von der langen Autofahrt mitgenommenen Crew, bleiben wir nur 3 Stunden draußen.
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Die am Wind gesegelte Strecke von über 2 Std. fahren wir in einem Drittel der Zeit wieder zurück und haben mit dem Segelbergen einen ersten Vorgeschmack für 6 -7 Beaufort erhalten.
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Didi steht am Uitkieck und fotografiert uns an der Einfahrt in den Ryck.
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Nach einem ausgiebigen Dinner an Bord geht es nacheinander in die Kojen. Für Morgen ist wieder viel Wind angesagt und wir wollen die frühen Stunden nutzen, um vormittags bis Lauterbach zu kommen.
Aber wie sooft lautet am nächsten Tag die Devise von DP07 unserem Wetterbericht: NO 5-6, einzelne Schauerboen 7.
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Wir holen erst einmal mit der Dieselgenua viel Höhe nach NO in der Fahrrinne und ab den Pontons geht es dann mit 2 Reffs und ausgerollter Genua und einem Schrick in den Schoten auf Rauschefahrt in Richtung Tonne Lauterbach. Leider müssen wir immer noch die Zwangswege einhalten. Die Heringsnetze reichen bis zur Wasseroberfläche und sind bei dem Wellengang schwer auszumachen. An der Tonne Lauterbach geben wir den jüngsten der Crew die Chance mit einem ruhigen und schnellen Raumschotkurs wieder in den Heimathafen zu kommen. Im Schnitt sind wir 7,5 Kn mit Spitzenwerten zwischen 9,5 und 10,5 gesegelt. Im ruhigen Hafenschlauch hat Matthias mehrere Anleger geübt und ich habe Elisabeth den Trick mit der Festmacherleine nur auf der Mittelklampe erläutert, um mit kleiner Crew das Schiff sicher fürs Erste fest zu machen.
Den Abend haben wir an Bord mit vielen Fragen, Antworten und Chartergeschichten ausklingen lassen.
Am Sonntagvormittag nutzen wir den windstilleren Teil im Ryck zum Segeln. Mehrmaliges Auf- und Absegeln, verschiedene Segelstellungen, Ein- und Ausreffen und Muskeltraining für Matthias beim Heißen des Groß. Bis zum ersten Reff hat er es heute geschafft, das Groß ohne Winschunterstützung ins Topp zu ziehen. Noch ein paar Kraftübungen bis zum Sommertörn und er wird es dann bis zum Anschlag durchsetzen können.
Nach dem Aufklaren heißt es Abschied nehmen. so wenig Gepäck habe ich schon lange nicht gen Heimat transportiert. Bis der erste Charterer kommt, können unsere privaten Plünnen an Bord bleiben.

Osterfeiertage mit Hochdruckwetter und Heringen

5. Januar 2012

Von Karfreitag, 22.04. bis zum 01. Mai hatten wir 10, in Worten zehn Tage, Sonnenschein und Wind aus NO-O zwischen 4 und 7 Beaufort……..
Auf der Hinfahrt kauften wir 2 KG Spargel auf dem Gut von Buschmann & Winkelmann in Klaistow ein und hielten die Stangen in der Kühlbox bis zur Ankunft frisch.
Den Freitag nutzten wir zum Laden der mitgebrachten Ostereier, unserer Angeln und zum Abschlagen der Genua 2 und Anschlagen der Selbstwendefock bzw. Genua 3. Meine Schwester Marianne und Schwager Hans kamen “stauverwöhnt” im Osterverkehr sehr spät am Liegeplatz an. Kaum zu glauben, aber wir konnten den Kaffee im Cockpit in Sommersachen genießen. Zum Abend gab es natürlich Spargel satt mit verschiedenen Beilagen und Saucenkombinationen.
Samstag früh war Einkaufen angesagt und das Einholen der Angelerlaubnis. Meine Jahreskarte kostete ? 20,– Hans Wochenkarte ? 10,– ???!
Nach dem Bunkern, Brückenzug, Halt beim Fischer für 4 Fischbrötchen ging es mit 2 Reffs und der Fock auf den Bodden. Nach einer lang gefühlten Stunde mit 5-6, Boen um 7 aus NO hatten wir die Tonne Greifswald erkämpft und konnten endlich auf einen angenehmen Halb- bis Raumwindkurs zum Strelasund abfallen. Bei den ausgelegten Heringsnetzen hatte ich keine Traute, die Zwangswege zu verlassen. Unterwegs sahen wir aus der Entfernung ein Charterboot in den Netzen hängen….
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Nördlich der Strommasten im Strelasund gingen wir zum Angeln vor Anker. Nachdem wir 12 Heringe im Eimer hatten, mehr schaffen wir zu viert nicht zu verspeisen, ging es Ankerauf weiter in Richtung Stralsund. Vor der Halbinsel Drigge, gegenüber den Dänholm legten wir uns für die Nacht vor Anker auf 4m Wassertiefe vor der kleinen “Steilküste” in Lee. Hans säuberte auf der Badeplattform die Fische und ich glaubte bei der Sommerhitze schon baden gehen zu können…..; es reichte mir allerdings schon, als mich oberhalb der Knie das kalte Wasser erschaudern ließ. Dann muß das Anbaden halt noch ein paar Tage warten.
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Die Heringe und den Rogen verzehrten wir mit gewürfelten Bratkartoffeln und das kleine Fäßchen Bier aus Franken mundete uns vorzüglich. Fisch soll bekanntlich schwimmen.
Der Anker hielt und wir hatten einen herrlichen Sundowner und eine ruhige Nacht an der Kette.
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Am Sonntagmorgen geht es Anker auf zur 8.20 Uhr Brücke in den Stadthafen von Stralsund zum T.-Gang und anschließend über Barhöft in die Barther Rinne nach Zingst. Wir fuhren nur unter Genua 3 die gut 24 sm in gut 4 Std. durch die betonnten Gewässer.
In Zingst lagen nur 4 Boote am Bootswanderplatz; kein Hafengeld, keine Duschen, aber das T.-Haus war offen.
Weiter als bis Zingst komme wir mit unseren Tiefgang nicht und so haben wir den nächsten Tag, Ostermontag uns Räder gemietet und sind den Zingst und den Darß abgeradelt.
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Darßer Ort bot nautisch einen traurigen Eindruck. An der roten Fahrwasserseite noch 1,50 m und am grüner Rand versandet bzw. 0 cm Tiefe. Selbst die Seenotretter hat es aus den Hafen getrieben und mehrere Fischerboote lagen gefangen im Hafenbecken. Von Baggern oder Fahrrinnenaushub war nichts zu erkennen. Außer mit dem Dingi wird keiner in den Hafen kommen. …ist das so gewollt…?
Aber 300m Luftlinie weiter können die Camper im Naturschutzgebiet ihre Wagenburgen bauen, Zelte und Caravans bis in die Dünen stellen und zur Hochsaison sicherlich mit weit über 1000 Menschen das Naturschutzgebiet bewohnen und betreten.
Nach soviel Radfahren und das Unverstandene vom Darßer Ort gibt es heute Abend Roastbeef und Vino zur Entschädigung.
Am Dienstag, 26.04. geht es Retour nach Stralsund und nach der Brücke in den Hafen von Dänholm.
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So früh in der Saison können wir an der Wassertankstelle liegen und zahlen nur den Winterpreis.
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Am nächsten Tag lassen wir uns viel Zeit für den Weg über den Strelasund. In Stahlbrode legen wir kurz im alten Fährhafen an (Neues Bojenfeld und Schwimmstege hat der Hafenmeister hier ausgebracht) und kaufen Zanderfilets beim Fischer. Die gibt es heute Abend an der Pier in Wieck aus der Pfanne.
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heute, 28.04., ist der letzte Tag von Marianne und Hans an Bord. Wir schlagen die Selbstwendefock (Genua 3) wieder ab und setzen die Genua 2 für den nächsten Törn. Hans nimmt noch Maß für den neuen Verschluß zum Schiebeluk, dass dann von innen wie von außen zukünftig zu schließen ist. Den Abend verbringen wir beim neu eröffneten Italiener in Wieck und gehen zum Absacker bei Gurke noch kurz vor Anker. Welch schöne Osterfeiertage mit Hochdruck-Sonnenwetter und nur NO bis O Winde um 4-5. kein Vergleich zu Ostern 2010. dscn2697
Morgen kommt Familie B. an Bord. Sie wollen vor der 3-Wochen Charter im Sommer eine Einführung in Schiff und Bedienung.

Schnuppertörn mit Chartergästen

4. Januar 2012

Am 15.04.2011 war es soweit. Fünf CharterskipperINNEN waren der Einladung gefolgt Genesis und den Bodden kennen zu lernen. Das Frühlingswetter spielte mit Sonnenschein und einem stabilen Hoch mit. Der NO mit 4-5 war allerdings noch recht kühl. Bis zum Abendbrot an Bord haben wir die Trimmeinrichtungen, die elektrische Anlage mit Energielieferanten und Verbrauchern angesehen.
Am Samstag ging es dann mit der 9.00 Uhr Brücke auf den Bodden. Jetzt waren wir komplett. Einige der Mitsegler, die erst heute an Bord kamen, haben sich schnell eingewöhnt.
Mit Am Wind zur Tonne Greifswald und von hier mit Gennaker in Richtung Landtief. Unterwegs schlief der Wind vollends ein und wir haben die windstille Zeit für das Umrüsten des Gennakers genutzt und die Genua 2 mit Hilfe der Spibäume ausgebaumt. Bei absoluter Windstille wurden die beiden Anker nacheinander ausgefahren und ich habe meine Ankererfahrungen an die Crew weitergegeben.
Natürlich meldete sich der Appetit und es gab eine Tomaten-Erdnuß-Suppe mit Bananeneinlage.
Kaum war klar Schiff angesagt setzte die Nachmittagsbrise ein und wir blieben wegen der vielen Heringsnetzen in den Zwangswegen und segelten in Richtung Vilm. An der Tonne Lauterbach wehte es mittlerweile mit 5 Beaufort und wir entschieden einen schnellen Ritt unter Vollzeug zurück nach Wieck zur 17.00 Uhr Brücke einzuschlagen. Mit maximaler Rumpfgeschwindigkeit in der Spitze mit 9,5 Kn unter Groß und Genua 2 liefen wir wieder in die Dänische Wieck ein. Vor der Brücke gab uns die Wartezeit Gelegenheit mehrere Anlegemanöver zu vollziehen und ich habe ein paar Tricks aus meiner Schatzkiste verraten, wie ein Anlegen alleine oder nur zu zweit möglich ist.
Nach dem Brückenzug wiederholte sich das An- und Ablegen an der Tankstellenpier und am Anleger für die “Stubnitz” und das Einfahren in die Box.
Am Abend hatte mich die Crew zum Essen in die Fischerhütte eingeladen und anschließend ließen wir den Tag bei “Gurke” im Reusenhuis ausklingen.
Für den Sonntag hatten sich drei Mitsegler verabschiedet und mit den verbleibenden zwei Skippern ging es nochmals auf den Bodden und nach 4 Stunden wieder zurück in den Heimathafen.
Nach dem Ausschecken und klar Schiff stand für mich die einsame 5,5 stündige Autofahrt an, die ohne Stau und Behinderungen eine zügige Heimfahrt ergab.

Es hat mir und den Skippern viel Spaß gemacht und jeder hat mir zu der tollen Idee gratuliert dieses Schnupperwochenende vor der eigentlichen Charter anzubieten.

Die Crew mit mir in der Mitte

Die Crew mit mir in der Mitte


Der 5. Skipper hat sich versteckt

Der 5. Skipper hat sich versteckt


Alle Skipper im Bilde?

Alle Skipper im Bilde?

Einladung zum Schnuppertörn mit Chartergästen

3. Januar 2012

Wie bereits in den vergangenen Jahren biete ich meinen Charterskippern einen Schnuppertörn im Frühling an. Diesmal geht es vom 15.04. – 17.04.2011 an Bord und die Skipper sollen das Schiff, die umfangreiche Ausrüstung, die Bedienung und das Einsetzen der verschiedenen Vorsegel kennenlernen. Für das Übungs-Wochenende haben sich jetzt 5 “Skipper” angemeldet. Ich bin gespannt, wer kommenden Freitag anklopft.

April, April….

2. Januar 2012

Bombenwetter und das am 1. April in Greifswald. Das Eis ist getaut, Genesis liegt wieder in ihrem Element und ich bin zum Frühjahrsputz an Bord. Erstaunlich wieviel Schmutz und Staub sich im Winterlager trotz Hallenplatz ansammelt. Die Feuchtigkeit im Schiff liegt unter 20%. Die 4 aufgestellten Entfeuchter haben mit ihrer Arbeit alles Wasser eingesammelt.
Nach dem Säubern des Schiffes und das Auf- und Einräumen der mitgebrachten Plünnen und der Zuhause eingelagerten Polster, Kissen usw. geht der Tag schnell zu Ende.
Die Abnahme der Arbeiten des Bootsbauers sind für morgen früh geplant.
Jetzt noch ein frisches Zanderfilet in die Pfanne und ein cooles Bier….- der Kühlschrank hat ein neues Aggregat spendiert bekommen und das Bier ist doch tatsächlich im oberen Fach eingefroren…. Na denn, Bier am Stiel!
Prost

Genesis im Winterlager

1. Januar 2012

In 3 Tagen ist Weihnachten,
Schnee, Schnee, Schnee und Chaos auf den Straßen in den ländlichen Gebieten hier bei uns in Oberfranken.
Bäume knicken um und fallen auf Straßen und / oder Oberleitungen; behindern den Verkehr und lassen den Strom ausfallen. So autark wie auf dem Schiff sind wir in unserem Haus leider nicht.

Ohne Strom geht nichts, nur mit Kerze und Taschenlampe das Licht; der Kaminofen heizt zumindest das Erdgeschoß ein, solange der Holzvorrat reicht und ein 1- flammiger Gaskocher mit Kartusche wärmt die Suppe auf. Die Gefriertruhe taut ab und die Toilettenspülung und auch der Wasserhahn laufen ohne Druck (Pumpe) nicht mehr. Immerhin liegt genügend Schnee zur Wasseraufbereitung vor der Tür. Tolle Vorstellung vor Weihnachten und zum Jahreswechsel.

Außer Schnee schoren, wie die Franken sagen, brauche ich keine weitere sportliche Betätigung in der Woche. Morgens und abends je 1 Std. schieben und fegen ist angesagt.
Im nächsten Leben werde ich auf den Kanaren geboren.
Gut das bei der Schneemenge, die auch im Winterlager in Greifswald Wieck heruntergekommen ist, Genesis einen Hallenplatz hat.